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Herzinsuffizienz – Hilfestellung für Freunde und Angehörige

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Lebenserwartung bei alten Menschen mit Herzinsuffizienz
Gerade bei alten Menschen ist Herzinsuffizienz häufig. Wenn Angehörige Bescheid wissen, können Sie die richtige Hilfe leisten. (© Chariclo - Fotolia.com / Fotolia.com)

Herzinsuffizienz ist eine häufige Erkrankung. 160.000 Österreicher sind betroffen, die meisten davon sind ältere Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, eine Person mit Herzinsuffizienz im Umfeld zu haben, ist groß. – Einige Punkte, um Menschen mit der Erkrankung besser zu verstehen.

Wie entsteht Herzinsuffizienz?

Bei der Entstehung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung spielen viele Faktoren eine Rolle: hoher Blutdruck, schlecht kontrollierter Blutzucker, hohes LDL-Cholesterin, zu wenig Bewegung und Übergewicht sind Risikofaktoren. Auch die Gesundheit der Lunge und der Blutgefäße (Stichwort "Verkalkung") spielt eine Rolle. Die Herzinsuffizienz ist keine schicksalhafte Erkrankung des Alters. Sie ist behandelbar.

++ Mehr zum Thema: Herzinsuffizienz - Ursachen, Symptome & Formen ++

Wer soll sich untersuchen lassen?

Insbesondere Diabetiker, Menschen mit chronisch hohem Blutdruck und Personen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, weisen Risikofaktoren für eine Herzinsuffizienz auf. Zählt Ihr Angehöriger zu dieser Gruppe, ist eine Untersuchung auf Herzinsuffizienz im Sinne der Vorsorge ratsam.

Gibt es Warnsignale?

  • Erste Anzeichen einer Herzinsuffizienz sind bei körperlicher Anstrengung sichtbar: Menschen mit einer Herzschwäche werden schneller müde – zuerst nur bei Betätigung, später schon in Ruhe oder sogar beim Liegen, denn der Sauerstoffmangel in den Muskeln führt zu rascher Ermüdung und allgemeiner Schwäche.
  • Es kommt zu verminderter Nierentätigkeit und Wassereinlagerungen im Körper.
  • Betroffene klagen häufig über Appetitlosigkeit und einen aufgeblähten Bauch.

++ Mehr zum Thema: Anzeichen einer Herzinsuffizienz ++

Warum gibt es viele undiagnostizierte Fälle?

Herzinsuffizienz wird oft übersehen, weil die Symptome als Alterserscheinung abgetan werden. Auch andere Herz- und Lungenerkrankungen kommen bei rascher Ermüdung unter Belastung, Tagesmüdigkeit und Muskelschwäche in Betracht.

Wohin zur Diagnose? Welche Fragen sollen Patienten stellen?

Wenn Sie vermuten, ein Angehöriger oder Sie selbst könnten von Herzinsuffizienz betroffen sein, ist der Allgemeinmediziner der erste Ansprechpartner. Zur Absicherung der Diagnose durch einen proBNP-Bluttest oder Herzultraschall wird der Allgemeinmediziner an einen Facharzt für Innere Medizin oder einen Kardiologen überweisen. Fragen Sie Ihren Arzt nach dem proBNP-Bluttest und welche Stelle ihn mit der Krankenkasse abrechnen kann. Fragen Sie den Arzt auch, ob eine Spezialambulanz zur Verfügung steht.

Welche psychischen Probleme treten auf?

Die Erkrankung macht Patienten körperlich müde. Die Muskulatur fühlt sich kraftlos an, bei Belastung ermüden Betroffene schnell, sie bekommen rasch Atemnot. Herzinsuffizienz führt dazu, dass sich Patienten körperlich angeschlagen fühlen. Jede Form der Aktivität fällt schwer. Die körperliche Erkrankung selbst, Folgeerscheinungen wie Entzündungen, Nieren- und Leberschäden sowie häufige Krankenhausaufenthalte fördern psychische Probleme.

Herzinsuffizienz und Depression

Experten gehen davon aus, dass 20–40% der Patienten mit Herzinsuffizienz zusätzlich an einer Depression leiden. Menschen mit Herzinsuffizienz entwickeln bis zu viermal häufiger Depressionen als körperlich gesunde Menschen.

Das Risiko, an Herzinsuffizienz zu sterben, wenn eine Depression hinzukommt, ist fünfmal höher. Auch deshalb ist es von besonderer Bedeutung, eine Depression zu diagnostizieren und zu behandeln. Die Abklärung sollte von einem erfahrenen Psychiater durchgeführt werden.

Wie viele Menschen sterben an Herzinsuffizienz?

Herzinsuffizienz ist eine schwere Erkrankung und weist eine hohe Sterblichkeitsrate auf. Da sich nicht genau erheben lässt, wie viele Menschen an Herzinsuffizienz erkrankt sind, ist auch die Mortalitätsrate eine Schätzung. Es zeigt sich jedoch, dass die Sterblichkeit mit der Anzahl der jährlichen Krankenhausaufenthalte der Patienten korreliert.

Mit wem soll man über Herzinsuffizienz sprechen?

Die Erkrankung führt zu einigen Einschränkungen im Alltag. Körperliche Belastung fällt Menschen, die von Herzinsuffizienz betroffen sind, schwer. Das allein kann schon zu einer gewissen Antriebslosigkeit führen, Betroffene brauchen Hilfe. Das unmittelbare Umfeld sollte nach einer Diagnosestellung eingeweiht werden.

Professionelle Unterstützung & Selbsthilfegruppen

Psychotherapie oder Selbsthilfegruppen können bei der Bewältigung der Erkrankung hilfreich sein – viele Menschen sind von Herzinsuffizienz betroffen. Auch Angehörige können sich an Selbsthilfegruppen wenden. Nehmen Schlafbedürfnis, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und Stimmungstief überhand oder kommen Symptome einer Demenz hinzu, kann der Allgemeinmediziner, Psychotherapeut oder Psychiater helfen.

Mit dem Arbeitgeber sprechen?

Ob Patienten mit ihrem Arbeitgeber sprechen wollen, bleibt ihnen selbst überlassen. In manchen Fällen kann es hilfreich sein, wenn Kollegen und Arbeitgeber über eine chronische Erkrankung Bescheid wissen. Körperlich anstrengende Tätigkeiten kann dann etwa ein anderer Kollege übernehmen. Allerdings kann niemand Patienten dazu zwingen, ihre Gesundheit mit ihrem Vorgesetzten oder Arbeitgeber zu besprechen.

+++ Mehr zum Thema: Leben mit Herzinsuffizienz +++

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Quellen

Presseinformation „Europäischer Tag der Herzschwäche: Experten für früheren Behandlungsbeginn und strukturierte Betreuungsprogramme“; www.hauptverband.at/portal27/portal/hvbportal/content/contentWindow?contentid=10008.619388&action=b&cacheability=PAGE&version=1431001256 (abgerufen am 31.10.2017)

Steinacher R.: Herzinsuffizienz – die Schwäche des Herzens. Herzverband Salzburg online; http://herzverband-salzburg.at/Zeitungen/Dr.%20Steinacher%20Herzinsuffizienz%20.pdf (letzter Zugriff am 31.10.2017)

Mörtl D. (2015): Zurück zum Spaß-Sport: Lustvolle Bewegung kann vielen die Diagnose Herzinsuffizienz ersparen oder erleichtern; www.bkkommunikation.com/de/journalistenservice/aktuell/zurueck-zum-spass-sport-lustvolle-bewegung-kann-vielen-die-diagnose-herzinsuffizienz-ersparen-oder/ (abgerufen am 31.10.2017)

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