Lungenödem

Von , Medizinredakteurin
Mag. Astrid Leitner

Astrid Leitner studierte in Wien Tiermedizin. Nach zehn Jahren in der veterinärmedizinischen Praxis und der Geburt ihrer Tochter wechselte sie – mehr zufällig – zum Medizinjournalismus. Schnell war klar: Das Interesse an medizinischen Themen und die Liebe zum Schreiben ergeben für sie die perfekte Kombination. Astrid Leitner lebt mit Tochter, Hund und Katze in Wien und Oberösterreich.

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Beim Lungenödem sammelt sich Flüssigkeit im Lungengewebe und in den Lungenbläschen. Dies beeinträchtigt den Sauerstoffaustausch, und die Organe sind nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Meist ist das Herz die Ursache für ein Lungenödem. Lesen Sie hier, wie es entsteht, welche Symptome auftreten und wie es behandelt wird!

Ärztin sieht sich ein Lungenröntgenbild an

Kurzübersicht

  • Was ist ein Lungenödem? Bei einem Lungenödem sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge. Das „Wasser in der Lunge“ behindert den Sauerstoffaustausch. Mögliche Folgen sind Atemprobleme bis hin zum Atemstillstand.
  • Ursachen: Herzerkrankungen, Nierenversagen, Giftstoffe, Rauchgasvergiftung, schwere Lungenentzündung, Blutvergiftung, allergischer Schock, Höhenkrankheit, ARDS, SIPE
  • Risikofaktoren: Vorerkrankungen des Herzens und der Lunge
  • Verlauf und Prognose: Unbehandelt führt ein Lungenödem zum Atemstillstand. Die Prognose bei rechtzeitiger Behandlung ist gut, abhängig von der Grunderkrankung.
  • Symptome: Schnelle und flache Atmung, Atemnot, die sich im Liegen verschlimmert, Husten, blaue Lippen, Angst zu ersticken
  • Behandlung: Sofortige ärztliche Behandlung notwendig! Entwässerungsmittel, Blutdrucksenker, Sauerstoff, Oberkörper erhöht lagern, Behandlung der Grunderkrankung
  • Diagnostik: Typische Symptome, Lungenröntgen oder MRT, Herzultraschall, EKG, Blutgasanalyse, Blutuntersuchung
  • Vorbeugen: Keine konkrete Vorsorgemaßnahmen möglich, allgemein gesunde Lebensführung, Behandlung bestehender Grunderkrankungen, langsames Aufsteigen zur Vorbeugung der Höhenkrankheit

Was ist ein Lungenödem?

Bei einem Lungenödem (pulmonales Ödem, Wasserlunge) sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge, was den Sauerstoffaustauch beeinträchtigt. Abhängig davon, wie ausgeprägt das Lungenödem ist, haben Betroffene anfangs nur leichte Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen. Unbehandelt führt das sogenannte „Wasser in der Lunge“ zum Tod.

Die Bezeichnung „Wasser in der Lunge“ ist medizinisch nicht korrekt: Tatsächlich handelt es sich bei der angesammelten Flüssigkeit um Blutplasma – den flüssigen Bestandteil des Blutes. Das Plasma tritt aus den Blutgefäßen aus und wird ins Lungengewebe gedrückt. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich.

In den Lungenbläschen (Alveolen) erfolgt der Sauerstoffaustausch: Durch die dünne Wand der Bläschen gelangt der Sauerstoff in die darunterliegenden Blutgefäße. Während das Blut durch den Körper fließt, versorgt der Sauerstoff sämtliche Körpergewebe und hält dadurch ihre Funktion aufrecht.

Bei einem Lungenödem sammelt sich die Flüssigkeit in den Lungenbläschen. Das aus den Blutgefäßen ausgetretene Blutplasma benetzt die sonst mit Luft gefüllte innere Seite der Lungenbläschen und behindert so den Übertritt von Sauerstoff ins Blut. Es kommt zu Atemnot und einer Unterversorgung des Körpers mit sauerstoffreichem Blut. Unbehandelt droht ein Atemstillstand und in weiterer Folge ein Multiorganversagen (mehrere Organe verlieren ihre Funktion).

Stadien des Lungenödems

Interstitielles Lungenödem: Zunächst sammelt sich das „Wasser“ im Lungengewebe. Zu diesem Zeitpunkt ist der Sauerstoffaustausch nur wenig beeinträchtigt, unter Umständen treten aber bereits erste Symptome wie Husten und Kurzatmigkeit auf.

Alveoläres Lungenödem: In weiterer Folge gelangt die Flüssigkeit aus dem Lungengewebe in die Lungenbläschen (Alveolen), es entwickelt sich ein „alveoläres Lungenödem“. Der Sauerstoffaustausch in den Alveolen ist bereits beeinträchtigt, die Beschwerden verstärken sich.

Schaumbildung: Die eiweißreiche Ödemflüssigkeit vermischt sich in den Atemwegen mit der Atemluft. Es bildet sich ein „Schaum“, der Husten auslöst. Betroffene husten mitunter den Schaum aus. Dieser ist weißlich oder – versetzt mit Blut – rötlich.

Asphyxie: Im Endstadium des Lungenödems kommt es zu einem Sauerstoffmangel durch unzureichenden Gasaustausch. Mediziner bezeichnen diesen Zustand als Asphyxie. Wenn Betroffene jetzt keinen Sauerstoff erhalten, droht ein Atemstillstand. Die Organe bekommen keinen Sauerstoff mehr und stellen ihre Funktion ein. Die Patienten sterben schließlich an Multiorganversagen.

Wie kommt es zu einem Lungenödem?

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich Flüssigkeit in der Lunge ansammelt. Beim Lungenödem ist in der Regel nicht die Lunge selbst krank. Am häufigsten ist das „Wasser in der Lunge“ Folge einer Herzerkrankung (kardiales Lungenödem), etwas seltener hat ein Lungenödem nicht-kardiale Ursachen.

Kardiales Lungenödem

Das kardiale Lungenödem ist die häufigste Form. Dabei führen verschiedene Herzerkrankungen dazu, dass die Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das Lungengewebe beziehungsweise in die Lungenbläschen gedrückt wird.

Die häufigste Herzerkrankung, die ein Lungenödem verursacht, ist die Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Bei der sogenannten Linksherzinsuffizienz ist die linke Herzkammer zu schwach, um ausreichend Blut in den Körper zu pumpen. Da aber mehr Blut aus den Lungengefäßen in die Herzkammer nachströmt, als sie weiterzutransportieren vermag, staut sich das Blut in der Lunge zurück. Dadurch steigt der Blutdruck in den Lungengefäßen, und die Blutflüssigkeit (Plasma) wird ins Lungengewebe gedrückt. Gelangt das Wasser in die Lungenbläschen, bildet sich ein Lungenödem.

Weitere Herzerkrankungen, die zu einem Lungenödem führen können, sind:

Nicht-kardiales Lungenödem

Beim nicht-kardialen Lungenödem liegt die Ursache für die Flüssigkeitsansammlung außerhalb des Herzens. Das Ödem entsteht, weil die Blutgefäßwände nicht mehr ausreichend dicht sind, sie werden durchlässig. Dadurch tritt Flüssigkeit aus und sammelt sich in der Lunge.

Mögliche Auslöser dafür sind:

Nierenversagen: Die Nieren regulieren den Flüssigkeitshaushalt im Körper. Sind die Nieren geschwächt (Niereninsuffizienz) oder versagen sie komplett (Nierenversagen), scheiden sie weniger beziehungsweise keine Flüssigkeit mehr aus. Dadurch steigt der Druck in den Blutgefäßen, wodurch die Flüssigkeit leichter ins Gewebe übertritt – ein Ödem entsteht. Mediziner sprechen von einem renalen Lungenödem.

Ein akutes Nierenversagen ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der eine sofortige Behandlung erfordert!

ARDS: ARDS ist die Abkürzung für „acute respiratory distress syndrome“, eine lebensbedrohliche Atemwegserkrankung, bei der die Blutgefäße in der Lunge plötzlich durchlässig werden und rasch Flüssigkeit austritt. ARDS ist keine eigenständige Erkrankung, sondern entwickelt sich infolge einer anderen Grunderkrankung. Besonders gefährdet sind etwa Patienten mit einer schweren Lungenentzündung oder jene, die wegen schwerer Verletzungen, (allergischem) Schock oder einer Blutvergiftung (Sepsis) intensivmedizinisch betreut werden müssen.

Einatmen oder Aufnahme von Giftstoffen: Bestimmte Giftstoffe (Toxine), die eingeatmet werden oder über den Blutkreislauf zur Lunge gelangen, rufen unter Umständen ein Lungenödem hervor. Mediziner bezeichnen dieses Krankheitsbild als „toxisches Lungenödem“. Unabhängig davon, wie sie in den Körper gelangen, beschädigen sie die Blutgefäßwände in der Lunge so stark, dass Flüssigkeit in die Atemwege eindringt.

Beispiele für Giftstoffe, die über die Atmung die Lunge erreichen:

  • Formaldehyd
  • Nitrose-Gase
  • Phosphorwasserstoff
  • Schwefelwasserstoff
  • Schwefeldioxid
  • Ozon
  • Sauerstoff (über lange Zeit in großer Menge wie bei einer Dauerbeatmung)
  • Fluorwasserstoff
  • Fluoride
  • Rauchgasvergiftung
  • Eingeatmete Magenflüssigkeit

Beispiele für Giftstoffe, die über den Blutweg in die Lunge gelangen:

Erkrankungen des Nervensystems: Beispiele für Erkrankungen, die ein sogenanntes „neurogenes Lungenödem“ auslösen, sind Epilepsie (bei einem Grand-Mal-Anfall) oder ein Schädel-Hirn-Trauma.

Höhenkrankheit: Auch gesunde Personen ohne Vorerkrankungen entwickeln unter bestimmten Umständen ein lebensbedrohliches Lungenödem. Besonders gefürchtet ist das sogenannte „Höhen-Lungenödem“, das bis zu sieben Prozent aller Bergsteiger in großen Höhen entwickeln. Ab etwa 3.000 bis 4.000 Metern herrscht nur noch ein geringer Sauerstoffgehalt in der Luft. Dadurch verengen sich die kleinen Lungengefäße, der Blutdruck steigt, und Flüssigkeit wird in die Lungenbläschen gepresst.

SIPE: SIPE bedeutet „Swimming induced pulmonary edema“, englisch für „Taucher-Ödem“. Dabei handelt es sich um eine Sonderform des Lungenödems, deren Entstehung nicht vollständig geklärt ist. Das SIPE betrifft vor allem Ausdauersportler, die in kaltem Wasser schwimmen. Betroffen sind vorwiegend Frauen. Das Wasser gelangt nicht durch versehentliches Einatmen in die Lunge. Es kommt – ohne Wasseraspiration – zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge, die den Gasaustausch behindert.

Weitere Erkrankungen: Lungenödeme kommen auch im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Lungenkrebs vor. In seltenen Fällen entwickelt sich nach einer Lungentransplantation ein lebensbedrohliches Ödem.

Wie gefährlich ist ein Lungenödem?

Abhängig von der Ursache tritt ein Lungenödem plötzlich auf oder entwickelt sich über längere Zeit. Ein akutes Lungenödem ist potenziell lebensbedrohlich und muss sofort im Krankenhaus behandelt werden.

Das Lungenödem selbst lässt sich gut behandeln: Bei rechtzeitiger ärztlicher Hilfe lassen sich die lebensgefährlichen Akutsymptome in den meisten Fällen durch die Gabe von Sauerstoff und Medikamenten beherrschen. Die langfristigen Überlebenschancen hängen von der Ursache des Lungenödems ab. Werden die auslösenden Umstände beseitigt, ist die Prognose gut.

Die Lebenserwartung nach einem erfolgreich behandelten Lungenödem hängt von der Grunderkrankung und dem Gesundheitszustand des Patienten ab. Hier bestehen große individuelle Unterschiede, wie gut der Patient auf die individuelle Therapie, beispielsweise bei Herz- oder Nierenerkrankungen, anspricht.

Unbehandelt ist ein Lungenödem lebensbedrohlich. Wird die Flüssigkeit in der Lunge nicht entfernt, erhält der Körper nicht mehr ausreichend Sauerstoff. Es kommt zum Atemstillstand mit anschließendem Multiorganversagen.

Wie merkt man, dass man Wasser in der Lunge hat?

Welche Symptome bei einem Lungenödem auftreten, hängt davon ab, wie weit das Ödem bereits fortgeschritten ist.

Erstes Anzeichen für ein Lungenödem ist eine flache und schnelle Atmung (Kurzatmigkeit). Sie tritt bereits auf, wenn die Flüssigkeitsansammlung noch auf das Lungengewebe beschränkt ist. Hat sich das Wasser auf die Lungenbläschen ausgedehnt, verstärken sich die Symptome.

Typisch für ein Lungenödem ist, dass sich die Beschwerden etwas bessern, wenn der Oberkörper aufgerichtet ist. Im Liegen verschlimmert sich die Atemnot. Lungenödem-Patienten berichten von quälenden Angstzuständen, da sie Sorge haben, zu ersticken. Hinzu kommt meist ein Druckgefühl im Brustbereich. Bei einem ausgeprägten Lungenödem fallen deutliche Rasselgeräusche beim Atmen auf.

Im weiteren Verlauf wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Sichtbares Anzeichen dafür sind bläuliche Lippen und Finger. Oft husten die Betroffenen einen weißlichen Schaum ab, dem in einigen Fällen Blut beigemengt ist. Zudem ist der Herzschlag beschleunigt.

Was tun bei einem Lungenödem?

Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist der sofortige Therapiebeginn. Das Lungenödem selbst lässt sich in der Regel gut behandeln. Neben den Akutmaßnahmen ist jedoch auch die Behandlung der Grunderkrankung von entscheidender Bedeutung.

Ein akutes Lungenödem ist ein medizinischer Notfall! Rufen Sie bei den ersten Anzeichen einen Notarzt! Verweilen Sie bis zur Ankunft des Rettungsdienstes in aufrechter Position und lassen Sie Ihre Beine nach unten hängen. Das hilft, die Atemnot zu lindern!

Akutmaßnahmen

Entwässerungsmittel: Die wichtigsten Medikamente zur Behandlung eines Lungenödems sind sogenannte Diuretika wie Furosemid. Sie bewirken, dass vermehrt Flüssigkeit über die Nieren ausgeschieden wird, und schwemmen damit bestehende Ödeme aus. Zudem vermindern sie das Blutvolumen und entlasten so das Herz.

Nitrate: Die Entwässerungsmittel werden meist mit Nitraten wie Nitroglycerin kombiniert. Sie erweitern die Blutgefäße, entlasten das Herz und verbessern die Sauerstoffversorgung.

Blutdrucksenker: Ist beim Lungenödem zusätzlich der Blutdruck erhöht, verabreichen die Ärzte Blutdrucksenker (z.B. Betablocker).

Sauerstoffgabe: Ist das Lungenödem bereits so weit fortgeschritten, dass zu wenig Sauerstoff im Körper vorhanden ist, erhalten Patienten Sauerstoff über eine Gesichtsmaske oder eine Nasenbrille. In schweren Fällen ist eine künstliche Beatmung auf der Intensivstation notwendig.

Aufrechte Position: Lungenödem-Patienten werden auch im Krankenhaus in aufrechter Position (Oberkörper hoch) im Bett gelagert. Das erleichtert die Atmung.

Weitere Medikamente: Je nachdem, welche Symptome beim Lungenödem auftreten, erhalten die Patienten weitere Medikamente, zum Beispiel starke Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit und angstlösende Mittel.

Behandlung der Grunderkrankung

Entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg beim Lungenödem ist, dass die auslösende Erkrankung optimal behandelt wird. Dies kann je nach Ursache ein breites Spektrum von Therapiemaßnahmen erforderlich machen.

Ist beispielsweise ein Herzinfarkt Ursache für das Lungenödem, führt der Arzt eine Herzkatheteruntersuchung durch, um das verschlossene Herzkrankgefäß wieder zu öffnen. Bei einer Lungenentzündung ist oft die Gabe eines Antibiotikums notwendig. Bei einer chronischen Herzinsuffizienz ist in der Regel eine dauerhafte medikamentöse Behandlung erforderlich. Ein Bluthochdruck wird mit blutdrucksenkenden Medikamenten und Allgemeinmaßnahmen (z.B. Gewichtsnormalisierung, Bewegung, gesunde Ernährung, Raucherentwöhnung) behandelt.

H2: Was macht der Arzt?

Bei Atembeschwerden, die sich schleichend entwickeln, ist der Hausarzt oder der Lungenfacharzt der erste Ansprechpartner. Akut auftretende Atemprobleme erfordern eine notärztliche Behandlung durch den Rettungsdienst oder im Krankenhaus.

Der Arzt erkundigt sich zunächst nach den aktuellen Beschwerden und bestehenden Vorerkrankungen (Lunge, Herz). Die typischen Symptome und die Krankheitsgeschichte geben ihm bereits erste Hinweise auf ein Lungenödem.

Zur weiteren Abklärung führt der Arzt folgende Untersuchungen durch:

Klinische Untersuchung: Der Arzt hört die Lunge mit einem Stethoskop ab und achtet auf die typischen Rasselgeräusche. Anschließend misst er den Blutdruck und die Herzfrequenz. Zudem achtet er auf Anzeichen für eine Unterversorgung mit Sauerstoff wie zum Beispiel blaue Lippen.

Lungenröntgen: Die wichtigste Untersuchung, um ein Lungenödem feststellen zu können, ist das Röntgen (alternativ eignet sich auch eine Magnetresonanztomografie). Damit lässt sich bereits ein beginnendes (interstitielles) Lungenödem diagnostizieren, da Flüssigkeit im Röntgenbild gut sichtbar ist.

Herzultraschall: Besteht der Verdacht, dass das Lungenödem Folge einer Herzerkrankung ist, führt der Arzt eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durch. Damit lassen sich strukturelle Veränderungen wie Herzklappenfehler oder eine Herzschwäche gut sichtbar machen.

EKG: Mithilfe der Elektrokardiografie ist es möglich, Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen oder einen Herzinfarkt nachzuweisen.

Blutgasanalyse und Pulsoxymetrie: Um festzustellen, ob und inwieweit die Sauerstoffsättigung des Blutes bereits eingeschränkt ist, führt der Arzt eine Blutgasanalyse (BGA) oder eine Pulsoxymetrie durch. Bei der Pulsoxymetrie misst ein Sensor am Finger oder Ohrläppchen die Sauerstoffsättigung. Für die BGA ist eine Blutentnahme nötig.

Blutuntersuchung: Veränderte Blutwerte, zum Beispiel der Nieren, geben Hinweise auf mögliche Erkrankungen der Organe.

Vorbeugung

Da ein Lungenödem durch verschiedene Ursachen ausgelöst wird, gibt es keine konkreten Vorsorgemaßnahmen. Hilfreich ist es jedenfalls, Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Dafür eignen sich allgemeine Vorsorgemaßnahmen wie eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin.

Bestehen Vorerkrankungen, ist es wichtig, verschriebene Medikamente gewissenhaft einzunehmen und Kontrolluntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen. Atembeschwerden unklarer Ursachen sollten möglichst frühzeitig untersucht werden.

Für Bergsteiger gilt: Um einem Lungenödem vorzubeugen ist es wichtig, langsam aufzusteigen und den Körper an die Höhe zu gewöhnen. Ab einer Höhe von etwa 2.500 bis 3.000 Metern sollten nicht mehr als 300 bis 500 Höhenmeter zurückgelegt werden. Alle drei bis vier Tage empfiehlt sich ein Tag Pause.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Astrid Leitner
Mag.  Astrid Leitner

Astrid Leitner studierte in Wien Tiermedizin. Nach zehn Jahren in der veterinärmedizinischen Praxis und der Geburt ihrer Tochter wechselte sie – mehr zufällig – zum Medizinjournalismus. Schnell war klar: Das Interesse an medizinischen Themen und die Liebe zum Schreiben ergeben für sie die perfekte Kombination. Astrid Leitner lebt mit Tochter, Hund und Katze in Wien und Oberösterreich.

ICD-Codes:
J81
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
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