Blutuntersuchung

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Valeria Dahm

Valeria Dahm ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte an der Technischen Universität München Medizin. Besonders wichtig ist ihr, dem neugierigen Leser Einblick in das spannende Themengebiet der Medizin zu geben und gleichzeitig inhaltlichen Anspruch zu wahren.

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Die Blutuntersuchung ist eine der hilfreichsten diagnostischen Methoden in der Medizin. Dabei werden Inhaltsstoffe sowie die Anzahl und Beschaffenheit der einzelnen festen Bestandteile des Blutes mit Referenzwerten und Normalbereichen verglichen. Lesen Sie alles Wichtige über die verschiedenen Arten der Blutuntersuchung, wie sie durchgeführt wird und wann sie notwendig ist. 

Blutuntersuchung

Was ist eine Blutuntersuchung?

Bei einer Blutuntersuchung wird eine Blutprobe im Labor in seine Bestandteile zerlegt und mit Hilfe verschiedener Tests untersucht. Dabei können das kleine Blutbild (Auszählung der Blutzellen Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten sowie unter anderem Bestimmung von Hb-Wert und Hämatokrit) und das Differentialblutbild (genauere Differenzierung der verschiedenen Leukozytentypen) erstellt werden. Beide zusammen - kleines und Differentialblutbild - ergeben das Grosse Blutbild.

Daneben können zahlreiche im Blut schwimmende oder physikalische gelöste Stoffe bestimmt werden wie Salze, Spurenelemente, Fette oder Stoffwechselprodukte, Enzyme und Hormone.

Wann macht man eine Blutuntersuchung?

Eine Blutuntersuchung kann einerseits routinemässig erfolgen, um den Verlauf und mögliche Auswirkungen einer Krankheit zu kontrollieren. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Blutzuckerkontrolle bei Diabetes mellitus.

Andererseits hilft eine Blutuntersuchung bei der Diagnose vieler Krankheiten. Beispielsweise erlauben verschiedene Blutwerte Rückschlüsse auf die Funktion von Organen. So ist etwa das Enzym Troponin bei Herzmuskelschäden (z.B. infolge von Herzinfarkt) erhöht.

Ausserdem kann eine Blutuntersuchung eine bestehende Infektion mit bestimmen Krankheitserregern aufdecken - wenn sich im Blut der Erreger selbst oder spezifische Antikörper dagegen nachweisen lassen.

Was macht man bei einer Blutuntersuchung?

Für eine Blutuntersuchung wird meist venöses Blut abgenommen, und zwar im Allgemeinen aus einer Vene in der Armbeuge. Manchmal genügen auch schon ein paar Tropfen Blut aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen (kapillare Blutentnahme), etwa zur Blutzuckerbestimmung bei Diabetikern.

In beiden Fällen gewinnt man Vollblut - also Blut mit all seinen Inhaltsstoffen. Je nach Fragestellung wird dieses unterschiedlichen Tests unterzogen. So lassen sich durch Zentrifugieren die festen Bestandteile im Blut von der Flüssigkeit, in der sie schwimmen (Plasma), abtrennen. Dazu muss das Blut zuvor mit einer gerinnungshemmenden Substanz versetzt (wie Citrat, EDTA) werden. Diese ist meist schon in den Röhrchen enthalten, die zur Blutabnahme verwendet werden. Aus EDTA-Blut wird zum Beispiel ein Blutbild erstellt oder die Blutgruppe bestimmt. Citratblut dient etwa dazu, die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (kurz: Blutsenkung) zu ermitteln.

Zur Messung vieler Parameter wird Blutserum benötigt. Es entspricht dem Blutplasma abzüglich der Gerinnungsfaktoren. Um das Serum zu gewinnen, lässt man Vollblut koagulieren (gerinnen) und trennt dann mittels Zentrifugieren die flüssige Phase (= Serum) ab. Das Blutserum kann zum Beispiel auf Blutzucker, Blutfette, Hormone, Enzyme, Eisen und andere Mineralstoffe (Kalium, Natrium etc.) sowie Antikörper untersucht werden.

Blutzellbestimmung

Während Blutbilder früher mikroskopisch ausgewertet wurden, zählen heutzutage automatische Hämatologiegeräte die Anzahl der Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten aus. Die Aufschlüsselung in die einzelnen Untergruppen der Leukozyten wird ebenfalls maschinell vorgenommen. Nur in seltenen Fällen zählt ein Arzt die Blutzellen auch heute noch unter dem Mikroskop aus.

Welche Risiken birgt eine Blutuntersuchung?

Die Blutuntersuchung als solche birgt keine Risiken. Bei der Blutabnahme aber kann es in seltenen Fällen zu einer Infektion der Einstichstelle kommen. Ausserdem kann sich am Einstich ein Bluterguss (Hämatom) bilden - vor allem dann, wenn man nach der Blutentnahme nicht lange genug auf die kleine Wunde gedrückt hat.

Selten kommt es bei einer Blutuntersuchung zu falschen Messungen. So führt etwa eine zu lange Blutstauung bei der Abnahme zu falsch hohen Kaliumwerten.

Was muss ich bei einer Blutuntersuchung beachten?

Für manche Blutuntersuchungen müssen Sie nüchtern sein. Das bedeutet, dass Sie acht bis zwölf Stunden zuvor nichts mehr essen sollten. Wasser und Tee ohne Zucker sind aber erlaubt. Sobald das Labor die Blutuntersuchung gemacht hat, bespricht Ihr Arzt die Ergebnisse mit Ihnen.

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Valeria Dahm
Valeria Dahm

Valeria Dahm ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte an der Technischen Universität München Medizin. Besonders wichtig ist ihr, dem neugierigen Leser Einblick in das spannende Themengebiet der Medizin zu geben und gleichzeitig inhaltlichen Anspruch zu wahren.

Quellen:
  • Kiefel, V.: Transfusionsmedizin und Immunhämatologie: Grundlagen – Therapie – Methodik, Springer-Verlag, 4. Auflage, 2011
  • Kirschnick, O.: Pflegetechniken von A – Z, Thieme-Verlag, 5. Auflage, 2016
  • Pschyrembel Online, Klinisches Wörterbuch, unter www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 15.10.2021)
  • Schaenzler, N. et Bieger, W. P.: Laborwerte, Gräfe und Unzer Verlag, 4.Auflage, 2016
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