Nasenbluten

Von , Arzt
und , Wissenschaftsjournalistin
Aktualisiert am
Marian Grosser

Marian Grosser studierte in München Humanmedizin. Daneben hat der vielfach interessierte Arzt einige spannende Abstecher gewagt: ein Philosophie- und Kunstgeschichtestudium, Tätigkeiten beim Radio und schließlich auch für Netdoktor.

Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

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Beim Nasenbluten (mediz.: Epistaxis) tritt plötzlich Blut aus einem oder beiden Nasenlöchern aus. Das ist meist harmlos. Häufiges Nasenbluten kann jedoch auch auf eine (ernste) Erkrankung hinweisen. Lesen Sie hier, welche Ursachen Nasenbluten haben kann, wie Sie richtig Erste Hilfe leisten und wie der Arzt Nasenbluten behandelt.

Nasenbluten

Kurzübersicht

  • Was tun bei Nasenbluten? Erste Hilfe: aufrecht hinsetzen, Kopf nach vorn und unten neigen, Nacken kühlen, ggf. Nasenflügel fest zusammendrücken
  • Nasenbluten – Ursachen: z. B. gereizte oder entzündete Nasenschleimhaut (etwa bei trockener Raumluft, Erkältung, Allergien), Schlag oder Sturz auf die Nase, Fremdkörper in der Nase, Verletzungen oder Fehlbildungen der Nasenscheidewand, gut- oder bösartige Tumoren in der Nasenregion, fieberhafte Erkrankungen, Bluthochdruck, verschiedene Autoimmun- und Erbkrankheiten, Medikamente
  • Wann zum Arzt? bei wiederholtem Nasenbluten oder wenn sich die Blutung nicht stoppen lässt

Achtung!

  • Bei Nasenbluten legen viele Menschen reflexartig den Kopf in den Nacken. Das ist aber keine gute Idee: Das Blut rinnt dann über die Speiseröhre in den Magen, was Übelkeit auslösen kann. Das Blut kann auch in die Atemwege gelangen. Zudem lässt sich dann nicht beurteilen, wie stark das Nasenbluten ist.
  • Aus dem gleichen Grund sollte man sich bei Nasenbluten nicht hinlegen.
  • Stopfen Sie weder ein Taschentuch noch Watte in die blutende Nase. Der Grund: Beim Entfernen kann die Wunde wieder aufreissen.
  • Kurz nach dem Nasenbluten sollte man sich nicht schnäuzen, um erneutes Bluten zu vermeiden.

Nasenbluten: Erste Hilfe

Experten empfehlen folgende Erste-Hilfe-Massnahmen, um Nasenbluten zu stoppen:

  • Bitten Sie den Betroffenen, eine aufrechte Sitzhaltung einzunehmen. Dabei sollte er den Kopf nach vorn beugen, sodass das Blut über die Nasenöffnung nach aussen abfliessen kann. Stellen Sie gegebenenfalls eine Schüssel vor den Betroffenen oder geben Sie ihm ein Tuch, um das Blut aufzufangen.
  • Lockern Sie enge Kleidungsstücke am Hals.
  • Lassen Sie den Betroffenen seine Nase einige Minuten mit Daumen und Zeigefinger fest zusammendrücken (bei geöffnetem Mund) oder fragen Sie ihn, ob Sie das für ihn übernehmen sollen. Kontrollieren Sie dann regelmässig, ob das Nasenbluten aufgehört hat. Falls nicht, drücken Sie die Nase nochmal für ein paar Minuten zusammen.
  • Sie können zudem den Nacken oder die Nasenwurzel kühlen. Verwenden Sie dafür ein kühl-feuchtes Tuch oder in ein Tuch eingewickelte Eiswürfel. Durch die Kälte ziehen sich die zuführenden Blutgefässe zusammen - die Blutung lässt nach.
  • Wenn ein Bewusstloser Nasenbluten hat, besteht das Risiko, dass das Blut in die Luftröhre gelangt. Im schlimmsten Fall könnte das zum Ersticken führen. Bringen Sie den Betroffenen deshalb in die stabile Seitenlage. So kann das Blut aus der Nase nach aussen abfliessen.

Wie Sie einen Erwachsenen in die stabile Seitenlage bringen, lesen Sie hier. Eine Anleitung zur stabilen Seitenlage bei Kindern finden Sie hier.

Nasenbluten beim Kind: Das können Sie tun

Kinder reagieren manchmal panisch, wenn ihnen auf einmal Blut aus der Nase rinnt. Es ist deshalb umso wichtiger, dass Sie als Ersthelfer ruhig bleiben. Sprechen Sie beruhigend mit dem Kind, erzählen Sie ihm eventuell eine Geschichte, um es abzulenken.

Nehmen Sie den kleinen Patienten in den Arm und erklären Sie ihm, warum es den Kopf nach vorne neigen soll. Sie können dem Kind helfen, indem Sie seinen Kopf für die Dauer des Nasenblutens abstützen. Sie können auch die Nase des Kindes zusammendrücken. Blut, das in den Mund gelangt, soll das Kind ausspucken. Meist ist der Spuk nach wenigen Minuten wieder vorbei.

Kontrollieren Sie gerade bei kleinen Kindern, ob ein Gegenstand in der Nase steckt, der die Blutung ausgelöst haben könnte.

Nasenbluten: Ursachen

Nasenbluten (Epistaxis) tritt auf, wenn die feinen Gefässe der kräftig durchbluteten Nasenschleimhaut verletzt werden. Meist sind venöse Gefässe betroffen. Das erkennt man daran, dass das austretende Blut dunkelrot ist. Bei arteriellen Verletzungen ist die Blutung eher hellrot und spritzend.

Da im vorderen Teil der Nase mehrere Blutgefässe zusammenlaufen (med.: Locus Kiesselbachi), entstehen dort auch die meisten Blutungen. Diese sind normalerweise harmlos.

Gefährliches Nasenbluten hat seinen Ursprung öfter im hinteren Nasenteil. Das liegt daran, dass in den hinteren Nasenabschnitten die versorgenden Gefässe noch nicht so fein verzweigt sind wie weiter vorn, sodass ein Blutverlust schlicht grösser ausfällt. Bei dieser Art von Nasenbluten muss oft der Hals-Nasen-Ohren-Arzt eingreifen, um die Blutung zu stoppen.

Ebenfalls unterscheiden muss man beim Nasenbluten, ob die Ursache lokal ist, sich also in der Nase befindet, oder eine andere Erkrankung dahintersteckt. Oft ist Ersteres der Fall.

Nasenbluten: Lokale Ursachen

In den meisten Fällen ist Nasenbluten nicht gefährlich und hat lokale Ursachen, zum Beispiel:

  • Niesen oder kräftiges Naseputzen kann genügen, um die kleinen Äderchen in der Nase platzen zu lassen. Höher ist die Wahrscheinlichkeit für Nasenbluten auch, wenn die Nasenschleimhaut gereizt ist, zum Beispiel durch überheizte oder klimatisierte Raumluft, Allergien oder abschwellende Nasensprays.
  • Ein Schlag oder Sturz auf die Nase kann ebenfalls Nasenbluten auslösen. Das Gleiche gilt, wenn sich kleine Kinder einen Fremdkörper in die Nase stecken, etwa eine Erbse oder einen kleinen Legostein: Wenn sie dabei die Nasenschleimhaut verletzen, tritt Blut aus. Das Gleiche kann beim Nasenbohren passieren.
  • Bei manchen Menschen ist ein Loch in der Nasenscheidewand (med.: Septumperforation) für häufiges Nasenbluten verantwortlich. Ein solches Loch kann die Folge einer vorausgegangenen Operation im Nasenbereich sein. Es kann aber beispielsweise auch durch eine Gefässerkrankung, einen Unfall oder durch das Einatmen ätzender Substanzen entstehen.
  • Manche Fehlbildungen der Nasenscheidenwand können ebenfalls die Nase zum Bluten bringen, wenn hervorstehende Sporne oder Knochenleisten die Nasenschleimhaut verletzen. Oft gehen solche Fehlbildungen mit einer Nasenscheidewandverkrümmung (med.: Septumdeviation) einher.
  • Selten steckt hinter (wiederholtem) Nasenbluten ein gut- oder bösartiger Tumor in der Nasenhöhle oder den Nasennebenhöhlen.

Nasenbluten: Systemische Ursachen

Nasenbluten kann unter Umständen auch ein Anzeichen für eine (ernste) Erkrankung sein. So können zum Beispiel folgende Erkrankungen Nasenbluten auslösen:

  • fieberhafte Erkrankungen wie Grippe oder Masern (Nasenbluten ist hier infolge einer verstärkten Durchblutung der Schleimhäute begünstigt)
  • Erkältungskrankheiten (eine entzündete Nasenschleimhaut kann leicht zu bluten beginnen - besonders, wenn sich der Betroffene häufig schnäuzt)
  • Nierenerkrankungen
  • Gefäss- und Kreislauferkrankungen wie Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und Bluthochdruck (Hypertonie)
  • angeborene Funktionsstörung der Blutplättchen (Thrombozytopathie oder Thrombopathie)
  • diverse Autoimmun- und Erbkrankheiten wie Morbus Wegener, Morbus Osler, Hämophilie (wie Hämophilie A und B, von-Willebrand-Jürgens-Syndrom etc.)
  • Leukämie ("Blutkrebs")

In seltenen Fällen treten starke Blutungen der Speiseröhre (etwa bei dort vorliegenden Krampfadern = Ösophagusvarizen) aus Mund und Nase aus, sodass es zwar aussieht wie Nasenbluten, jedoch keines ist.

Auch Medikamente können Nasenbluten auslösen. Das gilt etwa für die sogenannten Thrombozytenaggregationshemmer. Das sind Wirkstoffe, die verhindern, dass sich die Blutplättchen bei der Blutgerinnung zusammenlagern. Dadurch werden Blutungen wie Nasenbluten oder Zahnfleischbluten wahrscheinlicher. Ein bekannter Vertreter der Thrombozytenaggregationshemmer ist das Schmerz- und Fiebermittel Acetylsalicylsäure (ASS).

Auch die sogenannten Cumarine-Derivate (kurz: Cumarine) können Nasenbluten auslösen: Diese Wirkstoffe senken den Vitamin-K-Spiegel im Körper, was die Blutgerinnung beeinträchtigt. Das ist in diesem Fall durchaus gewollt - Cumarine (wie Phenprocoumon, Warfarin) verschreibt der Arzt Patienten, in deren Körper sich leicht Blutgerinnsel bilden, die ein Gefäss verstopfen können. Dazu gehören etwa Menschen mit Vorhofflimmern. Der Einsatz der Cumarine kann bei ihnen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken.

Weitere Medikamente, die Nasenbluten begünstigen können, sind beispielsweise einige Antibiotika und Psychopharmaka.

Oft lässt sich keine eindeutige Ursache für das Nasenbluten finden. Dann sprechen Mediziner von idiopathischer oder habitueller Epistaxis.

Ursachen von Nasenbluten bei Kindern

Neben oben genannten Gründen, kann bei Kindern Nasenbluten noch andere Ursachen haben: Kleine Sprösslinge stecken sich aus Neugier oder beim Spielen oft Fremdkörper in die Nase, was eine Blutung auslösen kann. In anderen Fällen ist schlicht Nasenbohren der Grund für Nasenbluten.

Bei älteren Kindern kann ein grösserer Wachstumsschub (häufigeres) Nasenbluten verursachen. Die kleinen Gefässe in der Nasenschleimhaut sind dann nämlich empfindlicher und reissen leichter. Normalerweise ist diese Art von Nasenbluten aber schnell wieder gestoppt.

Nasenbluten: Ursachen bei Schwangeren

Eine verstopfte Nase und in der Folge auch mal Nasenbluten sind in der Schwangerschaft nicht ungewöhnlich. Der Grund hierfür ist der veränderte Hormonhaushalt. Der Körper produziert grössere Mengen des weiblichen Sexualhormons Östrogen. Dieses lockert das Bindegewebe, auch in den Gefässwänden. Dadurch erweitern sich die Gefässe, was die Durchblutung steigert - unter anderem auch in der Nasenschleimhaut.

Nasenbluten: Risiken

Auch wenn Nasenbluten meist unbedenklich ist und ohne Folgen für den Betroffenen von selbst wieder aufhört, gibt es doch ein paar Risiken:

Verliert der Betroffene viel Blut oder kann er kein Blut sehen, besteht die Gefahr, dass er kollabiert, einen Schock erleidet - oder kurz davor steht. Erkennen lässt sich das etwa an kühler, blasser Haut. Der Betroffene fühlt sich zudem schwach und schwindelig.

Ein weiteres Risiko: Hat der Betroffene einen Schlag ins Gesicht bekommen oder ist er mit dem Kopf auf einen harten Untergrund aufgeschlagen, kann es sein, dass die Nase oder der Schädel gebrochen sind. Ein Anzeichen für Letzteres ist, dass an sich klares, oft aber mit Blut vermischtes Hirnwasser aus der Nase (oder auch den Ohren) läuft. Ein medizinischer Notfall!

Nasenbluten: Wann zum Arzt?

Gelegentliches Nasenbluten muss noch kein Grund zur Sorge sein. Meist lässt sich die Blutung gut alleine stoppen.

Ein Arztbesuch ist aber ratsam, wenn das Nasenbluten wiederholt (z.B. mehrmals pro Woche) auftritt oder etwas Neuartiges ist (der Betroffene bislang also kein Nasenbluten hatte). Dann ist es sinnvoll, die Ursache abklären zu lassen. Möglicherweise steckt eine behandlungsbedürftige Erkrankung hinter dem Nasenbluten.

Gehen Sie mit dem Betroffenen auch zügig zum Arzt, wenn sich die Blutung nicht stillen lässt - das heisst: wenn sie nach 20 Minuten (bei Kindern nach zehn Minuten) nicht gestoppt ist. Bei extrem starkem Nasenbluten, das sich nicht unter Kontrolle bringen lässt, müssen Sie eventuell sogar den Rettungsdienst rufen. Sonst könnte der Betroffene zu viel Blut verlieren.

Zum Arzt müssen Sie auch, wenn die Nase sichtbar verletzt ist (etwa aufgrund eines heftigen Schlages).

Nasenbluten: Untersuchungen beim Arzt

Oft erledigt der HNO-Arzt Untersuchung und Behandlung parallel. Zunächst wird er den Patienten oder seine Begleitung fragen, ob es einen ersichtlichen Grund für das Nasenbluten gibt und ob es häufiger auftritt. Danach wird er versuchen, die Ursache mittels einer Nasenspiegelung (med.: Rhinoskopie) auszumachen. Eventuell bekommt der Betroffene dazu eine örtliche Betäubung.

Untersuchungen bei wiederholtem Nasenbluten

Hat der Patient häufiges Nasenbluten, wird der Arzt nach der Ursache dafür suchen. Dabei geht er zunächst so vor, wie er es bei jedem Patienten tun würde, der mit Nasenbluten zu ihm kommt: Er holt im Gespräch mit dem Patienten wichtige Informationen zur Krankengeschichte ein (Anamnese). Beispielsweise fragt der Arzt, in welchen Situationen oft Nasenbluten auftritt und ob der Patient noch andere Beschwerden hat.

Dann folgt eine Untersuchung des Nasenraums mit dem Rhinoskop (vorderer Nasenhöhlenbereich) oder Nasenendoskop (hinterer Nasenhöhlenbereich). Des Weiteren können folgende Untersuchungen helfen, der Ursache von häufigem Nasenbluten auf den Grund zu gehen:

  • bildgebende Verfahren: Mittels Ultraschall kann der Arzt zum Beispiel die Nebenhöhlen recht gut beurteilen. Genauere Bilder liefert die Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT), die aber viel aufwendiger ist. Um nach Unfällen oder Schlägen ins Gesicht den Schädelknochen besser beurteilen zu können, wird meist die Computertomografie (CT) eingesetzt.
  • Blutanalyse: Verschiedene Blutwerte können Aufschluss über etwaige Gerinnungsstörungen oder Entzündungen geben.
  • Messung des Blutdrucks: Mittels Blutdruckmessung lässt sich ein eventueller Hochdruck (Hypertonie) feststellen.

Findet sich bei häufigem Nasenbluten keine lokale Ursache, kann der Arzt den Betroffenen an einen Allgemeinmediziner für eine gründliche körperliche Untersuchung überweisen. So lassen sich diverse Krankheiten als Grund fürs Nasenbluten ausschliessen beziehungsweise feststellen, zum Beispiel mittels einer Urin-Untersuchung.

Nasenbluten: Behandlung durch den Arzt

Je nach Art und Heftigkeit des Nasenblutens wird der Arzt versuchen, die Blutung mit geeigneten Mitteln oder Methoden zu stoppen:

  • Bei Blutungen im vorderen Nasenabschnitt (v. a. dem Locus Kiesselbachi) kann er die betroffene Stelle zum Beispiel mit Silbernitrat verätzen oder auch mithilfe von Laser- oder Elektrokoagulation verschliessen ("veröden").
  • Zum Stoppen der Blutung werden auch Tamponadeneingesetzt - im vorderen Nasenabschnitt meist selbstquellende Tamponaden oder solche, die sich aufblasen lassen, im hinteren Nasenabschnitt die sogenannte Bellocq-Tamponade. Diese zieht der Fachmann durch die Nase in den hinteren Nasenrachenraum.
  • Bei sehr starkem Nasenbluten kann auch ein gezielter embolischer Verschluss des betroffenen Gefässes in der Nasenschleimhaut sinnvoll sein. Dabei verschliesst der Arzt unter Kontrolle durch spezielle Bildtechnik das Gefäss von innen über einen Katheter. Diese Methode führt für gewöhnlich ein Radiologe durch.
  • Manchmal helfen bei Nasenbluten auch schon abschwellende Nasensprays. Deren Wirkstoffe (z.B. Xylometazolin) sorgen dafür, dass sich die Gefässe zusammenziehen.

Zudem wird der HNO-Arzt Puls und Blutdruck des Patienten prüfen. Ist der Blutdruck stark erniedrigt und der Puls beschleunigt, kann das ein Zeichen dafür sein, dass der Betroffene viel Blut verloren hat. Der Arzt wird dann versuchen, den Kreislauf zu stabilisieren, indem er dem Patient Blutersatzmittel verabreicht. Eine Bluttransfusion ist nach Nasenbluten allerdings nur in extremen Fällen nötig.

Nasenbluten vorbeugen

Es gibt einige Tipps, die das Risiko von Nasenbluten senken können. Menschen mit einer empfindlichen Nasenschleimhaut und häufigem Nasenbluten können auf Folgendes achten:

  • Sorgen Sie für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in der Wohnung. Trockene Luft ist schädlich für die Nasenschleimhaut. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60 Prozent.
  • Regelmässige Spaziergänge an der frischen Luft tun der Nase ebenfalls gut.
  • Sie sollten Nasenspray und -tropfen nicht durchgehend verwenden: Einige Präparate begünstigen Nasenbluten und sollten nur kurze Zeit eingesetzt werden. Besser verträglich sind Nasenduschen und Sprays mit Meersalz.
  • Wenn Sie pflegende Sprays oder Salben verwenden möchten, fragen Sie den behandelnden Arzt nach einem passenden Produkt.
  • Bei Allergien empfiehlt es sich, die Auslöser zu meiden, was natürlich nur bedingt möglich ist. In manchen Fällen ist eine sogenannte Hyposensibilisierung möglich. Sie erstreckt sich zwar über einige Jahre, hilft aber vielen Allergikern enorm und reduziert allergische Symptome allgemein.
  • Gesunde, fett- und fleischarme Ernährung sowie ausreichend Bewegung beugen Übergewicht und Bluthochdruck und damit auch der Verkalkung von Gefässen vor - Arterienverkalkung kann Nasenbluten begünstigen.
  • Ausserdem sollten Sie auf Alkohol und Tabak verzichten oder zumindest deren Genuss einschränken. Beides kann Nasentumoren (und viele andere Erkrankungen) fördern.
  • Vorsicht bei der gleichzeitigen Anwendung verschiedener Medikamente. Wer zum Beispiel blutverdünnende Medikamente bekommt, sollte bei Schmerzen keine Acetylsalicylsäure (ASS) nehmen, da diese ebenfalls gerinnungshemmend wirkt und die Wirkung sich somit summiert - die Neigung zu Blutungen (wie Nasenbluten) ist dann zusätzlich erhöht.

Autoren- & Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autoren:
Marian Grosser
Marian Grosser

Marian Grosser studierte in München Humanmedizin. Daneben hat der vielfach interessierte Arzt einige spannende Abstecher gewagt: ein Philosophie- und Kunstgeschichtestudium, Tätigkeiten beim Radio und schließlich auch für Netdoktor.

Carola Felchner
Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Quellen:
  • Alter, H. & Messner, A. H: "Patient education: Nosebleeds (epistaxis) (Beyond the Basics)", unter: www.uptodate.com (Abruf: 26.04.2022)
  • Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V.: "Erste Hilfe. Alle wichtigen Schritte und Maßnahmen verständlich zusammengefasst", 21. Auflage 2020, unter: www.asb.de
  • Pschyrembel Online, Klinisches Wörterbuch: www.pschyrembel.de (Abruf: 26.04.2022)
  • Tunkel, D.E. et al.: "Clinical Practice Guideline: Nosebleed (Epistaxis)" in: Otolaryngology–Head and Neck Surgery, Volume 162, Issue 1, 2020
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