Grippe

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Dr. med. R. Schwarz

Dr. Schwarz studierte Medizin in Würzburg, wo sie auch ihre Promotion abschloss. Nach sehr vielseitigen Aufgaben während der medizinischen praktischen Ausbildung (PJ) u.a. in der Inneren Medizin und Chirurgie ist sie nun als Fachärztin für Radiologie tätig.

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Die Grippe (Influenza) ist eine schwere Atemwegserkrankung, die durch Viren hervorgerufen wird. Besonders in den Wintermonaten erkranken viele Menschen daran - Grippe ist sehr ansteckend! Oft wird allerdings eine einfache Erkältung als Grippe verkannt, obwohl die Unterschiede sehr gross sind. Lesen Sie hier, welche Symptome für eine Grippe typisch sind, wie sie sich behandeln lassen und wie Sie sich schützen können!

Grippekranke Frau

Kurzübersicht

  • Symptome: plötzlich einsetzendes Fieber mit Schüttelfrost, Muskel- und Gelenkschmerzen, Reizhusten, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, manchmal Magen-Darm-Beschwerden (v.a. bei Säuglingen und Kleinkindern), Müdigkeit, starkes Krankheitsgefühl
  • Ansteckung: über feinste Tröpfchen in der Atemluft sowie Berührung von kontaminierten Gegenständen und Flächen
  • Erreger: meist Influenza-A-Viren, seltener andere Infuenza-Viren
  • Vorbeugung: Impfung (für Risikogruppen), Kontakt mit Infizierten meiden, regelmässiges Händewaschen
  • Behandlung: symptomatisch mit Schmerz- und Fiebermedikamenten (wie Ibuprofen, Paracetamol), Bettruhe, Flüssigkeitszufuhr, Hausmitteln; ggf. virushemmende Medikamente
  • mögliche Komplikationen: z.B. Lungenentzündung (Pneumonie), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Mittelohrentzündung (Otitis media), Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Hirnhautentzündung (Meningitis)

Grippe: Symptome

Wer mit Husten, Schnupfen und Fieber im Bett liegt, fragt sich häufig, ob ihn eine Grippe oder eine Erkältung (grippaler Infekt) plagt. Das wichtigste Unterscheidungskriterium: Während es einem bei einer Erkältung langsam schlechter geht, überfällt einen die Grippe schlagartig.

Grippe oder Erkältung? Die wichtigsten Unterschiede

Grippe

"Erkältung" (grippaler Infekt)

plötzliches Fieber von mindestens 38,5°C bis 40°C

langsam ansteigendes oder gar kein Fieber

Fieber meist länger als drei Tage anhaltend

Fieber häufig nur kurzzeitig

schweres Krankheitsgefühl

leichtes bis mittelschweres Krankheitsgefühl

häufig Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

keine Magen-Darm-Probleme oder leichte Übelkeit

danach häufig anhaltende Leistungsschwäche

danach schnell wieder leistungsfähig


Typische Grippe-Symptome

Die häufigsten Grippeanzeichen sind hohes Fieber, Schüttelfrost und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Oft tritt bei Erkrankten auch ein trockener Reizhusten auf. Hier finden Sie alle möglichen Grippesymptome im Überblick:

  • hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit
  • trockener Reizhusten
  • seltener Husten mit zähem, teils blutigem Auswurf
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Rachenentzündung
  • Bindehautentzündung
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Sensibilität gegenüber hellem Licht (Photophobie)
  • aufgedunsenes Gesicht
  • Glieder- und Muskelschmerzen

Grippe: Besondere Verläufe

Influenza-Viren verursachen aber nicht bei jedem Menschen typische Symptome. Sie können sich zwar schnell verbreiten und vermehren, lösen aber oftmals nur geringe Beschwerden aus. Betroffene vermuten dann beispielsweise nur einen heftigen grippalen Infekt, interpretieren Grippe-Kopfschmerzen als Migräne und krankheitsbedingte Abgeschlagenheit als berufsbedingte Erschöpfung.

Bei Kindern wird Grippe oft von einer Mittelohrentzündung mit Ohrenschmerzen begleitet. Kleinkinder können einen sogenannten Pseudokrupp entwickeln: Durch eine Entzündung des Kehlkopfes unterhalb der Stimmritze entsteht ein bellender Husten.

Nach einer ausgeheilten Grippe fühlen sich viele Menschen noch längere Zeit schwach und müde, leiden unter Kreislaufproblemen und Kopfschmerzen. Auch wenn sich ein Grippe-Erkrankter nicht ausreichend geschont hat, kann die Krankheit länger verlaufen. Husten und Abgeschlagenheit können dann beispielsweise über Wochen anhalten. In diesem Fall spricht man von einer "verschleppten Grippe".

Grippe: Schwerer Verlauf & Komplikationen

Manchmal nimmt eine Grippe einen schweren Verlauf. Anfällig dafür sind vor allem ältere Menschen sowie Menschen mit Grunderkrankungen wie chronischen Herz- und Lungenerkrankungen, Diabetes, Immundefekten / Immunschwäche sowie neurologischen Erkrankungen. Auch bei starkem Übergewicht (Adipositas) und in der Schwangerschaft ist das Risiko, dass eine Grippe schwer verläuft, erhöht.

Zu den möglichen Komplikationen bei schwerer Grippe zählt eine durch die Grippeviren verursachte Lungenentzündung (Influenza-Pneumonie). Zudem kann sich eine bestehende Herz-Lungen-Erkrankung infolge einer Grippe verschlechtern.

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass der Körper anfälliger für weitere Krankheitserreger ist, wenn das Immunsystem durch die Grippevireninfektion auf Hochtouren läuft. Es kann sich dann beispielsweise eine bakterielle Infektion hinzugesellen. Eine solche zusätzliche Infektion wird Superinfektion genannt. Erste Anzeichen dafür sind ein erneuter Fieberanstieg und Schwäche oder ein sich wieder verschlimmernder Husten.

Die folgenden Komplikationen können durch eine bakterielle Superinfektion entstehen (meist drei bis zehn Tage nach Beginn der Grippe-Symptome):

Entzündungen der Atemwege

Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entsteht oft als bakterielle Superinfektion bei Grippe.

Menschen mit Asthma oder COPD erkranken während einer Grippe nicht selten auch an einer durch Bakterien hervorgerufenen Lungenentzündung (Pneumonie). Diese ist sogar häufiger als die oben genannten Influenza-Pneumonie, die durch die Influenza-Viren selbst ausgelöst wird. Die bakterielle Pneumonie ist eine lebensbedrohliche Komplikation und die häufigste Ursache für einen tödlichen Grippe-Verlauf.

Mittelohrentzündung

Insbesondere Kinder bekommen oft zusätzlich zur Grippe eine bakterielle Mittelohrentzündung. Anzeichen dafür sind plötzlich auftretende, heftige Ohrenschmerzen. Oft berichten die Betroffenen auch von einem Klopfen oder Pochen im Ohr sowie von Hörstörungen oder Schwindel.

Herzentzündung

Eine Grippe kann auch das Herz in Mitleidenschaft ziehen. Es kann sich der Herzmuskel entzünden (Myokarditis) - eine gefährliche Komplikation, die sich aber oft nur durch wenige Symptome bemerkbar macht. Gelegentlich treten Fieber, Brustschmerzen und spürbare Herzrhythmusstörungen auf. Wenn Menschen, die unwissentlich an einer Myokarditis erkrankt sind, sich zu sehr anstrengen, haben sie ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod!

Im Verlauf einer Grippe ist auch eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) möglich. Sie verläuft meist weniger dramatisch als eine Myokarditis und heilt nach einiger Zeit von selbst aus.

Sowohl bei Peri- als auch bei Myokarditis sind ein Krankenhausaufenthalt und Bettruhe nötig, um das Risiko weiterer Komplikationen zu verringern.

Hirnhautentzündung

In seltenen Fällen kann sich bei einer Grippe eine Hirnhautentzündung (Meningitis) entwickeln. Neben Fieber treten dann meist heftige Kopf- und Nackenschmerzen sowie eine "Nackensteife" auf. Kommt zu diesen Symptomen noch Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder ein Krampfanfall hinzu, haben sich höchstwahrscheinlich nicht nur die Hirnhäute, sondern auch das Gehirn entzündet (Enzephalitis). Der Fachbegriff für die kombinierte Entzündung lautet Meningoenzephalitis.

Grippe: Schutz vor Ansteckung

Wenn ein Grippe-Patient niest oder hustet, fliegen die Viren - in feine Sekrettröpchen eingeschlossen - durch die Luft. Atmet ein anderer Mensch die Tröpfchen ein, kann er ebenfalls an Grippe erkranken (Tröpfcheninfektion).

Eine Ansteckung ist auch möglich, wenn man mit Influenza-Viren kontaminierte Oberflächen berührt (z.B. Türklinken, PC-Tastaturen, Haltestangen im Bus) oder einem Grippe-Patienten die Hand gibt und sich anschliessend ins Gesicht fasst. Mediziner sprechen dann von Kontakt- oder Schmierinfektion.

Ihr Ansteckungsrisiko können Sie verringern, indem Sie unter anderem

  • regelmässig Ihre Hände waschen
  • nicht mit den Händen das Gesicht und insbesondere die Augen berühren
  • auf Händeschütteln verzichten
  • grosse Menschenmassen meiden
  • die Zimmerluft feucht halten (trockene Heizungsluft entzieht den Atemwegen Feuchtigkeit und macht es den Erregern leichter, dort einzudringen)

Wie bei jeder Infektionskrankheit sind besonders Menschen gefährdet, die häufiger mit dem Erreger in Kontakt kommen. Daher besteht für Personen, die in medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Arztpraxen, Alten- oder Pflegeheimen arbeiten, ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Aber auch in Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten können sich die Grippe-Viren schneller ausbreiten.

Grippe vorbeugen: Impfung

Vor einer Grippe-Infektion können Sie sich am besten durch eine Impfung schützen. Besonders ratsam ist das, wenn Sie ein schwaches Immunsystem haben.

Der günstigste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung ist im Herbst - vor Beginn der Grippesaison in der kalten Jahreszeit. Weil sich die Grippeviren sehr schnell verändern, muss die Impfung jedoch jedes Jahr wiederholt werden, um wirksam zu sein. Jüngere Studien zeigen, dass eine jährlich wiederholte Impfung den Schutz vor Grippe noch weiter verbessern kann.

Was es bei der Impfung zu beachten gilt, wem zu konkret empfohlen wird und weitere wichtige Informationen zum Thema lesen Sie im Beitrag Grippeimpfung

Grippe: Behandlung

Die Grippe lässt sich nur eingeschränkt ursächlich behandeln. Jedoch kann man die Symptome mit verschiedenen Mitteln erheblich lindern.

Grippe-Behandlung: Medikamente

Gegen Influenza-Viren gibt es spezielle Medikamente, die das Protein Neuraminidase blockieren. Diese sogenannten Neuraminidase-Hemmer (Virustatika) verhindern, dass sich die Grippe-Viren weiter vermehren. Dadurch verläuft die Erkrankung meist sehr viel milder und kürzer.

Allerdings wirken Neuraminidase-Hemmer nur in den ersten beiden Tagen (48 Stunden) nach Symptombeginn. Ausserdem sind sie nicht gegen alle Influenza-Viren wirksam und haben einige Nebenwirkungen.

So wirken Neuraminidase-Hemmer
Wirkung Neuramidase
Grippe-Viren sind von dem Enzym Neuraminidase ummantelt, das ihnen ermöglicht, sich nach der Vermehrung von der infizierten Zelle abzulösen. Die Medikamentengruppe der Neuraminidase-Hemmer verhindert die Ablösung, sodass die neu entstandenen Viren an der Zellmembran haften bleiben und sich nicht weiter im Körper ausbreiten können.

Nimmt die Grippe einen komplizierten Verlauf, verursachen oft Bakterien zusätzlich zu den Influenza-Viren Krankheitssymptome. Eine solche bakterielle Superinfektion lässt sich mit Antibiotika behandeln. Diese töten die Bakterien ab, wirken jedoch nicht gegen die Grippe-Viren.

Linderung der Symptome

Verschiedene Medikamente können die Grippe-Symptome dämpfen und die Krankheit damit erträglicher machen. Gegen Schmerzen (wie Kopfschmerzen) und hohes Fieber helfen fiebersenkende Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol.

Kinder sollten bei Grippe keine Acetylsalicylsäure einnehmen! Der Wirkstoff kann bei Minderjährigen im Zusammenhang mit bestimmten Virusinfektionen das potenziell lebensbedrohliche Reye-Syndrom auslösen.

Zudem können bei entsprechenden Symptomen Hustensäfte oder abschwellende Nasentropfen sinnvoll sein.

Grippe-Behandlung: Hausmittel

Wadenwickel, Inhalieren, Gurgeln: Hausmittel werden oft begleitend zu einer medikamentösen Therapie eingesetzt, um Grippe-Symptome zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen.

Welche Hausmittel bei einer Grippe in Frage kommen, lesen Sie im Beitrag Hausmittel gegen Erkältung und Grippe.

Grippe: Krankheitsverlauf und Prognose

Durchschnittlich ein bis zwei Tage, nachdem man sich mit dem Influenza-Virus infiziert hat, treten die ersten Beschwerden auf (Inkubationszeit).

Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit variiert: Im Schnitt beträgt sie vier bis fünf Tage nach Auftreten der ersten Symptome. Vor allem Menschen unter Immunsupression sowie schwer Erkrankte können aber auch noch länger ansteckungsfähig sein.

Ausserdem kann ein Infizierter schon vor dem Auftreten der ersten Symptome vermehrungsfähige Grippeviren ausscheiden und damit eine Ansteckungsgefahr für andere Menschen darstellen.

Die Grippe kann einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen: Neben symptomlosen Infektionen reicht die Palette über leichte Krankheitsverläufe bis hin zum oben beschriebenen typischen Bild der Grippe mit akutem, hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Teils treten auch Komplikationen auf, die in seltenen Fällen sogar tödlich enden.

Die Krankheitsdauer beträgt normalerweise etwa fünf bis sieben Tage an. Manche Patienten hält die Influenza aber auch länger im Bett - je nach individueller Konstitution, bestehenden Risikofaktoren und eventuellen Komplikationen. Nach Abklingen der akuten, fieberhaften Krankheitsphase können Symptom wie Husten oder Schwächegefühl noch länger anhalten.

Weil das Grippe-Virus durch veränderte Genabschnitte ständig neue Subtypen entwickelt, kann man mehrmals im Leben an der Grippe erkranken. Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten, die man nur einmal bekommt, weil das Immunsystem dann wirksame Schutzmechanismen gegen den Erreger entwickelt hat, wird man also gegen Grippe nicht dauerhaft immun.

Wie verläuft eine Sommergrippe?

Ebenfalls meist mild ist der Verlauf der sogenannten Sommergrippe, die eigentlich gar keine "echte Grippe" ist. Denn sie wird nicht durch Influenza-Viren ausgelöst, sondern durch Enteroviren. Wie der Name schon sagt, tritt sie meist im Sommer auf und verläuft ähnlich wie eine Erkältungskrankheit.

Wie man eine Sommergrippe von einer Grippe unterscheidet und wie ihre Behandlung aussieht, erfahren Sie im Beitrag Sommergrippe.

Grippe: Untersuchungen und Diagnose

Wer den Verdacht hat, sich mit dem Grippe-Virus infiziert zu haben, sollte zum Arzt gehen. Insbesondere Menschen mit einem erhöhten Risiko wie Ältere und chronisch Kranke sollten bereits bei den ersten Anzeichen einer Grippe ihren Hausarzt aufsuchen.

In vielen Fällen kann der Arzt schon anhand der Krankengeschichte (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung feststellen, ob ein Patient tatsächlich eine Grippe (Influenza) oder aber nur einen grippalen Infekt (Erkältung) hat. Besonders während einer Grippewelle oder -Epidemie reichen die typischen Symptome meist aus, die Diagnose Influenza zu stellen.

Gewissheit gibt aber nur der Nachweis der Grippeviren in einer Patientenprobe (z.B. Rachenabstrich).

Influenza-Virus-Nachweis

Einen wichtigen Hinweis, ob es sich tatsächlich um Grippe-Viren handelt, gibt der Influenza-Schnelltest. Für diesen Test entnimmt der Arzt aus dem Nasen- oder Rachenraum etwas Sekret mit einem Wattestäbchen und bringt es auf einen Teststreifen auf. Kommt es zu einer Verfärbung, ist eine Influenza-Infektion sehr wahrscheinlich.

Manchmal muss das Probenmaterial aber weiter in ein Labor geschickt werden, wo man durch eine Genanalyse das Virus hundertprozentig identifizieren kann. Damit lässt sich eine Grippe-Erkrankung sicherer nachweisen als mit einem Grippe-Schnelltest.

Meldepflicht

Für Deutschland gilt: Wenn in einer Patientenprobe im Labor Influenzaviren direkt nachgewiesen werden und ein Hinweis auf eine akute Infektion besteht, muss dies namentlich an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Das Gleiche gilt, wenn ein Grippe-Schnelltest in einer Arztpraxis positiv ausfällt.

In der Schweiz müssen medizinische Labore positive Grippe-Befunde (z.B. mittels Nachweis der Viren selbst oder Nachweis ihres Erbguts oder spezifischer Antikörper) an die zuständige Behörde melden. Ausgenommen von der Meldepflicht sind positive Antigen-Schnelltests.

In Österreich besteht keine Anzeigenpflicht für die saisonale Grippe.

Grippe: Das Influenza-Virus

Die Grippe wird durch Viren hervorgerufen, die man wissenschaftlich als Influenza-Viren bezeichnet. Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Grippeviren-Gattungen: A, B und C.

Nur Influenza A-Viren können den Menschen wirklich gefährlich werden. Sie sind für die schweren Grippe-Epidemien verantwortlich, die von Zeit zu Zeit viele Erkrankungs- und auch Todesfälle mit sich bringen. Influenza B-Viren rufen dagegen meist mildere Krankheitsverläufe hervor, und Influenza C-Viren treten nur sehr sporadisch auftreten.

Die Influenza A-Viren sind sehr wandlungsfähig und werden in eine verschiedene Untergruppen eingeteilt. Diese Subtypen erhalten ihre Bezeichnung nach den Proteinen auf ihrer Oberfläche, mit deren Hilfe sie in die Wirtszellen eindringen beziehungsweise sich aus dieser wieder befreien können: Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N). Bekannte Grippevirus-Subtypen sind etwa H1N1 und H3N2.

Tritt die Grippe zeitlich und örtlich gehäuft auf, sprechen Experten von einer Epidemie. Überschreitet die Erkrankungswelle Länder oder sogar Kontinente, handelt es sich um eine Pandemie. Beispielsweise war die "Spanische Grippe" im Jahr 1918 eine solche Pandemie. Sie forderte weltweit schätzungsweise 20 bis 50 Millionen Tote.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Beate Eigler
Autor:
Dr. med. R. Schwarz
Dr. med.  R. Schwarz

Dr. Schwarz studierte Medizin in Würzburg, wo sie auch ihre Promotion abschloss. Nach sehr vielseitigen Aufgaben während der medizinischen praktischen Ausbildung (PJ) u.a. in der Inneren Medizin und Chirurgie ist sie nun als Fachärztin für Radiologie tätig.

ICD-Codes:
J10J11
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Bundesärztekammer: "Influenza-Pandemie", unter: www.bundesaerztekammer.de (Abruf: 16.11.2022)
  • Gonçalvesa, A.R. & Kaiser, L.: "Was steckt hinter der Grippe?", in: Swiss Med Forum 2019;19(1112): 181-186; DOI 10.4414/smf.2019.08066
  • Herold, G. et al.: Innere Medizin, Eigenverlag, 2021
  • Keller, C. & Menche, N.: PFLEGEN Gesundheits- und Krankheitslehre, Elsevier Health Sciences, 2. Auflage, 2021
  • Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES): "Grippe - Influenza" (Stand: 10.11.2022), unter: www.ages.at (Abruf: 16.11.2022)
  • Robert Koch-Institut: "Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Grippe" (Stand: 12.10.2022), unter: www.rki.de
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber "Influenza (Teil 1): Erkrankungen durch saisonale Influenzaviren" (Stand: 19.01.2018), unter: www.rki.de (Abruf: 16.11.2022)
  • Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Gesundheit: Meldepflichtige übertragbare Krankheiten und Erreger - Leitfaden zur Meldepflicht 2020", unter: www.bag.admin.ch
  • Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Gesundheit: Merkblatt "Das Wichtigste zur saisonalen Grippe (Influenza)" (Stand: 01.09.2022), unter: www.bag.admin.ch
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