Ohrenschmerzen

Von Dr. Varinka Voigt, Psychologin
und , Wissenschaftsjournalistin
Aktualisiert am
Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

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Ohrenschmerzen können viele Ursachen haben. Meist werden sie durch eine Entzündung ausgelöst. Es können aber auch andere Ursachen dahinter stecken, etwa eine Trommelfellverletzung oder ein Verschluss des Gehörgangs. Besonders anfällig für Ohrenschmerzen sind (kleine) Kinder. Erfahren Sie hier, was Schmerzen im Ohr verursachen kann, wie sie sich schulmedizinisch und mit Hausmitteln behandeln lassen und wie man Ohrenschmerzen vorbeugen kann!

Ohrenschmerzen

Kurzübersicht

  • Was sind Ohrenschmerzen? Schmerzen im Aussen-, Mittel- oder Innenohr. Sie können durchgehend anhalten oder anfallsartig auftreten und sich unterschiedlich anfühlen (stechend, klopfend, dumpf etc.). Manchmal werden sie beim Kauen stärker.
  • Mögliche Begleitsymptome: Druckgefühl oder Juckreiz im Ohr, Ohrgeräusche, Hörprobleme, Schwindel, Fieber etc.
  • Ursachen: Entzündungen und Infektionen, Gehörgangsverschluss, Verletzungen, Kiefer- oder Zahnprobleme, Tumore
  • Wann zum Arzt?: Bei schlimmer werdenden, starken Schmerzen, Fieber, Verdacht auf Mittelohrentzündung oder Fremdkörper im Ohr
  • Behandlung: Abhängig von Ursache und Schweregrad. Zur Verfügung stehen abschwellende Nasentropfen oder -sprays, Schmerzmittel, Antibiotika und Antimykotika. Evtl. ist eine Operation nötig. Fremdkörper im Ohr werden vom Arzt vorsichtig entfernt (etwa mit einer feinen Zange).
  • Hausmittel: Zwiebelwickel, Senfwickel, kalte Kompresse, Ohrendampf, Ölwickel, Infrarotlicht etc.

Ohrenschmerzen: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Die Ohren sind besonders sensible Organe, in denen sich viele Nervenenden befinden. Schon kleine Störungen können deshalb Ohrendruck oder Ohrenschmerzen auslösen. Die Beschwerden können im Aussen-, Mittel- oder Innenohr lokalisiert sein, durchgehend anhalten oder anfallsartig auftreten.

Dabei können sich die Schmerzen unterschiedlich anfühlen, zum Beispiel stechend, klopfend oder dumpf. Manchmal werden sie von weiteren Beschwerden begleitet (unangenehmer Ohrendruck, Schwindel, Hörprobleme etc.).

Sehr oft sind Entzündungen und Infektionen der Grund für Ohrenschmerzen. Weitere mögliche Ursachen sind zum Beispiel ein Verschluss des Gehörgangs sowie Verletzungen.

Hier können Ohrenschmerzen entstehen
Ohrenschmerzen Lokalisation
Ohrenschmerzen entstehen besonders oft im Gehörhang (äusseres Ohr) oder im Mittelohr. Bakterielle Entzündungen sind die häufigsten Ursachen.

Entzündungen und Infekte

Entzündungen sind sehr oft die Ursache von Ohrenschmerzen. Sie sind meist die Folge einer Infektion, etwa mit Bakterien oder Viren. Im Bereich der Ohrmuschel und des äusseren Gehörgangs kommen auch Allergien oder ein Sonnenbrand als Auslöser in Frage.

Folgende Entzündungen und Infekte sind häufige Ursachen von Ohrenschmerzen:

  • akute oder chronische Mittelohrentzündung (Otitis media): Sie kann besonders starke Ohrenschmerzen verursachen.
  • Entzündungen im Bereich des äusseren Gehörgangs wie Gehörgangsentzündung, Ohr- und Gehörgangsfurunkel, Wundrose (Erysipel) oder Gürtelrose (Herpes Zoster)
  • Entzündung des Warzenfortsatzes (Mastoiditis): Der Warzenfortsatz ist ein stark lufthaltiger Knochenfortsatz am Schläfenbein, direkt hinter dem Gehörgang.
  • Zahnentzündungen
  • Mandelentzündung (Tonsillitis)
  • Ohrspeicheldrüsenentzündung (z. B. bei Mumps oder Masern)

Bei einer Infektion werden die Ohrenschmerzen oft von Fieber begleitet.

Verschluss des Gehörgangs

Auch wenn der Gehörgang verstopft, kann das Ohrenschmerzen verursachen und das Hörvermögen vermindern. Ein Verschluss kann entstehen durch:

  • einen Pfropf aus Ohrenschmalz (Cerumen)
  • Fremdkörper (z.B. eine Murmel, die sich ein Kind beim Spielen ins Ohr gesteckt hat)

Verletzungen

Äussere Ohrenschmerzen entstehen oft aufgrund von Schnitten, Prellungen und Schürfwunden. Wenn nach einem heftigeren Unfall Schmerzen im Ohr auftreten, kann eventuell auch ein Knochenbruch im Schädelbereich dahinterstecken.

Eine Trommelfellverletzung (Trommelfellperforation) ist ebenfalls eine mögliche Ursache. Die Gewebeverletzung kann sich mit einem kurzen, stechenden Schmerz im Mittelohr äusseren. Das Trommelfell kann zum Beispiel reissen, wenn ein spitzer Gegenstand in den Gehörgang eindringt oder man die Ohren unsachgemäss mit Wattestäbchen reinigt.

Auch Druckwellen beziehungsweise Druckschwankungen können einen Trommelfellriss zur Folge haben. Ein solches Barotrauma kann beispielsweise beim Tauchen oder auf Flugreisen auftreten.

Auch knallartiger Lärm, eine Explosion sowie ein Schlag aufs Ohr können das Trommelfell zum Reissen bringen. In jedem Fall kann die Verletzung recht schmerzhaft sein und mit Schwindel, Ohrgeräuschen (Tinnitus) und Hörverlust einhergehen.

Weitere Ursachen für Ohrenschmerzen

Das Ohr liegt nah am Kiefer. Deshalb können auch Probleme am Kiefergelenk (z. B. Kiefergelenksarthrose) oder Zahnprobleme die Ohren schmerzen lassen. Manchmal machen sich Tumoren an der Ohrmuschel, im äusseren Gehörgang oder im Mittelohr mit Schmerzen bemerkbar.

Besonders bei älteren Menschen kann ausserdem Ohrherpes (Herpes zoster oticus) Ohrenschmerzen auslösen: Hierbei rufen die Herpesviren Bläschen und Schmerzen im Bereich der Ohrmuschel und/oder im äusseren Gehörgang hervor.

Ohrenschmerzen: Behandlung

Wenn nach einem Spaziergang bei kaltem Wetter, einem Besuch im Schwimmbad oder einer Flugreise leichte Schmerzen oder ein unangenehmer Druck im Ohr auftreten, ist das in der Regel kein Grund zur Sorge. Die Beschwerden klingen meist schnell von allein wieder ab. Mit Hausmitteln wie dem Zwiebelsäckchen können Sie etwas nachhelfen.

Gehen Sie aber zum Arzt, wenn die Ohrenschmerzen länger anhalten und/oder von weiteren Symptomen begleitet werden, zum Beispiel von Fieber, Hörproblemen, Schwindel oder dem Austritt von Blut oder anderen Sekreten aus dem Gehörgang. Auch Schmerzen im Ohr, die durch einen Fremdkörper ausgelöst werden oder nach einem Unfall (wie einem Sturz auf den Kopf) auftreten, müssen ärztlich abgeklärt werden!

Was macht der Arzt?

Die Behandlung von Ohrenschmerzen durch den Arzt richtet sich nach Lage und Ursache der Beschwerden. Beispielsweise kann der Arzt bei einer Gehörgangsentzündung je nach dem auslösenden Erreger

  • Antibiotika (gegen Bakterien)
  • Antimykotika (gegen Pilze) verschreiben.

Unter Umständen verordnet der Arzt auch bei einer Mittelohrentzündung Antibiotika.

Die Medikamente werden meist lokal angewendet, etwa in Salben- oder Tropfenform. In schweren Fällen kann es auch nötig sein, die Medikamente systemisch anzuwenden, also beispielsweise in Form von Tabletten oder Infusionen.

Nasentropfen oder -sprays

Bei einer Mittelohrentzündung verschreibt der Arzt üblicherweise abschwellende Nasentropfen oder -sprays. Sie wirken auch in der Ohrtrompete, dem Verbindungskanal zwischen Mittelohr und Rachen. So wird das Mittelohr wieder gut belüftet. Ausserdem kann so Sekret, das sich entzündungsbedingt im Mittelohr bildet, wieder besser abfliessen.

Alkoholhaltige Streifen

Gehen die Ohrenschmerzen von einem Furunkel im äusseren Gehörgang aus, werden meist alkoholhaltige Streifen in den Gehörgang eingelegt. Zusätzlich erhält der Patient Schmerzmittel und - in schweren Fällen - manchmal auch Antibiotika.

Pfropf und Fremdkörper entfernen

Werden die Ohrenschmerzen durch einen Pfropf aus Ohrenschmalz oder Fremdkörper im Gehörgang verursacht, wird der Arzt diesen vorsichtig entfernen. Dabei hilft ihm etwa ein kleiner Sauger oder ein anderes medizinisches Instrument.

Operation

Verletzungen des Trommelfells heilen meist von allein. In manchen Fällen ist aber eine Operation nötig. Beispielsweise heilt eine Verletzung im Randbereich des Trommelfells meist nicht so gut. Zur Unterstützung kann der Arzt das verletzte Trommelfell mit Papier oder Silikon schienen. Unter Umständen muss auch ein künstliches Trommelfell eingesetzt werden.

Ohrenschmerzen: Hausmittel

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen gibt es einige. Sie sollten jedoch nur dann zum Einsatz kommen, wenn eine ernste Ursache für die Beschwerden ausgeschlossen ist.

Neben Zwiebel können auch Knoblauch, bestimmte Heilpflanzen, Wärme oder eine in die Nase getropfte Kochsalzlösung Ohrenschmerzen lindern.

Wie Sie Hausmittel gegen Ohrenschmerzen am besten anwenden und welche auch für Kinder geeignet sind, lesen Sie in unserem Beitrag Ohrenschmerzen: Hausmittel.

Hausmittel haben Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Ohrenschmerzen bei Baby und Kleinkind

Babys und kleine Kinder haben besonders oft Ohrenschmerzen. In den ersten drei Lebensjahren erkranken die meisten Kinder mindestens einmal an einer Mittelohrentzündung. Das Problem: Von aussen lassen sich Ohrenschmerzen mit blossem Auge meist nicht feststellen – und sehr kleine Kinder können nicht genau mitteilen, wo es weh tut. Deshalb müssen Eltern auf verräterische Signale achten:

Greift sich das Kind oft ans Ohr, ist es unruhig und leicht reizbar? Dann könnte es von Ohrenschmerzen geplagt sein. Auf eine Mittelohrentzündung können Fieber, Schüttelfrost und Durchfall, Erbrechen und Nahrungsverweigerung hindeuten. Bei einem Trommelfellriss läuft oft ein eitrig-blutiges Sekret aus dem Ohr. Ausserdem sollten Eltern bei (vermuteten) Ohrenschmerzen ihres Kindes einen Blick in den Gehörgang werfen. Vielleicht steckt ein Fremdkörper darin, den sich das Kind beim Spielen hineingesteckt hat.

Ursachen für Ohrenschmerzen bei Baby und Kleinkind

Oft ist eine Erkältung oder eine Grippe Schuld an Ohrenschmerzen. Solche akuten Atemwegsinfektionen werden nämlich oft von einer Mittelohrentzündung begleitet - ebenso wie etwa eine Masern-Infektion: Die Keime können aus dem Rachenraum über die Ohrtrompete ins Mittelohr gelangen und dort eine schmerzhafte Entzündung hervorrufen.

Bei Kindern ist die Ohrtrompete zudem noch so eng, dass sie komplett verschlossen werden kann, wenn die Schleimhaut anschwillt. Eiter und Entzündungsflüssigkeit können dann nicht mehr aus dem Mittelohr abfliessen - es entsteht ein Druck, der starke Ohrenschmerzen auslösen kann.

Bei Mumps, einer häufigen Kinderkrankheit, entzündet sich die Ohrspeicheldrüse und schwillt an. Die Betroffenen haben starke Schmerzen im Ohrenbereich.

Ohrenschmerzen bei Kindern behandeln

Ohrenschmerzen bei Kindern beruhen sehr oft auf einer Mittelohrentzündung, und diese sollte immer ärztlich untersucht und behandelt werden. Je nach Bedarf verordnet der Arzt dann zum Beispiel abschwellende Nasentropfen, Schmerzmittel (wie Paracetamol), schleimlösende Mittel und eventuell Antibiotika. Die Eltern können die behandlung unterstützen, indem sie zum Beispiel ihrem Kind einen Zwiebelwickel machen. Er lindert die Schmerzen im Ohr.

Wenn Kinder im Flugzeug über Ohrenschmerzen klagen, hat sich meist die Ohrtrompete verschlossen. Oft lässt sie sich wieder öffnen, indem man Nase und Mund zuhält und gegen den Widerstand ausatmet. Hilfreich ist es auch, Kaugummi zu kauen, zu gähnen oder viel zu trinken (in kleinen Schlucken).

Ohrenschmerzen: Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Mediziner auf, wenn

  • die Ohrenschmerzen schlimmer werden
  • Sie Fieber haben, sich schwindelig fühlen oder der Kopf schmerzt
  • die Schmerzen sehr stark sind
  • Sie vermuten, dass Ihr Kind einen Fremdkörper im Ohr hat
  • der Verdacht einer Mittelohrentzündung besteht
  • die Ohrenschmerzen trotz Hausmittel nicht besser werden

Ohrenschmerzen: Untersuchungen und Diagnose

Der Arzt wird sich zuerst mit Ihnen unterhalten, um die Krankengeschichte zu erheben (Anamnese). Dabei erkundigt er sich nach:

  • Dauer, Stärke und Verlauf der Beschwerden
  • Art der Ohrenschmerzen (z.B. stechend, dumpf)
  • vorangegangenen oder aktuellen Infekten
  • bereits erfolgten Behandlungen (inkl. Anwendung von Hausmitteln)
  • eventuellen Grunderkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Hauterkrankungen, HIV) oder kürzlichen Unfällen

Informieren Sie Ihren Arzt auch über eventuelle Schwimmbadbesuche und Tauchurlaube - sie könnten etwas mit Ihren Ohrenschmerzen zu tun haben.

Das Anamnese-Gespräch kann dem Arzt schon erste Hinweise auf die Ursache der Ohrenschmerzen geben. Für eine sichere Diagnose folgen je nach Bedarf verschiedene Untersuchungen:

Der Arzt wirft einen Blick in den Mund und Rachen und tastet die Lymphknoten am Hals ab. Ausserdem führt er eine Ohrspiegelung (Otoskopie) durch: Dabei nimmt der Arzt mithilfe einer kleinen, beleuchteten Lupenoptik den äusseren Gehörgang und das Trommelfell genauer in Augenschein. Falls etwa eine Mittelohrentzündung die Schmerzen verursacht, ist das Trommelfell gerötet oder durch Flüssigkeit im Mittelohr vorgewölbt. Ein Fremdkörper oder ein Pfropf aus Ohrenschmalz lässt sich bei einer Otoskopie ebenfalls erkennen.

Mittels Tubenfunktionsprüfung lässt sich testen, ob die Eustachische Röhre (Ohrtrompete) durchgängig ist. Dieser Verbindungskanal sorgt für den Druckausgleich zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum. Die Prüfung kann zum Beispiel mittels Valsalva-Versuch (Valsalva-Manöver) erfolgen. Dabei bittet der Arzt den Patienten, bei geschlossenem Mund und zugehaltener Nase kräftig auszuatmen. Oft öffnet sich dabei eine vorher "zugefallene" Ohrtrompete wieder.

In manchen Fällen sind zur Abklärung von Ohrenschmerzen bildgebende Verfahren nötig. Vermutet der Arzt die Schmerzursache zum Beispiel in Problemen im Kiefergelenk oder in Veränderungen am knöchernen Gehörgang oder im Warzenfortsatz, kann er eine Röntgenuntersuchung oder Computertomografie (CT) anordnen.

Auch Hörtests werden oft durchgeführt. Sie können helfen, die Ursache der Beschwerden einzugrenzen, da die unterschiedlichen Störungen in der Schallleitung oder der Schallverarbeitung oft typische Resonanz- und Frequenzmuster aufweisen.

Blutuntersuchungen sowie die Analyse von Sekret aus dem Gehörgang können zeigen, ob die Ohrenschmerzen auf einer Entzündung beziehungsweise Infektion beruhen.

Ergeben diese Untersuchungen keine zufriedenstellende Diagnose, kann die Überweisung an einen anderen Facharzt (zum Beispiel einen Zahnarzt) helfen, den Schmerzen im Ohr auf den Grund zu gehen.

Ohrenschmerzen: Tipps zum Vorbeugen

Vorbeugend lässt sich einiges gegen Ohrenschmerzen tun. Trinken Sie zum Beispiel ausreichend. Das hilft dem Körper Sekret zu bilden und Keime von den Schleimhäuten zu spülen. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag sollten es normalerweise bei einem Erwachsenen sein.

Meiden Sie Zugluft - besonders, wenn Sie empfindlich sind - und schützen Sie die Ohren gegebenenfalls mit einer Mütze. Eine solche empfiehlt sich auch bei kaltem Wetter.

Wenn Sie Schnupfen haben, sollte das Sekret gut ablaufen können. Gegebenenfalls helfen in solchen Fällen abschwellende Nasentropfen. Aber bitte nur über einen begrenzten Zeitraum anwenden! Sonst kann die Nasenschleimhaut geschädigt werden.

Beim Schwimmen können spezielle Stöpsel oder Ohrentropfen helfen, das Wasser aus den Ohren zu halten oder zu bekommen. Denn Wasser im Ohr kann schmerzhaft sein und zudem zu einer Mittelohrentzündung führen.

Wer mit Ohrenstöpseln schläft, sollte sie regelmässig wechseln, damit sich darauf keine Keime vermehren und ins Ohr gelangen können.

Treten auf einer Flugreise druckbedingt Ohrenschmerzen auf, kann es helfen, wenn man bewusst schluckt, den Kiefer bewegt, Kaugummi kaut oder Nase und Mund verschliesst und ausatmet.

Häufige Fragen zu Ohrenschmerzen

Was hilft gegen Ohrenschmerzen?

Die Behandlung von Ohrenschmerzen hängt von der Ursache ab. Bei einer Mittelohrentzündung helfen Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen. Auch Wärme kann die Beschwerden lindern. Eine Infektion durch Bakterien behandeln Ärzte manchmal mit Antibiotika. Ist der Druck im Ohr erhöht, helfen oft abschwellende Nasensprays oder spezielle Ohrentropfen. Halten die Ohrenschmerzen an oder sind sie sehr stark, sollten Sie immer einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Was kann man schnell gegen Ohrenschmerzen machen?

Ohrenschmerzen lassen sich schnell mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol lindern. Wärme, zum Beispiel durch ein warmes Tuch, kann ebenfalls gegen die Schmerzen helfen.

Was tun bei Ohrenschmerzen bei Kindern?

Hat Ihr Kind Ohrenschmerzen, sprechen Sie am besten mit einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin. In der Zwischenzeit können Sie Ihrem Kind Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen geben. Wichtig: Lesen Sie zuvor die Packungsbeilage und achten Sie auf die richtige Dosierung. Achten Sie ausserdem darauf, dass Ihr Kind genug trinkt und seine Nase frei bleibt.

Welche Hausmittel helfen bei Ohrenschmerzen?

Ein warmes Tuch oder eine Wärmflasche fördern die Durchblutung und lindern so die Ohrenschmerzen. Ein beliebtes Hausmittel ist warmes Olivenöl, das man sich ins Ohr träufelt. Doch Vorsicht: Ist das Trommelfell beschädigt, kann das Olivenöl mehr schaden als nutzen. Bei unklaren Ohrenschmerzen ist es daher nicht ratsam. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn die Ohrenschmerzen andauern oder zunehmen.

Was bedeuten einseitige Ohrenschmerzen?

Ohrenschmerzen in nur einem Ohr können verschiedene Ursachen haben. Womöglich ist das Ohr entzündet oder verletzt. Manchmal lösen auch Zahninfektionen, Kieferprobleme oder entzündete Nasennebenhöhlen einseitige Ohrenschmerzen aus.

Was ist der Grund für Ohrenschmerzen?

Ohrenschmerzen entstehen häufig, wenn sich das Aussen- oder das Mittelohr entzünden. Meist steckt eine Infektion mit Viren oder Bakterien dahinter. Fremdkörper, Verletzungen oder Druckveränderungen im Ohr können ebenfalls schmerzen. Auch bei Problemen mit den Nebenhöhlen oder dem Kiefer tun womöglich die Ohren weh.

Kann man mit Ohrenschmerzen fliegen?

Ja, man kann mit Ohrenschmerzen fliegen, ratsam ist es aber nicht. Der Druckwechsel beim Fliegen könnte die Schmerzen verstärken. Diese Gefahr besteht vor allem bei einer Mittelohrentzündung oder einem Katarrh der Ohrtrompete. Sprechen Sie daher vor dem Flug mit einem Arzt oder einer Ärztin.

Wann sollte man mit Ohrenschmerzen zum Arzt?

Gehen Sie zum Arzt, wenn die Ohrenschmerzen länger als ein paar Tage anhalten oder sehr stark sind. Gleiches gilt, wenn weitere Beschwerden wie Fieber, Schwindel oder Hörverlust hinzukommen. Tritt eitrige oder blutige Flüssigkeit aus dem Ohr aus, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Bei Kleinkindern und Babys mit Anzeichen von Ohrenschmerzen, wenden Sie sich am besten umgehend an eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autoren:
Dr.  Varinka Voigt
Carola Felchner
Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Quellen:
  • Bachmann, S. & Längler, A.: Hausmittel in der modernen Medizin, Urban und Fischer, München 2005
  • Behrbohm, H. et al.: Kurzlehrbuch Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Georg Thieme Verlag, 2009
  • Hoek, T. & Suda, D.: Sichere Hausmittel für mein Kind, 2. Auflage, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 2002
  • Michalk, D. & Schönau, E. (Hrsg.): Differenzialdiagnose Pädiatrie, Elsevier, 5. Auflage, 2021
  • Nase, J. & Nase, B.: Kinderkrankheiten, Gräfe und Unzer Verlag, 2013
  • Pschyrembel Online, Klinisches Wörterbuch: www.pschyrembel.de (Abruf: 03.12.2021)
  • S2k-Leitlinie "Ohrenschmerzen" der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V. (Stand: 2014)
  • Sonn, A. et al.: Pflegepraxis - Wickel und Auflagen, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2014
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