Hausmittel gegen Erkältung und Grippe

Von , Medizinredakteurin und Biologin
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Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Hausmittel gegen Erkältung und Grippe gibt es zuhauf. So lindern etwa Kräutertees, Wickel und Inhalationen die Symptome. Je nach Anwendung wirken sie gegen Schnupfen, Husten, Fieber oder Gliederschmerzen. Auch Zwiebeln und Hühnerbrühe sind beliebte Grippe- und Erkältungs-Hausmittel. Lesen Sie hier mehr über einfache Mittel und Massnahmen, mit denen Sie eine Erkältung schnell loswerden beziehungsweise Erkältungs- und Grippe-Beschwerden lindern können!

Heiße Zitrone mit Ingwer

Erkältung und Grippe sind zwar verschiedene Erkrankungen, doch die Symptome sind sehr ähnlich. Deshalb helfen viele Hausmittel gegen Erkältung auch bei einer echten Grippe (Influenza).

Heilpflanzen-Tees

Bei Erkältung und Grippe ist es ratsam, ausreichend zu trinken (mindestens zwei Liter am Tag). Am besten geeignet sind warme Getränke wie Kräutertees. Das tut gereizten, schmerzenden Schleimhäuten gut und verflüssigt das Sekret in Bronchien und Nase.

Tee bei Erkältung

Welcher Tee bei Erkältung die beste Wahl ist, hängt davon ab, welche Symptome Sie lindern wollen.

  • Spitzwegerich, Eibisch und Malve helfen bei Halsschmerzen, Rachenentzündung und trockenem Reizhusten. Sie enthalten Schleimstoffe, die sich auf die gereizte Schleimhaut legen. Das wirkt reiz- und schmerzlindernd.
  • Königskerze wirkt ebenfalls reizlindernd bei Husten.
  • Süssholzwurzel, Primel oder Schlüsselblume helfen gegen verschleimte Atemwege und Husten mit Auswurf.
  • Holunder- und Lindenblüten fördern die Schleimproduktion in den Bronchien.
  • Ingwer kann bei Erkältung Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern.
  • Kamille wirkt entzündungshemmend und stimuliert gleichzeitig das Immunsystem.
  • Ginseng hemmt die Grippeviren und kann den Krankheitsverlauf verkürzen.

Tee bei Grippeübelkeit

Eine Grippe wird häufig von Übelkeit begleitet. Tees mit diesen Heilpflanzen beruhigen den Magen:

  • Ingwer
  • Kümmel
  • Pfefferminze
  • Melisse
  • Anis

Inhalieren bei Erkältung und Grippe

Inhalieren ist ein bewährtes Hausmittel gegen Husten und Schnupfen. Das reinigt die Schleimhäute der oberen Atemwege und regt deren Durchblutung an. So werden Sie hartnäckigen Schleim in Nase und Bronchien leichter los und können wieder durchatmen. In der einfachsten Variante verwenden Sie fürs Inhalieren heisses Wasser ohne Zusätze:

  • Topf oder Schüssel mit dem heissen Wasser auf den Tisch stellen, den Kopf darüber beugen.
  • Ein Handtuch so über Kopf und Schüssel legen, dass die aufsteigenden Dämpfe nicht entweichen können.
  • Für 10 bis 15 Minuten inhalieren. Dazu den aufsteigenden Wasserdampf mit tiefen Atemzügen über Nase und Mund in den Atemtrakt einströmen lassen.
  • Am Schluss Gesicht abtrocknen und Zugluft meiden.

Wenn Sie zusätzlich Kochsalz in das heisse Wasser geben, wirkt die Inhalation zusätzlich desinfizierend.

Alternativ können Sie mit Heilkräutern inhalieren. Bei Erkältung eignet sich beispielsweise die Zugabe von Thymian oder Kamille. Sie können die Heilkraft verschiedener Kräuter auch miteinander kombinieren.

Mehr über die Anwendung lesen Sie im Beitrag Inhalieren.

Bei entzündlichen Hauterkrankungen, Augenleiden, sehr niedrigem Blutdruck oder anderen Kreislaufstörungen sollten Sie auf Inhalationen verzichten!

Wadenwickel gegen hohes Fieber

Eine Grippe geht meist mit plötzlich einsetzendem, hohem Fieber einher. Mit der erhöhten Körpertemperatur wehrt sich der Organismus gegen die Influenza-Viren. Auch im Verlauf einer Erkältung kann Fieber auftreten. Bestimmte Abwehrmechanismen laufen dann schneller ab. Deshalb sollte man nur hohes oder länger anhaltendes Fieber senken.

Ein gutes und altbewährtes Hausmittel gegen dieses Grippe-Symptom sind Wadenwickel. An den befeuchteten Waden entsteht Verdunstungskälte, die den gesamten Körper kühlt. Das Fieber sinkt.

Mehr zur richtigen Anwendung lesen Sie im Beitrag Wadenwickel.

Wadenwickel darf man nicht anwenden, wenn der Patient Schüttelfrost hat oder friert. Bei Kreislaufbeschwerden sowie neurologischen Erkrankungen (Sensibilitätsstörungen) sollte man zuerst Rücksprache mit dem Arzt halten, bevor man Wadenwickel macht.

Gurgeln und Wickel lindern Halsschmerzen

Viele Grippekranke sowie erkältete Menschen leiden unter Halsschmerzen oder einer unangenehmen Rachenentzündung. Auch in diesem Fall können Hausmittel helfen.

Gurgeln mit Tee

Abgesehen vom Tee trinken hilft noch etwas gegen Halsschmerzen: den Tee gurgeln. Bei schmerzhafter Hals- oder Rachenentzündung sollten Sie mehrmals täglich mit einem frisch zubereiteten Tee aus Spitzwegerich, Salbei, Eibisch, Malve, Kamille oder Ringelblume gurgeln.

Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Gurgeln.

Halswickel

Auch Halswickel sind bei Halsschmerzen ein gutes Hausmittel. Sie können warm oder kalt angewendet werden. Verschiedene Zusätze wie Quark oder Zitrone können die wohltuende Wirkung des Halswickels verstärken.

Mehr über die verschiedenen Formen und deren Anwendung lesen Sie im Beitrag Halswickel.

Erkältungsbad gegen Gliederschmerzen

Warmes Baden bei Erkältung kann auf mehrfache Weise gut tun: Wenn leichte Gliederschmerzen und allgemeines Unwohlsein den Betroffenen plagen, kann allein schon die Wärme des Badewassers wohltuend und entspannend wirken.

Ein warmes Bad kann auch im Anfangsstadium einer Grippe helfen. Doch Vorsicht: Bei Fieber belastet ein warmes Bad den Kreislauf zusätzlich. Dann sollten Sie darauf verzichten.

Gibt man noch Kräuterzusätze ins Wasser, verstärkt und ergänzt das die heilsame Wirkung. So können Heilpflanzen zum Beispiel desinfizierend, entzündungshemmend und/oder abschwellend auf die Nasenschleimhäute wirken.

Temperatur langsam steigern

Die Badetemperatur sollte anfangs bei 35 bis 36 Grad Celsius liegen. Wenn Sie es vertragen und mögen, können Sie die Temperatur dann langsam auf 38 bis 40 Grad erhöhen. Lassen Sie dazu heisses Wasser zulaufen. Bei Kindern sollte das Badewasser generell nur 36 bis 37 Grad warm sein.

Die empfohlene Badedauer beträgt für Erwachsene 10 bis 20 Minuten und für Kinder maximal 10 bis 15 Minuten. Wem unwohl wird, der sollte sofort aus der Wanne heraus! Nach dem Bad sollte man mindestens 30 Minuten lang warm zugedeckt im Bett nachruhen.

Zusätze im Erkältungsbad

In Apotheken oder Drogerien erhalten Sie fertige Erkältungsbäder. Viele dieser Produkte enthalten beispielsweise Thymian-, Eukalyptus- und/oder Latschenkiefernöl. Wer sich sein Erkältungsbad selber zusammenstellen will, kann ebenfalls zu ätherischen Ölen greifen oder aber einen Aufguss aus Heilkräutern verwenden.

Grundmischung Erkältungsbad

Für ein heisses Bad bei Erkältung oder Grippe mit Schnupfen und Kopfschmerzen eignet sich bei Erwachsenen eine ätherische Öl-Mischung aus zehn Tropfen Zypresse sowie je fünf Tropfen Pfefferminze, Niaouli und Kardamom.

Von dieser Grundmischung zehn Tropfen in einen Becher Milch geben und ins Badewasser schütten. Die Milch dient als Emulgator: Sie sorgt dafür, dass sich die ätherischen Öle gut im Wasser verteilen. Andere geeignete Emulgatoren sind Sahne, Molke, Kleie, Honig und Meersalz.

Mehr Hausmittel gegen Kopfschmerzen finden Sie im Beitrag Kopfschmerzen.

Erkältungsbad mit Fichte

Für ein Erkältungsbad können Sie auch die Heilkraft der Fichte nutzen. Diese besitzt schleim- und durchblutungsfördernde sowie leicht entzündungshemmende Eigenschaften. Sie können für ein Vollbad zum Beispiel einen Aufguss aus Fichtentrieben herstellen:

Dazu 200 bis 300 Gramm Fichtentriebe mit einem Liter heissem Wasser übergiessen, fünf Minuten ziehen lassen. Dann die Triebe abseihen und den Aufguss ins Vollbad geben.

Erkältungsbad: Baby & ältere Kinder

Bei einem fertigen Erkältungsbad für Kinder erfahren Sie in der Packungsbeilage, ab welchem Alter es angewendet werden kann. Das hängt vor allem von den enthaltenen ätherischen Ölen ab.

So sind zum Beispiel Bäder mit Menthol und Campher (umgangssprachlich: Kampfer), die in vielen Badezusätzen stecken, erst für ältere Kinder unbedenklich - bei Babys und kleinen Kindern können sie Verkrampfungen der Atemwege und Atemnot auslösen.

Wenn Sie ätherische Öle für ein selbstgemachtes Erkältungsbad bei Kindern verwenden möchten, sollten Sie zuerst einen Fachmann (z.B. Arzt, Heilpraktiker, Aromatherapeut) um Rat fragen. Das gilt besonders bei einem Erkältungsbad für Babys und Kleinkinder.

Wann ein Erkältungsbad nicht ratsam ist

Wann ist ein Erkältungsbad nicht geeignet? Ist Baden bei Fieber gefährlich? Ist ein Erkältungsbad in der Schwangerschaft erlaubt? Gibt es sonstige Situationen, in denen von einem Erkältungsbad abgeraten wird? Hier finden Sie die Antworten auf diese Fragen:

Erkältungsbad bei hohem Fieber

Ein Erkältungsbad bei hohem Fieber ist keine gute Idee. Das heisse Wasser belastet den Kreislauf zusätzlich und kann so mehr schaden als nützen. Deshalb ist baden bei einer echten Grippe mit schwerem Krankheitsgefühl nicht ratsam.

Auch bei folgenden Erkrankungen sollten Sie auf ein Erkältungsbad verzichten beziehungsweise die Anwendung vorher mit Ihrem Arzt absprechen:

Allergiker, die auf bestimmte Heilpflanzen oder ätherische Öle überempfindlich oder allergisch reagieren, müssen diese natürlich ebenfalls meiden.

Erkältungsbad in der Schwangerschaft

Ein Erkältungsbad in der Schwangerschaft ist zwar prinzipiell möglich. Allerdings wird von manchen ätherischen Ölen als Badezusatz in der Schwangerschaft dringend abgeraten! Fragen Sie deshalb zuerst Ihre Hebamme, den Arzt oder Apotheker, welche ätherischen Öle Sie in welcher Dosierung dem Badewasser zugeben dürfen. Bei einem fertigen Erkältungsbad steht in der Packungsbeilage, ob es sich auch für Schwangere eignet.

Ausserdem sollte es keine Anzeichen für einen vorzeitigen Blasensprung oder Wehen geben, wenn werdende Mütter ein heisses Bad nehmen. In der Schwangerschaft kann warmes Wasser vorzeitige ebenso wie echte Wehen nämlich verstärken. Falsche Wehen (mehrmaliges Verhärten des Bauchs im letzten Schwangerschaftsdrittel) dagegen lassen beim heissen Baden eher nach.

Zwiebel gegen Erkältung und Grippe

Die normale Küchenzwiebel enthält verschiedene keim- und entzündungshemmende Wirkstoffe (wie Alliin). Das macht sie zu einem guten Hausmittel bei Erkältung.

Zwiebelsäckchen

Was hilft gegen Erkältungen mit Ohrenschmerzen? Ein warmes Zwiebelsäckchen, ist eine mögliche Antwort darauf. Aufgelegt auf das schmerzende Ohr kann es Entzündungsprozessen im Ohr (Gehörgangsentzündung, Mittelohrentzündung) entgegenwirken und Schmerzen lindern.

Wie Sie die Zwiebelkompresse herstellen und anwenden, lesen Sie im Beitrag Zwiebelsäckchen.

Eine Gehörgangs- oder Mittelohrentzündung sollte immer ärztlich behandelt werden. Hausmittel wie Zwiebelsäckchen sind hier nur zur Unterstützung der Therapie gedacht.

Zwiebel-Sirup

Ein Hausmittel gegen Erkältung und Grippe mit Husten ist Zwiebel-Sirup. Er wirkt antibakteriell und schleimlösend und erleichtert so das Abhusten.

So bereiten Sie Zwiebel-Sirup zu: 1 grosse oder 2 kleine Zwiebeln schälen, in kleine Würfel schneiden und zusammen mit 2 Esslöffeln Zucker in ein sauberes Schraubglas geben. Verschliessen, schütteln und zwei Stunden stehen lassen. Es bildet sich in dieser Zeit ein Art Saft (Sirup). Von diesem können Erwachsene dreimal täglich zwei Teelöffel und Kinder drei- bis sechsmal täglich einen halben Teelöffel einnehmen.

Alternativ 1 Zwiebel klein schneiden, mit 1 Tasse Wasser aufkochen und anschliessend abkühlen lassen. Dann 2 Esslöffel Honig hinzugeben und nach einer halben Stunde die Zwiebel abgiessen. Von diesem Sirup kann man dreimal täglich einen Esslöffel einnehmen.

Für Kinder unter einem Jahr ist Honig tabu! Bei nicht sachgerechter Lagerung können sich im Honig nämlich Bakterien ansammeln, die für Kinder lebensgefährlich werden können.

Ernährung bei Erkältung und Grippe

Ausgewogen und abwechslungsreich essen - bei Erkältung ist das ebenso wichtig wie wie in gesunden Zeiten. Besonders empfehlenswert sind pflanzliche Lebensmittel: Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst pro Tag sollten es laut Deutscher, Österreichischer und Schweizerischer Gesellschaft für Ernährung sein. Sie liefern wertvolle Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe.

Vitamine und Mineralstoffe: Karotten, Brokkoli, Äpfel & Co., aber auch Kartoffeln und Getreide liefern jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. Diese braucht unser Immunsystem, um effizient arbeiten und Infektionen wie eine Erkältung bekämpfen zu können.

Ballaststoffe: In pflanzlichen Lebensmitteln stecken reichlich Ballaststoffe, die eine gesunde Verdauung unterstützen. Das ist wichtig, denn geht es dem Darm schlecht, schwächelt auch das Immunsystem.

Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Lauch und Schnittlauch liefern sogenannte Sulfide. Diese Verbindungen können unter anderem das Wachstum von Krankheitserregern (Viren, Bakterien, Pilzen) hemmen.

Flavonoide: Den gleichen Effekt haben Flavonoide. Sie finden sich als gelbe, violette und blaue Farbstoffe in Lebensmitteln wie Äpfeln, Trauben, Beeren, Grünkohl sowie schwarzem und grünem Tee.

Hühnersuppe hilft gegen Erkältung und Grippe

Was tun bei Erkältung, wenn man keinen rechten Appetit hat? Die altbewährte Hühnerbrühe kann Studien zufolge tatsächlich helfen, eine verstopfte Nase zu befreien und Erkältungssymptome zu lindern. Für die Wirksamkeit von Hühnersuppe als Hausmittel gegen Erkältung gibt es mehrere Gründe:

Wärme und Flüssigkeit: Die Suppe liefert viel Flüssigkeit und wärmt. Das tut gut, wenn Sie sich krank fühlen und mit einer Schnupfennase und Halsschmerzen kämpfen.

Inhalation: Wenn Sie Ihr Gesicht über den aufsteigenden Dampf der heissen Brühe halten, wirkt das gewissermassen wie eine Inhalation. Der Dampf hilft, die Atemwege zu öffnen, und hat einen leicht entzündungshemmenden Effekt.

Salz fördert den Appetit: Eine kräftig gewürzte Suppe ist vorteilhaft, wenn man erkältungsbedingt wenig schmeckt und zudem wenig Appetit hat.

Rundumversorgung: Hühnerfleisch versorgt den Körper mit Eiweiss, Vitaminen und Mineralstoffen, die das Immunsystem unterstützen. Zudem ist Hühnchen eine gute Quelle für Tryptophan. Diesen Eiweissbaustein (Aminosäure) braucht unser Körper, um den Nervenbotenstoff Serotonin herzustellen. Das „Wohlfühlhormon“ ist besonders willkommen, wenn krankheitsbedingt die Stimmung und das Wohlbefinden im Keller sind.

Vitamine und mehr: Frisches Gemüse wie Karotten, Zwiebeln, Sellerie & Co. in der Hühnersuppe liefern bei Erkältung und Grippe wertvolle Vitamine und Mineralstoffe sowie Antioxidantien. Das sind Stoffe, die „freie Radikale“ unschädlich machen - zellschädigende Sauerstoffverbindungen, wie sie bei normalen Stoffwechselprozessen und durch Umwelteinflusse (wie UV-Strahlung) im Körper entstehen.

Nudeln als Energielieferanten: Suppennudeln in der Hühnersuppe sind bekömmliche Kohlenhydrat-Lieferanten. Kohlenhydrate sättigen, ohne zu beschweren, und liefern dem Körper leicht umsetzbare Energie.

Bereiten Sie die Hühnerbrühe am besten selbst aus einem Bio-Huhn und frischem Gemüse zu.

Äpfel, Karotten und Banane gegen Grippe mit Durchfall

Häufig tritt im Verlauf einer Grippe Durchfall auf. Pektinhaltige Lebensmittel sind dann ein gut geeignetes Hausmittel. Pektin ist ein natürliches Quellmittel und bindet im Darm freie Flüssigkeit. Das trägt dazu bei, den Stuhl zu verfestigen. Bananen oder geriebene Äpfel sind besonders bekömmlich. Ebenso verträglich ist eine Möhrensuppe.

Mehr zu geeigneten Hausmitteln bei Durchfall lesen Sie im Beitrag Durchfall.

Rotlicht gegen Erkältung

Bei Erkältung und anderen Atemwegsinfekten empfehlen viele Experten eine Bestrahlung mit Infrarotlicht. Die lokale Wärmebehandlung kann unter anderem Schmerzen lindern und die Durchblutung fördern. Das nutzt man beispielsweise zur Behandlung lokaler Infektionen wie Nasennebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung.

Mit der therapeutischen Anwendung von Rotlicht sollte man sich aber auskennen, weil sie auch Gefahren birgt. Wichtig ist etwa:

Schutzbrille: Infrarotstrahlen können die Augen schädigen, selbst bei geschlossenen Lidern. Setzen Sie daher eine passende Schutzbrille auf.

Abstand und Intensität: Der Abstand und die Intensität der Bestrahlung müssen so gewählt werden, dass keine Brandwunden auf der Haut entstehen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, welcher Abstand und welche Strahlungsintensität bei der zu behandelnden Körperpartie (z.B. Ohr, Nasennebenhöhlen, Bronchien) ideal ist.

Behandlungsdauer: Die Dauer der Bestrahlung richtet sich unter anderem nach dem Alter des Patienten (bei Kindern wird oft eine kürzere Behandlungsdauer empfohlen). Am besten ist, Sie fragen Ihren Arzt, wie lange und wie oft Sie bei sich oder Ihrem Kind die Rotlichtlampe anwenden können.

In bestimmten Fällen wird von Wärmebehandlung wie einer Rotlichttherapie abgeraten. Dazu zählen etwa akute, fieberhafte Erkrankungen, akute Herzerkrankungen, schwere Herzschwäche, Hitzeunverträglichkeit und Sensibilitätsstörungen (z.B. infolge von Diabetes mellitus).

Zink bei Erkältung

Schnelle Hilfe bei Erkältung erhoffen sich viele Menschen von Zink. Der Körper benötigt das Spurenelement für ein optimal funktionierendes Immunsystem.

Wirksamkeit unklar

Wissenschaftler haben vor einiger Zeit 28 Studien zu dem Thema geprüft: In den teils sehr kleinen Studien ging es um die Wirksamkeit von Zink-Präparaten (Lutschtabletten, Nasenspray etc.) zur Vorbeugung und Behandlung von akuten viralen Atemwegsinfekten bei Erwachsenen.

Die Auswertung dieser Studien ergab keinen eindeutigen Beleg dafür, dass Zink bei Erkältung tatsächlich helfen kann:

Zwar fanden sich in einigen Studien tatsächlich Hinweise, dass Zink-Präparate den Symptomen vorbeugen und ihre Dauer verkürzen könnte. Es gab aber auch Studien, in denen sich nur ein bescheidener oder gar kein Effekt auf Erkältungssymptome nachweisen liess.

Unklar blieb auch, in welcher Form und Dosierung das Spurenelement am ehesten wirksam wäre. Auch der beste Anwendungszeitpunkt (z.B. innerhalb von 24 Studien nach Symptombeginn oder auch noch später) liess sich aus den Daten nicht ableiten.

Zumindest verursachte die Anwendung von Zink-Präparaten in den in den Studien verwendeten Dosierungen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Komplett ausschliessen lassen sich solche aber nicht - die Teilnehmerzahl der Studien war teils sehr klein, sodass seltene Nebenwirkungen möglicherweise unentdeckt blieben.

Vorsicht - zu viel Zink kann schaden!

Eine keine klare Empfehlung zur Einnahme von Zink bei Erkältung ist das nicht. Zudem sollte man die Dosierung der Präparate im Auge behalten. In hoher Dosierung kann Zink Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie eine Metallgeschmack im Mund hervorrufen.

Bei hoher Zink- und gleichzeitig niedriger Kupferzufuhr kann sich zudem eine Blutarmut (Anämie) entwickeln. Ausserdem können bei gleichzeitiger Einnahme von Zink mit bestimmten Medikamenten oder Lebensmitteln unerwünschte Wechselwirkungen auftreten.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat deshalb eine tolerierbare Tagesgesamtzufuhr festgelegt. Demnach sollten Erwachsene insgesamt pro Tag nicht mehr als 25 Milligramm Zink zu sich nehmen. Bei Kindern und Jugendlichen sind es noch weniger. Im Detail richtet sich hier die tolerierbare Gesamt-Zufuhrmenge nach dem Körpergewicht.

Für Zinkpräparate Rücksprache mit dem Hausarzt

Über die normale Ernährung erhält der Körper ohnehin in der Regel genug Zink, um den Tagesbedarf zu decken. Wer zusätzlich ein (hochdosiertes) Präparat mit Zink bei Erkältung einnehmen möchte, sollte zuerst Rücksprache mit dem Hausarzt halten.

Schwangere und stillende Frauen sollten jegliche Zink-Einnahme (unabhängig von der Dosierung) zuerst mit dem Arzt besprechen. Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 17. Lebensjahr wird grundsätzlich von der Einnahme von zinkhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln abgeraten.

Ringelblume gegen Bindehautentzündung

Manchmal entwickelt sich im Zuge einer Grippe eine Bindehautentzündung. Hier kann ein Tee aus Ringelblumen helfen:

Dazu ein bis zwei Gramm Ringelblumen-Blüten mit etwa 150 Milliliter heissem Wasser übergiessen. Zehn Minuten lang ziehen lassen, dann die Pflanzenteile abseihen.

Zwei saubere Kompressen mit dem leicht abgekühlten Aufguss tränken und auf die geschlossenen Augen legen. Wirken lassen, bis die Kompressen abgekühlt sind (etwa 15 Minuten).

Weitere Hausmittel finden Sie im Beitrag Bindehautentzündung.

Was nicht hilft

Manche angeblichen Hausmittel und Tipps gegen Erkältung und Grippe funktionieren leider nicht.

Vitamin C bei Erkältung

Bei einem sich anbahnenden Infekt soll eine Extraportion Vitamin C eine Erkältung abwenden können. Der wissenschaftliche Beweis dafür fehlt ab: Studien konnten nicht belegen, dass eine hohe Dosis Vitamin C (ab 200 mg/Tag) Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung vorbeugen oder gar heilen kann.

Die regelmässige Einnahme hoher Mengen Vitamin C kann zudem unerwünschte Folgen haben - etwa für die Nieren: Der Körper scheidet überschüssiges Vitamin C schnell über die Nieren aus. Das geschieht teilweise in Form von Oxalsäure, was die Nieren schädigen kann.

Sauna bei Erkältung

Ebenso wenig hilfreich ist Sauna bei Erkältung. Erkältungsviren lassen sich nicht einfach ausschwitzen. Mitunter sind die Erkältungssymptome hinterher sogar noch heftiger.

Ausserdem belasten die hohen Temperaturen das Herz-Kreislauf-System zusätzlich. Vor allem, wer Fieber hat und/oder sich sehr krank fühlt, hat in der Sauna nichts zu suchen.

Allerdings kann man mit regelmässigen Besuchen im "Schwitzkasten" sein Immunsystem stärken. So kann Saunieren also zumindest ein vorbeugendes Hausmittel gegen Erkältung sein.

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
J00J06J11
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
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  • Bossert, F.-P. et al.: Leitfaden Physikalische Therapie, Elsevier Health Sciences, 2021
  • Bühring, U. et al.: Heilpflanzen in der Kinderheilkunde, Haug Verlag, 2. Auflage, 2012
  • Bundesamt für Gesundheit, Schweizerische Eidgenossenschaft: "Botulismus - das Wichtigste in Kürze" (Stand: Juli 2019), unter: www.bag.admin.ch (Abruf: 15.11.2022)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): "Ausgewählte Fragen und Antworten zu Zink", unter: www.dge.de (Abruf: 15.11.2022)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: "Hilft Vitamin C gegen Erkältung?", in: DGE aktuell 11/2015, unter: www.dge.de
  • Grünwald, J. & Jänicke, C.: Grüne Apotheke, Gräfe und Unzer Verlag, 2004
  • Hoek, T. & Suda, D.: Sichere Hausmittel für mein Kind, 2. Auflage, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 2002
  • Holzgreve, B.: 300 Fragen zur Schwangerschaft, Gräfe und Unzer Verlag, 2012
  • Huber, R. & Michalsen, A.: Checkliste Komplementärmedizin, Haug Verlag, 2014
  • Hunter, J. et al.: "Zinc for the prevention or treatment of acute viral respiratory tract infections in adults: a rapid systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials", in: BMJ Open (2020), Volume 11, Issue 11; DOI: 10.1136/bmjopen-2020-047474
  • Immel-Sehr, A.: Beratung aktiv Selbstmedikation: Medizinisch-pharmazeutischer Leitfaden für die Kundenberatung in der Apotheke, Govi-Verlag, 23. Auflage, 2018
  • Kolster, B.C.: Massage, Springer-Verlag, 2013
  • Lüllmann, H. et al.: Pharmakologie und Toxikologie, Georg Thieme Verlag, 16. Auflage, 2006
  • Mayer, J.G. et al.: Handbuch der Klosterheilkunde, Zabert Sandmann Verlag, 10. Auflage, 2006
  • Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE): "Sekundäre Pflanzenstoffe", unter: www.oege.at (Abruf: 15.11.2022)
  • Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch Online: www.pschyrembel.de (Abruf: 15.11.2022)
  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung: Merkblatt "Ernährung des Säuglings im ersten Lebensjahr" (Stand: Dezember 2019), unter: www.sge-ssn.ch (Abruf: 15.11.2022)
  • Wabner, D. & Beier, C.: Aromatherapie: Grundlagen - Wirkprinzipien - Praxis, Elsevier/Urban & Fischer Verlag, 2. Auflage, 2012
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