Händewaschen

Von , Biologin
und , Medizinjournalistin
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Dr. Kathleen Küsel

Dr. rer. nat. Kathleen Küsel studierte Diplom-Biologie an der Universität Rostock. Ihre erste Fachpublikation als Wissenschaftlerin am Forschungszentrum Borstel behandelte Bakterien, die vor Asthma schützen. Schon damals wurde der Wunsch geboren, nach der Promotionsphase als Wissenschafts- und Medizinjournalistin viele Menschen mit gut verständlichen Texten zu medizinischen Themen zu begeistern.

Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

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Vor krankmachende Bakterien und Viren kann man sich durch richtiges Händewaschen schützen. Beim Anfassen von Türklinken, PC-Tastaturen, Haltestangen in Bus und Bahn, Geldscheinen oder anderen Menschen gelangen Keime auf unsere Hände - und weiter in den Körper, wenn wir uns etwa an Mund oder Nase fassen. Wie Sie die Hände richtig waschen, um sich vor solchen Erregern zu schützen, lesen Sie hier!

Richtig Hände waschen

Wie wäscht man sich die Hände richtig?

Gründliches Händewaschen ist vor allem nach dem potenziellen Kontakt mit Erregern wichtig. Also etwa nach dem Toilettengang, nach dem Niesen oder Husten in die Hand, nach dem Windelwechseln bei Ihrem Kind, nach dem Kontakt mit Tieren oder Kranken sowie nach dem Kontakt mit Abfällen oder rohem Fleisch.

Um sich und andere zu schützen, sollten Sie sich die Hände auch waschen, bevor Sie kochen. Auch bevor Sie Kosmetika oder Medikamente anwenden, Wunden behandeln oder allgemein mit Kranken umgehen, ist gründliches Händewaschen ratsam.

Händewaschen - Anleitung:

  1. Feuchten Sie Ihre Hände unter fliessendem Wasser an. Wählen Sie dafür eine Wassertemperatur, die Ihnen angenehm ist (die Temperatur beeinflusst nicht die Keimzahl).
  2. Nutzen Sie ausreichend Seife, am besten eine pH-neutrale Seife, denn die schont den Säureschutzmantel der Haut. Eine antibakterielle Seife muss es nicht sein - sie beeinflusst die Keimzahl nicht.
  3. Verteilen Sie die Seite gründlich. Schrubben Sie zuerst Handinnenflächen und Handrücken. Wenn Sie die Finger dabei ineinanderflechten, reinigen Sie auch gleich die Fingerzwischenräume. Fingerspitzen, Fingernägel und Daumen nicht vergessen.
  4. Lassen Sie sich Zeit für die gründliche Reinigung Ihrer Hände.
  5. Spülen Sie die Hände am Schluss unter fliessendem Wasser ab.
  6. Trocken Sie sich die Hände gründlich ab. Es sollte kein Bereich mehr feucht sein.

Wechseln Sie Handtücher im eigenen Haushalt regelmässig aus und waschen Sie diese bei 60 Grad.

Wenn Sie sich in öffentlichen Waschräumen die Hände waschen, sollten Sie - wenn Sie die Wahl haben - Flüssigseife statt Seifenstücke benutzen. Das ist nämlich hygienischer! Betätigen Sie den Wasserhahn am besten mit dem Ellbogen und benutzen Sie zum Abtrocknen Einmalhandtücher. So halten Sie Ihre frisch gereinigten Hände sauber.

Wie lange sollte man sich die Hände waschen?

Wer die Hände nur für wenige Sekunden unter den Wasserhahn hält und die Seife nicht richtig verteilt, schützt sich kaum vor Infektionen. Um die Anzahl der Keime auf den Händen wirklich zu reduzieren, sollten Sie 20 bis 30 Sekunden in das Händewaschen investieren. Das ist ungefähr so lang, wie es dauert, zwei Mal das ganze "Happy Birthday" zu singen. Bei sehr schmutzigen Händen darf es auch gern länger sein.

Wie funktioniert richtiges Händewaschen mit Kindern?

Richtiges Händewaschen will gelernt sein. Dabei gelten für Kinder die gleichen Regeln wie für Erwachsene. Doch wie bringt man die Kleinen dazu, sich die Hände richtig zu waschen?

Am besten spielerisch, empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). So lernen Kleinkinder zum Beispiel mithilfe von Ritualen und gemeinsam gesungenen Liedern, wann und wie lange sie die Hände waschen sollten.

Ältere Kinder können beispielsweise mithilfe eines einfachen Experiments lernen, wie wichtig die Seife beim Händewaschen ist. Dazu gibt man etwas schwarzen Pfeffer in eine mit Wasser gefüllte Glasschale. Dann lässt man die Kinder einen Finger eintauchen - einmal mit und einmal ohne Seife. Am eingeseiften Finger gleiten die "Keime" in Gestalt des Pfeffers ab, am nicht eingeseiften bleiben sie kleben.

Für Kindergärten und Schulen gibt es bunte Plakate, die den Kindern in wenigen Schritten, mit bunten Bildern und einfacher Sprache die Regeln des Händewaschens verdeutlichen. Diese kann man natürlich auch zuhause aufhängen. Erhältlich sind sie zum Beispiel kostenlos über die Webseite der BzgA. So wird das Händewaschen für Kinder bald zur Selbstverständlichkeit.

Hände desinfizieren?

Ärzte und Krankenschwestern müssen sich die Hände nicht nur waschen, sondern auch desinfizieren. Nur so lässt sich verhindern, dass lebensgefährliche Krankenhauskeime übertragen werden. Mittlerweile nutzen viele Menschen Desinfektionsmittel auch standardmässig zu Hause. Doch ist das wirklich nötig oder reicht es aus, richtig die Hände zu waschen?

Fest steht, dass Menschen, die sehr stark auf Handhygiene achten müssen (z.B. bei der Pflege kranker Angehöriger), ihre Hände besser desinfizieren. Denn das trocknet die Haut weniger aus als das Händewaschen.

Wann und wie Sie Ihre Hände richtig desinfizieren, erfahren Sie im Beitrag Händedesinfektion.

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autoren:
Dr. Kathleen Küsel
Dr.  Kathleen Küsel

Dr. rer. nat. Kathleen Küsel studierte Diplom-Biologie an der Universität Rostock. Ihre erste Fachpublikation als Wissenschaftlerin am Forschungszentrum Borstel behandelte Bakterien, die vor Asthma schützen. Schon damals wurde der Wunsch geboren, nach der Promotionsphase als Wissenschafts- und Medizinjournalistin viele Menschen mit gut verständlichen Texten zu medizinischen Themen zu begeistern.

Sabine Schrör
Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Quellen:
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Kinder spielerisch zum Händewaschen motivieren, Pressemitteilung vom 11.10.2021, unter: www.bzga.de (Abrufdatum: 15.11.2022)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): So geht gründliche Händehygiene, Presemitteilung vom 30.04.2019, unter: www.bzga.de (Abrufdatum: 15.11.2022)
  • Kim, S. A. et al.: Bactericidal effects of triclosan in soap both in vitro and in vivo, in: Journal of Antimicrobial Chemotherapy (2015), Volume 70, Issue 12, Pp. 3345-3352; DOI: 10.1093/jac/dkv275
  • Robert Koch Institut: Dichtung und Wahrheit – von Mythen, Irrtümern und Begleitumständen zur Händedesinfektion, in: Epidemiologisches Bulletin 19/2019, unter: www.rki.de
  • Robert Koch Institut (RKI): Die Händewaschung als effektive Maßnahme der Alltagshygiene, in: Epidemiologisches Bulletin 17/2021, unter: www.rki.de
  • Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Gesundheit: "Grippe-Pandemie: Hände waschen" (Stand: 22.04.2020), unter: www.bag.admin.ch (Abruf: 15.11.2022)
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