Matomo pixel

Herzinsuffizienz – Zahlen, Daten Fakten

Leben mit Herzinsuffizienz
Zahlen, Daten, Fakten. Wissenswertes über Herzinsuffizienz im Überblick. (Garsya / Shutterstock)

160.000 Menschen in Österreich leben mit der Diagnose Herzinsuffizienz. Viele wissen gar nichts von ihrer Herzschwäche.

Bei der Herzinsuffizienz handelt sich um eine Erkrankung des Herzmuskels. Immer liegt ihr eine andere Ursache – z.B. eine koronare Herzerkrankung – zugrunde.

Die Krankheit ist trotz ihrer schleichenden Entwicklung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn durch den Schaden am Herzmuskel kommt es auf Dauer zu Minderdurchblutung und Wassereinlagerungen.

+++ Lesen Sie mehr über Herzinsuffizienz +++

Ist die Erkrankung häufig?

160.000 Menschen leben mit der Diagnose Herzinsuffizienz. Das sind 1–2% der Österreicher. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen; der Österreichische Herzverband spricht sogar von 2–4%.

In den letzten 30 Jahren hat sich die Anzahl der Menschen mit der Diagnose Herzinsuffizienz verdreifacht. Grundlage für diese Daten sind die Entlassungsdiagnosen aus dem Krankenhaus. Zusätzlich zur demografischen Entwicklung – wir werden älter – ist die Aufmerksamkeit gestiegen, die der Erkrankung entgegengebracht wird.

Auch international nehmen die Diagnosen zu, während andere Herzkrankheiten, wie etwa Schlaganfall und Infarkte, zurückgedrängt werden konnten. In den westlichen Industrieländern hat sich die Herzinsuffizienz in den letzten Jahren zu einem ernsthaften Gesundheitsproblem für die Gesellschaft entwickelt.

+++ Mehr zum Thema: Leben mit Herzinsuffizienz +++

Ist Herzinsuffizienz tödlich?

Ja. Man kann an Herzinsuffizienz sterben. Aus einer Studie der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft geht hervor, dass im ersten Jahr nach der Diagnose etwa 10% der Patienten gestorben sind.

Ist Herzinsuffizienz behandelbar?

Ja, die Erkrankung ist gut behandelbar. Es stehen unter anderem verschiedene Medikamente und auch Herzschrittmacher als Behandlungsoptionen zur Verfügung. Problematisch ist jedoch, dass einerseits viele niedergelassene Ärzte die strengen Therapierichtlinien nicht konsequent verfolgen, andererseits auf Patientenseite die verschrieben Medikamente oft nicht regelmäßig eingenommen werden. Gleichwohl ist die gewissenhafte Medikamenteneinnahme entscheidend für den Therapieerfolg.

+++ Mehr zum Thema: Therapie bei Herzinsuffizienz +++

Ist die Herzinsuffizienz eine Erkrankung des Alters?

Man kann davon ausgehen, dass vor allem ältere Menschen von der Herzinsuffizienz betroffen sind, bei denen sich über längere Zeit Schäden am Herzmuskel gebildet haben. Allerdings zeigt eine Studie der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft auch auffällig junge Patienten auf. Im Durchschnitt ist der österreichische Herzinsuffizienz-Patient 62 Jahre alt. Nur jeder Fünfte ist über 75, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Was sind Risikofaktoren für Herzinsuffizienz?

Eine Herzerkrankung tritt selten isoliert auf. Das kardiovaskuläre System ist hochkomplex, deshalb sind auch viele Faktoren an der Entstehung einer Herzinsuffizienz beteiligt. Blutdruck, Blutzucker, hohes LDL-Cholesterin, Bewegungsmangel und Übergewicht begünstigen die Entstehung der Krankheit. Auch Menschen, die bereits längere Zeit unter nächtlichen Atemaussetzern (Schlafapnoe-Syndrom ) leiden, haben ein erhöhtes Risiko.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

Brauchen Patienten mit Herzinsuffizienz einen Schrittmacher?

Bei der Hälfte der Patienten ist eine medikamentöse Therapie ausreichend. Etwa die Hälfte der Patienten mit Herzinsuffizienz kann von einem Schrittmacher, einem implantierten Defibrillator oder einem Kombinationsgerät profitieren, schätzen Experten. Die Datenlage ist hier allerdings unsicher, da die Grundgesamtheit der Menschen mit Herzinsuffizienz nicht ausreichend erforscht ist.

Wer ist der Ansprechpartner?

Patienten, die eine Herzinsuffizienz vermuten oder abklären lassen wollen, sollten zuerst einen Allgemeinmediziner aufsuchen. Dieser überweist den Patienten dann an einen Facharzt oder an ein spezialisiertes Zentrum. Eine standardisierte Vorgehensweise als Leitlinie für niedergelassene Ärzte ist derzeit in Arbeit.

Gibt es einen Labortest? Wer führt ihn durch?

Mit dem NT-proBNP-Test steht ein Labortest zur Abklärung von Herzinsuffizienz zur Verfügung. Wird der Test von Fachärzten und Spezialambulanzen durchgeführt, wird er auch von der Krankenkasse bezahlt. Bei niedergelassenen Allgemeinmedizinern ist dies nicht immer der Fall und variiert je nach Bundesland. Fragen Sie Ihren Allgemeinmediziner oder die Informationsstelle Ihrer Krankenkasse nach dem NT-proBNP-Test und wer ihn in Ihrer Nähe abrechnen kann.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
,

Aktualisiert am:
Quellen

Presseinformation „Europäischer Tag der Herzschwäche: Experten für früheren Behandlungsbeginn und strukturierte Betreuungsprogramme“; www.hauptverband.at/portal27/portal/hvbportal/content/contentWindow?contentid=10008.619388&action=b&cacheability=PAGE&version=1431001256 (abgerufen 31.10.2017)

Interview Univ.-Doz. Dr. Gerhard Pölzl, 28. Jänner 2016

Mörtl D. (2015): Zurück zum Spaß-Sport: Lustvolle Bewegung kann vielen die Diagnose Herzinsuffizienz ersparen oder erleichtern; www.bkkommunikation.com/de/journalistenservice/aktuell/zurueck-zum-spass-sport-lustvolle-bewegung-kann-vielen-die-diagnose-herzinsuffizienz-ersparen-oder/ (abgerufen am 31.10.2017)

Weitere Artikel zum Thema

Die Symptome einer Herzschwäche sind davon abhängig, welcher Teil des Herzens betroffen ist und welche Ursache zugrundeliegt.

Die Herzinsuffizienz gehört zu den häufigsten Erkrankungen weltweit; allein in Europa sind mehr als 10 Millionen Menschen betroffen

mehr...
Newsletter-Anmeldung
×
Newsletter Anmeldung Hintergrund