Rückenschmerzen

Von , Medizinredakteurin und Biologin
Aktualisiert am
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Rückenschmerzen sind ein Volksleiden der modernen Zivilisation: Fast jeder Mensch leidet mindestens einmal im Leben unter Rückenschmerzen im oberen, mittleren oder unteren Rücken. In den allermeisten Fällen sind die Ursachen nicht bedrohlich. Vieles lässt sich selbst gegen Rückenschmerzen tun – von Wärmepackungen bis hin zu Übungen gegen Rückenschmerzen. Lesen Sie hier mehr zu Ursachen und zur Behandlung von Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen

Kurzübersicht

  • Beschreibung: Zivilisationskrankheit, fast jeder ist mindestens einmal im Leben vor allem von Rückenschmerzen im unteren Rücken betroffen, Frauen häufiger, Einteilung u. a. nach Lokalisation (oberer, mittlerer oder unterer Rücken), Dauer (akute, subakute und chronische Rückenschmerzen) und Ursache (spezifische und unspezifische Rückenschmerzen).
  • Ursachen: Meist ist die Ursache nicht bekannt (unspezifische Rückenschmerzen), vielfältige Ursachen möglich wie Muskelverspannungen, Wirbelblockade, ISG-Syndrom, Bandscheibenvorfall sowie Erkrankungen anderer Organe wie Nierenbeckenentzündung, Herzinfarkt, Prostata-Entzündung, Lungentumor etc.
  • Behandlung: Bei spezifischen Rückenschmerzen Behandlung der Ursache. Bei unspezifischen Rückenschmerzen u. a. richtiges Bücken und Heben, Bewegung und rückenfreundlicher Sport, Rückenschule, rückenfreundlicher Arbeitsplatz, Entspannungstechniken, Wärmebehandlung, Heilpflanzen, evtl. Medikamente sowie alternative Heilmethoden
  • Wann zum Arzt? Wenn Rückenschmerzen untypisch auftreten, anhalten und/oder zunehmen ist ein Arztbesuch ratsam.
  • Diagnose: Ausführliches Anamnese-Gespräch, körperliche Untersuchung, oft auch Blut- und Urintests bei Verdacht auf spezifische Erkrankungen; je nach Symptomatik und Patient weitere (neurologische, urologische oder gynäkologische) Tests, Elektroneurografie, Elektromyografie sowie bildgebende Verfahren wie z. B. Röntgen, CT, MRT

Was sind Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind ein vielfältiges Leiden und haben diverse Bezeichnungen wie sich Verheben, Kreuzschmerzen, Hexenschuss, steifer Rücken oder einfach "es im Rücken haben". Mal drückt es im Kreuz, mal zieht es im Nacken. Manchmal zieht der Rückenschmerz in den seitlichen Rücken, die Arme oder Beine. Die Beschwerden sind anhaltend oder treten nur zeitweise auf.

Mitunter sind Rückenschmerzen so stark, dass Bewegungen für Betroffene kaum noch möglich sind. Zudem treten Rückenschmerzen fast in jedem Alter auf und treffen junge wie alte Menschen. Sie zählen zu den häufigsten Schmerzproblemen überhaupt. Im Allgemeinen vergehen Rückenschmerzen aber auch wieder. Wichtig für die Genesung und Vorbeugung sind körperliche Aktivität und eine gesunde Lebensführung.

Rückenschmerzen sind eine Zivilisationskrankheit, fast jeder Mensch ist mindestens einmal im Leben vor allem von unteren Rückenschmerzen betroffen. Meist auch nicht nur einmal. Frauen sind in allen Altersgruppen zudem häufiger von Rückenschmerzen betroffen als Männer – ein Phänomen, das sich auch bei anderen Schmerzarten zeigt.

Rückenschmerzen teilen Ärzte nach unterschiedlichen Faktoren ein, wie unter anderem:

  • Lokalisation: Wo treten die Rückenschmerzen auf (oberer, mittlerer oder unterer Rücken)?
  • Dauer: Wie lange halten die Rückenschmerzen an? Akut: Bis zu vier Wochen. Subakut: Zwischen fünf und maximal zwölf Wochen. Chronisch: Länger als drei Monate. Rezidivierend: Wiederkehrend innerhalb von sechs Monaten.
  • Ursache: Ist eine eindeutige Ursache nachweisbar (spezifische Rückenschmerzen) oder nicht nachweisbar (unspezifische/nicht-spezifische Rückenschmerzen)?

Chronische Rückenschmerzen sind in der Regel mehr als nur Schmerzen im Rücken. Oft treten zusätzliche Erkrankungen (Komorbiditäten) auf. Dazu zählen beispielsweise verschleissbedingte (degenerative) und entzündliche Gelenk-Erkrankungen, Osteoporose, Schlaganfall, Herzschwäche, Schmerzmittel-Missbrauch, starkes Übergewicht oder chronische Bronchitis. Ärzte berücksichtigen solche Komorbiditäten bei der Diagnosestellung.

Welche Ursachen haben Rückenschmerzen?

Für die überwiegende Mehrheit aller Fälle von Rückenschmerzen sind keine spezifischen Ursachen aufzufinden. Spezifische Rückenschmerzen haben eine eindeutig feststellbare Ursache. Abhängig von der Ursache treten Rückenschmerzen mitunter an unterschiedlichen Stellen auf, auch wenn sie nicht immer auf Erkrankungen der Wirbelsäule zurückzuführen sind.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über wichtige Ursachen von spezifischen Rückenschmerzen, eingeteilt nach Lokalisation der Beschwerden:

Rückenschmerzen – oberer Rücken

Rückenschmerzen im oberen Rücken sind Schmerzen, die oben an der Wirbelsäule (Nackenregion) auftreten. Sie strahlen oftmals in Schultern, Arme und/oder Hinterkopf aus. Auslöser für Nackenschmerzen sind unter anderem:

Muskelverspannungen

Sehr oft sind Muskelverspannungen die Ursache von Rückenschmerzen im oberen, aber auch im Rücken generell. Bei Fehlhaltungen (auch durch psychische Faktoren wie Anspannung ausgelöst), einseitigen Belastungen und mangelnder Bewegung kommt es zu einer ungleichmässigen Belastung der Muskeln – manche Muskeln überfordert das, andere unterfordert es.

In der Folge verkürzen oder verhärten sich Muskeln, dadurch kommt es unter Umständen zu Verspannungen und Schmerzen. Muskelverspannungen führen manchmal auch zu einem eingeklemmten Nerv und verursachen so Rückenschmerzen.

Bandscheibenvorfall

Schmerzen im oberen als auch im mittleren wie unteren Rücken sind in manchen Fällen auf einen Bandscheibenvorfallzurückzuführen. Die Bandscheiben liegen als polsterförmige Stossdämpfer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Sie bestehen aus einem weichen Gallert-Kern, umschlossen von einem Ring aus Faserknorpel.

Wenn der Gallert-Kern verrutscht und die Faserhülle durchbricht, liegt ein Bandscheibenvorfall vor. Er verursacht heftige Rückenschmerzen, wenn die aus der verrutschten Bandscheibe austretende Gallert-Masse auf die benachbarten Nerven drückt. Im Hals- und oberen Brustbereich führt dies unter anderem auch zu ausstrahlenden Schmerzen in Schultern, Armen und/oder Händen.

Blockade (Wirbelblockade, Wirbelfehlstellung)

Ein verspannter Muskel zieht unter Umständen mit der Zeit einen Wirbel aus seiner normalen Position. Zu einer solchen Wirbel-Fehlstellung oder -Blockade kommt es beispielsweise auch durch ruckartige Bewegungen wie beim Sport.

Wirbelblockaden verursachen mitunter Schmerzen an der Muskulatur, an den Wirbelgelenken oder den Austrittskanälen der Nerven aus dem Rückenmark und treten oft einseitig auf. Blockaden im oberen Rücken führen beispielsweise zu einem steifen Hals, Schmerzen im Nacken oder im Schulterbereich. Manchmal strahlen die Schmerzen in die Arme aus.

Pancoast-Tumor

Der Pancoast-Tumor ist eine seltene bösartige Wucherung an der Lungenspitze. Sie verursacht unter anderem Rückenschmerzen, genauer gesagt: Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule.

Rückenschmerzen – mittlerer Rücken

Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule sind selten durch Verletzungen bedingt. Häufiger lösen sie Reizungen (Irritationen) grosser Muskelgruppen in diesem Bereich oder durch Funktionsstörungen der Rippen-Wirbel-Gelenke aus.

Ebenso wie im oberen Rücken verursachen Muskelverspannungen, Bandscheibenvorfällen oder Blockaden mitunter auch in der Mitte des Rückens Schmerzen. Weitere mögliche Ursachen von Schmerzen im mittleren Rücken sind zudem unter anderem:

Wirbelsäulen-Entzündung (Morbus Bechterew)

Darunter versteht man eine chronisch-rheumatische Entzündung der Wirbelsäule sowie des Gelenks, das die Wirbelsäule mit dem Darmbein verbindet (Iliosakralgelenk).

Die fortschreitende Erkrankung löst tiefsitzende Rückenschmerzen im mittleren und unteren Rücken aus und lässt oft die Gelenke mit der Zeit immer steifer werden. Mediziner bezeichnen den Morbus Bechterew auch als Spondylitis ankylosans, was übersetzt "versteifende Wirbelentzündung" bedeutet.

Osteoporose (Knochenschwund)

Bei Osteoporose kommt es zu zunehmend brüchigen Knochen. Dadurch brechen sie manchmal schon bei kleinsten Belastungen (wie Hinfallen, Anstossen). Oftmals kommt es dabei zu Wirbelkörper-Einbrüchen, die mit Rückenschmerzen einhergehen.

Auch die Vorstufe von Osteoporose – die Osteopenie – geht in manchen Fällen bereits mit Rückenschmerzen einher. Es ist möglich, dass die Osteoporose zu einem Rundrücken führt. Besonders betroffen sind die Wirbelkörper des Brust- sowie des Lendenbereichs.

Erkrankungen der Speiseröhre

Eine Speiseröhren-Entzündung (Refluxkrankheit) verursacht vor allem brennende Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen). Diese strahlen mitunter bis in den mittleren und oberen Rücken aus.

Durch das Verschlucken von einem Fremdkörper, entstehen in seltenen Fällen Einrisse in der Wand der Speiseröhre. Noch seltener sind grossflächige Risse, etwa durch heftiges Erbrechen wie bei Bulimie. Sie äussern sich mit einem plötzlichen heftigen Schmerz (Vernichtungsschmerz) hinter dem Brustbein, der mitunter bis in den Rücken ausstrahlt.

Daneben führt auch ein Speiseröhren-Krampf zu Rückenschmerzen im mittleren Rücken. Hierbei kommt es – spontan oder ausgelöst durch das Schlucken – zu Krämpfen der Speisröhren-Muskulatur. Die Nahrung lässt sich dann nicht weiter in Richtung Magen befördern. Er staut sich, was starke Schmerzen hinter dem Brustbein auslöst sowie bis in benachbarte Körperregionen wie den Rücken ausstrahlt.

Herzerkrankungen

Wenn der Herzmuskel vorübergehend zu wenig Sauerstoff erhält, löst dies eine Brustenge (Angina pectoris-Anfall) aus. Häufige Anzeichen sind Schmerzen und Enge in der Brust, Beklemmungsgefühle, plötzliche Atemnot, Übelkeit, Erbrechen – und eben auch Rückenschmerzen.

Auch bei einem Herzinfarkt strahlen die auftretenden Schmerzen im Herzbereich oft in andere Körperregionen aus, zum Beispiel zwischen die Schulterblätter in den Rücken. Manchmal verbirgt sich hinter Rückenschmerzen eine Entzündung des Herzmuskels oder des Herzbeutels. Auslöser solcher Entzündungen sind meist Viren oder Bakterien.

Erweiterung der Hauptschlagader (Aorten-Aneurysma)

Die sack- oder spindelförmige Erweiterung der Aorta tritt am häufigsten im Bauchbereich auf. Ein solches Bauchaorten-Aneurysma führt unter anderem auch zu Rückenschmerzen in der Körpermitte.

Erkrankungen der Lunge

Neben Husten und Fieber sind manchmal auch Rückenschmerzen auf eine Lungen-Entzündung zurückzuführen. Ursache der Entzündung sind meist Bakterien. Bei einem Lungenkollaps (Pneumothorax) sammelt sich Luft in dem schmalen Raum zwischen Lunge und Brustwand (Pleura-Raum oder Pleura-Spalt).

Das passiert manchmal auch spontan ohne erkennbare Ursache oder infolge einer Erkrankung oder Verletzung der Lunge. Der betreffende Lungenflügel fällt in sich zusammen. Das erkennt man unter anderem an plötzlich einsetzenden Schmerzen im Brustbereich, die bis in den Rücken ausstrahlen.

Zu einer Lungenembolie (Lungeninfarkt) kommt es, wenn ein angeschwemmtes Blutgerinnsel den Blutfluss in einer Lungenarterie blockiert. Die Folge sind Schmerzen in der Brust, die sich wie beim Pneumothorax nach hinten fortsetzen und manchmal auch Rückenschmerzen im mittigen Brustkorbbereich (Thorax).

Eine Rippenfell-Entzündung tritt oft infolge einer Lungen-Erkrankung wie Lungen-Entzündung auf. Die trockene Form der Erkrankung macht sich durch heftige, stechende Brustschmerzenoder Rückenschmerzen bemerkbar.

Wirbelsäulentumor und Rippentumor

Ursache für Rückenschmerzen sind in manchen Fällen auch ein Wirbelsäulentumor oder Rippentumor. Manchmal sind solche Tumoren gutartig, manchmal bösartig. Im zweiten Fall handelt es sich fast immer um Tochtergeschwülste von Krebs-Tumoren in anderen Körperregionen wie Brust- oder Lungenkrebs.

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Sowohl eine akute als auch eine chronische Bauchspeicheldrüsen-Entzündung ruft Schmerzen im Oberbauch hervor. Diese strahlen oftmals gürtelförmig nach hinten aus. Betroffene nehmen dies dann als Rückenschmerzen wahr.

Erkrankungen der Nieren

Eine Nierenbecken-Entzündung löst häufig bei Druck (Klopfschmerz) seitliche Rückenschmerzen aus. Diese bezeichnen Ärzte als Flankenschmerzen, das sind Schmerzen links oder rechts der Wirbelsäule beziehungsweise seitliche Schmerzen in Höhe des Nierenlagers.

Auslöser sind meist Bakterien und oft davon betroffen sind vor allem Frauen. Besonders, wenn die Nierenbecken-Entzündungchronisch verläuft, ruft sie langwierige Rückenschmerzen hervor.

Im Unterschied zur Nierenbecken-Entzündung treten Nierensteine bevorzugt bei Männern auf. Manchmal sind sie so klein (Nierengriess), dass sie sich einfach mit dem Urin über den Harnleiter ausscheiden lassen. Grössere Nierensteine dagegen bleiben manchmal auch im Harnleiter stecken.

Die Folge ist eine Nierenkolik, die je nach Lage des Nierensteins unter anderem wellenförmige, krampfartige und stechende Schmerzen in der Mitte des Rückens auslöst.

Rückenschmerzen – unterer Rücken

Rückenschmerzen sitzen am häufigsten im unteren Rücken. Denn die Lendenwirbelsäule (LWS) ist anfälliger für Verletzungen und Schädigungen als Hals- und vor allem Brustwirbelsäule. Mögliche Ursachen sind etwa:

Muskelverspannungen

Wie schon bei den Rückenschmerzen im oberen und mittleren Rücken sind auch im unteren Rücken verspannte Muskeln sehr häufige die Ursache von Rückenschmerzen. Insbesondere dann, wenn es durch Fehlhaltungen beim Sport zu Rückenschmerzen kommt, wie beispielsweise einem Hohlkreuz beim Joggen oder einer Fehlhaltung beim Fahrradfahren.

Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom)

Das Iliosakralgelenk-Syndrom ist ein Beispiel für die Wirbelblockade und recht häufig. Hier verschieben sich die Gelenkflächen des Iliosakralgelenks gegeneinander und blockieren durch erhöhte Muskelspannung. Das verursacht mitunter Rückenschmerzen.

ISG ist die Abkürzung für das Gelenk zwischen Kreuzbein und Beckenknochen, das sogenannte Iliosakralgelenk oder Kreuzbein-Darmbein-Gelenk. Im Unterschied zu anderen Gelenken des Körpers ist es nur begrenzt beweglich, weil starke Bänder es straff zusammenhalten.

Bandscheibenvorfall

Neben der Halswirbelsäule kommt der Bandscheibenvorfall vor allem auch in der Lendenwirbelsäule vor, seltener in der Brustwirbelsäule. Am häufigsten klemmen sich Menschen den Ischias-Nerv ein. Dieser dickste und längste Nerv des Körpers zieht an der Rückseite des Oberschenkels nach mehrfacher Verästelung bis hinunter zum Fuss.

Ein eingeklemmter Ischias-Nerv verursacht daher dumpfe oder stechende Schmerzen im unteren Rücken, die vom Gesäss über die Rückseite des Beins bis in den Fuss ausstrahlen. Eine solche Ischialgie hat neben einem Bandscheibenvorfall aber auch andere Ursachen.

Verschleiss der Wirbelsäule (Arthrose der Wirbelsäulengelenke, Facettensyndrom)

Tritt am häufigsten am unteren Rücken auf (lumbales Facettensyndrom). Mit zunehmendem Alter nutzen sich die Wirbelsäulengelenke im Körper ab. Geht dieser altersbedingte Gelenkverschleiss über das normale Mass hinaus, sprechen Mediziner von Arthrose. Eine solche Arthrose der Wirbelsäulengelenke verursacht auch Rückenschmerzen.

Wirbelkanal-Enge (Spinalkanal-Stenose)

In der Wirbelsäule verläuft der Spinalkanal mit dem darin liegenden Rückenmark. Dieses leitet Nervensignale vom Gehirn in den Körper und zurück. Bei einer Spinal-Stenose ist der Spinalkanal stellenweise eingeengt und drückt auf das Rückenmark beziehungsweise die austretenden Nervenwurzeln. Die Folge sind Rückenschmerzen, zum Beispiel im Bereich des Kreuzbeins (Kreuzschmerzen).

Wirbelsäulen-Verkrümmung

Auch im unteren Rücken kommt es zur Skoliose, also der seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule. Die seitliche Verbiegung der Wirbelsäule führt unter Umständen zu Schmerzen im unteren Rücken, Verspannungen und möglichen Fehlstellungen des Beckens.

Wirbelsäulen-Entzündung (Morbus Bechterew)

Neben Schmerzen im mittleren Rücken führt diese chronisch-rheumatische Erkrankung auch zu Schmerzen im Lendenbereich.

Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)

Bei dieser Erkrankung sind die Wirbel instabil, sodass sie sich mitunter leicht verschieben lassen. Auch dies tritt vor allem im unteren Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule vor.

Viele Betroffene haben keine oder kaum Beschwerden. Manchmal zeigen sich aber auch Rückenschmerzen, etwa bei Belastung und bestimmten Bewegungen. Wenn ein verschobener Wirbel auf eine Nervenwurzel drückt, sind auch Gefühlsstörungen oder Lähmungen möglich.

Osteoporose (Knochenschwund)

Durch Osteoporose kommt es auch im unteren Rücken zu Schmerzen, wenn die Knochen zunehmend brüchig werden.

Schwangerschaft

Viele Frauen haben während der Schwangerschaft Rückenschmerzen im unteren Rücken. Dafür gibt es mehrere Gründe. Beispielsweise bewirkt die Hormon-Umstellung bei Schwangeren, dass sich Sehnen und Bänder im Beckenboden-Bereich lockern. Sie verlieren dadurch an Stabilität, was oft Schmerzen im Bereich des Beckens und unteren Rückens auslöst.

Ausserdem verlagert sich durch das wachsende Ungeborene der Körperschwerpunkt der Frau. Zum Ausgleich fallen viele Schwangere ins Hohlkreuz. Auch dies führt mitunter zu Rückenschmerzen. Zudem gehen auch Vorwehen und Frühwehen mit Rückenschmerzen einher.

Gürtelrose (Herpes Zoster)

Auch die Gürtelrose tritt unter Umständen entlang der Rückenmarksnerven auf zum Beispiel am unteren Rücken in Höhe des Hosengürtel und verursacht mitunter sehr starke Rückenschmerzen. Die Gürtelrose tritt am Rücken entweder seitlich links oder seitlich rechts auf, selten beidseitig. Auslöser der Gürtelrose ist dasselbe Virus wie das der Windpocken (Varizella-Zoster-Virus).

Akute Prostata-Entzündung (Prostatitis)

Eine akute Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata) führt bei Männern neben Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen unter anderem auch zu Rückenschmerzen.

Risikofaktoren für Rückenschmerzen

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für Rückenschmerzen erhöhen. Dazu gehören vor allem:

  • Arbeitsbezogene Faktoren: Das Tragen und Heben schwerer Lasten, Vibrationen (wie bei der Arbeit mit dem Presslufthammer) sowie Arbeiten in ungünstigen Körperhaltungen belasten Wirbelsäule, Gelenke und Muskeln. Das führt bei vielen Menschen auf Dauer zu Rückenschmerzen. Daher sind einige Rückenerkrankungen als Berufskrankheiten anerkannt.
  • Arbeitsbezogene psychosoziale Bedingungen: Wer mit seinem # unzufrieden ist oder ganztägig monotone Arbeiten wie am Fliessband verrichtet, ist anfälliger für Rückenschmerzen. Auch soziale Konflikte am Arbeitsplatz und hoher Arbeitseinsatz ohne angemessene Belohnung (Geld, Anerkennung, Aufstiegschancen) begünstigen Rückenschmerzen.
  • Sozialstatus: Bei Menschen mit niedrigem Sozialstatus in Bezug auf Schulbildung, Beruf und Einkommen treten Rückenschmerzen häufiger auf als bei Menschen mit hohem Sozialstatus.

Auch der Verlauf bestehender Rückenschmerzen ist durch ungünstige Bedingungen beeinflussbar, etwa durch psychische Faktoren. Darunter fallen zum Beispiel unrealistische Befürchtungen bezüglich der Rückenschmerzen, Depressivität sowie passive oder überaktive Verhaltensweisen – also ausgeprägte Schonhaltung oder zu viel Aktivität.

Was hilft gegen Rückenschmerzen?

Die Behandlung von Rückenschmerzen ist abhängig davon, ob eine bestimmte Ursache feststellbar ist oder nicht.

Therapie spezifischer Rückenschmerzen (bekannte Ursache)

Bei spezifischen Rückenschmerzen behandelt der Arzt nach Möglichkeit die Ursache der Beschwerden. Beispielsweise genügt bei einem Bandscheibenvorfall meist eine konservative (nicht-operative) Therapie, etwa mit:

  • Wärme-Anwendungen
  • Physiotherapie
  • Entspannungstechniken
  • Medikamenten: Schmerzmittel und/oder muskelentspannende Mittel als Tablette oder Spritze

In der Regel ist eine Schmerztherapie sinnvoll und notwendig, meist erfolgt sie allerdings nur kurzzeitig. So lassen sich Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte vermeiden.

Eine Operation ist nur selten nötig. Verursacht eine Nierenbecken-Entzündung die Rückenschmerzen, verschreibt der Arzt in der Regel Antibiotika. Meist sind nämlich Bakterien der Auslöser der Entzündung.

Therapie unspezifischer Rückenschmerzen (unbekannte Ursache)

Bei den viel häufigeren unspezifischen Rückenschmerzen geht es hauptsächlich darum, die Symptome zu lindern. Dabei ist in erster Linie der Patient selbst gefragt: Zum Beispiel durch rückenfreundliches Verhalten, die richtige Bewegung oder mit Wärme ist es möglich, selbst viel gegen Rückenschmerzen zu tun.

Manchmal sind unspezifische Rückenschmerzen so stark, dass Ärzte auch Medikamente verordnen.

In manchen Fällen sind zudem auch Hausmittel oder alternative Heilmethoden anwendbar. Seien Sie aber vorsichtig, was die vielen Ratgeber angeht, die vor allem im Internet kursieren. Am besten sprechen Sie eine Methode immer mit einem Arzt ab, bevor Sie sie ausprobieren.

Hausmittel oder alternative Heilmethoden haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Es gibt auch Methoden, die sich aus der Sicht von Experten nicht zur Behandlung bestimmter Rückenschmerzen eignen. So raten sie zum Beispiel bei unspezifischen Rückenbeschwerden von Kältebehandlung, Magnetfeldtherapie und Kinesio-Taping ab. Bei akuten unspezifischen Rückenschmerzen ist es zudem ratsam, dass Betroffene sowohl auf eine Massage als auch eine Ergotherapie verzichten.

Medikamente gegen unspezifische Rückenschmerzen

Bei unspezifischen Rückenschmerzen ist manchmal jede körperliche Aktivität schmerzhaft. Bei akuten Beschwerden möchten sich viele Patienten deshalb möglichst wenig bewegen. Bei ständig vorhandenen (subakut, chronisch) unspezifischen Rückenschmerzen lehnen manche Betroffene schmerzbedingt auch eine verordnete Bewegungs- und Sporttherapie ab.

In solchen Fällen ist der Einsatz von ärztlich verordneten Schmerzmedikamenten sinnvoll: Sie lindern die Rückenschmerzen so weit, dass körperliche Aktivität wieder möglich ist. Wichtig ist jedoch, mit der Zeit die Dosis der Medikamente zu verringern. Mit steigendem Trainingszustand brauchen Patienten meist weniger Medikamente, um sich (nahezu) schmerzfrei zu bewegen.

Der Arzt gibt in der Regel jedem Patienten genaue Anweisungen, wann ein Medikament in welcher Dosierung und über welchen Zeitraum anzuwenden ist. Wichtig ist, dass sich Betroffene an diese Anweisungen halten, um Nebenwirkungen oder Gewöhnungseffekte zu vermeiden.

Prinzipiell stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Behandlung von Rückenschmerzen zur Verfügung. Von der Art und Stärke der Beschwerden hängt es ab, welches Präparat im Einzelfall am besten geeignet ist:

  • Herkömmliche Schmerzmittel (Analgetika) wie Ibuprofen oder Diclofenac
  • Sehr starke Schmerzmittel aus der Gruppe der Opiate (Opioide Analgetika). Bei starken Rückenschmerzen, etwa nach einem Bandscheibenvorfall, stellen sie oftmals die erste Hilfe dar, um eine Beweglichkeit des Patienten wieder zu ermöglichen. 
  • Bestimmte Antidepressiva, z. B. bei chronischen unspezifischen Rückenschmerzen, wenn der Patient gleichzeitig unter einer Depression oder Schlafstörung leidet

Muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien) sind bei unspezifischen Rückenschmerzen nicht empfohlen.

Diese Medikamente sind zum Teil rezeptpflichtig. Unter den Schmerzmitteln gibt es aber auch Präparate, die ohne Rezept erhältlich sind, etwa mit schmerzstillenden Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure. Trotzdem ist es dringend ratsam, dass Sie deren Anwendung und mögliche Nebenwirkungen vorab mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Auch pflanzliche Präparate kommen bei Rückenschmerzen zum Einsatz. So sollen etwa bei chronischen unspezifischen Rückenschmerzen Weidenrinde-Extrakte (Kapseln, Tabletten etc.) Linderung verschaffen – in Kombination mit aktivierenden Massnahmen wie einer Bewegungstherapie.

Hausmittel und Tipps bei unspezifischen Rückenschmerzen

  • Richtig bücken, heben und tragen: Vermeiden Sie schwere Dinge aus dem Stand und mit krummen Rücken hochzuheben oder zu tragen. Sofern möglich, versuchen Sie beim Hochheben und Abstellen von Lasten immer in die Knie zu gehen und dabei den Rücken gerade zu halten. Beim Herumtragen ist es wichtig, die Lasten immer nahe am Körper zu halten.
  • Rückenfreundlicher Arbeitsplatz: Wenn Sie arbeitsbedingt viel sitzen, ist es wichtig, dass Ihr Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet ist. Das bedeutet, dass beispielsweise die Stuhl- und Tischhöhe passend auf Ihren Körper eingestellt ist, damit es nicht zu Verspannungen in Nacken- und Schulterbereich oder Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule kommt.
  • Keine übertriebene Schonung und Bettruhe: Bei akuten nicht spezifischen Rückenschmerzen versuchen viele Patienten, sich möglichst wenig zu bewegen. Davon raten Experten jedoch ab. Versuchen Sie normale Alltagsaktivitäten beizubehalten, um dauerhaften Beschwerden (Chronifizierung) entgegenzuwirken.
  • Rückenfreundlicher Sport: Vor allem bei subakuten und chronischen unspezifischen Rückenschmerzen ist Rückensport zu empfehlen. Das meint dabei weniger bestimmte Sportarten, sondern vielmehr eine richtige Trainingsdosis und -technik von Training – dann lassen sich mit den unterschiedlichsten Sportarten positive Effekte bei Rückenschmerzen erzielen.
  • Spezielle Übungen gegen Rückenschmerzen/Rückenschule: Besonders effektiv ist ein gezieltes und regelmässiges Krafttraining zur Stärkung der Tiefenmuskulatur im Rumpfbereich. Kräftige Rücken- und Bauchmuskeln helfen der Wirbelsäule bei ihrer Stützfunktion und beugen Rückenschmerzen sogar vor.
  • Professionelle Anleitung: Lassen Sie sich zum Thema Sport am besten von einem Sportarzt oder einem erfahrenen Trainer beraten und anleiten, zum Beispiel im Rahmen einer Rückenschule.
  • Rückenfreundliche Ernährung: Knochen, Gelenke, Muskeln und Bandscheiben brauchen viele Nährstoffe, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Achten Sie daher auf eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Fettsäuren, Kalzium, Fluorid, den Vitaminen C, D und E sowie B-Vitaminen, Magnesium, Bor, Selen und Zink. Das fördert auch allgemein die Gesundheit.
  • Viel trinken: Die Nährstoffversorgung der Bandscheiben klappt nur mit viel Flüssigkeit. Nur so bleiben die kleinen Stossdämpfer zwischen den Wirbelkörpern gesund und elastisch. Ausserdem belegen Studien, wie wichtig ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei Rückenschmerzen ist.
  • Einstellung: Die mentale Einstellung hat einen grossen Einfluss auf die Gesundheit. Auch wenn es bei Rückenschmerzen manchmal schwerfällt, versuchen Sie zuversichtlich zu bleiben und achten Sie auch auf Ihre psychische Gesundheit.
  • Entspannungsverfahren: Wenn das Risiko für chronische Rückenschmerzen gross ist, empfehlen Experten bei akuten und subakuten unspezifischen Rückenschmerzen die Progressive Muskelrelaxation (PMR). Auch bei bereits chronischen Fällen ist PMR mitunter sinnvoll. Teils helfen auch andere Entspannungstechniken wie Meditation oder Autogenes Training.
  • Ganzheitliche Übungsmethoden: Einen entspannenden Effekt haben auch Yoga, Qi Gong und Tai Ji Quan. Diese ganzheitlichen Übungsmethoden eignen sich auch zur Vorbeugung von Hexenschuss und Bandscheibenvorfall.
  • Alexander-Technik und Feldenkrais-Methode: Beide Verfahren basieren darauf, ungesunde Bewegungsmuster wieder abzutrainieren und sind eine weitere ganzheitliche Option bei schmerzhaften Muskelverspannungen aufgrund falscher Bewegungsmuster.
  • Wärmebehandlung: Wärme-Anwendungen (etwa in Form von Wärmflasche, Wärmepackungen, Moorbädern, Fangopackungen) entspannen die Muskulatur und lindern in vielen Fällen unspezifische Rückenschmerzen. Das gilt auch für akute Beschwerden. Experten empfehlen, dies mit Bewegung zu kombinieren. Das bessert oftmals die Schmerzen deutlich.

Heilpflanzen, Homöopathie und Co.

Unterstützend sollen bei Rückenschmerzen auch homöopathische und alternative Pflanzenpräparate helfen.

Heilpflanzen

Es gibt Kombinationspräparate aus Esche und Zitterpappel, die möglicherweise Rückenschmerzen lindern.

Bei schmerzhaften Muskelverspannungen kann eine Creme oder ein Pflaster mit Capsaicin helfen: Der Scharfstoff aus verschiedenen Paprika-Arten wirkt lokal durchblutungsfördernd (und damit erwärmend). In Kombination mit aktivierenden Massnahmen (Bewegung) lindert dies unter Umständen unspezifische Rückenschmerzen.

Bei stressbedingter, nervöser Anspannung, die eventuell (mit-)verantwortlich für die Rückenschmerzen ist, trinken manche Rückenschmerz-Betroffene Baldriantee. Dieser soll sowohl den Geist als auch die Muskeln entspannen.

Aromatherapie, TCM & Ayurveda

Bei manchen Menschen mit Hexenschuss (Kreuzschmerzen) lindert unter Umständen eine Aromatherapie mit ätherischen Ölen die Beschwerden. So sollen Einreibungen mit Kiefern-, Sandelholz- oder Ingweröl der betroffenen Stelle die Rückenschmerzen abschwächen.

Experten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sehen im Hexenschuss und im Bandscheibenvorfall eine Schwäche des Nieren-Qi oder des Nieren-Yang. Mit Akupunktur und Kräuterbehandlung versuchen sie deshalb die Niere der Patienten zu stärken. Ausserdem setzen sie Akupunktur und Moxibustion (punktuelle Erwärmung) des Blasen-Meridians ein.

Laut Schulmedizin kann eine Akupunktur bei chronischen unspezifischen Rückenschmerzen versucht werden sowie in bestimmten Fällen von akuten unspezifischen Beschwerden, etwa, wenn schulmedizinische Behandlungen nicht helfen.

Kreuzschmerzen (Hexenschuss, Lumbago) sind aus der Sicht eines Ayurveda-Experten als Überschuss an Vata anzusehen. Vata-reduzierende Ölmassagen und Kräuteröl-Einläufe sollen hier Abhilfe schaffen.

Homöopathie, Schüssler-Salze & Bach-Blütentherapie

Bei akuten Rückenschmerzen empfehlen Homöopathen beispielsweise Aconitum C30 (akuter Hexenschuss nach Kälteeinwirkung), Arnica D12 (Rückenschmerzen nach Überanstrengung oder Verheben) oder Nux vomica C30 (nervöse Anspannung und Verspannungen). Der Homöopath berät Sie hinsichtlich der Auswahl und Dosierung der Präparate.

In Bezug auf die Schüssler-Salze soll Ferrum phosphoricum D6 akute Rückenschmerzen lindern. Wer häufiger unter Hexenschuss zu leiden hat, empfehlen manche Heilpraktiker oder Ärzte Calcium floratum D6. Zur Auswahl und Dosierung der Mittel befragen Sie am besten einen Heilpraktiker oder Arzt mit Erfahrung im Bereich der Schüssler-Salze.

Wenn hinter den Rückenschmerzen psychische Anspannung steckt, soll die Einnahme von Bach-Blüten Abhilfe schaffen. Vertreter diese Lehre empfehlen zum Beispiel "Rock Water" bei mangelnder Flexibilität und starrem Festhalten an Prinzipien. Die Beratung bei einem Bach-Blüten-Experten hilft Ihnen bei der Auswahl der richtigen Mittel.

Das Konzept der Homöopathie, der Schüssler-Salze und der Bach-Blüten und ihre spezifische Wirksamkeit sind in der Wissenschaft umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt.

Rückenschmerzen beim Kind

Rückenschmerzen treten bei Menschen vermehrt im höheren Alter auf, aber grundsätzlich sind sie in jedem Alter möglich – so auch bei Kindern und Jugendlichen. Unter Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen verstehen Ärzte alle Schmerzen, die unterhalb des Kopfes und oberhalb der Gesässfalte auftreten. Unabhängig davon, ob die Schmerzen auch in andere Körperbereiche ausstrahlen.

Auf die Einteilung der Rückenschmerzen in obere (Nackenbereich), mittlere (rückseitige Brustschmerzen) und untere Rückenschmerzen (Kreuzschmerzen) verzichten Ärzte bei Kindern, da vielen von ihnen die genaue lokale Zuordnung schwerfällt. Auch bei diesen Patienten unterscheiden Ärzte zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen, also ob diese auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen sind oder nicht.

Bei der Diagnose und Behandlung von Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen gehen Ärzte ähnlich wie bei Erwachsenen vor. Auch hier steht die Suche nach spezifischen Ursachen und die Vermeidung, dass die Rückenschmerzen chronisch werden, im Mittelpunkt.

Anders als bei Erwachsenen empfiehlt die Leitlinie zu Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen den behandelnden Ärzten bei wiederkehrenden oder chronischen unspezifischen Rückenschmerzen vor allem eine nicht-medikamentöse Behandlung zu verfolgen. Diese umfasst verschiedene Ansätze wie Physiotherapie (auch mit manueller Therapie) sowie eine psychologische Betreuung der betroffenen Kinder und Jugendlichen.

Um Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen vorzubeugen, sind regelmässige sportliche Aktivitäten, Ausdauersport oder professionell angeleitete (zum Beispiel von Physiotherapeuten) Bewegungsübungen ratsam.

Wann zum Arzt?

Rückenschmerzen sind nicht immer das Anzeichen einer mehr oder weniger starken Erkrankung, die einen Arztbesuch erfordert. Oft stecken relative harmlose Ursachen dahinter, zum Beispiel Muskelverspannungen durch mangelnde Bewegung oder falsche Körperhaltung. Vor allem in folgenden Fällen ist es jedoch wichtig, dass Sie sicherheitshalber zum Arzt gehen:

  • Wenn die Rückenschmerzen untypisch sind und beispielsweise nicht auf eine falsche Bewegung oder schweres Heben zurückzuführen sind.
  • Wenn die Rückenschmerzen nicht weggehen und anhalten.
  • Wenn die Schmerzintensität der Rückenschmerzen zunimmt.

Welcher Arzt ist zuständig?

Erwachsene mit Rückenschmerzen wenden sich am besten als erstes an ihren Hausarzt. Dieser leitet Sie dann weiter an entsprechende Fachärzte wie Orthopäden, Radiologen oder Neurologen als auch an Therapeuten für Physiotherapie, Schmerztherapie oder Psychotherapie sofern notwendig.

Bei Kindern und Jugendlichen sind Kinderärzte (Pädiater) die ersten Ansprechpartner. Wie bei den Erwachsenen leiten diese dann betroffene Kinder oder Jugendliche mit deren Eltern bei Bedarf an die entsprechenden Fachärzte und Therapeuten weiter.

Wie lassen sich Rückenschmerzen diagnostizieren?

Zur Abklärung von Rückenschmerzen unterhält sich der Arzt zuerst ausführlich mit Ihnen, um Ihre Krankengeschichte zu erheben (Anamnese). Mögliche Fragen dabei sind:

  • Wo treten die Rückenschmerzen auf?
  • Strahlen die Rückenschmerzen in andere Körperregionen aus (zum Beispiel zu den Flanken hin oder in ein Bein)?
  • Wie lange dauert die aktuelle Schmerzepisode bereits an?
  • Gab es frühere Episoden von Rückenschmerzen? Wie war der Verlauf der Schmerzen?
  • Gibt es Faktoren, welche die Rückenschmerzen auslösen, verstärken oder lindern (wie Wärme, Kälte, Bewegungen etc.)?
  • Wie wurden die Rückenschmerzen bisher behandelt (Medikamente, Massagen etc.)? Waren die Massnahmen erfolgreich? Traten Nebenwirkungen auf?
  • Wie sieht der (tages-)zeitliche Verlauf der Rückenschmerzen aus? Sind sie morgens am stärksten?
  • Wie stark sind Ihre Rückenschmerzen? Beeinträchtigen sie Alltagsaktivitäten?
  • Haben Sie Begleitbeschwerden oder Begleiterkrankungen seelischer oder körperlicher Natur?

Ausserdem fragt der Arzt, welche Einstellung Sie zu Ihren Schmerzen haben (zum Beispiel eine pessimistische Haltung). Wichtig ist auch Ihr Schmerzverhalten, also ob Sie sich beispielsweise aus Angst vor den Beschwerden möglichst wenig bewegen.

Zudem erkundigt sich der Mediziner nach eventuellen psychosozialen Risikofaktoren wie Stress, Konflikten am Arbeitsplatz oder Neigung zu Depressionen. Diese Faktoren haben unter Umständen psychosomatische Folgen. Anhand all dieser Informationen lässt sich einschätzen, wie gross das Risiko ist, dass Ihre Rückenschmerzen in einen chronischen Verlauf übergehen.

Untersuchungen beim Arzt

Nach dem Anamnese-Gespräch führt der Arzt gegebenenfalls verschiedene Untersuchungen durch, um den Ursachen der Rückenschmerzen auf den Grund zu gehen.

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt achtet dabei zum Beispiel auf Fehl- oder Schonhaltungen. Diese geben oft einen wichtigen Hinweis auf die Ursache der Beschwerden. Ist eine Gürtelrose (Herpes Zoster) der Auslöser der Rückenschmerzen, erkennt das der Arzt am typischen Hautausschlag.
  • Orthopädische Untersuchung: Sie ist vor allem zur näheren Abklärung von Kreuzschmerzen (Hexenschuss, Lumbago) angezeigt.
  • Blut-Untersuchung: Die Messung verschiedener Blutwerte gibt zum Beispiel Hinweise auf eine Wirbelsäulen-Abnutzung, Entzündungen oder auf Herz-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt als Auslöser von Rückenschmerzen.
  • Harn-Untersuchung: Die Analyse einer Urinprobe bestätigt oder schliesst den Verdacht auf eine Erkrankung der Nieren oder eine akute Prostata-Entzündung aus.
  • Gynäkologische Untersuchung: Bei Schwangeren lässt sich so überprüfen, ob die Rückenschmerzen eventuell Anzeichen für Wehen sind.
  • Neurologische Untersuchung: Hier untersucht der Arzt den Funktions- und Leitungszustand von Nervenbahnen, falls die Ursache der Rückenschmerzen auf eine Einengung von Rückenmark oder Nervenwurzeln (etwa beim Bandscheibenvorfall) zurückzuführen wäre.
  • Elektroneurografie (ENG): Die Untersuchung der Nervenleitung an Armen und/oder Beinen liefert unter Umständen Hinweise auf einen Bandscheibenvorfall.
  • Elektromyografie (EMG): Die Messung der elektrischen Aktivität eines Muskels dient ebenfalls zur Abklärung eines Bandscheibenvorfalls als mögliche Ursache von Rückenschmerzen.
  • Ultraschall-Untersuchung: Verursachen eine Nierenbecken-Entzündung oder Nierensteine die Rückenschmerzen, bringt ein Ultraschall (Sonografie) Gewissheit.
  • Ausscheidungs-Urografie: Durch eine Röntgen-Untersuchung der ableitenden Harnwege mithilfe eines Kontrastmittels lassen sich Nierensteine als Ursache von Rückenschmerzen nachweisen.
  • Magenspiegelung: Hat der Arzt eine Erkrankung der Speiseröhre als Ursache der Rückenschmerzen in Verdacht, führt er eine Gastroskopie durch.
  • Röntgen: Eine einfache Röntgen-Untersuchung gibt Aufschluss über verschiedene mögliche Ursachen von Rückenschmerzen wie etwa Lungen-Entzündung, Pneumothorax, Wirbelsäulen-Abnutzung, Wirbelsäulen-Entzündung (Morbus Bechterew) oder Osteoporose.
  • Computertomografie (CT): Besteht der Verdacht, dass die Rückenschmerzen durch einen Bandscheibenvorfall, Wirbelsäulen-Abnutzung, ein Aorten-Aneurysma, eine Bauchspeicheldrüsen-Entzündung oder einen Lungen-Tumor verursacht werden, veranlasst der Arzt ein CT.
  • Magnetresonanztomografie (MRT): Mit dieser auch Kernspintomografie genannten Untersuchung ist es möglich dem Verdacht auf Bandscheibenvorfall oder auf Wirbelsäulen-Entzündung (Morbus Bechterew) nachzugehen.
  • Szintigrafie: Bei dieser nuklearmedizinischen Untersuchung ermittelt der Arzt den Aktivitätszustand verschiedener Gewebe, etwa von Knochengewebe (Knochenszintigrafie: bei Verdacht auf Morbus Bechterew) oder von Lungengewebe (Lungenszintigrafie: bei Verdacht auf Lungenembolie).
  • Elektrokardiografie (EKG): Hier untersucht der Arzt die elektrische Aktivität des Herzmuskels, wenn er als Ursache von Rückenschmerzen eine Herz-Erkrankung (Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzmuskel-Entzündung, Herzbeutelentzündung) vermutet.
  • Herz-Ultraschall: Eine Echokardiografie ist angezeigt, wenn der Untersucher eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung für die Rückenschmerzen verantwortlich hält.
  • Herzkatheter-Untersuchung: Ein Herzkatheter wird bei Verdacht auf Angina pectoris gelegt.

Wann welche Untersuchungen nötig sind

Die körperliche Untersuchung und die meist auch die Laboruntersuchungen (Blut, Urin) gehören zum Routineprogramm bei der Diagnose von Rückenschmerzen. Dagegen sind radiologische Untersuchungen – also Röntgen, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) – nur bei Verdacht auf spezifische Rückenschmerzen empfohlen.

Bei der Erstabklärung von akuten und chronischen Rückenschmerzen verzichten Ärzte meist auf radiologische Untersuchungen, um beim Patienten keine Angst zu schüren, dass vielleicht doch eine ernste Ursache hinter den Rückenschmerzen steckt. Denn die psychische Belastung um die Sorge einer ernsten Erkrankung führt in manchen Fällen dazu, dass akute Rückenschmerzen chronisch werden (Chronifizierung).

Bleiben die Rückenschmerzen über einen längeren Zeitraum bestehen, prüfen Ärzte bei der Wiedervorstellung nochmals, ob sich die Schmerzen verändert haben und eventuell bildgebende Verfahren zur Anwendung kommen.

Auch die anderen sehr speziellen Untersuchungen wie Herzkatheter oder Szintigrafie führen Ärzte nur in bestimmten Verdachtsfällen bei Patienten mit Rückenschmerzen durch.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Martina Feichter
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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