Heiserkeit (Dysphonie)

heisere Stimme
Am häufigsten tritt Heiserkeit im Rahmen eines grippalen Infekts auf. (nensuria / iStockphoto)

Heiserkeit kann verschiedene Ursachen haben, am häufigsten tritt sie im Rahmen eines grippalen Infekts auf. Hält die Stimmstörung länger als drei Wochen an, sollte sie ärztlich abgeklärt werden. Ganzen Text lesen


  • Der Husten entsteht durch das Zusammenziehen der Atemmuskulatur. Dabei kann die ausgestoßene Luft Geschwindigkeiten von mehreren 100 km/h erreichen.

  • … und noch ein Trick der mit Wasser trinken in Zusammenhang steht: Wasser gurgeln. Durch das Gurgeln wird das Atmen unterbrochen, was wieder zu einer Kohlendioxiderhöhung im Blut führt. Zudem wird der Nervus vagus in der hinteren Rachenwand gereizt. Beide Reize führen zur Beruhigung der Schluckaufimpulse.

    Mundtrockenheit betrifft fast jeden vierten Erwachsenen. Häufigster Grund für den verminderten Speichelfluss ist die Einnahme von Medikamenten.

  • Kratzen in der Kehle, Schluckbeschwerden und Heiserkeit: Halsschmerzen kommen in der kalten Jahreszeit recht häufig vor.


Kurzfassung:

  • Heiserkeit kann verschiedene Ursachen haben, am häufigsten tritt sie im Rahmen eines grippalen Infekts auf. 
  • Hält die Stimmstörung länger als drei Wochen an, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.


Was ist Heiserkeit?

Heiserkeit ist das Hauptsymptom einer Stimmstörung, die sich durch eine raue oder behauchte Stimme mit verändertem Klangbild bemerkbar macht. Meist geht eine heisere Stimme mit einer eingeschränkten stimmlichen Leistungsfähigkeit einher.

Wie äußert sich Heiserkeit?

Es gibt viele verschiedene Ausprägungen der Heiserkeit. Die heisere Stimme kann sehr unterschiedlich klingen:

  • krächzend
  • kratzend
  • knarrend
  • flatternd
  • zittrig
  • brummend
  • gepresst
  • klangarm
  • hauchig

Aus medizinischer Sicht kann man Heiserkeit in Rauigkeit oder Behauchtheit unterteilen.

+++ Mehr zum Thema: Studie – Leiden Sie an chronischer Heiserkeit oder Atemnot? +++

Wie entsteht ein Ton?

Töne entstehen durch Schwingungen der Stimmlippen, die aus Muskeln, bindegewebigen Verschiebeschichten und oberflächlicher Schleimhaut bestehen. Beim Atmen sind die Stimmlippen geöffnet und bei der Stimmgebung geschlossen. Bei der Stimmgebung werden die aneinanderliegenden Stimmlippen durch den Ausatemstrom in Schwingung versetzt, wodurch eine Schallwelle entsteht. Durch Zungen-, Gaumen- und Lippenbewegungen entstehen Vokale und Konsonanten. Morphologische Veränderungen an den Stimmlippen oder Bewegungsstörungen der Stimmlippen, z.B. bei Lähmungen, führen zu unregelmäßigen Stimmlippenschwingungen und/oder unkontrolliertem Luftdurchtritt, wodurch ein heiserer Stimmklang entsteht.

Welche Ursachen hat Heiserkeit?

  • Erkältung

Am häufigsten ist eine Erkältung Ursache der Heiserkeit. Ist der Kehlkopf durch eine – meist virale – Infektion entzündet, schwellen die Schleimhäute auf den Stimmlippen an. Sie können sich deswegen nicht mehr, wie erforderlich, öffnen und schließen. „Raue“, heisere Laute entstehen.

  • Akute Kehlkopfentzündung

Die akute Kehlkopfentzündung (akute Laryngitis) ist meist Teil einer Erkältung.

  • Chronische Kehlkopfentzündung

Weitere mögliche Ursachen für eher chronische Kehlkopfentzündungen sind der Rückfluss von Magensäure über die Speiseröhre (Reflux-Syndrom), allergische Erkrankungen, Rauchen und Medikamentennebenwirkungen.

  • Überbeanspruchung der Stimme

Sehr häufig tritt Heiserkeit bei Menschen auf, die meist aus beruflichen Gründen viel und laut sprechen oder singen müssen – z.B. Sänger, Schauspieler oder Lehrer. Sowohl die Kehlkopfmuskulatur als auch die Stimmlippen sind stark belastet. Mit der Zeit kann es an den Stimmlippen zu Knötchen (Phonationsknötchen) oder Polypen kommen, die den Stimmlippenschluss ebenfalls behindern.

  • Rauchen

Tabakrauch und die darin enthaltenen Inhaltsstoffe reizen die Stimmlippen beständig, es entstehen raue Töne.

  • Pubertät

Junge Männer haben im Stimmbruch häufig mit Heiserkeit zu kämpfen: Der Kehlkopf wächst in der Pubertät oft schneller, die Stimmbildung kommt nicht entsprechend hinterher. In dieser Zeit kippt die Stimme zwischen hohen kindlichen und tieferen erwachsenen Tönen und überschlägt sich nicht selten. Mit Abschluss des Kehlkopfwachstums pendelt sich die Stimme schließlich ein.

  • Alter

Mit steigendem Lebensalter verlieren die Muskelfasern im Kehlkopf an Elastizität, die Schwingungsfähigkeit der Stimmlippen lässt nach. Auch hormonelle Veränderungen (wie beispielsweise in den Wechseljahren) können mitunter bewirken, dass sich die Schleimhaut an den Stimmlippen verdickt, wodurch die Stimme tiefer und heiserer klingen kann als früher.

  • Medikamente

Präparate gegen Bluthochdruck, Asthma-Sprays, Antihistaminika, Antipsychotika, Blutverdünner, Diuretika

  • Nervenschäden

Heiserkeit kann auch durch Schäden an jenem Nerv, der den Kehlkopf versorgt (Nervus laryngeus recurrens), entstehen. Diese können durch operationsbedingte Verletzungen oder Tumoren verursacht werden. Auch neurologische Erkrankungen wie etwa Parkinson oder Multiple Sklerose können mit Heiserkeit einhergehen.

  • Tumoren im Bereich des Kehlkopfs

Anhaltende und mit der Zeit stärker werdende Heiserkeit, für die es keinen Zusammenhang mit anderen Ursachen (Stimmüberlastung, Infektion) gibt, können auf einen Tumor hinweisen. Zu den gutartigen Veränderungen zählen Polypen und Papillome oder auch Stimmlippenzysten. Bösartige Veränderungen können sowohl an den Stimmlippen als auch an verschiedenen Stellen des Kehlkopfs auftreten.

Weitere Ursachen:

  • Psychische Ursachen: Aufregung, Angst, Depression
  • Reizung der Kehlkopfschleimhaut durch Bulimie, Fremdkörper, Intubation
  • Kehlkopflähmung (als Komplikation von Schilddrüsenoperationen)
  • Angeborene Fehlbildungen des Kehlkopfs
  • Erkrankungen der Kehlkopfmuskulatur (z.B. bei Myasthenia gravis)
  • Stimmlippenlähmung

Wann zum Arzt?

  • Heiserkeit, die länger als drei Wochen andauert
  • Heiserkeit mit Grundkrankheit, Schmerzen oder Schwellungen im Halsbereich, Probleme beim Atmen oder Schlucken, Fieber

Wie wird Heiserkeit behandelt?

  • Raumluft feucht halten (Luftbefeuchter, v.a. in der Heizperiode)
  • Salzwasserdampf inhalieren
  • Lutschpastillen mit Salbei oder Isländisch Moos
  • Kein Alkohol
  • Nicht rauchen
  • Schonung der Stimme: nicht ständig räuspern oder flüstern (strengt die Stimme an), bei Schleimbildung besser husten oder schlucken, wenig sprechen, aber keine absolute Stimmruhe
  • Abschwellende Mittel helfen kurzfristig, trocknen aber auf lange Sicht die Schleimhäute aus.
  • Behandlung der Grundkrankheit

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ.Prof. Dr. Berit Schneider
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Apotheken Umschau: Heiserkeit – Ursachen, Diagnose, Therapie; Stand 04.2019; https://www.apotheken-umschau.de/heiserkeit (letzter Zugriff am 06.12.2019)

Mögliche Erkrankungen Untersuchungen
Diphtherie
Epiglottitis
Kehlkopfentzündung
Kehlkopfkrebs
Papillom
Polypen
Pseudokrupp
Sängerknötchen
Tuberkulose Blutuntersuchung
Diagnose Tuberkulose
Röntgen
Sputumuntersuchung

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