Allergie bei Kindern

Von , Medizinredakteurin und Biologin
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Eine Allergie bei Kindern ist keine Seltenheit: Sie zählt sogar zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Besonders oft leiden Heranwachsende an Heuschnupfen, allergischem Asthma oder Neurodermitis. Lesen Sie mehr zum Thema: Woran kann man eine Allergie bei Baby / Kind erkennen? Wann entwickeln sich Allergien bei (Klein)Kindern? Was können der Arzt und Sie selbst gegen eine allergische Reaktion beim Kind tun?

Kind mit Allergien

Kurzübersicht

  • Allergien bei Kindern - Häufigkeit: 20 bis 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben Heuschnupfen, allergisches Asthma oder Neurodermitis. Etwas seltener sind andere Allergien wie Lebensmittel-, Hausstaub- und Insektengiftallergie. Insgesamt nehmen Allergien bei Kindern (und Erwachsenen) zu.
  • Wie äußert sich eine Allergie bei Kindern? Je nach Art und Schweregrad der Allergie beispielsweise mit Ausschlag, Juckreiz, Bindehautentzündung, laufender Nase (allergischer Schnupfen), anfallsartiger Verengung der Bronchien und Luftnot (allergisches Asthma), Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen.
  • Wann entwickeln sich Allergien bei (Klein-)Kindern? Die genauen Ursachen sind unbekannt. Als Risikofaktoren gelten eine erbliche Veranlagung und diverse Umweltfaktoren (wie Luftschadstoffe, Tabakrauch).
  • Wann zum Arzt? Beim Verdacht auf eine allergische Reaktion Ihres Kindes sollten Sie den Kinderarzt aufsuchen. Bei Anzeichen eines schweren allergischen Schocks (anaphylaktischer Schock) den Notarzt rufen!
  • Allergie bei Kindern - Therapie: Allergieauslöser möglichst meiden, Medikamente (wie Antihistaminika, Kortison), Hyposensibilisierung
  • Allergie bei Kindern - Vorbeugung: u.a. ausgewogene Ernährung und Tabakverzicht in der Schwangerschaft; möglichst kein Kaiserschnitt; nach der Geburt vier Monate voll stillen, keine übertriebene Hygiene etc.

Allergie bei Kindern: Beschreibung & Symptome

Egal, ob eine Nahrungsmittelallergie, Insektengiftallergie, allergisches Asthma oder Heuschnupfen Kinder plagt - in allen Fällen liegt eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentliche harmlose Stoffe (meist pflanzliche oder tierische Eiweiße) zugrunde. Sie hat diverse Symptome zur Folge, etwa im Bereich der Haut, Augen und/oder Atemwege. Manchmal sind primär jene Körperstellen betroffen, die unmittelbar mit dem Allergieauslöser (Allergen) in Kontakt gekommen sind. Das wären beispielsweise bei Heuschnupfen Augen, Nase und eventuell Bronchien. Je schwerer allerdings eine Allergie bei Kindern (und Erwachsenen) ist, desto mehr Körperregionen zeigen Symptome.

Allergie bei Kindern: Haut-Symptome

Oft betrifft eine allergische Reaktion die Haut: Das Kind entwickelt beispielsweise eine Nesselsucht (Urtikaria), also Quaddeln auf geröteter Haut. Ebenfalls möglich sind rote Flecken (Erytheme), Hautschwellungen oder Entzündungen mit nässenden Flecken und einer Ablösung oberer Hautschichten. Typischerweise macht ein teils heftiger Juckreiz Kinder mit allergischen Hauterscheinungen zu schaffen.

Auch Neurodermitis (atopisches Ekzem) - eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung - ist manchmal eine allergische Reaktion der Haut. Das Kind leidet an einem quälenden Juckreiz und einem Hautausschlag, dessen Ausprägung vom Krankheitsstadium abhängt: Typisch für das Akutstadium ist ein stark juckender, roter Ausschlag. Manches Kind kratzt sich ständig, etwa im Gesicht oder an anderen betroffenen Hautstellen. Im weiteren Verlauf werden die betroffenen Partien blasser und trocken, die Haut pellt sich. Schließlich kann sie sich auch allmählich verdicken, gröber und rissig werden.

Bevorzugt zeigt sich der Neurodermitis-Ausschlag bei einem Kind im ersten Lebensjahr im Gesicht (Wangen) sowie an den Außenseiten der Arme und Beine. Bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen tritt die Erkrankung vor allem in den Kniekehlen, Ellenbeugen und am Nacken auf, gelegentlich auch an den Handflächen und Fußsohlen.

Ein roter Ausschlag im Gesicht oder anderswo beim (Klein)Kind kann neben einer Allergie noch viele andere Gründe haben wie Ekzeme, Windpocken, Masern, Scharlach oder Ringelröteln.

Allergie bei Kindern: Symptome an Augen und Nase

Manchmal geht eine Allergie bei Kindern mit einer Bindehautentzündung einher. Typische Symptome einer solchen allergischen Konjunktivitis sind juckende, tränende, rote Augen. Das Kind kann zudem geschwollene Augenlider und Bindehäute sowie lichtempfindliche Augen haben.

Rote Augen beim Kind (und Erwachsenen) können aber auch viele andere Ursachen haben, zum Beispiel Schlafmangel, Staub oder Rauch, Zugluft oder UV-Strahlung.

Sehr oft wird eine allergische Bindehautentzündung von einer juckenden, laufenden Nase begleitet, oft verbunden mit Niesreiz - die Nasenschleimhaut ist entzündet. Bei einem solchen allergischen Schnupfen (allergische Rhinitis) kann die Nasenschleimhaut anschwellen und so die Nasenatmung erschweren.

Allergie bei Kindern: Symptome an den Bronchien

Wenn sich eine Allergie bei Kindern im Bereich der Bronchien manifestiert, zeigt sich dies als erstes meist an einem Pfeifen beim Ausatmen. Es entsteht, weil sich die Bronchien krampfartig verengen. Ein Engegefühl in der Brust sowie Luftnot können hinzukommen. Mediziner sprechen hier von einem allergisch bedingten Asthmaanfall (allergisches Asthma).

Allergie bei Kindern: Symptome im Verdauungstrakt

Besonders eine durch Nahrungsmittel ausgelöste allergische Reaktion kann bei Kindern zu Juckreiz / Brennen und Schwellungen in der Mundhöhle und/oder im Rachen führen. Auch in tieferen Abschnitten des Verdauungstraktes kann eine solche Allergie Kindern Probleme verursachen, etwa in Form von Erbrechen, Bauchschmerzen (z.B. Koliken), Blähungen, Durchfall oder Verstopfung.

Extremfall - anaphylaktischer Schock

Im Extremfall zieht eine Allergie bei Kindern (und Erwachsenen) mehrere Organsysteme oder gleich den gesamten Körper in Mitleidenschaft. Mediziner nennen dies einen anaphylaktischen Schock: Das ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Das Kind kann innerhalb von Minuten nach Kontakt mit dem Allergieauslöser unter anderem Atemnot, Blutdruckabfall sowie ein Herz-Kreislaufversagen entwickeln. Es besteht Lebensgefahr!

Welche sonstigen Anzeichen für einen anaphylaktischen Schock es gibt, und wie Sie in einem solchen Notfall richtig Erste Hilfe leisten, lesen Sie hier.

Allergie bei Kindern: Ursachen & Risikofaktoren

Eine Allergie bei Kindern (und Erwachsenen) entsteht, wenn das Immunsystem eine eigentlich unschädliche Substanz (z.B. Eiweiße bestimmter Pollen) als gefährlich ansieht und mit einer überschießenden Abwehrreaktion bekämpft. Das Ganze läuft in zwei Phasen ab:

  • 1. Phase (Sensibilisierung): Das Immunsystem stuft eine an sich harmlose Substanz (Allergen) fälschlicherweise als gefährlich ein und entwickelt spezifische Antikörper vom Typ Immunglobulin E (IgE) dagegen. Allergische Symptome treten in dieser Phase noch nicht auf.
  • 2. Phase: Meist nach mehrmaligem (symptomlosen) Kontakt mit der vermeintlich gefährlichen Substanz löst die nächste "Begegnung" plötzlich die überschießende Abwehrreaktion aus - die IgE-Antikörper binden die Allergene, was eine Abwehrkaskade in Gang setzt und zu allergischen Symptomen führt.

Wie diese Abwehrkaskade im Einzelnen aussieht, hängt davon ab, welchen Typ von Allergie ein Kind hat. Allergien vom Soforttyp (Typ-I-Allergien) sind am häufigsten (z.B. Heuschnupfen, allergisches Asthma, Neurodermitis, Insektengiftallergie):

Hier sitzen die IgE-Antikörper auf der Oberfläche von bestimmten Immunzellen (Mastzellen). Sobald ein Antikörper ein Antigen "einfängt" (bindet), schüttet die Mastzelle entzündungsfördernde Botenstoffe (vor allem Histamin) aus. Diese lösen die allergischen Symptome (z.B. eine allergische Reaktion der Haut des Kindes oder einen allergischen Schnupfen). Das Ganze geht sehr schnell - die Symptome treten innerhalb von Sekunden bis Minuten nach dem Allergenkontakt auf. Daher die Bezeichnung Soforttyp-Allergie.

Mehr über die verschiedenen Allergietypen lesen Sie hier.

Allergie bei Kindern: Risikofaktoren

Warum bei manchen Kindern das Immunsystem überempfindlich auf harmlose Stoffe reagiert, weiß man bislang nicht genau. Gesichert ist, dass hierbei eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt: Wenn ein Elternteil allergisch auf etwas reagiert, beträgt das Risiko einer Allergie bei den Kindern 20 bis 40 Prozent. Haben beide Elternteile eine Allergie, und zwar die gleiche, werden ihre Sprösslinge sogar mit 60- bis 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls zum Allergiker werden.

Auch verschiedene Umweltfaktoren erhöhen das Risiko einer Allergie bei Kindern, darunter beispielsweise:

  • Luftschadstoffe (wie Feinstaub)
  • Tabakrauch
  • übertriebene Hygiene
  • ungesunde Ernährung (regelmäßiger Verzehr von Fast Food)

Nicht zuletzt können auch psychische Faktoren wie Stress eine Allergie bei Kindern begünstigen.

Wichtige Allergieauslöser bei Kindern

Häufige Auslöser (Allergene) einer Allergie bei Kindern sind:

  • Kot der Hausstaubmilben
  • bestimmte Nahrungsmittel
  • Pollen
  • bestimmte Tiere
  • Insektengift

Weniger häufig lassen sich bei Kindern andere Allergene nachweisen. Vereinzelt sind etwa chemische Substanzen aus Spielsachen, Farben, Bodenbelägen oder Möbeln der Grund für eine Allergie beim (Klein-)Kind. Schimmelpilze beziehungsweise ihre Sporen können ebenfalls überschießende Immunreaktionen in Gang setzen. Bei manchen Kindern verursachen bestimmte Medikamente (wie Antibiotika) eine Allergie. Wenn ein Baby / Kind einen Ausschlag und evtl. weitere Symptome entwickelt, kommt auch eine Kontaktallergie in Betracht, ausgelöst etwa durch ein Pflegeprodukt. So kann beispielsweise ein Ausschlag an den Händen bei Kindern durch eine Hautcreme hervorgerufen werden - aber auch viele andere Ursachen haben (z.B. Hand-Fuß-Mund-Krankheit).

Einfluss des Alters

Verschiedene Allergien kommen bei Kindern je nach Altersstufe unterschiedlich häufig vor. So wird eine allergische Reaktion bei Babys in den ersten zwei Lebensjahren (Säuglingsalter) meist durch bestimmte Nahrungsmittel ausgelöst. Von allen Lebensmittelallergien lassen sich am häufigsten Kuhmilch-, Hühnerei-, Fisch-, Soja-, Weizen- und Nussallergie (z.B. Erdnussallergie) bei Kindern im Säuglings- und auch Kleinkindalter beobachten.

Am häufigsten ist eine Allergie im Kleinkind- und Grundschulalter auf Innenraumallergene (Hausstaubmilben, Katzen) zurückführen, oft aber auch auf Pollen. Letztere sind bei Jugendlichen die häufigsten Allergieauslöser.

Was ist mit Sonnenallergie?

Manches (Klein-)Kind scheint allergisch auf die Sonne zu sein - die Einstrahlung löst Allergie-ähnliche Hautsymptome aus. Meist steckt aber keine echte Allergie dahinter, sondern eine andere Art der Überempfindlichkeit. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Sonnenallergie.

Allergie bei Kindern: Behandlung

Die erste Maßnahme bei einer Allergie bei Kindern (und Erwachsenen) besteht darin, den Allergie-Auslöser bestmöglich zu meiden. Bestimmte Medikamente können darüber hinaus die allergische Reaktion beim Kind verringern und so die Symptome lindern. In manchen Fällen kommt eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Betracht.

Allergene meiden

Eine Allergie bei Kindern lässt sich oft schon dadurch in den Griff bekommen, dass der Allergenkontakt möglichst auf ein Minimum reduziert wird. Einige Beispiele dafür:

  • Bei einer Lebensmittelallergie gilt es, das betreffende Allergen vom Speiseplan zu streichen - ebenso wie Fertigprodukte und Speisen, die als Zutat das betreffende Nahrungsmittel enthalten können (z.B. eierhaltige Teig- und Backwaren bei Hühnereiallergie, Pesto, Nugat und Marzipan bei Nussallergie).
  • Wenn eine Creme oder Salbe einen allergischen Ausschlag beim Kind (z.B. im Gesicht) hervorruft, sollten Sie auf ein anderes Produkt umsteigen. Der Kinderarzt oder Apotheker kann Sie hierbei beraten.
  • Haben Kinder eine Allergie gegen Hausstaubmilben, lässt sich der Allergenkontakt unter anderem mit spezieller Bettwäsche und einem milbendichten Matratzenüberzug verringern. Entfernen Sie möglichst auch Staubfänger aus der Wohnung wie Teppiche, Kissen, schwere Vorhänge und offene Bücherregale.
  • Wenn eine Medikamenten-bedingte Allergie bei Kindern Ausschlag und andere Symptome verursacht, sollten Sie mit dem Arzt besprechen, ob es alternative Präparate gibt, auf die Ihr Kind bei Bedarf ausweichen kann.

Medikamente

Eine medikamentöse Behandlung kann zwar eine Allergie bei Kindern nicht beseitigen, aber die Symptome lindern. Zur Verfügung stehen verschiedene Wirkstoffgruppen:

Mastzellstabilisatoren (Cromone)

Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure kommen in Betracht, wenn Ihr Kind eine Allergie vom Soforttyp hat, etwa einen allergischen Schnupfen durch Pollen, Hausstaubmilben oder Katzenhaare. Sie hemmen die Freisetzung und Neubildung der entzündungsfördernden Botenstoffe aus den Mastzellen, die bei der Vermittlung allergischer Reaktionen vom Soforttyp eine wichtige Rolle spielen (v.a. Histamin).

Oft werden diese Allergie-Medikamente örtlich zum Beispiel als Nasenspray und Augentropfen verabreicht. Es gibt aber auch Darreichungsformen zur Einnahme, etwa Kapseln. Solche systemischen Präparate können für Kinder mit einer Nahrungsmittelallergie angezeigt sein, wenn sich das betreffende Allergen nicht vermeiden lässt.

Weil die Wirkung von Mastzellstabilisatoren meist erst nach mehreren Tagen Anwendung eintritt, sollten diese Medikamente schon einige Tage vor dem (vermutlichen) Allergenkontakt zum Einsatz kommen - bei Heuschnupfen-Kindern also beispielsweise vor Beginn der Pollenflugsaison. Außerdem hält die Wirkung der Präparate nur wenige Stunden an, was eine Anwendung mehrmals am Tag notwendig macht.

Abschwellende Nasentropfen oder -sprays

Die enthaltenen Wirkstoffe sind sogenannte Alpha-1-Sympathomimetika (wie Oxymetazolin, Tramazolin oder Xylometazolin). Sie bewirken, dass sich erweiterte Blutgefäße zusammenziehen (Vasokonstriktion). Diesen Effekt nutzt man, wenn eine Allergie bei Kindern die Nasenschleimhaut hat anschwellen lassen (allergischer Schnupfen) - durch die Gefäßverengung geht die Schwellung zurück.

Die abschwellenden Nasentropfen und -sprays verlieren oft ihre Wirkung, wenn sie häufig oder wiederholt angewendet werden. Außerdem können sie bei längerer Anwendung die Nasenschleimhaut schädigen. Deshalb empfehlen Experten, solche Präparate nur über wenige Tage zu verwenden - wie lange maximal, erfahren Sie aus der Packungsbeilage oder vom Arzt oder Apotheker.

Informieren Sie sich im Vorfeld auch, ab welchem Alter ein allergischer Schnupfen (etwa Heuschnupfen) bei Kindern mit einem bestimmten abschwellenden Präparat behandelt werden darf. Für kleine Kinder sind diese abschwellenden Nasentropfen und -sprays grundsätzlich nicht geeignet.

Nasensprays, die ausschließlich eine physiologische Salz-Lösung beinhalten, können hingegen auch bei Babys sowie über eine längere Zeit verwendet werden.

Antihistaminika

Kinder mit einer Allergie vom Soforttyp können auch mit sogenannten Antihistaminika behandelt werden. Diese Allergie-Medikamente hemmen die Wirkung des Botenstoffes Histamin und damit allergische Symptome wie allergischen Schnupfen, allergische Bindehautentzündung, eine allergische Haut- bzw. Schleimhautschwellung (Angioödem), Juckreiz oder Nesselsucht (Urtikaria).

Antihistaminika erhalten Kinder (und Erwachsene) auch im Rahmen der Notfalltherapie bei schwerem allergischem Schock (anaphylaktischer Schock).

Es gibt Antihistaminika für die örtliche Anwendung (Nasenspray, Augentropfen) sowie zur inneren Anwendung (z.B. als Tabletten oder Saft). Welcher Wirkstoff in welcher Darreichungsform und Dosierung sich am besten eignet, um die Symptome der Allergie Ihres Kindes zu lindern, erfahren Sie von Ihrem Arzt.

Viele der älteren Vertreter dieser Wirkstoffgruppe (Antihistaminika der 1. Generation wie Dimetinden) haben als unerwünschten Nebeneffekt eine sedierende Wirkung, machen also müde. Die neueren Antihistaminika der 2. Generation (wie Cetirizin, Loratadin) wirken dagegen nicht oder kaum sedierend und gelten allgemein als gut verträglich.

Glukokortikoide ("Kortison")

Glukokortikoide (auch Glukokortikosteroide genannt) sind künstlich hergestellte Abkömmlinge des natürlichen Hormons Cortisol. Sie kommen bei verschiedenen allergischen und entzündlichen Erkrankungen zum Einsatz. Glukokortikoide können nämlich Entzündungen sowie Drüsensekretion, Schwellungen und Überempfindlichkeit der Schleimhäute hemmen. Zudem besitzen sie eine immunsuppressive Wirkung, können also Immunreaktionen unterdrücken.

Meist werden Glukokortikoide bei Allergien bei Kindern (und Erwachsenen) lokal angewendet. Wenn etwa ein Kind einen allergischen Ausschlag im Gesicht hat (z.B. bei Neurodermitis), kann eine Kortison-Salbe helfen (etwa mit dem Wirkstoff Hydrokortison). Ein allergischer Schnupfen lässt sich mit einem Kortison-Nasenspray behandeln, eine allergische Bindehautentzündung mit Kortison-Augentropfen. Kinder mit allergischem Asthma erhalten in der Regel ein Kortison-Präparat zur Inhalation (z.B. ein Dosieraerosol) als Langzeittherapie.

Das Risiko für Nebenwirkungen ist bei lokalen Kortison-Präparaten gering, wenn diese richtig angewendet werden. Halten Sie sich hierbei genau an die Empfehlungen des behandelnden Arztes, etwa was Dosierung und Anwendungsdauer betrifft.

Nur selten behandeln Ärzte Allergien bei Kindern (und Erwachsenen) mit Kortison-Präparaten, die innerlich (systemisch) angewendet werden - etwa Tabletten, Zäpfchen oder Injektionen mit Kortison. Der Grund dafür ist das Risiko für teils schwere Nebenwirkungen. So kann eine längerfristige oder hoch dosierte systemische Kortison-Therapie bei Kindern beispielsweise Wachstumsstörungen verursachen. Deshalb erhält ein Kind mit Allergie systemische Kortison-Präparate nur dann, wenn es unbedingt notwendig ist, zum Beispiel bei akuten schweren Allergiesymptomen.

Weitere Medikamente

Bei manchen allergischen Erkrankungen kommen je nach Einzelfall noch weitere Medikamente zur Anwendung. Einige Beispiele:

Zur Therapie von allergischem Asthma gehören in der Reegel auch bronchienerweiternde Mittel (Bronchodilatatoren), darunter vor allem Beta-2-Sympathomimetika und Anticholinergika. Sie werden hauptsächlich inhaliert.

Besonders Kinder und Jugendliche mit allergischem Asthma erhalten oft auch Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten, wenn sich mit einem inhalativen Kortison allein die Erkrankung nicht ausreichend kontrollieren lässt. Die auch Antileukotriene genannten Wirkstoffe werden als Tablette eingenommen. Die Anwendung erfolgt meist in Kombination mit einem inhalativen Beta-2-Sympathomimetikum.

Kindern mit Neurodermitis verschreibt der behandelnde Arzt manchmal Calcineurin-Inhibitoren (Calcineurin-Hemmer). Diese wirken wie Kortison immunsuppressiv. Sie werden meist äußerlich (etwa als Salbe) angewendet, und zwar hauptsächlich dann, wenn lokale Kortison-Präparate nicht helfen oder nicht vertragen werden. Auch wenn der Neurodermitis-Ausschlag beim Kind das Gesicht oder den Hals überzieht, bieten sich lokal applizierte Calcineurin-Hemmer an - diese dünnhäutigen Körperregionen sollten möglichst nicht mit Kortison-Salben oder -Cremes behandelt werden.

Calcineurin-Inhibitoren eignen sich zur Behandlung von Kindern ab dem zweiten Lebensjahr.

Hyposensibilisierung

Manchmal lässt sich eine Allergie bei Kindern ursächlich behandeln, und zwar mit einer Hyposensibilisierung, auch "spezifische Immuntherapie" (SIT) genannt. Dabei bekommt das Kind das Allergen regelmäßig über einen längeren Zeitraum in winzigen, langsam ansteigenden Dosen verabreicht - entweder als Spritze unter die Haut oder als Tablette oder Lösung unter die Zunge. So soll sich der Körper langsam an das Allergen gewöhnen, bis er im besten Fall irgendwann gar nicht mehr allergisch darauf reagiert.

Das dauert aber seine Zeit - eine Hyposensibilisierung erstreckt sich meist über etwa drei bis fünf Jahre. Hauptsächlich angewendet wird sie bei schwerer Pollenallergie, Hausstauballergie oder Insektengiftallergie.

Am besten wirkt eine Hyposensibilisierung, wenn der Patient die Allergie noch nicht sehr lange hat und nicht gegen viele verschiedene Allergene empfindlich ist.

Schwere Allergie: Griffbereites Notfall-Set

Bei schwerer Allergie (z.B. Insektengift- oder Nussallergie) sollten Kinder beziehungsweise ihre Eltern oder Betreuer immer ein Notfall-Set griffbereit haben. Bei einem (drohenden) anaphylaktischen Schock kann nämlich die schnelle Verabreichung notwendiger Medikamente unter Umständen lebensrettend sein! Ein solches Notfall-Set enthält folgende Notfall-Medikamente:

  • eine Fertigspritze mit kreislaufstärkendem Adrenalin, das in einen Muskel injiziert wird,
  • ein Antihistaminikum (z.B. in Tropfenform) gegen die Entzündungsreaktion,
  • ein Glukokortikoid (z.B. als Zäpfchen oder Flüssigkeit zur Einnahme) zur Einnahme, um eine erneute Entzündungsreaktion nach der Erstbehandlung zu verhindern,
  • ein Bronchien-erweiterndes Mittel zum Inhalieren (bei Kindern mit Asthma)
  • und/oder Adrenalin zum Inhalieren.

Dem Notall-Set sollte auch immer Anaphylaxie-Pass beiliegen, den der behandelnde Arzt ausfüllt. Darin steht genau, wogegen das Kind allergisch ist und welche Medikamente wie im Notfall zu verabreichen sind.

An das Umfeld eines Kindes mit schwerer Allergie (Kita, Schule, Verwandte, Freunde etc.) sollten Eltern einen Anaphylaxie-Notfallplan austeilen. Er enthält ein Passbild und die Personalien des Kindes. Zudem sind darin laienverständlich die typischen Frühsymptome sowie die notwendigen Hilfsmaßnahmen bei schwerer allergischer Reaktion erklärt.

Allergie bei Kindern: Wann zum Arzt?

Bei möglichen Anzeichen einer allergischen Reaktion Ihres Kindes (z.B. rote Augen nach Frühlingsspaziergang, Ausschlag im Gesicht nach dem Essen, Kind bekommt Schnupfen nicht los) sollten Sie zum Kinderarzt gehen. Er kann abklären, ob Ihr Kind tatsächlich eine Allergie hat und, wenn ja, wogegen diese sich richtet. Anschließend können Sie mit ihm notwendige Maßnahmen zur Behandlung und Vorbeugung allergischer Reaktionen bei Ihrem Kind besprechen.

Zeigt Ihr Kind schwere allergische Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Hautblässe, Schweißausbruch oder Blutdruckabfall, sollten Sie sofort den Notarzt rufen!

Weitere Erste-Hilfe-Tipps bei Verdacht auf einen schweren allergischen Schock finden Sie im Beitrag Anaphylaktischer Schock.

Allergie bei Kindern: Untersuchungen & Diagnose

Besteht der Verdacht, dass Ihr Kind eine Allergie hat, wird der Arzt zuerst im Gespräch die Krankengeschichte erheben (Anamnese). Dazu bittet er Sie als Eltern beziehungsweise Ihr Kind (falls es alt genug ist) unter anderem, die auftretenden Symptome näher zu schildern. Er fragt auch, ob es einen Verdacht auf einen möglichen Allergieauslöser gibt. Falls etwa das Kind rote Augen und eine laufende juckende Nase bekommt, wenn es im Frühling im Wald und auf Wiesen unterwegs ist, besteht der Verdacht auf eine Pollenallergie. Ein Hautausschlag mit Rötung, Quaddelbildung und Juckreiz sowie Verdauungsbeschwerden nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel deuten auf eine Lebensmittelallergie hin.

Verschiedene Testverfahren können dem Arzt dann helfen, aus der Liste der möglichen Allergieauslöser den oder die richtigen herauszufinden. Zu den möglichen Allergietests zählen:

  • Hauttests (z.B. Pricktest): Verschiedene potenzielle Allergieauslöser werden in geringer Dosis auf oder in die Haut auf- bzw. eingebracht, um zu schauen, ob eines oder mehrere dieser Allergene Überempfindlichkeitsreaktionen hervorruft.
  • Provokationstest: Dabei wird das Kind gezielt einem bestimmten Allergen ausgesetzt (z.B. durch Aufbringen einer Birkenpollen-Lösung auf die Nasenschleimhaut), um so gegebenenfalls eine allergische Reaktion zu provozieren. Das Ganze findet unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung statt und meist nur dann, wenn andere Allergietests unklar ausfallen.
  • Bluttest: Manchmal entnimmt der Arzt zur Abklärung einer Allergie bei Kindern eine Blutprobe, die dann auf spezielle Antikörper oder Abwehrzellen gegen bestimmte Allergene untersucht wird.

Allergie bei Kindern: Verlauf & Prognose

Anders als bei Erwachsenen verändern sich Allergien bei Kindern oftmals in ihrem Verlauf. Bei einigen Sprösslingen verschwindet die Allergie beim Heranwachsen ganz. Das lässt sich besonders bei frühen Formen von Lebensmittelallergie (z.B. Kuhmilchallergie im Säuglingsalter) sowie bei Neurodermitis beobachten. Andere Allergien bleiben dagegen oft bis ins Erwachsenenalter bestehen, etwa Baumnussallergien (wie Walnussallergie) und Erdnussallergie.

Zu einer bestehenden allergischen Erkrankung kann sich mit der Zeit eine weitere hinzugesellen, so etwa beim Heuschnupfen: Kinder, die im Schulalter daran leiden, bekommen im weiteren Verlauf oft zusätzlich Asthma. Umgekehrt entwickeln viele Kinder mit Asthma auch noch einen Heuschnupfen.

Kreuzallergien

Ebenfalls möglich ist, dass ein Kind mit einer bestehenden Allergie auch noch eine sogenannte Kreuzallergie entwickelt: Das Immunsystem reagiert dann nicht nur auf den primären Allergieauslöser überempfindlich, sondern auch auf strukturell ähnliche Allergene aus anderen Quellen. So kann zum Beispiel eine Erdbeerallergie bei Kindern (und Erwachsenen) in einer vorbestehenden Birkenpollenallergie begründet sein: Das Immunsystem hat zuerst eine Allergie gegen Eiweiße in Birkenpollen entwickelt. Weil Erdbeeren ähnliche Eiweiße enthalten, kann das betroffene Kind in der Folge auch überempfindlich auf die roten Früchte reagieren.

Gelingt es die primäre Allergie bei Kindern erfolgreich mittels Hyposensibilisierung zu behandeln, verschwindet oft auch die entsprechende Kreuzallergie.

Allergie bei Kindern: Vorbeugung

Es gibt verschiedene Empfehlungen, wie sich Allergien bei Kindern möglicherweise vorbeugen lassen - bereits während der Schwangerschaft, bei der Geburt und danach.

Allergieprävention in der Schwangerschaft

Egal, ob das Ungeborene aufgrund einer Allergie bei Mama und/oder Papa allergiegefährdet ist oder aber nicht - wenn Sie schwanger sind, sollten Sie folgende Tipps beherzigen, um das Risiko einer allergischen Erkrankung Ihres Kindes zu senken:

  • Verzichten Sie auf eine besonders allergenarme Kost, wie sie früher zur Allergieprävention in der Schwangerschaft empfohlen wurde. Heute weiß man nämlich: Es senkt nicht das Allergierisiko des Kindes, wenn die werdende Mutter Lebensmittel meidet, die besonders oft Allergien auslösen (z.B. Kuhmilch, Walnüsse, Erdnüsse, Hühnereier, Soja, Weizen).
  • Achten Sie vielmehr auf eine vielseitige, ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung, wie sie allgemein in der Schwangerschaft empfohlen wird.
  • Essen Sie regelmäßig Meeresfisch. Das kann das Risiko einer Allergie beim Kind senken.
  • Achten Sie auf ein normales Körpergewicht, das heißt: Nehmen Sie in der Schwangerschaft nicht zu viel zu (u.a. schlecht für das Allergierisiko Ihres Kindes), aber auch nicht zu wenig (Gefahr einer Unterversorgung des Kindes).
  • Rauchen Sie nicht und meiden Sie auch Passivrauch. Kinder rauchender Eltern erkranken häufiger an Asthma als Sprösslinge von Nichtrauchern.

Allergieprävention bei der Geburt

Auch das Geburtsverfahren beeinflusst das Risiko von Allergien bei Kindern:

Wenn Babys bei der natürlichen Entbindung den Geburtskanal passieren, gelangen viele nützliche Bakterien aus der mütterlichen Scheide auf die Haut und in Lunge und Darm des Kindes. Diese Übertragung "guter" Bakterien stimuliert das kindliche Immunsystem. Sie entfällt aber, wenn Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt kommen. Darin sehen Wissenschaftler den Grund dafür, dass Kaiserschnitt-Kinder anfälliger für verschiedene Gesundheitsprobleme und Erkrankungen sind - darunter auch für allergische Erkrankungen (v.a. Asthma und Neurodermitis).

Deshalb der Rat an werdende Mütter: Verzichten Sie auf einen Wunsch-Kaiserschnitt (Kaiserschnitt-Entbindung ohne medizinischen Grund), sondern bringen Sie Ihr Kind möglichst auf natürlichem Wege über die Scheide (vaginal) zur Welt.

Allergienprävention nach der Geburt

>> Ernährung

Um das Risiko einer Allergie bei Kindern zu senken, sollten Mütter ihre Babys in den ersten vier Lebensmonaten voll stillen.

Manche Frauen können oder wollen ihr Kind aber nicht (voll) stillen. Experten empfehlen dann für Risikokinder hydrolysierte Säuglingsnahrung (hypoallergene Säuglingsnahrung, HA-Nahrung) in den ersten vier Lebensmonaten - ergänzend oder alternativ zu den Stillmahlzeiten. Wenn das Kind aber nicht allergiegefährdet ist (also die Eltern keine Allergien haben), sollte es normale Säuglingsnahrung bekommen.

Um den steigenden Nährstoffbedarf des Kindes zu decken, sollten Mütter ab dem 5. Lebensmonat zufüttern (spätestens ab dem 7. Monat) Dabei sollten sie den kindlichen Speiseplan nach und nach immer abwechslungsreicher gestalten - also Schritt für Schritt neue Lebensmittel einführen. Auf allergenreiche Lebensmittel (wie Kuhmilch, Weizen etc.) muss dabei nicht verzichtete werden, im Gegenteil: Der frühzeitige Kontakt mit potenziellen Allergieauslösern ab dem 5. Lebensmonat kann sogar das Risiko einer Allergie bei Kindern senken. Hinweisen zufolge kann beispielsweise das Zufüttern von Fisch im 1. Lebensjahr einer allergischen Erkrankung wie Heuschnupfen, allergisches Asthma und Neurodermitis vorbeugen.

Wenn ein Kind nachweislich eine Lebensmittelallergie hat, müssen Elteren das betreffende Allergen natürlich von seinem Speiseplan streichen. Allerdings sollten sie nach einer Weile vom Arzt prüfen lassen, ob die Überempfindlichkeit noch besteht - eine Lebensmittel-bedingte Allergie beim Kleinkind verändert sich nämlich oft und kann von allein verschwinden.

Studien zufolge könnte eine mediterrane Ernährung mit viel Omega-3-Fettsäuren das Risiko einer Allergie bei Kindern reduzieren. Diese ungesättigte Fettsäure findet sich zum Beispiel in fettem Fisch, Leinöl, Rapsöl, Leinsamen und Nüssen.

Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht bei Ihrem Kind. Übergewicht kann unter anderem das Risiko für Asthma erhöhen.

>> Kontakt mit Keimen

Um einer Allergie bei Kindern vorzubeugen, sollten Sie auf übertriebene Hygiene verzichten. Das kindliche Immunsystem wird durch den Kontakt mit vielfältigen Mikroorganismen stimuliert. So kann es das Risiko einer allergischen Erkrankung verringern, wenn das Kind beispielsweise auf einem Bauernhof aufwächst, in den ersten beiden Lebensjahren eine Kindertagesstätte besucht oder mehrere ältere Geschwister hat.

>> Haustiere

Der Verzicht auf Haustiere ist nicht nötig, um einer Allergie bei Kindern vorzubeugen. Wenn das Kind aber erblich vorbelastet ist, weil bei Mama und/oder Papa eine Allergie vorliegt, sollte der Haushalt Katzen-frei sein. Hunde als Haustiere sind dagegen auch bei allergiegefährdeten Kindern erlaubt - die Vierbeiner scheinen das Allergierisiko zu senken.

>> Rauchen und andere Schadstoffe

Was schon in der Schwangerschaft gilt, trifft auch noch nach der Geburt zu: Eine rauchfreie Umgebung verringert die Gefahr, dass das Kind eine Allergie entwickelt. In der Wohnung, in der Ihr Kind lebt, sollte also nicht geraucht werden. Auch außerhalb davon sollten Familienangehörige, Verwandte und Freunde darauf achten, in der Nähe des Kindes nicht zu qualmen.

Sie als Eltern sollten die Wohnräume häufig lüften. Das senkt die Konzentration an Innenraumluftschadstoffen (wie Formaldehyd). Solche Schadstoffe können nämlich eine Allergie bei Kindern (und Erwachsenen) begünstigen - vor allem im Hinblick auf allergisches Asthma.

Ratsam ist auch eine gesunde Raumfeuchtigkeit. Ist die Luft in Innenräumen nämlich zu feucht, fördert dies das Wachstum von Schimmelpilzen. Und viele Schimmelpilzsporen in der Raumluft können beim Kind eine Allergie gegen Schimmelpilze anstoßen.

Achten Sie auch darauf, dass Ihr Kind möglichst wenig Autoabgasen ausgesetzt ist. Berücksichtigen Sie beispielsweise bei der Suche nach einer neuen Wohnung, dass Studien zufolge das Leben an verkehrsreichen Straßen das Allergierisiko steiger kann.

>> Impfungen

Sie sollten Ihr Kind ganz normal nach den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommision (STIKO) des Robert Koch-Instituts impfen lassen. Experten sind sich einig, dass Impfungen keine Allergien begünstigen, sondern im Gegenteil sogar das Risiko einer Allergie bei Kindern senken können.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Martina Feichter
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
J45L23T78Z88L20J30
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Allergieinformationsdienst des HelmholtzZentrum München: "Allergien bei Kindern vorbeugen", unter: www.allergieinformationsdienst.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Allergieinformationsdienst des HelmholtzZentrum München: "Anaphylaxie", unter: www.allergieinformationsdienst.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Allergieinformationsdienst des HelmholtzZentrum München: "Anaphylaxie vorbeugen", unter: www.allergieinformationsdienst.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Allergieinformationsdienst des HelmholtzZentrum München: "Besonderheiten bei Kindern", unter: www.allergieinformationsdienst.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Allergieinformationsdienst des HelmholtzZentrum München: "Medikamentöse Behandlung", unter: www.allergieinformationsdienst.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Allergieinformationsdienst des HelmholtzZentrum München: "Nahrungsmittelallergie", unter: www.allergieinformationsdienst.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.: "Allergien", unter: www.kinderaerzte-im-netz.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund: "Sonnen-Allergie", unter: www.daab.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund: "Wichtige Hilfsmittel", unter: www.daab.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Infoportal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG): "Allergien", unter: www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Infoportal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG): "Neurodermitis", unter: www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Robert Koch-Institut (RKI): "Allergische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends", in: Journal of Health Monitoring 2018 3(3), DOI 10.17886/RKI-GBE-2018-075
  • S2k-Leitlinie zum Management IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie et al. (Stand: 2016; Gültigkeit nach Überprüfung verlängert: 2018)
  • S3-Leitlinie Allergieprävention - Update 2014 der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin
  • Themenportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: "Allergien - bei Kindern die häufigste chronische Erkrankung", unter: www.kindergesundheit-info.de (Abruf: 03.02.2021)
  • Themenportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: "Lebensmittelallergien bei Babys und Kleinkindern", unter: www.kindergesundheit-info.de (Abruf: 03.02.2021)
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