Gürtelrose (Herpes zoster)

Gürtelrose Ausschlag
Eine Hand im Blauen Handschuh zeigt auf den Gürtelrose-Ausschlag auf dem Bauch eines Mannes (03-21-13 © gokhan ilgaz / iStockphoto)

Die Gürtelrose ist ein schmerzhafter, bläschenförmiger Ausschlag der Haut, der durch das Varicella-Zoster-Virus (VZV) aus der Familie der Herpes-Viren hervorgerufen wird. Herpes zoster ist nicht mit Herpes simplex zu verwechseln, der in Form von gruppierten Bläschen als "Fieberblasen" unter anderem an den Lippen (Herpes labialis) oder im Genitalbereich (Herpes genitalis) auftritt.

Die Gürtelrose ist eine häufige Krankheit. Die Ursache ist eine in der Vergangenheit, oft in der Kindheit erfahrene Varicella-Zoster-Virus Infektion, die Windpocken auslöst. Die Viren werden durch Tröpfcheninfektionen von einer Person auf die andere übertragen. Die Erstinfektion mit dem Varicella-Zoster-Virus findet meist in der Kindheit statt und verursacht Windpocken. Nach dem Abheilen verschwinden die Viren nicht vollständig aus dem Körper, sondern einige "schlummern" lebenslang im Körper. Sie können nach Jahren reaktiviert werden und eine Gürtelrose hervorrufen.

++ Mehr zum Thema: Auslöser der Gürtelrose ++

Wie verläuft die Gürtelrose?

Die Gürtelrose verläuft meist in zwei Phasen: der Vorläufer- und der Akutphase. Nach anfänglichen Allgemeinsymptomen wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und/oder Fieber kommt es nach zwei bis drei Tagen zur Akutphase. In dieser Phase bildet sich entlang des Haut-Versorgungsgebietes des betroffenen Nervs ein Ausschlag, der sich durch gruppiert stehende kleine Bläschen auf entzündlich gerötetem Untergrund bemerkbar macht. Nach drei bis fünf Tagen hat die Gürtelrose ihren Höhepunkt erreicht. Danach platzen die Bläschen auf und verschorfen. Gürtelrose-Patienten sind ab dem Auftreten der Hautbläschen bis zu derem vollständigen Verkrusten ansteckend.

++ Mehr zum Thema: Verlauf der Gürtelrose ++

Wie wird Herpes zoster diagnostiziert?

Vor dem Auftreten der Hautveränderungen ist die Diagnose häufig unklar, weil Schmerzen als vordergründiges Symptom auf verschiedene Erkrankungen hindeuten können. Erst in Kombination mit dem typischen halbseitigen Ausschlag erkennt der Arzt für gewöhnlich recht schnell, dass es sich um eine Gürtelrose handelt.

Zur Diagnosesicherung können ein Tznach-Test mit dem Mikroskop und genetische Labormethoden (PCR) von Abstrichmaterial der Haut beitragen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Herpes-zoster-Komplikationen sind relativ häufig. Zu den lokalen, also den Ausschlag betreffenden Komplikationen zählen die Infektion des Ausschlags mit Bakterien und eine Narbenbildung der Haut. Weiters sind schwerwiegendere, folgenreiche Komplikationen möglich:

  • Post-Zoster-Neuralgie
  • Vernarbung
  • Bakterielle Infektion
  • Hornhaut- und Bindehautentzündung bis hin zur Erblindung (Zoster ophthalmicus) 
  • Entzündung des Hörnervs mit der Gefahr der Ertaubung (Zoster oticus)
  • Lähmungen, insbesondere Lähmung der Gesichtsmuskulatur (Facialisparese)
  • Hirn- und Hirnhautentzündung

Was ist die Post-Zoster-Neuralgie?

Eine schwerwiegende und oft langwierige Komplikation der Gürtelrose ist der Post-Zoster-Nervenschmerz (auch: Post-Zoster-Neuralgie, postherpetische Neuralgie), eine Form von neuropathischen Schmerz. In diesem Fall können die Schmerzen nach dem Abheilen des Ausschlags über Jahre weiterbestehen. Definitionsgemäß bestehen die Schmerzen bei der Post-Zoster-Neuralgie länger als vier Wochen oder treten erst vier Wochen nach einer schmerzfreien Phase auf. Ungefähr 10 - 20 Prozent aller unbehandelten an Gürtelrose Erkrankten entwickeln diese chronische Komplikation. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen.

Wie wird Gürtelrose behandelt?

Bei der Behandlung der Gürtelrose ist die möglichst zeitige Behandlung mit Virustatika, also einer Behandlung, die der Vermehrung von Viren entgegenwirkt, wichtig. Begleitend werden schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente verabreicht. Somit soll die Dauer und Ausdehnung des Ausschlages eingeschränkt werden.

Meist erfolgt neben einer Schmerztherapie auch eine lokale Therapie mit z.B. einer Zinkschüttelmixtur.

++ Mehr zum Thema: Gürtelrose Behandlung ++

Ist die Gürtelrose ansteckend?

Sowohl die Windpocken als auch die Gürtelrose sind bei einer Erstinfektion sehr ansteckend. Die Windpocken werden durch eine Tröpfcheninfektion , das heißt beim Sprechen, Atmen, Niesen oder Husten übertragen, wobei eine Ansteckung auch über größere Distanzen ("mit dem Wind") möglich ist. Eine Infektion durch geplatzte Bläschen (Schmierinfektion) ist eher selten.

Personen, die bereits die Windpocken hatten, müssen selbst bei engem Kontakt zu Menschen mit Gürtelrose keine Ansteckung befürchten. Auch Personen, die gerade eine Gürtelrose haben, sind grundsätzlich keine besonderen Verhaltensregeln zum Vorbeugen einer Ansteckung ihrer Mitmenschen nötig, da Herpes zoster wenig ansteckend ist. Eine Ausnahme gilt für Schwangere und immungeschwächte Personen.

Vorsicht in der Schwangerschaft

Personen mit Immunschwäche sowie Schwangere sollten den Kontakt mit Menschen, die an Gürtelrose erkrankt sind, unbedingt meiden. In der Schwangerschaft kann eine Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus vor der 24. Schwangerschaftswoche sowie kurz vor der Geburt zu Missbildungen des Kindes bzw. Komplikationen führen.

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Autoren:
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Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto

Stand der Information: Dezember 2016

Quellen

Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Infektiologie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Zoster und Zosterschmerzen. Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Stand Juli 2007. 

Tschachler E: Herpes zoster. AKH Consilium. 
Schulzeck S, Gleim M: Zosterneuralgie. Schmerztherapie der akuten Phase und bei Post-Zoster-Neuralgie. Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie 44 (10) 2009, S. 640-655.

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