Fieber bei Kindern

In den meisten Fällen merkt man dem Kind schon rein äußerlich an, dass es Fieber hat. (DenisNata / Shutterstock)

Kinder leiden häufiger an Fieber als Erwachsene. Das liegt daran, dass bei Kindern die Temperaturzentrale noch nicht vollständig entwickelt und stabil ist. Zudem muss das Abwehrsystem von Kindern erst lernen, sich gegen verschiedene Krankheitserreger zur Wehr zu setzen. Schon bei einem kleineren gesundheitlichen Ungleichgewicht erhöht sich daher die Körpertemperatur. Zudem liegt die normale Körpertemperatur aufgrund der hohen Stoffwechselaktivität in den ersten Lebensjahren bei bis zu 38,5 Grad Celsius.

Fieber ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Schutzreaktion des Körpers gegen Infektionen durch Bakterien oder Viren. Die Temperaturerhöhung bewirkt, dass der Körper seine Abwehrkräfte mobilisiert, um so die eingedrungenen Krankheitserreger effektiv zu entfernen. Wenn ein Kind fiebert, hilft es also zunächst einmal sich selbst. Hohes Fieber (ab 39,5 Grad Celsius) kann allerdings wichtige Körperfunktionen beeinträchtigen und ist für den Organismus eine große Belastung. 

Wie erkenne ich, dass mein Kind Fieber hat?

In den meisten Fällen merkt man dem Kind schon rein äußerlich an, dass es Fieber hat: Das Gesicht kann heiß und gerötet sein, die Augen wirken müde und "glasig", Hände und Füße fühlen sich entweder kalt oder heiß an. Manche Kinder sind bei Fieber unruhig oder quengelig und haben keinen Appetit.

Besteht der Verdacht auf Fieber, sollte umgehend die Körpertemperatur gemessen werden.

++ Mehr zum Thema: Fiebermessmethoden ++

Welche Ursachen kann Fieber haben?

Oft kann man keine eindeutige Ursache für Fieber bei Kindern finden. Krankheiten, die Fieber beim Kind verursachen können, sind u.a.:

Die Körpertemperatur von Kindern ist außerdem abhängig von der jeweiligen Umgebung und kann schnell ansteigen bzw. wieder sinken. Steigt die Raumtemperatur an, sollten Sie daher darauf achten, dass Sie Ihr Kind nicht zu warm anziehen, damit es zu einer ausreichenden Abgabe von Wärme kommen kann. Im gegenteiligen Fall – bei eher niedrigen Temperaturen – darf es im Sinne eines ausgeglichenen Wärmehaushalts auch ein Pullover mehr sein.

Wie kann ich meinem Kind helfen, wenn es Fieber hat?

Wichtig ist, dass Sie ruhig bleiben und Ihr Kind genau beobachten. Achten Sie darauf, dem Kind ausreichend Flüssigkeit zu geben.

Der Gebrauch von fiebersenkenden Medikamenten sollte in jedem Fall vorher mit dem Kinderarzt abgesprochen werden!

++ Mehr zum Thema: Behandlung von Fieber bei Kindern ++

Wann zum Kinderarzt?

Es gibt keine eindeutigen Empfehlungen, ab welchem Fiebertag Sie einen Arzt aufsuchen sollten oder ab welcher Temperatur der Fieberzustand als Besorgnis erregend einzustufen ist. Beides ist abhängig vom Allgemeinzustand des Kindes und von der Erfahrung der Eltern.

++ Mehr zum Thema: Wann zum Kinderarzt ++

Was kann ich im Fall eines Fieberkrampfes tun?

In seltenen Fällen kann es bei hohem Fieber zu Krampfanfällen kommen. Dabei kommt es zu einem kurzen Verlust des Bewusstseins und zu Muskelzuckungen. Ein Fieberkrampf ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohend, ein Arzt sollte die Ursache aber auf alle Fälle abklären und das Fieber senken.

Wenn bei Ihrem Kind ein Fieberkrampf auftritt, handeln Sie ruhig und überlegt. In den meisten Fällen geht dieser schnell vorüber und bedeutet nichts Schlimmes. Bleiben Sie bei Ihrem Kind, beruhigen Sie es und drehen Sie es auf die Seite, falls es erbricht. Das vom Krampf geschüttelte Kind darf nicht festgehalten werden. Bis zum Eintreffen des Kinder- oder Notarztes muss die Atmung regelmäßig kontrolliert werden.

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Autoren:
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Medizinisches Review:
Priv.-Doz. DDr. Tamás Fazekas
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc, Dr. med. Peter Mahlknecht, Dr. med. Stefanie Sperlich

Stand der Information: Januar 2015

Quellen

 Gortner L, Meyer S, Sitzmann FC: Pädiatrie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2012, 4. Auflage; Kap. 19.2

Bald M, Biberthaler P, Blattmann C: Kurzlehrbuch Pädiatrie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2012; Kap. 7.1.2

Kerbl R, Kurz R, Roos R, Wessel L: Checkliste Pädiatrie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2011, 4. Auflage; Kap.11.1

Medizinisches Wissensnetzwerk evidence.de der Universität Witten/Herdecke (Stand 6.10.2010)

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.; www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand 6.10.2010)

Koletzko B (Hrsg.): Kinder und Jugendmedizin. 13., vollständig aktualisierte Auflage, Springer Verlag 2007

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