Angina pectoris (Herzenge)

Mann wird abgehorcht
Doktor untersucht älteren Patienten: Rauchen erhöht das Risiko, an Angina pectoris zu erkranken (04-24-13 © Catherine Yeulet / iStockphoto)

Bei der Angina pectoris führt eine akute Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen zu ausgeprägten Schmerzen in der Herzgegend. Zu den typischen Symptomen zählen weiters Atembeklemmungen sowie ein Engegefühl im Brustkorb.

Die Schmerzen können in verschiedene Richtungen ausstrahlen und sehr unterschiedliche Beschwerden hervorrufen. Deswegen werden Angina-pectoris-Beschwerden manchmal fälschlich als Magen-, Zahn- oder Schulter- und Armschmerzen gedeutet.

Wie kommt es zur Herzenge? 

Ursache der Erkrankung ist die drastische Verengung oder sogar der Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit / KHK). Die so genannten Koronararterien versorgen normalerweise das Herz mit Blut. Kommt es jedoch zu einer Verengung von mehr als 90 Prozent, gelangt nicht mehr genügend Blut zum Herzmuskel. Diese Unterversorgung führt vor allem bei körperlicher Anstrengung zu Schmerzen (Angina pectoris) und Atemnot.

Auch andere Erkrankungen wie Blutmangel (Anämie), Stoffwechselerkrankungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion), Herzrhythmusstörungen oder Herzklappenfehler können eine Angina pectoris verursachen oder verschlimmern. Es existiert auch ein Krankheitsbild, bei dem sich die Herzkranzgefäße verkrampfen und verengen, ohne verkalkt zu sein: die so genannte Prinzmetal-Angina.

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Wie stellt der Arzt die Diagnose?

  • Die Krankengeschichte (Anamnese), die typischen Symptome und das Ergebnis eines EKG (Elektrokardiogramm) führen zur Diagnose. Auch die umgehende Besserung des Zustandes nach der Einnahme von Nitroglyzerin weist auf die richtige Diagnose hin.
  • Darüber hinaus kann ein Belastungs-EKG gemacht werden: Der Patient sitzt auf einem Trainingsfahrrad oder läuft auf einem Laufband; bei steigender Belastung werden EKG-Kurven aufgezeichnet. Diese Untersuchung gibt darüber Aufschluss, ob die belastungsabhängigen Schmerzen vom Herzen herrühren oder nicht.
  • Die Echokardiographie ist eine Untersuchung des Herzens mit dem Ultraschallgerät. Der Herzmuskel und seine Bewegungen können auf diese Weise genau und schmerzlos untersucht werden.
  • Mit den bildgebenden Verfahren Magnetresonanz-Tomographie (MRT) und Computer-Tomographie (CT) können Kalkablagerungen in den Herzgefäßen nachgewiesen werden.
  • In manchen Fällen werden die Herzkranzgefäße direkt mit Hilfe eines Herzkatheters untersucht (Koronarangiographie).

Was kann der Arzt tun?

Der Arzt wird den Patienten zunächst auf mögliche Risikofaktoren hin untersuchen, wenn erforderlich weitere Untersuchungsschritte in die Wege leiten und auf Basis der Befunde eine medikamentöse Behandlung verordnen.

++ Mehr zum Thema: Mögliche Behandlungen bei Angina pectoris? ++

Prognose

Eine Angina pectoris ist noch kein Warnsignal für einen drohenden Herzinfarkt, erst bei Änderung des Verlaufscharakters (Intensität, Schweregrad, Auslösbarkeit etc.) ist dieser Verdacht auszusprechen.

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Autoren:
Univ. Prof. Dr. Otmar Pachinger, Univ. Prof. Dr. Manfred Zehetgruber, MSc
Medizinisches Review:
Univ.Prof. Dr. Manfred Zehetgruber


Stand der Information: März 2011 Top



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