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Darmkrebs (kolorektales Karzinom)

kolorektales Karzinom, Krebs
Um Darmkrebs frühzeitig entdecken und behandeln zu können, ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung besonders wichtig. (PS3000 / iStockphoto)

Darmkrebs ist der Überbegriff für bösartige Erkrankungen des Darms, wobei mit diesem Begriff in der Regel Krebserkrankungen des Dickdarms gemeint sind. Im Dünndarm können ebenfalls Krebserkrankungen auftreten, diese sind aber weitaus seltener.

Kurzfassung:

  • Den größten Einfluss auf die Entstehung von Darmkrebs hat die Ernährungsweise.
  • Zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr ist das Erkrankungsrisiko für Darmkrebs am höchsten.
  • Symptome für Darmkrebs sind u.a. Blut im Stuhl, Krämpfe, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und veränderte Stuhlkonsistenz.
  • Bei Verdacht auf Darmkrebs wird eine Darmspiegelung durchgeführt und eine Gewebeprobe entnommen.
  • Therapie der ersten Wahl ist die komplette chirurgische Entfernung des befallenen Darmabschnitts.
  • Bei höherem Krankheitsstadium wird zusätzlich eine Chemotherapie empfohlen.
  • Ist der Enddarm betroffen, wird in Abhängigkeit vom Krankheitsstadium zusätzlich vor oder nach der Operation eine Chemotherapie mit oder ohne Bestrahlung durchgeführt.
  • Je früher der Tumor entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher besonders wichtig.

 


Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in den westlichen Industrienationen, jährlich erkranken etwa 5.000 Österreicher daran. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist Darmkrebs mit einer geschätzten jährlichen Neuerkrankungszahl von 49 pro 100.000 Einwohner die dritthäufigste Krebsart. Die Zahl der Neuerkrankungen ist in den letzten zehn Jahren zum Teil aufgrund der Vorsorgeuntersuchungen und Veränderung des Essverhaltens zurückgegangen.

Seit 1997 ist die Sterblichkeit bei Frauen um 33%, bei Männern um 23% gesunken. Wird der Tumor frühzeitig entdeckt und entfernt, liegt die Heilungsrate bei 90%. Darmkrebs tritt in 95% der Fälle im Bereich des Dick- oder Enddarms auf.

+++ Mehr zum Thema: Was ist Krebs? Was sind Metastasen? +++

Wie ist der Darm aufgebaut?

Der Darm des Menschen ist insgesamt etwa vier Meter lang und gliedert sich in Dünn- und Dickdarm, die jeweils unterschiedliche Aufgaben haben: Im Dünndarm (Intestinum tenue) wird der Speisebrei über eine Strecke von zwei bis drei Metern verdaut und die Nährstoffe werden ins Blut aufgenommen. Im wesentlich kürzeren – etwa 1,5 Meter langen – Dickdarm (Intestinum crassum) wird den unverdaulichen Nahrungsbestandteilen nochmals Wasser entzogen und so der Stuhl eingedickt. Die letzten 15–20 Zentimeter des Dickdarms werden Mast- oder Enddarm (Rektum) genannt. Der Stuhl sammelt sich dort vor der Entleerung, der Schließmuskel (Sphinkter) verhindert den unwillkürlichen Abgang.

Ausgekleidet ist der Darm mit einer Schleimhautschicht, über die der Stuhl durch Muskelkontraktionen vorangetrieben wird. Die Zellen dieser Schleimhautschicht erneuern sich ständig, indem sie sich fortlaufend teilen. Darmkrebs nimmt seinen Ursprung meist in diesen sehr teilungsaktiven Schleimhautzellen, wenn die ohnehin hohe Wachstumsgeschwindigkeit durch genetische Veränderungen (Mutationen) außer Kontrolle gerät.

Wie entsteht Darmkrebs?

Es bildet sich zunächst ein sogenannter Polyp (Adenom), eine noch gutartige, pilzähnliche Wucherung, die ins Darminnere hineinragt. Etwa 90% der bösartigen Darmerkrankungen nehmen ihren Ausgang von einem solchen Polypen. Die Entwicklung vom Polypen zum Karzinom dauert etwa sieben Jahre. Wird der Polyp in dieser Zeit bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung rechtzeitig entfernt, kann der Übergang in eine Krebserkrankung verhindert werden.

+++ Mehr zum Thema: Darmpolypen +++

An welchen Stellen entsteht Darmkrebs?

Grundsätzlich kann in jedem Darmabschnitt aus den Zellen der Schleimhaut Krebs entstehen. In etwa der Hälfte der Fälle entwickelt er sich jedoch im Enddarm, das entspricht den letzten 16 Zentimetern des Darms (Rektumkarzinom), gefolgt von der sogenannten Sigmaschlinge (30%), die an das Rektum angrenzt, und in weiterer Folge vom ansteigenden queren oder absteigenden Dickdarmanteil (jeweils 10%). Dünndarmtumoren sind selten.

Wer ist von Darmkrebs betroffen?

Darmkrebs ist vorwiegend eine Erkrankung älterer Menschen: Ab dem 40. Lebensjahr verdoppelt sich das Erkrankungsrisiko alle zehn Jahre, zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr ist das Erkrankungsrisiko am höchsten. Dickdarmkrebs ist bei Frauen und Männern gleich häufig, Rektumkarzinome kommen bei Männern etwas öfter vor.

Wenn junge Menschen unter 40 Jahren, Kinder oder Jugendliche an Darmkrebs erkranken, haben sie oft eine starke genetische Veranlagung dazu. Personen mit Darmkrebsfällen in der Familie sollten daher auf frühzeitige und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen besonderen Wert legen. Bei diesen wird auf bekannte genetische Veränderungen getestet und es können bei Bedarf frühzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Bei 5% der Dickdarmtumoren kann derzeit eine vererbte genetische Veränderung gefunden werden (z.B. familiäre adenomatöse Polyposis – FAP, hereditäres nicht-polypöses kolorektales Karzinom – HNPCC, Gardner-Syndrom, Peutz-Jeghers-Syndrom).

Die übrigen 95% sind sogenannte "sporadische Karzinome“, die durch eine Kombination aus mehr oder weniger starker erblicher Neigung und schädigenden Umwelteinflüssen entstehen. Auch einige Risikofaktoren begünstigen das Auftreten von Darmkrebs.

Welche Risikofaktoren begünstigen Darmkrebs?

  • Mangelnde körperliche Bewegung
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Ungesunde Ernährung

Wie kann man der Erkrankung vorbeugen?

Regelmäßige körperliche Aktivität, gezielte Gewichtsreduktion bei Übergewicht, Rauchstopp und eine gesunde Ernährung können der Entstehung von Darmkrebs vorbeugen.

Es gibt jedoch keine spezielle Ernährungsform, die sich zur Prävention von Darmkrebs eignet. Stattdessen sollte auf die allgemeinen Ernährungsempfehlungen geachtet werden: Dazu gehören viel Obst und Gemüse (5 Portionen täglich), weniger rotes sowie verarbeitetes Fleisch, Reduktion des Alkoholkonsums und eine Ballaststoffzufuhr von 30 Gramm pro Tag.

Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) haben unabhängig von den oben genannten Risikofaktoren ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Dies gilt im Besonderen, wenn große Teile des Darms betroffen sind und die Krankheit schon länger als 10–15 Jahre besteht. Für diese Personengruppe sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig.

Welche Symptome treten bei Darmkrebs auf?

Darmkrebs bleibt meist für lange Zeit symptomlos und wird aus diesem Grund oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Die Beschwerden können sehr unspezifisch sein und sich schleichend bemerkbar machen. Mögliche Symptome für Darmkrebs sind:

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Blut oder Schleim im Stuhl
  • Darmkrämpfe
  • Veränderung der Stuhlkonsistenz ("Bleistiftstuhl“)
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Blähungen
  • ungewollte Gewichtsabnahme

Veränderungen der Stuhlkonsistenz oder -beschaffenheit sind in der Regel umso geringer, je weiter oben sich der Tumor im Darm befindet. Veränderungen der Stuhlkonsistenz sind dann seltener zu beobachten, es kann jedoch durch Blutbeimengung zu Veränderungen der Stuhlfarbe (dunkelrot bis schwarz) kommen.

Liegt der Tumor tiefer unten im Darm, entstehen häufiger Beschwerden bei der Stuhlentleerung. Der Stuhl enthält Blut oder Schleim, die Schmerzen sind krampfartig, werden jedoch durch den Abgang von Winden (Blähungen) und durch die Stuhlentleerung gelindert.

Ist der Krebs im Enddarm lokalisiert, verstärkt sich der Stuhldrang und ist teilweise mit starken Schmerzen verbunden. Der Abgang von Blut und Schleim kann während und zwischen den Stuhlgängen auftreten. In manchen Fällen treten gleichzeitig Hämorrhoiden auf, die fälschlicherweise zu der Annahme verleiten können, die alleinige Ursache der Beschwerden zu sein. Blut im Stuhl ist immer krebsverdächtig und sollte zu einer umgehenden Untersuchung Anlass geben.

Wie wird Darmkrebs diagnostiziert?

Häufig wird Dickdarmkrebs im Rahmen einer Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung) entdeckt. Bei Verdacht auf Krebs im Dünndarm wird eine sogenannte Kapselendoskopie oder eine spezielle Röntgenuntersuchung durchgeführt. Für die histologische Aufarbeitung ist die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) unbedingt notwendig.

Welche Methoden werden zur Darmkrebsdiagnostik verwendet?

  • Koloskopie

Die Koloskopie ist die Methode der Wahl zur Feststellung und Kontrolle, ob Darmkrebs oder Polypen vorliegen.

  • Rektale Untersuchung

Die rektale Untersuchung ist bei Enddarmkrebs von Bedeutung, da der Arzt so feststellen kann, ob der Tumor verschiebbar ist oder nicht.

  • FOBT bzw. Hämoccult-Test

Dient dem biochemischen Nachweis von nicht sichtbarem Blut im Stuhl. Damit können kleinste Blutmengen festgestellt werden. Die alleinige Aussagekraft des Hämoccult-Tests ist unzureichend, weshalb er immer mit anderen Verfahren kombiniert wird.

  • CT und MRT

Die Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) kommt als Alternative zur Koloskopie zum Einsatz, wenn zum Beispiel infolge einer Verengung des Darms keine komplette Darmspiegelung durchgeführt werden kann. In diesem Fall spricht man von einer virtuellen Koloskopie.

  • Tumormarker

Tumormarker wie CEA oder CA 19-9 können einen Hinweis auf Vorliegen einer Krebserkrankung liefern, sind aber nicht spezifisch für Darmkrebs.

  • Kapselendoskopie

Bei Verdacht auf eine Krebserkrankung des Dünndarms kommt die sogenannte Kapselendoskopie zum Einsatz. Der Patient verschluckt dabei eine miniaturisierte Kamera, die nach ihrem Ausscheiden hochauflösende Bilder von ihrer Reise durch den gesamten Darm liefert.

Bei einem bestätigten Karzinom ist zur Bestimmung des Krankheitsstadiums häufig eine Computertomografie der Lungenorgane, der Leber und des gesamten Bauchbereichs notwendig.

Klassifikation des Tumors

Die Stadieneinteilung berücksichtigt normalerweise das sogenannte TNM-System:

  • Tiefeninvasion ins Gewebe (T, 1–4)
  • Lymphknotenbefall (N, 0–3)
  • Metastasen (M, 0–1)

So bedeutet etwa M0, dass keine Fernmetastasen vorliegen. Bei M1 finden sich hingegen in Organen wie Leber oder Lunge sogenannte Tochtergeschwülste des Primärtumors. Zur Stadieneinteilung können neben der Histologie auch Sonografie, Thoraxröntgen, CT/MRT, Skelettszintigrafie und die Bestimmung einiger Tumormarker (CEA, CA-19-9) zur Anwendung kommen.

Grobe allgemeine Stadieneinteilung

  • Stadium 0

Nur oberflächliche krebsverdächtige Zellen an der Schleimhaut vorhanden.

  • Stadium 1

Tumor wächst nur bis in die Muskelschicht der Darmwand und hat keine Tochtergeschwülste gebildet.

  • Stadium 2

Tumor hat die gesamte Darmwand durchwachsen, aber keine Lymphknoten befallen oder entfernte Tochtergeschwülste gebildet.

  • Stadium 3

Tumor befällt Nachbarorgane und Lymphknoten in der Umgebung.

  • Stadium 4

Tumor hat bereits Tochtergeschwülste an entfernt liegenden Organen (Fernmetastasen) gebildet.

Wie wird Darmkrebs behandelt?

Zur Behandlung von Darmkrebs gibt es mehrere Möglichkeiten. Bevorzugt wird die komplette chirurgische Entfernung des befallenen Darmabschnitts, da hiermit die besten Heilungsaussichten bestehen. Vor (neoadjuvant) oder nach (adjuvant) einer Operation können ergänzend Krebsmedikamente (Zytostatika) verabreicht werden.

  • Ziel der neoadjuvanten Chemotherapie ist es, den Tumor zu verkleinern und damit operabel zu machen.
  • Ziel der adjuvanten Chemotherapie ist es, mögliche verbliebene Kleinsttumoren oder Tumorzellen abzutöten.

Um der enormen Komplexität einer Krebserkrankung gerecht zu werden, treffen sich vor Therapiebeginn mehrere Spezialisten und Fachärzte im sogenannten Tumorboard und besprechen das weitere Vorgehen. Daher kann die Auswahl der Wirkstoffe, welche aufgrund von Patientenalter, Mutationen, Art des Tumors und vorangegangenen Therapien an sich schon sehr variabel ist, schwer vorhergesagt werden.

Die Erstlinientherapie besteht üblicherweise aus dem FOLFORI-, FOLFOX-, FOLFOXIRI- oder dem CAPOX-Schema. Die Buchstabenkombinationen stehen für die Arzneistoffe, die in diesem Schema zur Anwendung kommen. Weiters können bei Patienten ohne RAS/BRAF-Mutationen Antikörper gegen EGFR (bei linksseitiger Tumormanifestation) und bei Patienten mit oder ohne diese Veränderungen Antikörper gegen VEGF eingesetzt werden. Bei Enddarmtumoren wird eine direkte Bestrahlung der Tumoren vor der Operation in Erwägung gezogen.

Wie ist die Prognose bei Darmkrebs?

Die Chancen einer Heilung von Darmkrebs sind umso größer, je früher der Tumor entdeckt und entfernt wird. Der Darmkrebs kann nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftreten (Rezidiv); kommt es zu einem Rückfall, so geschieht dies in 80% der Fälle innerhalb der ersten zwei Jahre nach erfolgter Erstbehandlung. Nach fünf Jahren ist ein Wiederauftreten sehr selten und es kann von einer "Heilung“ ausgegangen werden. Da die Wahrscheinlichkeit besteht, dass auch nach sehr langer Zeit noch ein Rezidiv auftritt, werden in regelmäßigen Abständen Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt.

Ob ein Tumor komplett entfernt werden kann, entscheidet seine lokale Ausbreitung. Nachbarorgane wie die Blase, andere Darmteile, Prostata, Gebärmutter, Scheide und Knochen können bereits infiltriert sein. In regionalen Lymphknoten sowie in der Leber oder Lunge können Fernmetastasen auftreten, was eine komplette Entfernung schwieriger macht.

Die "Residualklassifikation“ (R-Klassifikation) zeigt an, ob der Tumor komplett entfernt werden konnte. Sie ergibt sich nach der Operation aus der genauen Untersuchung des entfernten Gewebes unter dem Mikroskop. R-0 bedeutet komplette Entfernung, bei R-1 befinden sich noch mikroskopisch kleine Tumorreste und bei R-2 mit bloßem Auge sichtbare Reste im Körper. R-X bedeutet, dass nicht sicher beurteilt werden kann, ob noch Krebszellen zurückgeblieben sind.

Wie kann Darmkrebs vermieden werden?

Zur Vorbeugung von Darmkrebs ist es am besten, die bekannten Risikofaktoren zu vermeiden. Es kann eine allgemeine Empfehlung gegeben werden für:

  • gesunde Ernährung
  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • Rauchstopp
  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs (oder anderen Krebsarten) zu erkranken, kann durch eine allgemein gesunde Lebensweise deutlich gesenkt werden. In der Ernährung sollten Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte die Hauptrolle spielen, Süßigkeiten und tierische Fette eher selten genossen werden. Insbesondere rotes und verarbeitetes Fleisch sollte man nicht täglich essen.

Vermeiden Sie Übergewicht und bewegen Sie sich regelmäßig! Die Vorgabe der WHO (World Health Organization/Weltgesundheitsorganisation) lautet: 30 Minuten Sport von mittlerer Intensität an den meisten Tagen der Woche. Verzichten Sie auf das Rauchen, dem Hauptverursacher von Krebs – auch von Lungen- und Blasenkrebs – sowie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

+++ Mehr zum Thema: Darmkrebsvorsorge nötig, wenn beschwerdefrei? +++

Vorsorgeuntersuchung

Man geht davon aus, dass 90% aller Fälle von Darmkrebs geheilt werden könnten, wenn die Erkrankung rechtzeitig entdeckt wird. Anders als bei vielen anderen Krebsarten besteht im Fall von Darmkrebs die Chance, die Krankheit tatsächlich zu verhindern, indem gefundene Darmpolypen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung entfernt werden, bevor ein Karzinom entstehen kann.

Das Krebsrisiko steigt ab dem 50. Lebensjahr an. Daher sollte hier die erste Vorsorge-Darmspiegelung durchgeführt werden. Versicherte haben ab dem 50. Lebensjahr jährlich Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung. Bei bestimmten Erbkrankheiten in der Familie werden die Kosten schon wesentlich früher übernommen.

Für die Vorsorgeuntersuchung stehen dem Arzt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, wie die Probe auf verstecktes Blut im Stuhl (Hämoccult-Test), die Tastuntersuchung und natürlich die Darmspiegelung.

  • Hämoccult-Test

Mithilfe des Hämoccult-Tests kann festgestellt werden, ob sich Blut im Stuhl befindet, das von einem blutenden Karzinom stammen kann. Der Hämoccult-Test sollte jährlich durchgeführt werden. Wenn eine vorhandene bösartige Geschwulst allerdings nicht blutet, ist der Test falsch negativ. Völlige Sicherheit bietet der Hämoccult-Test also nicht.

  • Tastuntersuchung und Darmspiegelung

Bei der Tastuntersuchung fallen nur Tumoren auf, die mit dem Finger erreicht werden können.

Am sichersten ist daher die Untersuchung des kompletten Dickdarms bei einer Darmspiegelung (Koloskopie). Bei der Untersuchung mit einem flexiblen Endoskop werden Polypen mithilfe einer kleinen Schlinge gleich entfernt, was die Krebsgefahr verringert. Aus verdächtigen Stellen entnimmt der untersuchende Arzt eine Gewebeprobe, die danach mikroskopisch beurteilt wird. Bei negativem Befund sollte die Koloskopie nach fünf bis zehn Jahren wiederholt werden.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Prim. Univ.Prof. Dr. Heinz Peter Ludwig
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie „Kolorektales Karzinom“, Version 2.1, 2019
Statistik Austria: Dickdarm, Enddarm (online); http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/krebserkrankungen/dickdarm_enddarm/index.html (letzter Zugriff am 17.07.2020)

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