Rektoskopie

Von Lena Machetanz, Ärztin
Aktualisiert am
Alle NetDoktor-Inhalte werden von medizinischen Fachjournalisten überprüft.

Als Rektoskopie bezeichnet man die Untersuchung des Mastdarms (Rektum) mit einem Endoskop. Der Mastdarm ist ein bis zu 15 Zentimeter langer Abschnitt des Enddarms. Die Untersuchung dauert in der Regel nicht länger als fünf bis zehn Minuten. Lesen Sie hier alles Wichtige über den Ablauf der Rektoskopie, die notwendige Vorbereitung und wann die Untersuchung durchgeführt wird!

Rektoskopie

Wann wird die Rektoskopie durchgeführt?

Folgende Beschwerden sind ein Grund für die Rektoskopie:

  • anhaltende Beschwerden beim Stuhlgang
  • Blutauflagerung auf dem Stuhl
  • Blutung im Bereich des Anus

Mithilfe der Untersuchung kann der Arzt zuverlässig Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom - eine Form von Darmkrebs), Entzündungen, Ausstülpungen, Fistelgänge, Darmpolypen oder auch Hämorrhoiden diagnostizieren. In der Frauenheilkunde wird die Rektoskopie ausserdem angewendet, um bei Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane ein Einwachsen in den Darm zu erkennen.

Rektoskopie: Vorbereitung

Die Vorbereitung auf die Rektoskopie gestaltet sich für den Patienten oft angenehmer als bei der Koloskopie, da er kein Abführmittel trinken muss. Prinzipiell kann der Arzt die Untersuchung bereits durchführen, wenn der Patient den Darm entleert hat. Um aber auch kleinere Befunde an der Darmschleimhaut nicht zu übersehen, reinigt der Arzt den Enddarm direkt vor der Untersuchung mit einem Einlauf (Klistier).

Wie läuft die Rektoskopie ab?

Als Erstes verabreicht der Arzt dem Patienten einen Einlauf zur Darmreinigung. Sobald der Patient daraufhin den Darm entleert hat, kann die eigentliche Untersuchung beginnen. Sie kann in verschiedenen Positionen durchgeführt werden: Der Patient kann entweder mit angezogenen Beinen auf der linken Seite liegen oder sich auf Knie und Ellenbogen stützen oder mit leicht gebeugten Beinen auf dem Rücken liegen (sogenannte Steinschnittlage).

Der Arzt verwendet für die Untersuchung des Mastdarms ein sogenanntes Rektoskop. Das ist ein etwa 20 bis 30 Zentimeter langes "Rohr" mit einem Durchmesser von 12 bis 24 Millimetern, das an seinem vorderen Ende eine Lichtquelle und eine kleine Kamera trägt. Der Arzt bestreicht das Rektoskop mit Gleitmittel und führt es dann vorsichtig in den Analkanal ein. Dafür bittet er den Patienten, leicht zu pressen (ähnlich wie beim Stuhlgang). Dadurch wird nämlich der Schliessmuskel gelockert, sodass das Rektoskop ihn leichter passieren kann.

Jetzt bläht der Arzt das Rektum durch Einpumpen von Luft etwas auf, damit sich die Schleimhaut entfaltet und besser einsehbar ist. Dieses Aufblasen führt beim Patienten oft zu einem Stuhldranggefühl, das zwar unangenehm, aber ganz normal ist. Hat der Arzt die Schleimhaut des Rektums sorgfältig untersucht, zieht er das Rektoskop zurück und lässt dabei die zugeführte Luft ab.

Falls der Arzt Polypen im Enddarm entdeckt, entfernt er diese üblicherweise gleich während der Rektoskopie. Er kann auch Gewebeproben während der Untersuchung entnehmen.

Was passiert nach der Rektoskopie?

Direkt nach der Untersuchung ist der Enddarm oft noch etwas gereizt, was sich in leichten Schmerzen oder einem gewissen Druckgefühl äussert. Es kann auch vorübergehend etwas schleimiger Stuhl auftreten. Bereits am Tag nach der Rektoskopie sollte sich das aber wieder normalisiert haben.

Falls der Arzt während der Untersuchung Darmpolypen entfernt oder Gewebeproben entnommen hat, treten manchmal leichte Nachblutungen auf, die aber kein Grund zur Beunruhigung sind. Bei grösseren Blutabgängen aus dem Darm nach einer Rektoskopie sollten Patienten allerdings dringend ihren Arzt aufsuchen. 

Autoren- & Quelleninformationen

Jetzt einblenden
Aktualisiert am :
Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Peter Borlinghaus
Quellen:
  • Akintürk, H. et al.: Express Pflegewissen Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2017.
  • Schwandner, O.: Proktologische Diagnostik. Springer Verlag, 1. Auflage 2016
Teilen Sie Ihre Meinung mit uns
Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie NetDoktor einem Freund oder Kollegen empfehlen?
Mit einem Klick beantworten
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0 - sehr unwahrscheinlich
10 - sehr wahrscheinlich