Cholangitis

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Dr. med. Julia Schwarz

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Die Cholangitis (Gallengangsentzündung) ist eine Entzündung der Gallengänge innerhalb oder ausserhalb der Leber. Die typischen Symptome der Cholangitis sind Fieber, Oberbauchschmerzen und eine Gelbfärbung der Haut (Ikterus). Es handelt sich um eine seltenere Krankheit, die vor allem Frauen ab dem 40. Lebensjahr betrifft. Die Cholangitis wird meistens durch Bakterien oder Gallensteine verursacht. Sie lässt sich mit Antibiotika oder durch eine Gallensteinentfernung gut behandeln. Hier lesen Sie alles Wichtige zur Cholangitis.

Cholangitis: Gallenblase und Bauchspeicheldrüse

Kurzübersicht

  • Symptome: Bei akuter Cholangitis starke Schmerzen im Oberbauch, oft hohes Fieber, Gelbfärbung der Haut; bei den autoimmunen Formen Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Gelbsucht und starker Juckreiz
  • Behandlung: Bei der akuten Form Antibiotika, bei Bedarf Entfernung von Gallensteinen, bei den autoimmunen Formen medikamentös, unter Umständen Lebertransplantation
  • Ursachen: Bei akuter Cholangitis eine bakterielle Infektion, bei den autoimmunen Formen eine Verengung der Gallenwege aufgrund einer durch das eigene Immunsystem ausgelösten Entzündung
  • Risikofaktoren: Gallensteine, Verengung der Gallengänge (zum Beispiel nach Operationen oder bei Tumoren)
  • Diagnose: Körperliche Untersuchung, Blutwerte, Ultraschall und bei Bedarf weitere Bildgebung
  • Krankheitsverlauf: Die akute Form heilt bei entsprechender Therapie in der Regel aus, die autoimmunen Formen bestehen lebenslang, erhöhtes Risiko einer Leberzirrhose sowie bei PSC Gallengangkrebs
  • Prognose: Bei der akuten Form in der Regel gut, bei den autoimmunen Formen oft verkürzte Lebenserwartung

Was ist Cholangitis?

Bei einer Cholangitis (Gallengangsentzündung) liegt eine Entzündung der Gallenwege vor, welche die Gallenblase mit dem Dünndarm verbinden. Die Gallenflüssigkeit wird von den Leberzellen gebildet und in der Gallenblase eingedickt und gespeichert. Bei Nahrungsaufnahme gelangt vermehrt Gallenflüssigkeit über die Gallengänge in den Zwölffingerdarm (Duodenum). Der Darm benötigt die in ihr enthaltenen Gallensäuren, um die über die Nahrung aufgenommenen Fette zu spalten und verdaulich zu machen.

Zudem gelangen giftige Stoffe aus dem Körper über die Leber und die Gallenwege in den Darm und werden mit dem Stuhl ausgeschieden.

Bei der Cholangitis sind die Gallengänge entzündet, die Gallenblase ist hingegen nicht von der Entzündung betroffen.

Formen der Cholangitis

Mediziner unterscheiden bei der Cholangitis eine akute bakterielle Form, die durch aus dem Zwölffingerdarm aufsteigende Bakterien verursacht wird, sowie verschiedene Sonderformen, die zu den Autoimmunerkrankungen zählen:

Akute bakterielle Cholangitis

Bei einer akuten Cholangitis gelangen Bakterien aus dem Zwölffingerdarm in die Gallengänge. Unter bestimmten Umständen siedeln diese sich an und lösen eine akute, eitrige Entzündung der Gallengänge aus. Häufig leiden Betroffene unter Gallensteinen: Diese behindern den Abfluss der Gallenflüssigkeit und begünstigen dadurch eine bakterielle Besiedlung. Da vor allem übergewichtige Frauen ab dem 40. Lebensjahr ein erhöhtes Risiko für Gallensteine aufweisen, erkranken diese zweimal häufiger an einer akuten Cholangitis als Männer.

Autoimmune Cholangitis-Formen

Neben der bakteriellen Cholangitis gibt es auch Sonderformen der Gallengangsentzündung, die zu den Autoimmunerkrankungen zählen:

  • Die primär biliäre Cholangitis (PBC) ist eine nicht eitrige Entzündung der Gallengänge innerhalb der Leber. Die Ursache ist unbekannt, Menschen mit Zöliakie haben jedoch ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Mit einem Anteil von 90 Prozent sind vorrangig Frauen betroffen, der Altersgipfel liegt etwa beim 50. Lebensjahr.
  • Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) ist eine chronisch fortschreitende Entzündung der Gallenwege inner- und ausserhalb der Leber. Die Erkrankung steht im engen Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen wie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen, meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.
  • Bei der sekundär sklerosierenden Cholangitis (SSC) lässt sich im Gegensatz zur PSC fast immer ein konkreter Auslöser identifizieren, wie zum Beispiel eine mangelhafte Durchblutung der Gallenwege (Ischämie), Verletzungen der Gallenwege durch operative Eingriffe oder bestimmte Infektionen.

Die autoimmunen Formen der Cholangitis führen im Verlauf zu einer Vernarbung (Sklerosierung) der Gallenwege bis hin zum Gallenstau (Cholestase). Im späteren Stadium entwickeln die Betroffenen häufig eine Leberzirrhose, die sich nur mit einer Lebertransplantation behandeln lässt.

Welche Symptome treten bei Cholangitis auf?

Die akute bakterielle Cholangitis, die PBC und die PSC zeigen sowohl gemeinsame Symptome, als auch einige Unterschiede im Krankheitsbild. Insbesondere entwickeln sich die Beschwerden bei den autoimmunen Formen nicht plötzlich, sondern eher schleichend.

Symptome der akuten (bakteriellen) Cholangitis

Die typischen Symptome einer akuten Cholangitis sind starke Schmerzen im rechten Oberbauch, hohes Fieber bis über 40 Grad Celsius und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Die Cholangitis führt zudem bei vielen Betroffenen nach einigen Tagen zu einer Gelbfärbung (Ikterus) der Haut. Diese entsteht durch den Rückstau der Galle in die Leber.

Das Abbauprodukt (Bilirubin) des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) wird nicht mehr über die Galle ausgeschieden, tritt ins Blut über und lagert sich in der Haut und den Schleimhäuten ab. Die Gelbfärbung der Haut ist bei einigen Menschen mit einem starken Juckreiz verbunden.

Symptome der primär biliären Cholangitis

Im Frühstadium verursacht die primär biliäre Cholangitis häufig noch keine oder nur unspezifische Symptome wie chronische Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) und Oberbauchbeschwerden. Viele Betroffene klagen zudem über einen massiven, quälenden Juckreiz.

Da die PBC im Krankheitsverlauf zu einer Leberfibrose und Leberzirrhose führt, kommen später Anzeichen einer Leberschädigung hinzu, wie zum Beispiel Gelbfärbung der Haut und eine Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum (Aszites). Weitere Symptome des PBC sind Fettstoffwechselstörungen, Fettstühle, ein Mangel an fettlöslichen Vitaminen sowie, insbesondere bei Frauen, wiederkehrende Harnwegsinfekte.

Symptome der primär sklerosierenden Cholangitis

Auch die PSC verursacht im Frühstadium oft keine Symptome. Später leiden Betroffene wie bei der PBC unter einer Gelbfärbung der Haut und einem quälenden Juckreiz. Hinzu kommen weitere Anzeichen wie unklare Oberbauchbeschwerden oder Gewichtsverlust. Da das Risiko einer bakteriellen Entzündung der Gallenwege bei der PSC erhöht ist, sind schubweise auch typische Beschwerden einer akuten Cholangitis möglich.

Wie wird die Cholangitis behandelt?

Die Therapie der Cholangitis hängt von der Ursache der Erkrankung ab.

Bakterielle Cholangitis

Auslöser für die akute Gallengangsentzündung sind in der Regel Bakterien. Der Arzt verschreibt dem Betroffenen deshalb meist hochdosierte Antibiotika. In einigen Fällen setzt er auch eine Kombination aus zwei verschiedenen Antibiotikaklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen ein, um ein grösseres Keimspektrum abzudecken (Breitbandantibiose).

Menschen mit einer akuten Cholangitis wird geraten, für mindestens 24 Stunden nichts zu essen, damit der Gallenfluss nicht gefördert wird. Zusätzlich erhalten die Betroffenen Schmerzmittel wie Metamizol und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol und Ibuprofen. In der Regel klingen die Schmerzen nach einigen Tagen ab. Zudem wird Betroffenen empfohlen, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Gallensteinentfernung

Sofern die Cholangitis auf einer Verstopfung der Gallenwege durch Gallensteine beruht, ist es wichtig, diese zu entfernen. Unter Umständen setzt der Chirurg dabei einen sogenannten Stent in den Gallengang ein. Der Stent ist ein Röhrchen, das den Gallengang offenhält und somit den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Dünndarm verbessert.

Gallensteine bilden sich hauptsächlich in der Gallenblase und wandern von dort aus ins Gallengangsystem. Nach einem akuten Entzündungsschub wird die Gallenblase in der Regel operativ entfernt (Cholezystektomie).

Primär sklerosierende Cholangitis

Die primär sklerosierende Cholangitis und die primär biliäre Cholangitis sind Autoimmunkrankheiten und bisher nicht ursächlich behandelbar. Da Betroffene häufig an einem Ikterus (Gelbsucht) leiden, steht die medikamentöse Ausscheidung von Gallensäuren therapeutisch im Vordergrund. Das Medikament Ursodesoxycholsäure bessert nicht nur die Gelbsucht, sondern verbessert zumindest bei einer PBC auch die Prognose der Betroffenen.

Bei akuten Entzündungsschüben im Rahmen einer PSC setzt der Arzt auch Antibiotika ein. Besteht ein Mangel an fettlöslichen Vitaminen, erhalten Betroffene entsprechende Vitaminpräparate, um Mangelerscheinungen entgegenzuwirken.

Im Krankheitsverlauf kommt es bei der PSC und PBC zu einer fortschreitenden Vernarbung des Lebergewebes (Leberzirrhose). Im Endstadium der Leberzirrhose stellt die letzte Therapieoption eine Lebertransplantation dar.

Ursachen und Risikofaktoren

Der akuten Cholangitis und den autoimmunen Formen PBC und PSC liegen ganz unterschiedliche Ursachen zugrunde.

Akute Cholangitis durch Darmbakterien

Ursache für die akute Cholangitis sind oftmals Darmbakterien, die aus dem Dünndarm über den Hauptgallengang (Ductus choledochus) in die Gallenblase und das Gallengangsystem wandern. Der Hauptgallengang mündet gemeinsam mit dem Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse (Ductus pancreaticus) in den Zwölffingerdarm (Duodenum).

Ein Schliessmuskel (Sphinkter) reguliert die Öffnung des gemeinsamen Ausführungsgangs. Auch wenn der Schliessmuskel die Darmbakterien in der Regel davon abhält, in die Leber aufzusteigen, gelangen gelegentlich dennoch Bakterien in die Gallengänge, die in der Folge unter Umständen zu einer Cholangitis führen.

Akute Cholangitis durch Gallensteine (Cholelithiasis)

Gallensteine entstehen meist durch einen zu hohen Cholesteringehalt in der Gallenflüssigkeit. Übergewichtige Frauen ab dem 40. Lebensjahr sind besonders gefährdet und weisen häufig Gallensteine auf.

Wandern die Gallensteine aus der Gallenblase ins Gallenwegsystem, verstopfen sie die Gallengänge, woraufhin sich das Gallensekret zurückstaut – manchmal bis in die Leber. Bakterien in den Gallengängen vermehren sich unter diesen Bedingungen leichter. Es kommt dann zu einer Reizung der Gallengangschleimhaut, und eine eitrige Entzündung (Cholangitis) breitet sich schneller aus.

Auch eine Verengung der Gallengänge, zum Beispiel aufgrund anatomischer Besonderheiten, eines Tumors oder chirurgischer Eingriffe im Bereich der Gallenwege, erhöht das Risiko einer Cholangitis.

PSC und PBC: Autoimmunerkrankungen

Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) und die primär biliäre Cholangitis (PBC) sind Sonderformen der Cholangitis, denen ein autoimmuner Entzündungsprozess zugrunde liegt. Die Gallengänge der Betroffenen sind dabei chronisch entzündet und verengen sich im Verlauf der Erkrankung, sodass es zu einem Rückstau der Galle kommt. Die Ursache dafür, dass das Immunsystem das körpereigene Gewebe angreift, ist nicht bekannt.

Untersuchungen und Diagnose

Der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf eine Cholangitis ist ein Facharzt für Innere Medizin oder Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterologie). Der Arzt erkundigt sich im Gespräch mit dem Betroffenen nach den aktuellen Beschwerden und bittet ihn, die Symptome und eventuelle Vorerkrankungen zu schildern (Anamnese). Dabei liefern vor allem die Lokalisation, Art und Dauer der Schmerzen, Auffälligkeiten beim Stuhlgang und Begleitsymptome wichtige Hinweise auf eine Cholangitis.

Anschliessend erfolgt die körperliche Untersuchung, wobei der Arzt sich bei Verdacht auf eine Cholangitis unter anderem die Haut genauer ansieht. Eine eventuelle Gelbfärbung der Haut oder sogenannte Leberhautzeichen weisen auf eine Leberschädigung hin. Leberhautzeichen sind typische Hautveränderungen, die bei chronischen Lebererkrankungen auftreten. Dazu zählen zum Beispiel sternförmige Erweiterungen von Hautgefässen (Spider naevi), Rötung der Handinnenflächen (Palmarerythem) und sehr rote, glatte, lackartig glänzende Lippen (Lacklippen).

Der Arzt hört zudem den Bauch mit dem Stethoskop ab, um die Darmgeräusche und den Luft- und Stuhlgehalt des Darms zu überprüfen. Ausserdem tastet er den Bauch ab. Der Arzt drückt dabei oftmals unter den rechten Rippenbogen und bittet den Betroffenen tief Luft zu holen. Sofern sich die Schmerzen dabei verstärken und der Betroffene reflexartig aufhört einzuatmen, erhärtet sich der Verdacht auf eine Entzündung. Zudem prüft der Arzt bei der Tastuntersuchung Leber und Milz, die bei einer PBC häufig vergrössert sind.

Da sich eine Cholangitis durch die körperliche Untersuchung nur bedingt nachweisen lässt, folgen in der Regel weitere Untersuchungen:

Blutuntersuchung

Bei einer Cholangitis lassen sich mit Hilfe einer Blutuntersuchung Entzündungszeichen nachweisen. Erhöhte Werte für das sogenannte C-reaktive Protein (CRP) und die weissen Blutkörperchen (Leukozyten) weisen dabei auf eine bakterielle Entzündung hin. Diese Entzündungsparameter im Blut sind aber nicht spezifisch für die Cholangitis, sondern treten auch im Rahmen anderer Entzündungsreaktionen auf.

Bei einer PBC und PSC sind oftmals die sogenannten Cholestaseparameter erhöht. Das sind Laborwerte, die auf einen Gallenstau hinweisen, zum Beispiel das Gesamtbilirubin und die alkalische Phosphatase (AP). Bei der PBC treten im späteren Krankheitsverlauf unter Umständen erhöhte Leber- und Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie) auf.

Da es sich bei der PBC um eine Autoimmunerkrankung handelt, ist zudem die Konzentration spezifischer Auto-Antikörper (AMA-M2 und PBC-spezifische ANA) erhöht. Das sind Antikörper, die sich gezielt gegen körpereigene Strukturen richten. Spezifische PSC-Auto-Antikörper sind hingegen nicht bekannt, allerdings sind bei vielen Betroffenen die sogenannten ANCA, die antineutrophilen cytoplasmatischen Antikörper, erhöht.

Ultraschall (Sonografie)

Die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums (Abdomen-Sonografie) liefert unter Umständen erste Hinweise auf die Ursache einer Cholangitis. Erweiterte Gallengänge deuten dabei auf einen Gallenstau hin. Sofern sich Gallensteine im Gallengangsystem befinden, bilden sich diese meist in der Gallenblase und lassen sich dort auch am besten darstellen.

Weitere Bildgebung

Bei dem Verdacht auf eine primär sklerosierende Cholangitis gilt die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP) als sicheres diagnostisches Mittel, in manchen Fällen kommt auch die endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP) zum Einsatz.

Die MRCP ist im Gegensatz zur ERCP nicht invasiv. Die Darstellung der Gallengänge erfolgt hier mithilfe der Magnetresonanztomografie, unter Umständen erhält der Betroffene zuvor ein Kontrastmittel.

Die ERCP ermöglicht die bildliche Darstellung der Gallenwege von innen. Dabei schiebt der Arzt einen dünnen Schlauch über die Speiseröhre und den Magen in den Zwölffingerdarm, über den er Röntgenkontrastmittel in den gemeinsamen Ausführungsgang von Galle und Bauchspeicheldrüse spritzt. Anschliessend durchleuchtet er mithilfe eines Röntgengerätes das Gallengangsystem. Sofern sich Gallensteine nachweisen lassen, werden diese im Rahmen der Untersuchung direkt entfernt.

Krankheitsverlauf und Prognose

Sofern die akute Cholangitis ausheilt und der Arzt vorhandene Gallensteine entfernt, ist die Prognose der Gallengangsentzündung sehr gut. Bei den meisten Betroffenen bleibt es dann bei einer einmaligen Erkrankung.

Bei einer akuten bakteriellen Cholangitis ist eine Behandlung mit Antibiotika sehr wichtig, damit sich die Bakterien nicht über den Blutweg im ganzen Körper ausbreiten und zu einer Blutvergiftung (Cholangiosepsis) führen. Im fortgeschrittenen Stadium breitet sich eine Gallengangsentzündung unter Umständen auf das restliche Lebergewebe aus und verursacht eitrige Abszesse.

Je länger die Cholangitis besteht, desto höher ist das Risiko für Verengungen (Strikturen) und Vernarbungen der Gallenwege. Verengungen der Gallenwege verhindern den uneingeschränkten Abfluss der Galle und erhöhen das Risiko für einen Gallenrückstau.

Die autoimmunen Cholangitis-Formen PSC und PBC sind nicht heilbar. Sie gehen zudem mit einem erhöhten Risiko für eine Leberzirrhose, das PSC zusätzlich mit einem erhöhten Risiko für Gallengangkrebs (cholangiozelluläres Karzinom) einher.

Während die akute Cholangitis nicht mit einer Einschränkung der Lebenserwartung verbunden ist, ist die Lebenserwartung bei PSC und PBC verringert. So beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Menschen mit symptomatischer PBC etwa 50 Prozent (bei Betroffenen ohne Symptome liegt sie bei 90 Prozent). Die mittlere Überlebenszeit bei einer PSC beträgt ohne Lebertransplantation etwa zehn bis 20 Jahre ab dem Zeitpunkt der Diagnose.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Martin Schäfer
Autor:
Dr. med.  Julia Schwarz

Dr. med. Julia Schwarz ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion.

ICD-Codes:
K74K83K80
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • AMBOSS: Cholelithiasis, Cholezystitis und Cholangitis, unter: www.amboss.com (Abrufdatum: 21.12.2021)
  • AMBOSS: Primär biliäre Cholangitis, unter: www.amboss.com (Abrufdatum: 21.12.2021)
  • AMBOSS: Primär sklerosierende Cholangitis, unter: www.amboss.com (Abrufdatum: 21.12.2021)
  • Greten, H. et al.: Innere Medizin. Thieme Verlag, 13. Auflage 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2022
  • Jenssen, C. et al.: Kursbuch Endosonografie. Thieme Verlag, 2. Auflage 2018
  • Springer Medizin: Sekundär sklerosierende Cholangitis, unter: www.springermedizin.de (Abrufdatum: 21.12.2021)
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