Gelbfieber

Das Gelbfieber-Virus wird durch Stechmücken übertragen.
Das Gelbfieber-Virus wird durch Stechmücken übertragen. (lienkie / iStockphoto)

Gelbfieber ist eine Infektionskrankheit, die durch das Gelbfieber-Virus ausgelöst wird und in schweren Fällen zum Tod führen kann. Das Virus wird durch Stechmücken übertragen und ist in 47 tropischen und subtropischen Ländern Afrikas bzw. Mittel- und Südamerikas verbreitet. Es gibt eine sehr wirksame Schutzimpfung, die für die Einreise in gewisse Länder vorgeschrieben ist.

Kurzfassung:

  • Die Übertragung des Gelbfieber-Virus erfolgt durch den Stich einer infizierten Stechmücke.
  • Gelbfieber ist in der ersten Krankheitsphase schwer zu diagnostizieren.
  • Zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose werden Bluttests durchgeführt.
  • Es gibt keine spezifische Therapie des Gelbfiebers.
  • Nach einer durchgemachten Infektion besteht eine lebenslange Immunität.
  • Der wichtigste Schutz ist die Gelbfieber-Schutzimpfung.

 


Was ist Gelbfieber und wie bekommt man es?

Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch das Gelbfieber-Virus hervorgerufen wird. Dieses gehört zur Gattung der Flaviviren, der auch das Dengue-Virus und das FSME-Virus angehören. Die Übertragung des Gelbfieber-Virus erfolgt wie beim Dengue-Fieber durch den Stich einer infizierten Stechmücke (v.a. Gelbfiebermücke, Gattung Aedes). Hat sich eine Stechmücke mit dem Virus infiziert, so kann sie dieses sogar an die nachfolgenden Generationen weitergeben. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Gelbfieber kann in unterschiedlichen Schweregraden auftreten. Die meisten Infektionen verlaufen mild und sind einem grippalen Infekt ähnlich. Schwere Verlaufsformen führen in bis zu 50% der Fälle zum Tod. Nach einer durchgemachten Infektion besteht eine lebenslange Immunität.

Der „Gelbfiebergürtel“ (Länder, in denen Gelbfieber verbreitet ist) erstreckt sich über 47 tropische bzw. subtropische Länder in Afrika sowie Mittel- und Südamerika. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die Anzahl der neu auftretenden Erkrankungen auf bis zu 170.000 jährlich, der Großteil davon im südlichen Afrika. Immer wieder kommt es zu großen Gelbfieber-Epidemien, die letzten gab es 2015/16 in Angola und der Demokratischen Republik Kongo sowie 2017/18 in Brasilien.

Gelbfieber ist aber nicht nur eine Erkrankung des Menschen. Das Gelbfieber-Virus kommt auch bei vielen Primaten (Affen und Menschenaffen) vor, die aufgrund ihrer evolutionären Anpassung jedoch nur selten daran erkranken. Auch zwischen Affen bzw. Menschenaffen erfolgt die Ansteckung über Stechmücken und das Virus kann so auch vom Affen auf den Menschen übertragen werden. Daher kann Gelbfieber nur durch die Gelbfieber-Impfung allein nicht ausgerottet werden.

+++ Mehr zum Thema: Gelbfieber-Schutzimpfung +++

Welche Beschwerden treten auf?

Hat man sich mit dem Gelbfieber-Virus infiziert, kommt es nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen zum Auftreten der ersten Symptome. Die Erkrankung verläuft typischerweise in zwei Krankheitsphasen.

Symptome der ersten und „akuten“ Phase sind:

  • plötzlich auftretendes, hohes Fieber bis 40 °C mit Schüttelfrost
  • starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Muskelschmerzen (v.a. Nacken, Rücken, Beine)
  • Appetitverlust, Übelkeit und Erbrechen
  • Schwäche und verlangsamter Herzschlag

In den meisten Fällen verschwinden diese Symptome nach drei bis vier Tagen wieder und die Krankheit heilt von selber aus. In 15% der Fälle kommt es aber zu einer zweiten und sehr schweren „toxischen“ Krankheitsphase.

Innerhalb von 24 Stunden nach dem Abklingen der ersten Symptome kommt es zu:

  • Wiederauftreten von hohem Fieber
  • Schädigung der Leber und dadurch Gelbfärbung der Haut und der Augenbindehaut (Ikterus) – daher der Name Gelbfieber
  • Schädigung der Nieren mit verminderter Harnausscheidung bis hin zum Nierenversagen
  • starken Bauchschmerzen und Erbrechen
  • Blutungen an Haut, Schleimhaut (Nasenbluten) und inneren Organen (u.a. blutiger Stuhl, blutiges Erbrechen)

Diese zweite Krankheitsphase endet für beinahe die Hälfte der Erkrankten tödlich. Wird die Infektion überstanden, besteht eine lebenslange Immunität.

+++ Mehr zum Thema: Dengue-Fieber +++

Wie stellt man Gelbfieber fest?

Gelbfieber ist vor allem in der ersten Krankheitsphase schwer zu diagnostizieren, da die Symptome einer einfachen Grippe, Malaria, Dengue-Fieber, Ebola oder anderen Tropenerkrankungen sehr ähnlich sind. Zur Bestätigung einer Verdachtsdiagnose werden Bluttests durchgeführt, um das Virus bzw. die körpereigenen Antikörper festzustellen.

Wie wird Gelbfieber behandelt?

Es gibt keine spezifische Therapie des Gelbfiebers. Erkrankte Personen sollten in einer medizinischen Einrichtung überwacht und ihre Symptome (Fieber, Schmerzen, Flüssigkeitsverlust etc.) behandelt werden.

Wichtig: Verwenden Sie keine Medikamente mit Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen, da diese Medikamente die Blutungsneigung erhöhen!

Was können Sie selbst tun, um eine Ansteckung zu verhindern?

Der wichtigste Schutz vor Gelbfieber ist die sichere und äußerst wirksame Gelbfieber-Schutzimpfung. Diese wird einmalig verabreicht und bietet einen lebenslangen Schutz.

Die Gelbfieber-Schutzimpfung ist nach den internationalen Gesundheitsvorschriften für die Einreise in bestimmte Länder verpflichtend und darf nur in autorisierten Impfzentren (Gelbfieber-Impfstellen) verabreicht werden!

Eine weitere wichtige Schutzmaßnahme ist die Vermeidung von Insektenstichen. Daher:

  • Verwenden Sie Insektensprays.
  • Tragen Sie nach Möglichkeit langärmelige Kleidung und Socken.
  • Schlafen Sie unter einem Moskitonetz und kontrollieren Sie dieses regelmäßig auf Löcher.
  • Imprägnieren Sie Ihre Kleidung sowie das Moskitonetz mit Insektenabwehrmitteln.

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Autoren:
Prof. Dr. Herwig Kollaritsch (Erstautor 2014),
Redaktionelle Bearbeitung:
Silke Brenner

Stand der Information: April 2018
Quellen

World Health Organisation – Fact Sheet: Yellow Fever; http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs100/en/  (Letzter Zugriff: 09.04.2018)

World Health Organisation – Health Topic: Yellow Fever; http://www.who.int/csr/disease/yellowfev/en/; http://www.who.int/features/qa/yellow-fever/en/  (Letzter Zugriff: 09.04.2018)

Centers for Disease Control and Prevention: Yellow Fever; https://www.cdc.gov/yellowfever/  (Letzter Zugriff: 09.04.2018)

Davidson R, Brent A, Seale A (eds.): Oxford Handbook of Tropical Medicine. Oxford University Press, 4th edition, New York 2014

Farrar J, Hotez P, Junghanss Th, Kang G, Lalloo D, White N (eds.): Manson’s Tropical Diseases. WB Saunders, 23rd Edition, London 2014

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