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PAP-Test (Krebsabstrich, PAP-Abstrich)

PAP Krebsabstrich Diagnose
Ein PAP-Test kann Klarheit darüber verschaffen, ob Gefahr besteht, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. (Alex brollo)

Der PAP-Test ist ein Abstrich von Zellen des Gebärmutterhalses mit anschließender mikroskopischer Untersuchung derselben. Im PAP-Abstrich können bereits frühzeitig Zellveränderungen festgestellt werden, lange bevor sich ein Krebs entwickelt. Zeigen sich erste Veränderungen kann man der Entstehung eines Gebärmutterhalskarzinoms entgegenwirken.

Kurzfassung:

  • Ziel des PAP-Tests ist es, Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs zu erkennen.
  • Ein auffälliger Abstrich bedeutet nicht unbedingt, dass bereits Krebs vorliegt.
  • Zellveränderungen können durch das humane Papillomavirus ausgelöst werden. Eine Impfung gegen diese Viren können Zellveränderungen und die Entstehung von unangenehmen Warzen im Genitalbereich verhindern.
  • Die Behandlung und etwaige Kontrollintervalle richten sich nach dem Ergebnis des Abstrichs, bei dem die entnommenen Zellen in sechs Gruppen eingeteilt werden.
  • Grundsätzlich sollten alle sexuell aktiven Frauen, unabhängig von ihrem Alter, idealerweise einmal im Jahr einen Krebsabstrich durchführen lassen.

 


Was ist ein PAP-Test?

Als PAP-Test bezeichnet man die mikroskopische Begutachtung von Zellen des Gebärmutterhalses. Ziel dieses sogenannten Krebsabstriches ist es, Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs (zervikale intraepitheliale Neoplasien, CIN) rechtzeitig zu erkennen, sodass Krebs gar nicht erst entstehen kann.

Aktuell erkranken jährlich in Österreich etwa neun von 100.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Durch die Einführung des Krebsabstriches in die gynäkologische Praxis ist es gelungen, die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich zu reduzieren und die Heilungschancen der betroffenen Frauen wesentlich zu verbessern.

Der Krebsabstrich wird deswegen als PAP-Test oder PAP-Abstrich bezeichnet, weil der griechische Arzt, der im Jahre 1928 den Krebsabstrich des Gebärmutterhalses entwickelt hat, Dr. George Papanicolaou geheißen hat.

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Wie wird ein PAP-Test durchgeführt?

Bei dieser im Prinzip sehr einfachen Untersuchungsmethode gewinnt der Arzt oberflächliche Zellen vom Gebärmutterhals (Zervix) und vom äußeren Bereich des Muttermundes (Portio). Da sich der Muttermund am hinteren Ende der Vagina befindet, liegt die Patientin während der Untersuchung zumeist in einer leichten Schräglage auf dem gynäkologischen Stuhl. So ist der Bereich, von dem Zellen entnommen werden, gut einsehbar.

Mit Hilfe einer kleinen Bürste oder eines Wattestäbchens wird ein Abstrich genommen. Dies kann zwar als etwas unangenehm empfunden werden, ist in der Regel jedoch schmerzlos. Die gewonnenen Zellen werden sodann ins Labor geschickt, wo sie ausgewertet werden.

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Was bedeutet ein auffälliger PAP-Test?

Erhält man vom Arzt die Information, dass der Abstrich auffällig war bzw. wiederholt werden muss, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Ursache für einen erneuten Test kann sein, dass eine Infektion besteht, die vor der Auswertung des Abstrichs behandelt werden muss, dass beim Durchführen des Abstriches oder im Labor ein Fehler passiert ist oder dass leichte Zellveränderungen (zervikale intraepitheliale Neoplasien) gefunden wurden.

+++ Mehr zum Thema: CIN +++

Leichte bis mäßige Zellveränderungen sind gerade bei jungen Frauen unter 30 sehr häufig. Sie sind frühe Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs und werden durch das humane Papillomvirus (HPV) ausgelöst. HPV ist ein Virus, das durch Geschlechtsverkehr bzw. auch intimen sexuellen Kontakt wie Petting übertragen wird. Etwa 80 Prozent aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens damit. Es gibt einige verschiedene HPV-Viren, die unterschiedlich "aggressiv“ sind. Die gefährlichsten werden von Ärzten als "High-Risk“ bezeichnet und manche HPV-Viren verursachen lediglich Warzen im Intimbereich.

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Die HPV-Infektion heilt oft innerhalb von sechs bis 18 Monaten spontan ab, kann aber bereits in dieser Zeit Zellveränderungen verursachen. Da sich dies durch keinerlei Symptome bemerkbar macht, ist der Krebsabstrich die einzige Möglichkeit, derartige Zellveränderungen zu erkennen. Ein gesunder Lebensstil insbesondere Nikotinkarenz kann sich sehr positiv auf die Heilung auswirken.

Leichte bis mäßige Zellveränderungen führen zu einem auffälligen Krebsabstrich der Gruppe PAP IIID (Klassifizierung siehe unten). Bei diesem Befund sind in der Regel weitere Untersuchungen in drei- bis sechsmonatigen Intervallen notwendig. Verbessert sich der Befund innerhalb von ein bis zwei Jahren nicht, wird der Arzt einen kleinen chirurgischen Eingriff empfehlen, bei dem die durch HPV veränderten Zellen am Gebärmutterhals entfernt werden. Dieser Eingriff heißt Konisation. Bei einem Befund PAP IVa oder IVb, der auf eine massive Zellveränderung hindeutet, ist diese Operation oft sofort notwendig.

Generell ist ein auffälliger Krebsabstrich recht häufig. Schätzungen gehen davon aus, dass sich etwa 80 Prozent aller Frauen zumindest einmal im Leben mit HPV infizieren. Je häufiger man den Sexualpartner wechselt, desto größer das Risiko, sich mit HPV anzustecken und Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln. 60 bis 70 Prozent der männlichen Partner von Frauen mit Neoplasien weisen ebenfalls Zellveränderungen am Penis auf.

Wichtig ist, dass der etwaigen Aufforderung des Arztes, in kürzeren Intervallen weitere Abstriche durchführen zu lassen, Folge geleistet wird. So kann man erkennen, ob sich die Zellveränderungen wieder zurückbilden, gleich bleiben oder weiter fortschreiten.

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Wie sieht ein PAP-Befund aus?

Die beim Krebsabstrich entnommenen Zellen werden in sechs Gruppen eingeteilt, die vor allem im europäischen Raum als PAP 0 bis PAP V bezeichnet werden. Alternativ dazu kann die Bewertung auch nach dem in den USA entwickelten, sogenannten Bethesda-System erfolgen.

Tab. 1: Europäischer PAP-Befund

Gruppe

Bedeutung

Untersuchung

PAP 0

Nicht beurteilbarer PAP-Befund       

Wiederholung des Abstriches nach 2 Wochen

I

normales, altersentsprechendes Zellbild, eventuell leichte Entzündungszeichen

Kontrolle in 1 Jahr

II

Harmlose entzündliche, degenerative Veränderungen; HPV-assoziierte Veränderungen ohne weitere Auffälligkeiten

Kontrolle in 1 Jahr, evtl. in 6 Monaten

III

Unklarer Befund. Stärker ausgeprägte entzündliche, und/oder degenerative Veränderungen, ein Karzinom ist nicht auszuschließen

Wiederholung des Abstriches, Kolposkopie (Untersuchung des Gebärmutterhalses mit einer Art Mikroskop), HPV-Test, eventuell Biopsie

 

IIID

leichte bis mäßige Zellveränderungen

Wiederholung des Abstriches, Kolposkopie, eventuell Biopsie

 

IIIG

Auffällige Drüsenzellen des Gebärmutterhalskanals oder der Gebärmutterschleimhaut  

 

Weitere Untersuchung mit Kolposkopie, Auskratzung des Gebärmutterkanals und der Gebärmutter zur weiteren Untersuchung , vaginaler Ultraschall, Biopsie

IVa

Mäßige bis schwere Neoplasien oder ein Carcinoma in situ (begrenztes Karzinom), keine Anzeichen für ein sich ausdehnendes Karzinom

Kolposkopie mit Biopsie, Konisation

 

IVb

Schwere Neoplasien, invasives Karzinom nicht ausgeschlossen

Kolposkopie mit Biopsie, Konisation

 

V

Zellen von Gebärmutterhalskrebs

Sofortige Kolposkopie und Biopsie bzw. Auskratzung

+++ Mehr zum Thema: Konisation +++

Was ist vor einem PAP-Test zu beachten?

Um ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis des PAP-Abstrichs zu erhalten, sollten folgende Hinweise beachtet werden:

  • keine Terminvereinbarung für einen Zellabstrich während oder kurz nach der Menstruation. Ein Zellabstrich sollten frühestens fünf Tage nach dem Ende der Monatsblutung durchgeführt werden
  • Verzicht auf Vaginalcremes, Spermizide oder Gleitmittel drei Tage vor dem PAP-Test
  • Verzicht auf  Geschlechtsverkehr zwei Tage vor dem PAP-Test

+++ Mehr zum Thema: Das 1x1 der Intimhygiene +++

Ab wann sollte ein PAP-Test durchgeführt werden?

Sobald Mädchen bzw. Frauen sexuell aktiv sind, kann HPV übertragen werden und es dadurch zu Gebärmutterhalskrebs bzw. zu Vorstufen davon kommen. Daher sollten alle sexuell aktiven Frauen, unabhängig von ihrem Alter, regelmäßig (am besten einmal jährlich) einen Krebsabstrich durchführen lassen.

In den meisten Fällen dauert die Entwicklung von der Übertragung von HPV bis hin zum Gebärmutterkarzinom etwa zehn Jahre, sie kann in seltenen Fällen aber auch weniger als zwei Jahre betragen. Im Rahmen der Österreichischen Vorsorgeuntersuchung wird der PAP-Abstrich für alle Frauen im Alter ab 18 Jahren empfohlen.

+++ Mehr zum Thema: HPV-Infektionen +++

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Autoren:
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Medizinisches Review:
Dr. Michael Mossig
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Reich O, Braune G, Eppel W et al. Gemeinsame Leitlinie der OEGGG, AGO, AGK und ÖGZ zur Diagnose und Therapie von zervikalen intraepithelialen Neoplasien sowie Vorgangsweise bei zytologischen Befunden mit eingeschränkter Qualität, 2018 (letzter Zugriff am 02.11.2020)

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