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Testosteron

Testo Testosteron männliches Sexualhormon Geschlechtshormon
Testosteron sorgt bei beiden Geschlechtern für die Zunahme von Muskelmasse und Muskelkraft sowie von Knochendichte und Knochenreife und beeinflusst den Fett- und Zuckerstoffwechsel. (jarun011 / iStockphoto)

Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon (Androgen). Es kommt bei beiden Geschlechtern vor, bei Frauen allerdings in deutlich geringerer Konzentration.

Kurzfassung:

  • Beim männlichen Embryo trägt Testosteron zur Bildung des Penis, Hodensack und Prostata bei.
  • Ein hoher Testosteronspiegel führt zur Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale wie zu vermehrter Behaarung und tieferer Stimme. Dass tritt bei Männern in der Regel mit der Pubertät ein, bei Frauen nur in bestimmten Fällen bei hohem Testosteronwert.
  • Bei beiden Geschlechtern führt Testosteron zu Muskelwachstum, höherer Knochendichte und beeinflusst den Fett- und Zuckerstoffwechsel.
  • Gemessen wird Testosteron im Blut, idealerweise am Morgen, da hier der Spiegel am höchsten ist.
  • Zu niedrige bzw. zu hohe Testosteronwerte sollten abgeklärt werden und sind oft Resultat von hormoneller Umstellung bzw. Krankheiten.

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon. Es kommt bei beiden Geschlechtern vor, bei Frauen allerdings in deutlich geringerer Konzentration. Im männlichen Körper wird Testosteron hauptsächlich in den Hoden produziert, in kleinen Mengen auch in den Nebennierenrinden. Bei Frauen stammt das Hormon aus den Eierstöcken und den Nebennierenrinden. Im Blut wird Testosteron zum Großteil an Eiweiße gebunden und auf diese Weise zu den verschiedenen Organen transportiert, wo es seine Wirkung entfaltet.

Der Testosteronspiegel schwankt beim männlichen Geschlecht im Tagesverlauf, morgens ist er in der Regel am höchsten. Daher sollte auch zwischen 08:00 und 10:00 Uhr gemessen werden. 

+++ Mehr zum Thema: Geschlechtshormone +++

Welche Funktion hat Testosteron?

Bei Männern

Beim männlichen Embryo bilden sich unter dem Einfluss von Testosteron Penis, Hodensack und Prostata. In der Pubertät führt Testosteron zum Wachstum der Geschlechtsorgane, zur Reifung der Spermien und zur Ausbildung eines männlichen Erscheinungsbildes:

  • Schultern und Brustkorb werden breiter
  • der Kehlkopf wächst (Adamsapfel)
  • die Stimme wird tiefer (Stimmbruch)
  • die Behaarung nimmt zu (Bart, Achsel- und Schamhaare)
  • die Gesichtszüge verändern sich (vorstehendes Kinn, breites Kiefer).

Darüber hinaus steigert Testosteron das sexuelle Verlangen (Libido), den Antrieb, aber auch aggressives Verhalten.

+++ Mehr zum Thema: Männliche Pubertät +++

Bei Männern und Frauen

Das Hormon sorgt bei beiden Geschlechtern für die Zunahme von Muskelmasse und Muskelkraft sowie von Knochendichte und Knochenreife und beeinflusst den Fett- und Zuckerstoffwechsel.

Bei Frauen

  • Vermehrung der Körper- und Gesichtsbehaarung (Hirsutismus)
  • Akne
  • Vertiefung der Stimme
  • Wachstum der Klitoris

Wann kann der Testosteronspiegel verändert sein?

Erhöhte Werte

​Erniedrigte Werte

Wann ist der Testosteronspiegel bei Männern zu niedrig?

Die Produktion von Androgenen nimmt bei Männern im Alter stetig ab. Während es bei Frauen innerhalb eines kurzen Zeitraums zu einem massiven Abfall der weiblichen Geschlechtshormone kommt, wird Testosteron bei Männern nur allmählich weniger. Der Testosteronspiegel beginnt im vierten Lebensjahrzehnt langsam zu sinken, jährlich um etwa ein bis zwei Prozent. 

Altersabhängige Testosteronwerte

Alterskorrigierte Testosteronwerte
Alter (Jahre) Testosteron (ng/ml)
20 - 29 3,1 - 8,3
30 - 39 3,0 - 8,3
40 - 49 2,8 - 7,0
50 - 59 2,4 - 6,3
60 - 69 2,1 - 5,4
70 - 89 1,7 - 4,9

Wie macht sich ein Testosteronmangel bemerkbar?

Ein Testosteronmangel wird nur behandelt, wenn dadurch auch Beschwerden verursacht werden. Die Behandlung kann per Injektion, Tabletten oder auch über ein Hormonpflaster erfolgen.

+++ Mehr zum Thema: Testosteronmangel +++

In welchen Fällen sollte der Testosteronspiegel bestimmt werden?

  • die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente (Glukokortikoide, Opioide)
  • Unfruchtbarkeit
  • Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse)
  • dialysepflichtige Nierenerkrankungen
  • COPD
  • Diabetes Typ 2
  • Osteoporose

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Autoren:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Shalender Bhasin et al: Testosterone Therapy in Adult Men with Androgen Deficiency Syndromes: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 91(6) 2006, S. 1995-2010.
Margaret E. Wierman et al: Androgen Therapy in Women: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 91(10) 2006, S. 3697-3710.
Kratzik, Dollezal, Davoudi, Ponholzer, Lackner: Leitlinie partielles Androgendefizit des alternden Mannes. In: Journal für Urologie und Urogynäkologie 2008; 15 (Sonderheft 6), S. 5-6.

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