Akne

Von , Studentin der Humanmedizin
Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

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Akne ist eine vorwiegend in der Pubertät auftretende Hauterkrankung, die durch Pusteln, Pickel und Mitesser gekennzeichnet ist. Sie betrifft fast alle Jugendlichen, aber auch viele Erwachsene. Die Ursache der Erkrankung ist meist eine hormonelle Umstellung; es kommen aber auch andere Faktoren in Frage. Lesen Sie hier alles Wichtige zur Akne: Symptome, Ursachen und Prognose.

akne

Akne: Beschreibung

Akne ist die häufigste Hauterkrankung weltweit. Sie tritt vorwiegend bei Jugendlichen während der Pubertät auf. Auf die Frage: "Was ist Akne genau?" gibt es keine exakte Antwort, da die Erkrankung in verschiedensten Ausprägungsformen auftritt. Meist bilden sich bei den Betroffenen im Gesicht Pusteln, Pickel und Mitesser, und zwar vorwiegend an der Stirn und am Kinn. Akne am Rücken und im Dekolleté kommt ebenfalls vor, ist aber seltener.

Leichte Ausprägungsformen können in der Regel mit Wasch- und Pflegeserien aus der Drogerie oder Apotheke selbst behandelt werden. Starke Akne muss vom Hautarzt behandelt werden.

Fast jeder Jugendliche ist mehr oder weniger stark von Akne betroffen. Akne bei Erwachsenen (Spätakne oder Acne tarda) ist seltener - laut einer Studie tritt sie bei etwa 54 Prozent der Frauen und bei 40 Prozent der Männer über 25 Jahre auf und wird erst nach dem 45. Lebensjahr besser. Bei etwa einem Drittel aller Betroffenen ist eine medizinische Behandlung notwendig.

Acne vulgaris: Der häufigste Typ

Acne vulgaris ist die bekannteste Akneform und wird auch "gewöhnliche Akne" genannt. Ihr Auslöser sind die hormonellen Veränderungen während der Pubertät. Jungen sind von Pubertätsakne meist stärker betroffen als Mädchen. 

Bei guter Behandlung heilt Acne vulgaris in der Regel schnell ab. Unbehandelt bildet sie sich meist bis zum 25. Lebensjahr von alleine zurück. In einzelnen Fällen können aber Symptome auch noch bis zum 40. Lebensjahr und darüber hinaus bestehen bleiben.

Je nach Schweregrad wird Acne vulgaris in drei Unterformen unterteilt:

  • Acne comedonica: Sie ist die leichteste Krankheitsform und betrifft nur das Gesicht (Stirn, Nase und Wangen), seltener den Rücken. Die Acne comedonica ist durch Mitesser geprägt, die sich entzünden können, wenn sie ausgedrückt werden.
  • Acne papulopustulosa: Diese mittelschwere Krankheitsform ist durch Mitesser und entzündete Pickel gekennzeichnet. Oft betrifft die Acne papulopustulosa Gesicht und Rücken.
  • Acne conglobata: Die Acne conglobata ist die schwerste Form der Erkrankung. Hierbei bilden sich aus den Pickeln richtige Knoten, die sich leicht entzünden und beim Abheilen sichtbare Narben hinterlassen.

Weitere Akneformen

Weitere Krankheitsformen können entstehen, wenn die Haut bestimmte Stoffe, die sich in Pflegeprodukten, Medikamenten oder Nahrungsmitteln befinden, nicht verträgt. Dazu gehören:

  • Kontakt-, Kosmetik- oder Chlor-Akne
  • Medikamenten-Akne (Acne medicamentosa)
  • Doping-Akne

Diese Akneformen sind Sonderformen einer allergischen Reaktion und lassen sich gezielt bekämpfen, indem der Stoff, auf den die Haut reagiert, abgesetzt wird. Um die Ursache der Erkrankung zu bestimmen, können Allergietests beim Arzt helfen.

Weitere Akneformen sind die Neugeborenen-Akne, die Säuglingsakne, die Mallorca-Akne und Acne inversa (Akne inversa). In der Umgangssprache werden Neugeborenen- und Säuglingsakne oft gemeinsam als Säuglingsakne oder Baby-Akne bezeichnet. Das ist jedoch medizinisch nicht korrekt.

Neugeborenenakne

Bei der Neugeborenenakne ("Babyakne", Acne neonatorum) finden sich kleine Mitesser vorwiegend auf den Wangen. Sie können schon vor der Geburt bestehen oder sich im Verlauf der ersten Lebenswochen bilden. Eine Therapie ist nicht notwendig, da sich die Neugeborenenakne innerhalb einiger Wochen von alleine zurückbildet. Etwa 20 Prozent aller Säuglinge sind von dieser Hauterkrankung betroffen - Jungen häufiger als Mädchen.

Säuglingsakne

Säuglingsakne ("Kleinkindakne", Acne infantum) tritt zwischen dem dritten und dem zwölften Lebensmonat auf, und zwar bei Jungen häufiger als bei Mädchen. Sie ist gekennzeichnet durch kleine gelbliche Pickelchen, die sich vorwiegend auf der Stirn und den Wangen bilden. Daraus können sich Narben entwickeln. Die Säuglingsakne sollte also in jedem Fall von einem Arzt behandeln werden.

Die meisten Betroffenen mit Säuglingsakne entwickeln im späteren Leben Acne vulgaris.

Mallorca-Akne

Eine weitere Sonderform ist die sogenannte Mallorca-Akne (Acne aestivalis). Sie ist keine typische Akneerkrankung, sondern eigentlich eine Lichtallergie beziehungsweise eine Sonderform des Sonnenekzems (polymorphe Lichtdermatose).

Bei der Mallorca-Akne bilden sich kleine Pusteln vorwiegend im Dekolleté und auf den Armen und Beinen, sehr selten auch im Gesicht. Ein unangenehmer Nebeneffekt sind Juckreiz und eine starke Rötung, die aber nur in manchen Fällen auftreten. Ursache der Mallorca-Akne ist eine Reaktion von Sonnenlicht beziehungsweise UV-Strahlung mit dem Talg der Haut oder mit den Fetten in Sonnenschutzcremes, bei der für die Haut schädliche Substanzen entstehen. Wissenschaftler vermuten zudem eine genetische Veranlagung. Gefährdet sind vor allem junge Menschen (Frauen häufiger als Männer) mit fettigem Hauttyp.

Meist bildet sich die Mallorca-Akne am Anfang eines Urlaubs oder in den ersten Tagen des Sommers, da die Haut dann noch nicht an die Sonnenstrahlung gewöhnt ist. Man kann wenig gegen sie tun. Gewöhnlich heilt sie innerhalb weniger Tage von alleine wieder ab. Wichtig ist es, in diesen Tagen eine erneute Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Eine hornhautlösende (keratolytische) Therapie kann bei Menschen, die eine Veranlagung zu Akne haben, die Abheilung unterstützen.

Achten Sie bei der Mallorca-Akne vor allem auf die Vorsorge: Sie sollten Ihre Haut langsam an die Sonne gewöhnen. Meiden Sie zudem fetthaltige Lotions oder Sonnencremes. Es gibt auch spezielle Sonnenschutzprodukte für allergische Haut, die eine Vorbeugung von Mallorca-Akne unterstützen.

Akne inversa

Die Acne inversa ist eine schwere Form der Akne und tritt meist im Achsel- und Intimbereich auf. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Acne inversa.

Akne: Symptome

Bei Akne bildet sich zunächst ein kleiner roter Punkt oder ein Knötchen in der Haut. Dies fühlt sich wie eine Verdickung der Haut an. Ein solcher Mitesser (Komedo) entsteht, wenn der Ausführungsgang einer Talgdrüse in der Haut durch Verhornung verstopft. Der Talg staut sich, der Mitesser ist als kleines weißes Pünktchen sichtbar. Reißt ein solcher Mitesser auf, gelangt Luft an den Talg, wodurch sich der Mitesser schwarz färbt. Wenn nun Bakterien (Propioni-Bakterien) hinzu kommen, entwickelt sich eine Entzündung – ein "blühender" Pickel entsteht.

Die Pickel und Mitesser bilden sich vor allem im Gesicht, und zwar bevorzugt in der sogenannten T-Zone, also an Stirn, Kinn und Nasenrücken. Je nach Veranlagung und Hauttyp kann sich schwere Akne auch auf den Wangen zeigen. Seltener sind der Rücken und die Brust betroffen.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen:

  • große, wunde Pickel
  • plötzliche Verschlechterung des Hautbilds
  • schwere psychische Belastung durch die Pickel
  • Aknenarben

Akne: Narben

Wie genau bei Akne Narben entstehen und wie man diese entfernen kann, lesen Sie im Beitrag Aknenarben.

Akne: Ursachen und Risikofaktoren

Akne kann durch verschiedene Faktoren verursacht sein.

Die häufigste Form, die Acne vulgaris, ist meist hormonell bedingt. Verursacher sind hier die männlichen Geschlechtshormone, Androgene genannt (Hauptvertreter: Testosteron). Diese werden nicht nur bei Männern, sondern in geringem Maße auch bei Frauen verstärkt produziert (vor allem während der Pubertät). Da sie aber bei Männern in größerer Menge vorkommen, sind Männer auch stärker von der Hauterkrankung betroffen.

Die Androgene regen die Talgdrüsen der Haut zu einer vermehrten Talgproduktion an. Normalerweise wird dieser Talg über die Poren nach außen abgegeben. Während der hormonellen Umstellung in der Pubertät nimmt aber auch die Produktion von Hornmaterial in der Haut zu, welches die Ausführungsgänge verschließt. So staut sich der Talg unter der Hautoberfläche, und es entstehen sogenannte geschlossene Mitesser. In diese kann sich der weißlich aussehende Talg ergießen.

Irgendwann reißt die Haut am Ausführungsgang auf. Durch den Kontakt mit Luftsauerstoff färbt sich der Mitesser schwarz. Das heißt: Schwarze Mitesser sind offene Mitesser.

Der Talg in den Mitessern “lockt“ Bakterien an. Diese zersetzen den Talg und produzieren Spaltprodukte, die Entzündungsreaktionen fördern ("blühender Pickel") und die Bildung neuer Mitesser anregen.

Hormonschwankungen treten nicht nur während der Pubertät, sondern auch während der Schwangerschaft, in den Wechseljahren (Menopause) und bei Absetzten der Anti-Baby-Pille auf. Zu diesen Zeitpunkten sowie während der Menstruation, wenn die Haut verstärkt fettig ist, kommt es bei Frauen oft erneut zu einem Ausbruch der Akne.

Weitere Risikofaktoren

Aber nicht nur die Hormone sind für die Entstehung der Akne verantwortlich. Studien zeigen auch, dass eine erbliche Veranlagung sowie eine starke psychische Belastung und Stress die Entstehung der Hauterkrankung unterstützen können.

Zusätzlich können Fette in Kosmetikprodukten, Inhaltstoffe von Medikamenten und bestimmte Nahrungsmittel die Talgproduktion anregen oder zur Verstopfung der Ausführungsgänge beitragen. Zu den Medikamenten, die eine Akne hervorrufen können, gehören:

  • Kortikosteriode (Kortison)
  • Anabolika
  • Adrenocorticotropin (ACTH)
  • Psychopharmaka
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel, die Brom enthalten
  • Neuroleptika (Medikamente gegen verschiedene psychische Erkrankungen)
  • Halogene als Desinfektionsmittel
  • Antibiotika
  • Vitamine B2, B6, B12
  • bestimmte Arzneimittel zur Krebsbehandlung (EGF-Rezeptoragonisten)

Bei manchen Menschen kann auch die Ernährung die Entstehung von Akne begünstigen. In schlechtem Ruf stehen diesbezüglich zum Beispiel sehr fettreiche Nahrungsmittel und Schokolade. In Studien konnte dieser Zusammenhang allerdings noch nicht nachgewiesen werden.

Verschiedene Faktoren wie Feuchtigkeit, Zigarettenrauch und Kratzen an den Pickeln können die Symptome verschlimmern.

Akne: Untersuchungen und Diagnose

Akne ist aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes leicht zu diagnostizieren. Die Pusteln, Mitesser und Pickel sind meist ein deutliches Symptom.

Bevor Sie allerdings selbstständig mit der Behandlung beginnen, sollten Sie dennoch einen Facharzt für Hautkrankheiten (Dermatologe) aufsuchen, um eine andere Hauterkrankung ausschließen zu lassen. Außerdem kann nur der Facharzt feststellen, um welche Akneform es sich handelt und welche die beste Therapie ist.

Vermutet der Arzt, dass eine Infektion vorliegt, kann er etwas Sekret aus den Mitessern entnehmen, um es analysieren zu lassen. Dabei zeigt sich, ob und wenn ja, welche Bakterien die Infektion verursachen. Danach richtet sich dann die Behandlung.

Akne: Behandlung

Alles Wichtige zur Therapie lesen Sie im Beitrag Aknebehandlung.

Akne: Krankheitsverlauf und Prognose

In den meisten Fällen heilt die Akne bis zum 25. Lebensjahr von alleine wieder ab. In manchen Fällen bleibt die Erkrankung aber auch länger bestehen. Stress und psychische Belastung können den Krankheitsverlauf stark beeinflussen. So kann es bis ins hohe Alter in akuten Stresssituationen zu einem erneuten Ausbruch der Akne kommen (Acne tarda).

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Silke Stachowitz
Autor:
Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

ICD-Codes:
L70
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 4. Auflage, 2015
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Bundesverband der Deutschen Dermatologen e.V.: "Akne – mehr als ein paar Pickel in der Pubertät", Meldung vom 26.04.2019 unter: www.bvdd.de
  • Kerscher, M.: Dermatokosmetik; Steinkopff Verlag, 2009
  • Keudel, H.: Kinderkrankheiten, Gräfe und Unzer Verlag, 2009
  • Rassner, G.: Dermatologie: Lehrbuch und Atlas, Urban & Fisher Verlag, 9. Auflage, 2009
  • S2k-Leitline der Deutschen Dermatologische Gesellschaft (DDG): "Behandlung der Akne" (Stand 10/2011)
  • Speer, C. P. & Gahr, M.: Pädiatrie, Springer Verlag, 5. Auflage, 2019
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