Bänderdehnung

Von , Studentin der Humanmedizin
Aktualisiert am
Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

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Unter einer Bänderdehnung oder -zerrung versteht man die Überdehnung von Bändern (Ligamenten). Sie entsteht vor allem beim Sport, passiert aber auch im Alltag. Die betroffenen Gelenke schwellen an, schmerzen und sind wenig belastbar. Eine Bänderdehnung wird behandelt, indem das betroffene Gelenk ruhiggestellt und geschient wird. Lesen Sie hier alles Wichtige zur Bänderdehnung.

Bänderdehnung: Schmerzen im Fuß

Kurzübersicht

  • Symptome: Schmerzen im betroffenen Gelenk, Bewegen des Gelenks unter Umständen nicht möglich, Schwellung und Bluterguss möglich
  • Prognose: In der Regel heilt die Verletzung innerhalb von zwei Wochen aus, wenn das Gelenk geschont wird.
  • Ursachen: Schnelle Drehbewegung des Gelenks über die natürlichen Grenzen hinaus, oft beim Sport
  • Risikofaktoren: Übergewicht, Bewegungsmangel, Sportarten mit häufigen Richtungswechseln, Sport auf unebenem Gelände, vorherige Bänderschädigung, angeborene Bindegewebserkrankungen
  • Behandlung: Schmerzmittel, Ruhigstellen des Gelenks, Erste Hilfe gemäss PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagern)
  • Diagnostik: Untersuchung anhand der Symptome und der Entstehungsgeschichte, Unterscheidung zwischen Bänderdehnung und Bänderriss durch bildgebende Verfahren
  • Vorbeugen: Bei zurückliegender Bänderverletzung vorbeugendes Tragen einer Bandage, regelmässig Sport in Massen

Was ist eine Bänderdehnung?

Die Bänder (Ligamente) bestehen aus festem Bindegewebe und sind nicht gut dehnbar. Man findet sie an jedem Gelenk im Körper. Die Bänder stabilisieren das Gelenk und sorgen dafür, dass der natürliche Bewegungsradius des Gelenks nicht überschritten wird. Zu einer Bänderdehnung (auch Bänderzerrung genannt) kommt es vor allem beim Sport oder durch plötzliche oder gewaltsame Bewegungen in Alltagssituationen.

Durch die Krafteinwirkung werden die eigentlich wenig elastischen Bänder in der Länge gedehnt. Je nach Intensität der Kraft und der Festigkeit des Bandes wird es mehr oder weniger stark gedehnt – bis zu einem bestimmten Grad. Ist eine gewisse Dehnung überschritten, reisst das Band mitunter vollständig oder teilweise (Bänderriss).

Eine Bänderdehnung ist der erste Grad einer Bänderverletzung. Grad zwei ist ein teilweiser Anriss, während Grad drei, der Bänderriss, die schwerste Form darstellt.

Je nach Sportart sind einige Gelenke besonders gefährdet: Beim Volleyball ist zum Beispiel ein Bänderriss an den Fingern typisch, bei Ballsportarten wie Fussball oder Tennis sind von einer Bänderdehnung Fuss und Sprunggelenk besonders häufig betroffen. Die Kreuzbänder und das Innenband des Knies werden bei ruckartigen Drehbewegungen des Fusses häufig verletzt, etwa beim Skifahren oder beim Fussball.

Eine typische Skifahrer-Verletzung ist der sogenannte Skidaumen. Dabei reisst das ellenseitige Band am Daumengrundgelenk, wenn der Betroffene beim Skifahren mit dem Skistock hängen bleibt oder auf die abgespreizte Hand stürzt, wodurch eine grosse Kraft auf den Daumen einwirkt.

Vergleicht man die Häufigkeit der Bänderdehnungen am gesamten Körper, so stellt man fest, dass bei einer Bänderzerrung Knie oder Fuss häufiger betroffen sind als die Finger. Am seltensten tritt eine Bänderzerrung am Ellbogen oder in der Schulter auf. Die Bänderdehnung macht etwa 20 Prozent aller Verletzungen im Sport aus. Wie viele Bänderdehnungen im Alltag auftreten, ist jedoch schwer festzustellen, da nicht alle Fälle ärztlich untersucht, festgestellt und behandelt werden.

Wie äussert sich eine Bänderdehnung?

Die Symptome einer Bänderdehnung unterscheiden sich je nach Ort und Ausmass der Verletzung. Während Betroffene bei einer leichten Dehnung meist kaum Beschwerden haben, verursacht eine schwere Bänderzerrung oder ein Bänderriss oft starke Schmerzen. Schmerzen treten vor allem bei Bewegungen auf – zum Beispiel beim Gehen.

Eine Schwellung und ein Bluterguss (Hämatom) an der Verletzungsstelle weisen neben den Schmerzen auf eine Bänderdehnung hin. Die Symptome sind bei allen möglichen betroffenen Gelenken wie dem Sprunggelenk, dem Knie oder anderen Gelenken ähnlich.

Ob eine Bänderdehnung oder ein Bänderriss vorliegt, unterscheidet der Arzt mit bildgebenden Untersuchungsverfahren. Ohne eine solche Diagnostik lässt sich der Unterschied nicht erkennen. Oft lassen sich bei einer Bänderdehnung Knöchel, Fuss oder Knie gar nicht mehr belasten. Reisst das Band, hört man manchmal ein „Knacken“.

Nach einer Bänderdehnung und einem Bänderriss ist das Gelenk spürbar instabil. Dadurch werden weitere Bänderdehnungen wahrscheinlich. Für eine vollständige Heilung wird das betroffene Gelenk ausreichend lange ruhiggestellt und geschont. Gegebenenfalls ist eine Operation notwendig, um weitere Bänderverletzungen zu vermeiden.

Wie lange dauert die Heilung?

Ähnlich wie bei anderen Sportverletzungen gilt auch bei der Bänderdehnung: Dauer der Behandlung und Prognose richten sich nach der Schwere der Verletzung und dem rechtzeitigen Therapiebeginn. Eine Bänderdehnung ist bereits nach wenigen Tagen oft kaum mehr zu bemerken. Bei einem gut geschonten Bänderriss sollten die Schmerzen nach etwa zwei Wochen nachlassen.

Während dieser Zeit ist das Gelenk kaum belastbar, Sport und längere Laufstrecken kommen nicht infrage. Wenn die Schmerzen oder die Schwellung nach dieser Zeit nicht abgeklungen sind, ist ein Bänderriss möglich, mit dem Betroffene in jedem Fall einen Arzt aufsuchen sollten.

Ob man mit einer Bänderdehnung arbeitsunfähig ist und wie lange, hängt vom betroffenen Gelenk und natürlich vom ausgeübten Beruf ab. Das gilt auch für Tätigkeiten wie das Autofahren, die möglicherweise damit verbunden sind. In jedem Fall ist es ratsam, Verletzungen der Gelenke gut auszukurieren, um eventuelle Spätfolgen zu vermeiden.

Wird eine Bänderdehnung nicht behandelt, kommt es unter Umständen als Spätfolge zur Instabilität im betroffenen Gelenk. Die Fehlstellung schädigt den Gelenkknorpel, sodass ein vorzeitiger Gelenkverschleiss (Arthrose) entsteht.

Sind von einer Bänderzerrung Fuss oder Finger betroffen, wird die Verletzung oft nur unzureichend behandelt, und in der Folge tritt sehr schnell wieder eine Schädigung auf. Werden die Bänder fortwährend geschädigt, wird das Gelenk mit der Zeit sehr instabil. Es entsteht ein sogenanntes Schlottergelenk. Eine Bänderdehnung ist daher ernst zu nehmen und sollte von einem Arzt behandelt werden.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine Bänderdehnung tritt meist beim Sport auf, wenn das Gelenk übermässig oder sehr plötzlich belastet wird. Für eine Bänderdehnung sind Gelenke der Finger, die Kniegelenke und die Sprunggelenke am Fuss besonders anfällig. Klassischerweise entsteht eine Bänderdehnung bei schnellen Drehbewegungen. Dabei ist eine natürliche, gesunde Drehung bis zu einem bestimmten Grad möglich.

Danach wird, bei einer langsamen Bewegung, die Drehung automatisch durch die Bänder abgestoppt. In den Bändern und den Muskeln liegen feine Sensoren, die diesen Spannungszustand an das Gehirn melden. Die Dehnung der Bänder nehmen Betroffene als ein „Ziehen“ wahr, das durch eine Veränderung der Körper- und Gelenkposition wieder verschwindet.

Bei einer sehr schnellen Bewegung lässt sich die übermässige Spannung nicht korrigieren, sodass das Band überdehnt wird und eventuell sogar reisst.

Das Kniegelenk wird durch vier Bänder stabilisiert: das Aussenband, das Innenband, das vordere und das hintere Kreuzband. Sie führen die Bewegungen im Knie und sorgen für Stabilität. Besonders häufig betroffen von einer Bandschädigung am Knie ist das vordere Kreuzband (vordere Kreuzbandruptur).

Der typische Verletzungsmechanismus im Kniegelenk besteht in einer Drehung des Knies bei fixiertem Fuss. Beim Fussball passiert es zum Beispiel häufig, dass die Sportler mit ihren Schuhen im Rasen hängen bleiben. Deswegen sind bei ihnen im Falle einer Bänderzerrung Knöchel und Knie besonders oft betroffen. Auch beim Skifahren ist das meist der Fall, wenn der Ski im Schnee stecken bleibt, während der restliche Körper weiter rotiert.

Sehr häufig sind ausserdem Verletzungen der Bänder am Sprunggelenk. Beispielsweise beim Joggen, Wandern oder bei Sportarten auf unebenem Gelände führt ein unachtsamer Moment vielfach bereits zu einem „Umknicken“. Besonders häufig ist dabei das „Supinationstrauma“, bei dem Betroffene nicht mit der Fusssohle auftreten, sondern stattdessen über den Aussenrand des Fusses abrollen und dadurch umknicken.

Beim Umknicken sind von einer Bänderzerrung Sprunggelenk und gegebenenfalls die Bänder am Fuss betroffen. Am Sprunggelenk unterscheidet man zwischen oberem und unterem Sprunggelenk. Beide Gelenke werden durch eine ganze Reihe von verschiedenen Bändern stabilisiert. Dazu zählen zum Beispiel das Innenband und das Aussenband. Beim Umknicken ist meistens das Aussenband betroffen, das dabei einer starken Dehnung ausgesetzt wird.

Eine Bänderdehnung tritt zwar meistens beim Sport auf, aber auch in Alltagssituationen. Rutschen Sie beispielsweise von der Treppe ab oder knicken Sie um, werden die Bänder ebenfalls übermässig belastet und eine Bänderdehnung ist die Folge.

Auch eine solche „Bagatellverletzung“ sollten Sie bei starker Schwellung und bleibenden Schmerzen auf jeden Fall von einem Arzt untersuchen lassen. Besonders, wenn nach einer Bänderdehnung die Schmerzen oder die Schwellung nicht wieder abklingen, ist auch ein Bänderriss möglich.

Bestimmte Faktoren erhöhen meist das Risiko für eine Bänderdehnung. Zu den Risikofaktoren für eine Bänderdehnung zählen:

  • Übergewicht
  • Mangelnde Bewegung
  • Schnelle, mit häufigen Richtungswechseln verbundene Sportarten (Squash, Badminton, Tennis, Volleyball, Skifahren, Fussball, etc.)
  • Sport auf unebenem Gelände
  • Vorausgegangene Schädigung der Bänder (Bänderdehnung, Bänderriss)
  • Angeborene Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom oder Ehlers-Danlos-Syndrom

Bänderdehnung: Untersuchungen und Diagnose

Der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf Bänderdehnung ist ein Facharzt für Orthopädie. Versuchen Sie, das betroffene Gelenk auf dem Weg zum Arzt so gut wie möglich ruhig zu stellen. Bei Verletzungen am Fuss gelingt dies beispielsweise durch die Verwendung von Krücken.

Beim Arzttermin wird Ihnen der Arzt zunächst Fragen zu den aktuellen Beschwerden und eventuellen Vorerkrankungen oder vorangegangenen Operationen stellen (Anamnese). Schildern Sie hierbei den Unfallhergang und die Symptome möglichst genau. Häufige Fragen des Arztes sind etwa:

  • Wo sind die Schmerzen genau lokalisiert?
  • Wie war der Unfallhergang genau?
  • Hatten Sie bereits Verletzungen an diesem Gelenk?
  • Wurden Sie bereits an dem Gelenk operiert?
  • Treiben Sie Sport? Wenn ja, welche Sportarten und wie intensiv?

Nach dem Anamnesegespräch folgt die körperliche Untersuchung. Dabei wird sich der Arzt die Verletzungsstelle zunächst ansehen. Dabei zieht er aus dem Ausmass der Schwellung und einem eventuell vorliegenden Bluterguss Rückschlüsse auf die Schwere der Verletzung.

Ausserdem wird er versuchen, das Gelenk vorsichtig zu bewegen. Bei einem gerissenen Band befindet das betroffene Gelenk möglicherweise in einer Fehlstellung. Um das genaue Ausmass der Bänderdehnung festzustellen, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Weitere Untersuchungen:

Eine Bänderdehnung oder ein Bänderriss lassen sich mit verschiedenen bildgebenden Verfahren sichtbar machen. In der orthopädischen Praxis wird meist ein Ultraschallgerät genutzt, mit dem der Orthopäde Bandverletzungen oberflächlich liegender Bänder (wie beispielsweise am Sprunggelenk) gut sieht. Tieferliegende Bänder wie beispielsweise die Kreuzbänder im Knie sind besser mittels Magnetresonanztomografie (MRT) zu sehen.

Auch wenn bei einem Bänderriss eine Operation notwendig wird, ist ein MRT sinnvoll. So erhält der Chirurg bereits vor der Operation einen guten Überblick über das Ausmass der Schädigung. Zum Ausschluss von Verletzungen der Knochen fertigt der behandelnde Arzt häufig auch ein Röntgenbild der betroffenen Region an.

Behandlung

Bei einer Bänderdehnung kommen verschiedene Möglichkeiten der Therapie in Betracht. Wichtig ist es vor allem, das Gelenk zu schonen und es nicht weiter zu belasten.

Erste Hilfe: "PECH" - Was tun bei Bänderdehnung?

Unmittelbar nach der Verletzung verbessern Sie durch bestimmte Massnahmen („Erste Hilfe“) die Prognose. Die erforderlichen Massnahmen werden mit der sogenannten „PECH-Regel“ gut zusammengefasst. Dabei stehen die einzelnen Buchstaben für:

P für PAUSE: Hören Sie sofort mit der Belastung auf und setzen oder legen Sie sich hin. Auch wenn der Schmerz zunächst erträglich erscheint. Wenn Sie zum Beispiel den Sport nach wenigen Minuten wieder aufnehmen, riskieren Sie, dass sich die Verletzung verschlimmert.

E für EIS: Kühlen Sie die betroffene Stelle etwa 15 bis 20 Minuten mit Eispackungen („Coolpacks“) oder mit Umschlägen mit kaltem Wasser. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefässe zusammenziehen und weniger Blut aus verletzten Gefässen in das umliegende Gewebe austritt. Das Eis nicht unmittelbar auf die Haut legen, legen Sie stattdessen ein Stofftuch dazwischen. Wärme ist nicht förderlich.

C für COMPRESSION: Wenn möglich, sollten Sie einen Kompressionsverband anlegen. Auch dieser verhindert eine Einblutung in das Gewebe.

H für HOCHLAGERN: Lagern Sie die verletzte Stelle hoch. Dadurch fliesst das venöse Blut leichter zum Herzen zurück. Das verringert die Schwellung.

Auch wenn die Schmerzen schnell wieder nachlassen, sollten Sie die Verletzung von einem Arzt untersuchen lassen. Eine Bänderzerrung von einem Bänderriss zu unterscheiden, ist für den Laien nicht möglich und auch für den Arzt nur durch weitere Untersuchungen möglich.

Treiben Sie mit einer Bänderverletzung weiter Sport, so führt das eventuell zu ernsthaften Konsequenzen: Heilt die Verletzung nicht richtig aus, kommt es mitunter durch die Instabilität im Gelenk immer wieder zu Verletzungen. Bleibt das Gelenk in einer Fehlstellung, droht Gelenkverschleiss (Arthrose).

Bänderdehnung: Behandlung beim Arzt

Bei einer Bänderdehnung ist es meist ausreichend, das Gelenk einige Zeit durch Bandagen zu stabilisieren. Das funktioniert gegebenenfalls auch durch entsprechendes Tapen, wenn die Tapes fest stabilisierend angebracht sind. Zusätzlich lassen sich Salben oder Sportgels gegen die Schmerzen auf die verletzte Stelle auftragen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Diclofenac. Bei einer Bänderdehnung in den Beinen ist es oft sinnvoll, für ein paar Tage Krücken zu verwenden, um das Gelenk zu entlasten.

Je nach verletztem Gelenk sind unterschiedliche Stabilisierungsmöglichkeiten verfügbar:

Bänderdehnung: Sprunggelenk

Bei einer Bänderdehnung im Sprunggelenk werden funktionelle Verbände zur Stabilisierung und Entlastung des Gelenks angelegt, die sogenannten Tapes. Dazu klebt der Arzt elastische Pflaster auf die Haut, die die Funktion des Bandes übernehmen sollen. Ausserdem verhindern Schienen oder klassische Bandagen, dass der Fuss erneut umknickt.

Bänderdehnung: Knie

Bei einer Bänderdehnung im Knie legt der Behandelnde eine Streckschiene an, die das Kniegelenk ruhigstellt. Zusätzlich wird das Bein häufig mit Bandagen fixiert. Ausserdem gibt es spezielle Schienen, die dem Knie eine gewisse eingeschränkte Beweglichkeit ermöglichen (Orthesen).

Bänderdehnung: Finger

Bei einer Bänderdehnung im Finger wird der betroffene Finger meist mit einem stabilen Verband am benachbarten Finger befestigt. So wird der Bandapparat nicht mehr belastet und heilt aus.

Bänderdehnung: Wie lange krankschreiben?

Ob und wie lange Sie nach einer Bänderdehnung krankgeschrieben werden, hängt von der Schwere der Verletzung und von Ihrem Beruf ab. Krankenschwestern, Kellner, Bauarbeiter und andere Berufsgruppen, die verhältnismässig viel laufen müssen, werden bei einer Bänderdehnung im Fuss oder im Knie normalerweise erst einmal für eine oder zwei Wochen krankgeschrieben.

Danach erfolgt eine weitere Untersuchung. Ist die Bänderzerrung gut verheilt und haben Sie kaum noch Schmerzen, ist es danach wieder möglich, zur Arbeit zu gehen. Berufssportler müssen sich auf jeden Fall für mehrere Wochen schonen. Wer wieder mit dem Training beginnt, sollte am Anfang nur leichte Übungen machen und das Gelenk schrittweise belasten.

Menschen, die überwiegend sitzen, müssen meist nicht oder nur wenige Tage krankgeschrieben werden. Versuchen Sie, Ihr Bein auch bei der Arbeit hochzulagern und laufen Sie langsamer und vorsichtiger als gewöhnlich. Bei einer Bänderdehnung im Finger erfolgt normalerweise keine Krankschreibung, ausser wenn Sie einer handwerklichen Tätigkeit nachgehen oder am Computer tippen müssen.

Vorbeugen

Da eine vorhergehende Bänderverletzung das Risiko für eine erneute Bänderverletzung erhöht, ist das präventive Tragen einer Bandage, zum Beispiel beim Sport, eine Möglichkeit der Vorbeugung. Sie verleiht zusätzliche Stabilität.

Wer regelmässig Sport treibt, sollte sich zudem immer aufwärmen, um Sportverletzungen wie einer Bänderdehnung besser vorzubeugen. Darüber hinaus lässt sich einer Bänderdehnung nur durch vorsichtiges und vorausschauendes Verhalten in allen Alltags- und Sportsituationen vorbeugen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

ICD-Codes:
S63S83S53S93
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Ficklscherer, A.: BASICS Orthopädie und Unfallchirurgie. 6. Auflage, Elsevier, 2020
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie Unfallchirurgie. 9. Auflage, Springer Verlag, 2013
  • Maibaum, S. et al.: Therapielexikon der Sportmedizin: Behandlung von Verletzungen des Bewegungsapparates. 2. Auflage, Springer, 2006
  • Niethard, F. N. et al.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. 8. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2017
  • Ruchholtz, S., Wirtz, C.: Orthopädie und Unfallchirurgie essentials: Intensivkurs zur Weiterbildung. 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Weineck, J.: Sportanatomie. 18. Auflage, Spitta, 2008
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