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Pigmentflecken (Hyperpigmentierungen)

Pigmentflecken Altersflecken Hyperpigmentierung
Pigmentflecken sind in den meisten Fällen medizinisch unbedenklich. (12-08-09 © Ziga Lisjak / iStockphoto)

Bei Pigmentflecken handelt es sich um räumlich begrenzte, bräunliche Hautverfärbungen, die durch eine übermäßig starke Einlagerung von Melanin in die Hautoberfläche entstehen.

Kurzfassung:

  • Die meisten Menschen europäischer Abstammung entwickeln im Laufe ihres Lebens Pigmentflecken.
  • Pigmentflecken sind keine Krankheit, können aber ein Anzeichen für ein hohes Hautkrebsrisiko sein und als kosmetisch störend empfunden werden.
  • Pigmentstörungen treten verstärkt bei Menschen ab 40 Jahren auf.
  • Altersflecken sind völlig harmlos und zeigen auch nach Jahren keine Tendenz zur bösartigen Umwandlung.
  • Die beste Vorbeugung ist angemessener Sonnenschutz.

Informationen auf dieser Seite:

Was ist Melanin?

Melanin ist ein Pigment, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die Haut vor dem schädigenden Einfluss der UV-Strahlung im Sonnenlicht zu schützen. Gebildet wird der braune Farbstoff von den sogenannten Melanozyten. Sie erhalten das Signal zur Pigmentbildung von anderen Hautzellen, den Keratinozyten, vor allem als Reaktion auf Sonnenlicht. Gemeinsam sorgen diese beiden Zelltypen so auch für die Bräune der Haut durch die Sonne, beispielsweise beim Urlaub.

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Was sind Pigmentflecken?

Pigmentflecken sind Ausdruck einer gestörten Melaninproduktion, die durch verschiedene Auslöser bedingt sein kann – angefangen von (zu) häufiger UV-Einstrahlung über die normale Hautalterung bis hin zu hormonellen Einflüssen. Wichtig ist zu wissen, dass die kleinen braunen Hautverfärbungen in der Regel harmlos sind und keine Erkrankung darstellen. Im Unterschied zu Muttermalen liegen Pigmentflecken flach im Hautniveau und zeigen keine erhabenen Hautveränderungen.

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Allerdings sind Pigmentflecken, die als Folge von Sonnenbelastung auftreten, ein Zeichen von Sonnenschädigung und spielen somit eine wichtige Rolle als Risikofaktoren für Hautkrebs

Abgesehen davon, dass sie oft als unästhetisch und kosmetisch störend empfunden werden, insbesondere wenn sie an sichtbaren Stellen wie Gesicht, Händen oder Dekolleté zu Tage treten, sind sie somit auch von medizinischer Bedeutung, da das Vorhandensein von vielen Sonnenflecken das Hautkrebsrisiko erhöht.

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Wie häufig sind Pigmentflecken?

Pigmentflecken sind ein weit verbreitetes Phänomen. So entwickelt die Mehrzahl aller Menschen in Mitteleuropa im Laufe des Lebens mehr oder weniger ausgeprägte Sonnen- und Altersflecken, die am häufigsten vorkommenden Hyperpigmentierungen. Sie treten verstärkt ab dem 40. Lebensjahr auf, zudem häufiger bei Frauen als bei Männern.

Was sind Ursachen von Pigmentflecken?

Art Ursachen
Sonnenflecken UV-Strahlung
Altersflecken Lipofuszin (Alters-/Abnutzungspigment)
postinflammatorische Hyperpigmentierung Entzündungen und Verletzungen der Haut (Insektenstiche, Akne, Verbrennungen)
Schwangerschaftsmaske
(Melasma)
hormonelle Umstellung
während der Schwangerschaft
Chloasma hormonale Antibabypille
Nebenwirkung von Medikamenten  Hyperpigmentierung kann auch eine Nebenwirkung der Einnahme von Medikamenten (manche Abtibiotika oder Epileptika) entstehen

Welche Formen von Pigmentflecken gibt es?

Sonnenflecken (Lentigines solaris) bzw. Altersflecken (Lentigines senilis)

Sonnen- oder Altersflecken sind rundliche bis linsenförmige, braune Hyperpigmentierungen, die vor allem an Hautstellen auftreten, die häufig der Sonne ausgesetzt sind. Also am Handrücken, an den Streckseiten der Unterarme, im Gesicht und bei Frauen auch am Dekolleté.

Die zwischen wenige Millimeter und einen Zentimeter messenden, scharf begrenzten und im Hautniveau liegenden Flecken entstehen – wie der Name bereits sagt – durch (zu viel) Sonnenlicht.

Einerseits führt der jahre- und jahrzehntelange Einfluss der darin enthaltenen UV-Strahlung dazu, dass Melanozyten überaktiv werden und verstärkt Melanin produzieren. Andererseits funktioniert auch der Abtransport des Pigments nicht mehr reibungslos. Die Folge ist, dass sich Melanin in der Haut ablagert und die ungeliebten Flecken bildet.

Altersflecken durch das Abnutzungspigment

Altersflecken Pigmentstörung Abbildung
Abb.: Altersflecken am Handrücken (© zamphotography - Fotolia.com)

Bei Altersflecken ist noch ein anderer Farbstoff mit im Spiel: Lipofuszin. Es wird auch Alters- oder Abnutzungspigment genannt und entsteht als Endprodukt der Oxidation von ungesättigten Fettsäuren in der Zellwand.

Dass sich Lipofuszin bildet und in Form von Altersflecken anhäuft, ist letztlich die zwangsläufige Folge des natürlichen Alterungsprozesses der Haut, der aber durch den Einfluss von UV-Strahlen beschleunigt wird. Deshalb finden sich diese Pigmentstörungen ebenfalls bevorzugt an Stellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, wie Hände, Unterarme und Gesicht. 90% der über 60-Jährigen im deutschsprachigen Raum sind von Alters- und Sonnenflecken betroffen.

Postinflammatorische Hyperpigmentierung

Entzündungen und Verletzungen etwa durch Insektenstiche, Akne oder Verbrennungen der Haut können ebenfalls zu einer veränderten Pigmentbildung führen. 

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Melasma (Schwangerschaftsmaske) 

Auch hormonelle Veränderungen können zu Pigmentstörungen führen. Am häufigsten verursacht werden diese durch eine Schwangerschaft. Diese in der medizinischen Fachsprache als Melasma oder Chloasma gravidarum/uterinum bezeichneten, meist großflächigen Hyperpigmentierungen, betreffen das Gesicht und hier vorwiegend den Stirn-, Wangen- und Oberlippenbereich. In der Regel bilden sich solche hormonell bedingten Pigmentflecken nach der Entbindung zurück – allerdings nicht immer vollständig.

Chloasma 

Auch hormonelle Verhütungsmittel, besonders östrogenhaltige Pillen, können Pigmentflecken verursachen. Dann spricht man von einem Chloasma hormonale. Wie bei den Melasma, bildet sich diese Form der Pigmentflecken normalerweise wieder zurück, sobald sich der Hormonspiegel wieder normalisiert hat – bei Chloasma wird dies meist durch das Absetzen der Pille erreicht. Es kommt aber auch hier nicht in allen Fällen zu einer vollständigen Rückbildung.

Nebenwirkung Pigmentstörung: Flecken aufgrund von Medikamenten

Eine weitere mögliche Ursache von Pigmentflecken ist die Einnahme von Medikamenten, etwa des zur Behandlung der Epilepsie eingesetzten Phenytoin oder bestimmter Antibiotika. Darüber hinaus können auch Inhaltsstoffe in Kosmetika, wie beispielsweise Duftöle, die Haut lichtempfindlicher machen und so zur Entstehung von Pigmentstörungen führen.

Wie werden Pigmentflecken diagnostiziert?

Pigmentflecken sind harmlos. Allerdings ist es wichtig, sie von bösartigen Hautveränderungen wie dem malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) und seinen Vorstufen abzugrenzen. Dazu benutzt der Hautarzt ein Auflichtmikroskop, das es ihm ermöglicht, den Hautfleck in vielfacher Vergrößerung zu begutachten. Eine rundliche Form, scharf umrissene Begrenzungen und eine bräunliche, einheitliche Farbe sprechen dabei für eine Pigmentstörung.

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Besteht nur der geringste Zweifel, ob es sich nicht doch um Hautkrebs handelt, muss das verdächtige Gewebe entnommen und im Labor untersucht werden. Die anschließende feingewebliche Untersuchung im Labor sichert die Diagnose. Vorstufen des schwarzen Hautkrebses zeigen jedoch im Vergleich zu den Altersflecken viele unterschiedliche, zum Teil schwärzliche oder tiefdunkelblaue, Farbtöne. Im Gegensatz zum schwarzen Hautkrebs sind Altersflecken auch nicht fransig begrenzt, sondern sie setzen sich zur Umgebung scharf umrissen ab. Je früher bösartige Veränderungen der Haut entdeckt und behandelt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb empfehlen Experten, sich einmal pro Jahr einem Ganzkörper-Hautcheck zu unterziehen.

Wie kann man Pigmentflecken entfernen?

Hyperpigmentierungen lassen sich, wenn sie erst einmal da sind, nicht so einfach dauerhaft entfernen. Das heißt, die Therapie ist zumeist langwierig und kostspielig, mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden und führt nicht immer zum gewünschten Erfolg. In jedem Fall ist es ratsam, dass die Behandlung nicht selbstständig erfolgt, sondern in enger Abstimmung mit einem Hautarzt durchgeführt wird.

  • Chemische Peelings zur Entfernung von braunen Flecken auf der Haut: Vor allem bei flächigen Hyperpigmentierungen können chemische Peelings helfen. Sie bestehen meist aus einer Kombination von Fruchtsäuren und Vitamin C, beschleunigen die Abschuppung der obersten Hautschichten, besitzen zudem eine bleichende Wirkung und führen so zu einer Aufhellung der Haut. Bei hartnäckigen Pigmentflecken stehen Substanzen wie Hydrochinon, Tretinoin oder Azelain zu Verfügung. Diese Wirkstoffe reduzieren die Melaninbildung in den unteren Schichten der Oberhaut. Allerdings führen sie nicht selten zu Hautirritationen und sollten deshalb nicht zu lange und nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden. Dies gilt insbesondere für Hydrochinon, eines der stärksten Mittel, das zudem im Verdacht steht, schwach krebserregend zu sein.
  • Entfernung von Pigmentflecken durch Vereisen: Eine weitere Behandlungsmethode ist die Kryotherapie, bei der die Pigmentflecken mit flüssigem Stickstoff vereist werden.
  • Entfernung von Pigmentflecken mit dem Laser: Noch effektiver ist die Therapie mit einem Farbstofflaser wie dem Neodym-, Yag- oder Rubinlaser.
  • Entfernung durch Mikrodermabrasion: Bei dieser Behandlungsmethode wird die oberste Hautschicht mit einer Art "Sandstrahlgerät" abgeschürft, indem auf die betroffene Stelle Mikrosand mit hoher Geschwindigkeit gestrahlt wird und mit einem Vakuumsauger sofort wieder abgesaugt wird. Diese Technik wird auch zur Falten- und Narbenbehandlung eingesetzt.

Allgemein:

Unabhängig von der Methode sollten Patienten Geduld mitbringen, denn die Behandlung erstreckt sich zumeist über mehrere Monate. In dieser Zeit ist ein konsequenter Sonnenschutz mit Sonnencremes, die mindestens den Lichtschutzfaktor 30 haben, unverzichtbar. Es ist allgemein ratsam, die Behandlungen in den sonnenarmen Jahreszeiten, am besten im Winter, durchführen zu lassen.

Werden die Hyperpigmentierungen durch die Pille oder bestimmte Medikamente verursacht, sollten diese Präparate, wenn möglich, abgesetzt werden. Sind Kosmetika verantwortlich, sollte dieser Auslöser ebenso beseitigt werden.

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Wie kann man Pigmentflecken vorbeugen?

UV-Strahlung ist die Hauptursache für Sonnen- und Altersflecken. Deshalb besteht die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme darin, die Haut vor der Sonne zu schützen. Das bedeutet einerseits, sich nicht zu häufig und zu lange der direkten Sonnenstrahlung auszusetzen, insbesondere im Sommer. Andererseits konsequent Sonnencremes mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor zu benutzen.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ. Prof. Dr. Ichiro Okamoto
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Duale Reihe Dermatologie. 7. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart 2010

Wendt J et al: Site dependent actinic skin damage as a risk factor for melanoma in a central European population. In: Pigment Cell Melanoma Research 2012; 25(2): 234-242

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