Nesselsucht bei Kindern und Babys

Von , Medizinredakteurin
und , Medizinredakteurin und Biologin
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Lisa Vogel

Lisa Vogel hat Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften an der Hochschule Ansbach studiert und ihre journalistischen Kenntnisse im Masterstudiengang Multimediale Information und Kommunikation vertieft. Es folgte ein Volontariat in der NetDoktor-Redaktion. Seit September 2020 schreibt sie als freie Journalistin für NetDoktor.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Nesselsucht bei Kindern und Babys ist keine Seltenheit. Die Haut der kleinen Patienten ist rot, juckt und bildet Quaddeln. Lesen Sie hier, woran Sie Nesselsucht bei Kleinkindern erkennen, was sie verursacht, ob sie gefährlich ist und wie sie behandelt wird.

Baby mit Nesselsucht

Kurzübersicht

  • Ursachen und Risikofaktoren: Meist Infekte, Unverträglichkeiten oder Allergien (etwa gegen Medikamente oder Nahrungsmittel bzw. Nahrungsmittel-Zusatzstoffe); weitere mögliche Auslöser sind Hautkontakt mit giftigen/reizenden Stoffen (etwa der Brennnessel), Kälte, Wärme, Druck auf der Haut, Schweiss, körperliche Anstrengung, Stress
  • Symptome: Haut-Rötung, Juckreiz, Quaddeln, seltener Haut-/Schleimhaut-Schwellungen (Angio-Ödeme)
  • Behandlung: Auslöser meiden, Ausschlag kühlen, Medikamente (meist Anti-Histaminika, ggf. weitere wie Kortison)
  • Untersuchungen und Diagnose: Krankengeschichte und körperliche Untersuchung; teilweise genauere Abklärung durch Blut-Untersuchung oder Allergie-Test; sehr selten Gewebe-Probe
  • Krankheitsverlauf und Prognose: In der Regel gut, meist klingen die Symptome binnen sechs Wochen ab. Selten kommt es zum Notfall, weil die Schleimhäute der Atemwege anschwellen.

Was ist Nesselsucht bei Kindern?

Nesselsucht ist eine Haut-Erscheinung, die sowohl Kinder als auch Erwachsene betrifft. Ärzte bezeichnen die Nesselsucht auch als Quaddel-Sucht oder Urtikaria. Urtikaria ist relativ häufig: Etwa jeder fünfte Mensch ist im Laufe des Lebens einmal von einer Nesselsucht betroffen.

Typisch für Nesselsucht bei Kindern und Babys sind die hellroten, juckenden Quaddeln auf der Haut. Ärzte unterscheiden allgemein zwei Formen von Nesselsucht bei Kindern:

  • Akute Urtikaria: Sie ist die typische Form im Kindesalter. Oft sind Allergien oder Infektionen die Auslöser. Meist klingen die Symptome binnen sechs Wochen ab.
  • Chronische Urtikaria:Diese Form ist bei Kindern und Babys seltener und tritt eher bei Erwachsenen auf. Hier liegen die Ursachen meist nicht im Immunsystem. Oft bestehen die Beschwerden anhaltend über sechs Wochen hinaus.

Wenn es zu Atemnot, Kreislauf-Schwäche oder anderen bedrohlichen Beschwerden kommt, rufen Sie sofort den Rettungsdienst (144)!

Ist Nesselsucht bei Kindern ansteckend?

Nesselsucht ist nicht ansteckend. Kinder mit dem Hautausschlag stellen also keine Gefahr für Familien-Mitglieder und andere Personen in ihrem Umfeld dar.

Ursachen für Nesselsucht bei Kindern

Mediziner unterscheiden zwei Haupt-Typen von Nesselsucht bei Kindern (und Erwachsenen):

  • spontane Nesselsucht
  • und induzierbare Urtikaria.

In beiden Fällen entstehen die Nesselsucht-Symptome dadurch, dass bestimmte Immunzellen (Mastzellen) in der Haut aktiviert werden und in der Folge vermehrt den Botenstoff Histamin ausschütten. Dieser sorgt für Juckreiz, Haut-Ausschlag und Haut-/Schleimhaut-Schwellungen.

Spontane Nesselsucht

Sie tritt plötzlich auf und ohne, dass ein äusserer Auslöser offensichtlich wäre. Nach der Dauer der Symptome unterscheidet man:

  • Spontane akute Nesselsucht: Die Symptome halten maximal sechs Wochen an. Danach verschwinden die Beschwerden wieder.
  • Spontane chronische Nesselsucht: Die Symptome bestehen länger als sechs Wochen (anhaltend oder immer wiederkehrend). Diese Form der Nesselsucht ist bei Kindern selten. Sie verschwindet meist nach einigen Monaten von allein wieder.

Induzierbare Nesselsucht

Hier werden die Haut-Symptome durch den Kontakt mit spezifischen Reizen ausgelöst. Nach Art dieser Reize unterteilt man die induzierbare Urtikaria weiter in verschiedene Formen:

Physikalische Nesselsucht

Manchmal wird Nesselsucht bei Kindern (und Erwachsenen) durch physikalische Reize ausgelöst. Je nach Art des Reizes gibt es beispielsweise folgende Krankheitsformen:

  • Kälte-Urtikaria (Kältekontakt-Urtikaria): Auslöser ist hier der Hautkontakt mit kalten Gegenständen, kalter Luft, kaltem Wind oder kalten Flüssigkeiten.
  • Wärme-Urtikaria (Wärmekontakt-Urtikaria): Hierbei entwickelt ein Kind die Nesselsucht durch den Hautkontakt mit lokaler Wärme, etwa bei einem heissen Fussbad oder beim Föhnen.
  • Urticaria factitia (urtikarieller Dermographismus): Scherkräfte, die etwa beim Kratzen, Scheuern oder Reiben der Haut entstehen, sind hier der Auslöser des Nessel-Ausschlags.
  • Licht-Urtikaria: Davon spricht man, wenn Sonnenlicht oder das UV-Licht im Solarium die Symptome der Urtikaria hervorrufen.

Sonderformen der Urtikaria

  • Cholinergische Urtikaria: Auslöser ist hier ein Anstieg der Kerntemperatur des Körpers, etwa durch ein heisses Bad oder scharfes Essen. Auch körperliche Anstrengung und Stress rufen mitunter eine cholinergische Nesselsucht hervor, wenn sie die Temperatur im Inneren des Körpers nach oben treiben.
  • Anstrengungsinduzierte Urtikaria: Sie entsteht durch körperliche Anstrengung, beispielsweise Sport.
  • Kontakt-Urtikaria: Die Haut reagiert hier auf den Kontakt mit sogenannten urtikariogenen Substanzen. Manchmal ist dies eine allergische Reaktion (z. B. auf Insekten-Gift, Fisch, bestimmtes Obst, Latex, gewisse Medikamente). Möglich ist auch eine nicht-allergische Reaktion, etwa auf Brennnesseln, Quallen, Erdbeeren oder Peru-Balsam (z. B. in Wundheilsalben).
  • Aquagene Urtikaria: Ganz selten löst der Kontakt mit Wasser (z. B. beim Duschen, Schwimmen oder bei Regenwetter) eine Nesselsucht beim Kind aus. Dabei handelt es sich aber nicht um eine allergische Reaktion!

Nesselsucht bei Kindern: Die häufigsten Auslöser

Meist wird eine Nesselsucht bei Kindern durch einen Infekt ausgelöst. So ruft etwa in manchen Fällen ein grippaler Infekt, eine Mittelohr- oder Rachen-Entzündung eine spontane akute Urtikaria beim Kind hervor. Klingt der Infekt ab, verschwindet meist auch die Urtikaria beim Kind wieder.

Analog, jedoch selten, ist eine spontane chronische Nesselsucht im Kindesalter. Auslöser sind unter anderem ein chronisch-anhaltender Infekt, zum Beispiel mit Streptokokken oder seltener mit Würmern oder anderen Parasiten.

Allergien und pseudo-allergische Reaktionen (Unverträglichkeiten) sind weitere Gründe für eine Nesselsucht bei Baby, Kleinkind oder älterem Kind – vor allem für eine akute Urtikaria. Die Allergie richtet sich etwa gegen Insekten-Gifte, Tierhaare, Medikamente oder bestimmte Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln (wie Milch-Eiweiss).

Ein pseudo-allergischer Nessel-Ausschlag ist meist durch bestimmte Medikamente oder Konservierungs- oder Farbstoffe in Lebensmitteln bedingt.

Weitere Faktoren, die potenziell eine Urtikaria bei Kindern auslösen, sind zum Beispiel:

  • Physikalische Reize wie Kälte, Wärme, Kratzen, Druck oder Reibung auf der Haut (z. B. durch Kleidung, Schultasche)
  • Hautkontakt mit reizenden bzw. giftigen Substanzen (z. B. beim Berühren von Brennnesseln oder Quallen)
  • Schweiss
  • Stress

Oft lässt sich auch gar keine Ursache für die juckenden Quaddeln und/oder Haut-/Schleimhaut-Schwellungen finden. Mediziner sprechen dann von idiopathischer Urtikaria.

Manchmal wird eine Urtikaria nicht durch einen Auslöser allein hervorgerufen, sondern erst durch die Kombination verschiedener Faktoren – zum Beispiel durch einen Virusinfekt plus Antibiotika-Gabe oder durch körperliche Anstrengung plus Verzehr eines auslösenden Nahrungsmittels.

Wie sieht Nesselsucht bei Kindern aus?

Nesselsucht, auch Urtikaria genannt, ist die Bezeichnung für einen geröteten, juckenden Haut-Ausschlag mit Quaddeln (erhabenen Haut-Bläschen) – so, wie wenn die Haut in Kontakt mit Brennnesseln gerät. (Daher stammt auch der Name der Haut-Erkrankung.) Die Quaddeln mit der Rötung rundherum sind manchmal so klein wie ein Stecknadelkopf, wachsen aber auch bis zur Handteller-Grösse an.

Zusätzlich sind Haut-/Schleimhaut-Schwellungen (Angio-Ödeme) möglich – beispielsweise schwellen die Lippen des Kindes an. Solche Angio-Ödeme kommen bei Kindern mit Nesselsucht aber wesentlich seltener vor als bei Erwachsenen.

Eine Nesselsucht ist bei Kindern in jedem Alter möglich. Jungen und Mädchen sind im gleichen Ausmass betroffen. Kinder mit atopischer Dermatitis leiden häufiger an einer chronischen Nesselsucht als andere Kinder.

Wie wird die Nesselsucht bei Kindern behandelt?

Die Behandlung von Nesselsucht bei Kindern (und Erwachsenen) richtet sich nach der Form der Erkrankung und ihrem Schweregrad. Nach Möglichkeit versucht man, den Auslöser beziehungsweise die Ursache des Nessel-Ausschlags zu meiden oder zu beseitigen.

Zusätzlich oder alternativ (wenn Auslöser/Ursache nicht bekannt oder nicht eliminierbar sind) zielt die Behandlung auf Symptom-Freiheit ab: Wichtig ist, dass das Kind möglichst beschwerdefrei ist.

Auslöser meiden

Ist der Auslöser des Nessel-Ausschlags Ihres Kindes bekannt, gilt es, diesen – sofern möglich – zu meiden.

Bekommt Ihr Kind beispielsweise von bestimmten Nahrungsmittel-Zusatzstoffen (wie Farb- oder Konservierungs-Stoffen) einen Nessel-Ausschlag, ist es wichtig, die entsprechenden Produkte möglichst vom kindlichen Speiseplan zu streichen.

Sind bestimmte Medikamente der Auslöser der Urtikaria, meidet der Arzt diese und ersetzt sie durch ein besser verträgliches Präparat. Informieren Sie den Arzt darüber, wenn bestimmte Medikamente als Auslöser der Nesselsucht bei Ihrem Kind bekannt sind.

Führen Sie Tagebuch, wenn Ihr Kind öfters oder ständig einen Nessel-Ausschlag hat: Schreiben Sie täglich auf, was Ihr Kind gegessen und getrunken hat und wie stark die Beschwerden sind. Notieren Sie auch andere mögliche Einflüsse wie Medikamenten-Gabe, körperliche Anstrengung oder starkes Schwitzen. Das hilft Ihnen und dem Arzt, Faktoren zu identifizieren, die beim Kind die Nesselsucht auslösen oder verschlimmern.

Kälte gegen Juckreiz

Leidet Ihr Kind stark unter dem Juckreiz ist es hilfreich den Ausschlag zu kühlen. Das geht zum Beispiel mit einer Kühl-Packung, die Sie – eingewickelt in ein dünnes Handtuch – auf die juckende Haut-Partie legen.

Auch kühlende Salben und Cremes lindern die unangenehmen Beschwerden oft, sodass sich Ihr Kind wohler fühlt. Solche Präparate erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke.

Medikamente

Oftmals ist die Behandlung der Nesselsucht mit Medikamenten erforderlich, etwa bei einer chronischen Urtikaria oder einer ausgeprägten akuten Urtikaria. In erster Linie verwendet man dafür Anti-Histaminika wie Cetirizin.

Diese Wirkstoffe blockieren die Andock-Stellen des Botenstoffes Histamin, der für die Entstehung der Haut-Reaktionen verantwortlich ist. Die Anti-Histaminika werden eingenommen – in welcher Dosierung und für wie lange, erklärt Ihnen der behandelnde Arzt.

Wirkt die Behandlung mit Anti-Histaminika nicht (ausreichend), sind noch andere Medikamente eine Option. Das sind zum Beispiel Glukokortikoide ("Kortison"), die zusätzlich zu Anti-Histaminika gegeben werden – als Saft, Tablette oder Zäpfchen.

Eine solche ergänzende kurzzeitige Kortison-Behandlung kommt etwa bei einer schweren akuten Nesselsucht mit Haut-/Schleimhaut-Schwellungen zum Einsatz.

Halten Sie sich bei der Anwendung und Dosierung kortisonhaltiger Medikamente immer an die ärztliche Anweisung, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Auch ein schwerer Schub bei chronischer Urtikaria lässt sich manchmal nur mit Kortison in den Griff bekommen. Wegen der möglichen Nebenwirkungen wird dieses aber auch hier nur kurzzeitig eingesetzt.

Ansonsten gibt man bei chronischer Nesselsucht, die sich mit Anti-Histaminika allein nicht erfolgreich lindern lässt, oftmals auch einen sogenannten Leukotrien-Antagonisten. Diese Wirkstoffe werden mitunter auch in der Asthma-Therapie eingesetzt.

Ganz selten verläuft eine Nesselsucht bei Kindern so schwerwiegend, dass die behandelnden Ärzte noch auf weitere Medikamente zurückgreifen müssen – wie etwa den künstlich hergestellten Antikörper Omalizumab. Er richtet sich gegen den Antikörper Immunglobulin E, der bei vielen allergischen Reaktionen eine Rolle spielt.

Homöopathie bei Nesselsucht

Manche Eltern möchten den Nessel-Ausschlag ihres Kindes auch auf alternative Weise behandeln. Dazu kommen unter anderem pflanzliche Präparate (wie juckreiz- und entzündungshemmende Fertigpräparate auf Basis der alten Heil- und Gift-Pflanze Bittersüsser Nachtschatten) zum Einsatz.

Manche Eltern setzen auch auf homöopathische Zubereitungen, wie die Mittel Sulfur und Urtica urens gegen Nesselsucht-Symptome. Wissenschaftliche Belege für ihre Wirksamkeit gibt es allerdings nicht.

Lassen Sie sich bei der Anwendung von Homöopathika (oder anderen alternative Heilmitteln) von einem Fachmann beraten, etwa einem erfahrenen Arzt oder Homöopathen.

Das Konzept der Homöopathie und ihre spezifische Wirksamkeit sind in der Wissenschaft umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt.

Wie erkennt der Arzt Nesselsucht bei Kindern?

Die Diagnose “Nesselsucht” erfolgt beim Kinderarzt oder einem Dermatologen. Bei Kindern erfolgen dieselben Untersuchungen und Diagnose-Schritte wie bei Erwachsenen.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Zunächst stellt der Arzt dem betroffenen Kind oder seinen Eltern einige Fragen, um die Krankengeschichte zu erheben (Anamnese). Dazu gehören zum Beispiel:

  • Seit wann besteht der Hautausschlag?
  • In welcher Situation sind die Beschwerden aufgetreten (z. B. begleitend zu einem Infekt, bei körperlicher Anstrengung, nach dem Tragen enger Kleidung)?
  • Nimmt Ihr Kind Medikamente? Wenn ja, welche?
  • Leidet Ihr Kind an einer anderen Haut-Krankheit, Allergien oder Asthma?

Im Anschluss begutachtet der Mediziner die ganze Haut und die Schleimhäute des Kindes. Den Haut-Ausschlag nimmt er besonders genau unter die Lupe.

Diese körperliche Untersuchung in Kombination mit der Anamnese genügt dem Arzt meist, um eine Nesselsucht zu diagnostizieren. Eine weitergehende Diagnostik ist nur in bestimmten Fällen notwendig.

Weitergehende Untersuchungen

Eine genauere Abklärung macht zum Beispiel dann Sinn, wenn die Nesselsucht länger als sechs Wochen anhält und die Beschwerden sich nicht bessern. Auch wenn der Nessel-Ausschlag von Schwellungen der Atemwege, Atemnot oder Kreislaufschwäche begleitet wird, muss man ihm genauer auf den Grund gehen.

Gleiches gilt, wenn der juckende Haut-Ausschlag das Kind so belastet, dass es sehr darunter leidet und sein Alltagsleben (wie Schule, Sport oder Spielen) beeinträchtigt.

Weitergehende Untersuchungen, die dann teilweise sinnvoll sind, sind zum Beispiel Allergie-Tests und Blut-Untersuchungen. Selten ist zur Abklärung einer Nesselsucht bei Kindern auch die Entnahme einer Gewebe-Probe (Biopsie) der Haut nötig, die dann im Labor genauer untersucht wird.

Ist Nesselsucht bei Kindern gefährlich?

Eine Gefahr für das Kind besteht durch Nesselsucht in der Regel nicht. Die Haut-Veränderungen sind allerdings unangenehm. Einschlafen, Sport treiben, sich auf die Schule konzentrieren: Der permanente Juckreiz beeinträchtigt die Lebensqualität mancher betroffenen Kinder.

Gefährlich ist es, wenn die Nesselsucht bei Ihrem Baby oder Kind im Rahmen einer allergischen Reaktion auftritt, zum Beispiel nach einem Insekten-Stich. Schwellen die Schleimhäute der Atemwege und/oder die Zunge an, kommt es unter Umständen zur Atemnot. Die ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss!

Wann zum Arzt?

Es ist ratsam ein Kind mit Nesselsucht vom Kinderarzt oder Hautarzt (Dermatologe) untersuchen zu lassen. Der Mediziner leitet dann eine geeignete Therapie ein, damit der unangenehme Haut-Ausschlag beim Kind möglichst schnell wieder abklingt.

Fotografieren Sie den Ausschlag, sobald Sie ihn bei Ihrem Kind bemerken. Falls die Beschwerden innerhalb kürzester Zeit wieder verschwinden, ermöglichen die Fotos dem Arzt eine Einschätzung, ob Ihr Kind Nesselsucht hatte oder eine andere Art von Ausschlag.

Leidet Ihr Kind an Nesselsucht mit Atemnot oder Kreislaufschwäche, verständigen Sie umgehend den Rettungsdienst (144)!

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autoren:

Lisa Vogel hat Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften an der Hochschule Ansbach studiert und ihre journalistischen Kenntnisse im Masterstudiengang Multimediale Information und Kommunikation vertieft. Es folgte ein Volontariat in der NetDoktor-Redaktion. Seit September 2020 schreibt sie als freie Journalistin für NetDoktor.

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
L50
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
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  • Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie: Elternratgeber: Akuter Nesselausschlag - Was tun? Pädiatrische Allergologie, 03/2020
  • Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie: Elternratgeber "Chronische Urtikaria", in: Pädiatrische Allergologie, Erstveröffentlichung 01/2013, aktualisiert 03/2020; online unter: www.gpau.de
  • Leitlinie der Dt. Ges. f. Allergologie und Immunologie (DGAKI): Urtikaria - Teil 1: Klassifikation und Diagnostik der Urtikaria (Stand: 01.04.2011)
  • Leitlinie der Dt. Ges. f. Allergologie und Immunologie (DGAKI): Urtikaria - Teil 2: Therapie der Urtikaria (Stand: 01.04.2011)
  • Moll I. Dermatologie. Thieme Verlag. 8. Auflage 2016
  • Müller M., Eppinger M. Pädiatrie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste. 4. Auflage 2019
  • Papan C., Weber, L.T. Repetitorium Kinder- und Jugendmedizin. Springer-Verlag 2019
  • Pschyrembel Online, Klinisches Wörterbuch, Urtikaria, unter: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 06.04.2022)
  • Schmidtke H. Die 5 wichtigsten homöopathischen Mittel gegen akute Urtikaria. Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift.Thieme Verlag 2009 3:28-30
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