PTCA

Von , Medizinjournalistin
Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

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Die Abkürzung PTCA steht für Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie (PTCA). Dabei handelt es sich um eine minimalinvasive Methode zur Erweiterung verengter Herzkranzgefässe. Sie kommt bei Koronarer Herzkrankheit (KHK) oder als Akut-Behandlung nach einem Herzinfarkt zum Einsatz. Die PTCA ist auch als Ballondilatation oder Koronarangioplastie bekannt. Lesen Sie hier, wie genau eine PTCA am Herz abläuft und welche Komplikationen auftreten können!

Vorher-Nachher-Aufnahme einer PTCA

Was ist eine PTCA?

Eine Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie - kurz: PTCA - dient nach medizinischer Definition dazu, Verengungen (Stenosen) in den Herzkranzgefässen mithilfe eines Ballon-Katheters zu weiten. Das ist nötig, wenn die Gefässverengungen den Blutfluss zum Herzen behindern oder bei einem Herzinfarkt ganz stoppen. Dann wird das Organ nicht mehr richtig versorgt, was seine Leistung einschränkt und unter Umständen lebensbedrohlich sein kann.

Um eine erneute Stenose zu vermeiden, werden im Zuge der PTCA oft ein Stent in das betroffene Gefäss eingebracht. Das winzigen Metallgebilde stützt die Gefässwände und hält so das Gefäss offen.

Die PTCA wird meist zur minimalinvasiven Behandlung von Stenosen im Rahmen der Koronaren Herzkrankheit (KHK) eingesetzt, wenn die medikamentöse Behandlung nicht den gewünschten Erfolg bringt oder ein hohes Risiko für einen Herzinfarkt besteht. Als Akut-Behandlung kommt die PTCA nach einem Herzinfarkt zur Anwendung.

Oft lässt sich mithilfe der PTCA eine Bypass-Operation vermeiden, die für den Patienten meist deutlich belastender ist als die PTCA.

Die PTCA ist eine Form von Perkutaner Koronarintervention (PCI). Das ist ein Sammelbegriff für gezielte Eingriffe, bei denen mittels Herzkatheter die Durchblutung in verengten Herzkranzgefässen verbessert wird. PTCA und PCI werden aber auch oft synonym verwendet.

Wie läuft eine PTCA ab?

Die PTCA beginnt damit, dass der Arzt unter lokaler Betäubung in die Leistenarterie sticht (Punktion) und vorsichtig einen dünnen, biegsamen Kunststoffschlauch (Katheter) in das Gefäss einführt. Diesen schiebt er dann vorsichtig bis in die Herzkranzgefässe vor.

Im nächsten Schritt wird ein dünner Draht mit einem flachen Ballon am Ende durch den Katheter bis in die verengte Stelle in die Herzkranzgefässen geführt.

An der Engstelle angekommen, wird der Ballon mit einer Kochsalzlösung gefüllt. Dadurch weitet er sich, und der dabei entstehende Druck (rund 20 bar) auf die umliegende Gefässwand dehnt die verengte Stelle auf. Dabei werden die für eine Stenose verantwortlichen Gefässwandablagerungen (Plaques) durch den Ballon in die Gefässwand gedrückt.

Nach einigen Sekunden (bis Minuten) wird der Druck aufgehoben, also die Kochsalzlösung wieder abgelassen und der Ballon herausgezogen. Zum Schluss setzt der Arzt meist noch eine Gefässstütze (Stent) ein, um die betroffene Gefässstelle dauerhaft offen zu halten.

Die PTCA wird unter Röntgenkontrolle nach Injektion eines Kontrastmittels durchgeführt. So kann der behandelnde Arzt die korrekte Lage von Katheter, Ballon und Stent auf einem Monitor kontrollieren.

PTCA: Mögliche Komplikationen

Die PTCA gilt in der kardiologischen Medizin (Herzmedizin) als schonende und risikoarme Behandlungsmassnahme. Sie wird in zahlreichen Kliniken und Herzzentren weltweit Tag für Tag tausendfach durchgeführt. Doch wie jedes medizinische Verfahren kann sie, wenn auch selten, Komplikationen verursachen. Dazu gehören zum Beispiel:

Darüber hinaus reagieren manche Menschen auf das am Beginn der PTCA verabreichte Kontrastmittel mit einer allergischen Reaktion (Kontrastmittelallergie).

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Sabine Schrör
Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Quellen:
  • Arastéh, K.: Duale Reihe Innere Medizin, 4. Auflage, Georg Thieme Verlag 2018
  • Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen (Hrsg.): Nationale Versorgungsleitlinie Chronische KHK, Langfassung, Stand: 5. Auflage, 2019, Version 1, unter: www.leitlinien.de
  • Deutsche Herzstiftung: "Herzkatheteruntersuchung bei der koronaren Herzkrankheit", unter: www.herzstiftung.de (Abruf: 31.05.2022)
  • Herold, G.: Innere Medizin, Dr. Gerd Herold Verlag 2021
  • Pschyrembel Online, Klinisches Wörterbuch: www.pschyrembel.de (Abruf: 31.05.2022)
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