Erfrierung

Von , Medizinredakteurin
und , Notfallsanitäter und Dozent im Rettungsdienst
Aktualisiert am
Mag. Astrid Leitner

Astrid Leitner studierte in Wien Tiermedizin. Nach zehn Jahren in der veterinärmedizinischen Praxis und der Geburt ihrer Tochter wechselte sie – mehr zufällig – zum Medizinjournalismus. Schnell war klar: Das Interesse an medizinischen Themen und die Liebe zum Schreiben ergeben für sie die perfekte Kombination. Astrid Leitner lebt mit Tochter, Hund und Katze in Wien und Oberösterreich.

Andreas Fromm

Andreas Fromm ist Fachautor für Notfallmedizin und lehrt seit 2018 als Dozent an der Berufsfachschule für Notfallsanitäter und -sanitäterinnen der Feuerwehr Hamburg.

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Eine Erfrierung (Congelatio) liegt vor, wenn die Durchblutung der Haut für längere Zeit durch extreme Kälte gestört ist. Besonders häufig betroffen sind Körperstellen wie Nase, Wangen, Ohren, Finger und Zehen. Lesen Sie hier, welche Arten von Erfrierungen es gibt, woran man diese erkennt und wie sie behandelt werden!

Mann mit Erfrierungen

Kurzübersicht

Was sind Erfrierungen?: Bei einer Erfrierung werden Haut und Gewebe aufgrund starken Kälteeinflusses schlecht durchblutet und geschädigt. Es gibt verschiedene Arten von Erfrierungen, abhängig vom Ausmass der Schädigung unterscheiden Ärzte drei Schweregrade.

Symptome: Je nach Schweregrad der Erfrierung: von leichter Rötung und Schwellung über Hautblasen und Schmerzen bis hin zum Absterben von Gewebe.

Behandlung: Langsame Erwärmung der erfrorenen Körperstellen mit lauwarmem Wasser. Ab Grad zwei erfolgt die Behandlung im Krankenhaus: Erwärmung, Medikamente, Wundversorgung (steriles Aufstechen der Blasen, Entfernen des abgestorbenen Gewebes, unter Umständen Amputation).

Vorbeugen: An die Temperatur angepasste Kleidung und Schuhe, Mütze, Handschuhe, Hautschutz, Bewegung, Verzicht auf Alkohol und Nikotin, Kühlakkus nicht direkt auf die Haut legen, Vorsicht im Umgang mit Trockeneis oder flüssigem Stickstoff.

Ursachen: Verengung der Blutgefässe durch Kälte, Unterversorgung mit Blut und Sauerstoff

Risikofaktoren: Wind, hohe Luftfeuchtigkeit, zu dünne, leichte oder nasse Kleidung, Alkoholkonsum, Durchblutungsstörungen, sehr junges oder sehr hohes Alter

Diagnostik: Typisches Aussehen der Erfrierung; Schilderung, wie es zur Erfrierung gekommen ist

Was sind Erfrierungen?

Bei einer Erfrierung (Congelatio) handelt es sich um einen lokal begrenzten Kälteschaden der Haut beziehungsweise des darunterliegenden Gewebes. Bis es zu einer lokalen Erfrierung kommt, sind die betroffenen Körperteile in der Regel bereits einige Zeit Kälte, Wind und hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt.

Je länger die Kälte andauert, desto schwerwiegender sind die Schädigungen. Betroffen sind meist exponierte Körperstellen wie Wangen, Nase und Ohren sowie Finger und Zehen. Der Grund: Sie sind vergleichsweise schlecht durchblutet und haben im Verhältnis zu ihrem Volumen eine relativ grosse Oberfläche. Im Gegensatz zur Unterkühlung, bei der die Körpertemperatur auf unter 36 Grad sinkt, bleibt die innere Körpertemperatur bei einer lokalen Erfrierung konstant.

Ist der Körper weiterhin extremer Kälte ausgesetzt, bilden sich Eiskristalle in den Zellen, die diese zerstören. Dehnen sich die Eiskristalle auf den Gesamtorganismus aus, droht der Tod durch Erfrieren (Erfrierungstod). Besonders gefährdet sind Menschen, die der Kälte nicht entfliehen können, wie etwa nach einem Sturz im Freien.

Ähnliches gilt für alkoholisierte Personen: Alkohol trübt nicht nur das Kälteempfinden, sondern erweitert auch die Blutgefässe. Dadurch kühlt der Körper noch schneller aus, der Erfrierungstod tritt schneller ein.

Welche Arten von Erfrierungen gibt es?

Oberflächliche Erfrierungen betreffen nur die obersten Hautschichten und bessern sich nach wenigen Minuten, wenn diese wieder erwärmt werden. Bei tiefen Erfrierungen sind alle Schichten der Haut und das darunterliegende Gewebe betroffen. Sie haben unter Umständen schwerwiegende und bleibende Folgen wie das Absterben der betroffenen Körperteile.

Gefrierbrand (Eisbrand, Kältebrand) ist eine Sonderform der Erfrierung: Dabei erfriert die Haut nicht über längere Zeit hinweg, sondern innerhalb von Sekunden. Ärzte sprechen auch von einer Kälteverbrennung oder einer kalten Verbrennung. Ursache für Gefrierbrand ist der plötzliche Kontakt mit extremer Kälte, etwa mit Trockeneis, flüssigem Stickstoff oder Kühlakkus.

Der entstehende Hautschaden entspricht etwa dem einer Verbrennung durch Hitze: Binnen weniger Sekunden zeigen sich scharf abgegrenzte, blasse und trockene Areale mit Blasenbildung – genau dort, wo es zum Kontakt mit der schädigenden Substanz gekommen ist. Innerhalb dieses Bereichs sind alle Hautschichten innerhalb von Sekunden abgestorben und miteinander verklebt.

Erleidet die Haut eine Verbrennung durch Kälte, entsteht ein bleibender Schaden. Das betroffene Hautareal erholt sich nicht mehr und muss in der Regel chirurgisch entfernt werden. Sind grosse Körperpartien betroffen, ist unter Umständen eine Amputation notwendig.

Legen Sie Kühlakkus niemals direkt auf die Haut! Wickeln Sie Coolpacks immer in ein Handtuch ein!

Wie äussern sich Erfrierungen?

Bei lokalen Erfrierungen bleiben die Symptome auf die betroffenen Stellen begrenzt; Allgemeinsymptome wie Krankheitsgefühl oder Fieber fehlen gewöhnlich. Wie sich eine Erfrierung äussert, hängt davon ab, wie weit sie bereits fortgeschritten ist. Ärzte teilen lokale Erfrierungen nach ihrem Ausmass in drei Schweregrade ein.

Symptome bei Erfrierung ersten Grades

Bei einer Erfrierung ersten Grades (Congelatio erythematosa) wird die betroffene Stelle zunächst kalt, blass und gefühlsunempfindlich. Im Gesicht beispielsweise zeigen sich runde, weisse Flecken. Sobald die Haut wieder erwärmt wird, rötet sie sich (Erythem) und juckt. Unter Umständen kommt ein brennender Schmerz hinzu. Dieser zeigt an, dass die Empfindlichkeit der Haut wieder zurückkommt. Meist ist die Stelle auch leicht angeschwollen.

Auch wenn die roten Flecken nach der Wiedererwärmung noch längere Zeit erhalten bleiben, heilt eine Erfrierung ersten Grades ohne Folgeschäden wieder ab. Mitunter bleibt aber über Jahre eine leichte Gefühlsstörung bestehen.

Symptome bei Erfrierung zweiten Grades

Bei einer Erfrierung zweiten Grades (Congelatio bullosa) sind tiefere Hautschichten geschädigt. Die erfrorene Hautstelle ist blass-grau, kalt und gefühllos. Nach der Wiedererwärmung verfärbt sie sich dunkelrot bis violett. Nach etwa 24 Stunden bilden sich auf der Haut eine oder mehrere schmerzhafte Blasen. Ihr Inhalt kann klar sein, aber auch blutig. Die betroffene Stelle schmerzt sowohl während als auch nach der Erwärmung und schwillt an. Erfrierungen zweiten Grades heilen ohne Narbenbildung ab.

Kratzen oder stechen Sie die Blasen niemals selbst auf, da sich daraus eine Infektion entwickeln kann!

Symptome bei Erfrierung dritten Grades

Nach sehr intensiver und langer Kälteeinwirkung entwickelt sich eine Erfrierung dritten Grades (Congelatio escharotica), auch Frostbrand genannt. Dabei bleibt die Haut auch nach dem Auftauen blass, kalt, hart und gefühllos. Es entwickeln sich trockene, abgestorbene Hautstellen (Nekrosen) oder blaurote Blutblasen, die aufplatzen können. Abgestorbenes Gewebe färbt sich später blauschwarz. Erfrierungen dritten Grades heilen unter Narbenbildung ab, häufig ist aber eine Amputation notwendig.

Was tun bei einer Erfrierung?

Wie eine Erfrierung zu behandeln ist, hängt von ihrem Ausmass ab: Erfrierungen ersten Grades können Sie selbst therapieren und bessern sich innerhalb weniger Minuten, nachdem Sie sie erwärmen. Bleibt die betroffene Hautpartie jedoch auch nach dem Erwärmen gefühllos, sollten Sie den Hausarzt aufsuchen. Tiefer gehende Erfrierungen zweiten und dritten Grades erfordern immer eine Behandlung im Krankenhaus.

Erste-Hilfe-Massnahmen bei Erfrierungen

Bei allen Arten von Erfrierungen ist es zunächst sinnvoll, Erste-Hilfe-Massnahmen zu ergreifen:

  • Suchen Sie einen trockenen, windgeschützten Ort auf, um eine erneute oder weitere Kälteeinwirkung zu verhindern.
  • Sorgen Sie für eine gute Durchblutung des betroffenen Gebiets: Öffnen Sie enganliegende Kleider oder zu enge Schuhe oder nehmen Sie Ringe ab, wenn die Hände betroffen sind.
  • Entfernen Sie nasse, kalte Kleidung und wickeln Sie den Patienten in warme Decken.
  • Erwärmen Sie die betroffene Stelle zunächst langsam mit der eigenen Körpertemperatur, zum Beispiel in der Achsel, zwischen den Oberschenkeln oder im Leistenbereich. Erfrierungen im Gesicht wärmen Sie am besten mit den Händen auf.
  • Wenn möglich, erwärmen Sie die erfrorene Körperstelle langsam in einem lauwarmen Wasserbad, das Sie nach und nach auf maximal 35 Grad erwärmen. Achtung: Das kann sehr schmerzen! Erhöhen Sie die Wassertemperatur deshalb nur langsam und schrittweise. Wenn kein Thermometer verfügbar ist, können Sie die Temperatur des Wassers mit der Hand oder dem Ellenbogen prüfen. Im Wasserbad sollte der Patient den erfrorenen Körperteil aktiv bewegen. Wenn die Hautfarbe wieder rosig ist und der Patient sich wieder gut bewegen kann, können Sie das Erste Hilfe-Bad beenden. Es sollte nicht länger als 30 Minuten dauern, damit die Haut nicht aufweicht. Alternativ zum Wasserbad können Sie auch lauwarme Umschläge auflegen.
  • Die betroffenen Körperteile anschliessend locker mit einem sauberen, möglichst keimfreien Tuch bzw. Verband bedecken, dabei Druck vermeiden.
  • Warme Getränke wie Tee oder Kaffee helfen, den Körper innerlich aufzuwärmen.

Was Sie bei Erfrierungen an Erste-Hilfe-Massnahmen vermeiden sollten

  • Die Stelle nicht rubbeln oder massieren, beides kann die Haut weiter schädigen. Erfrorene Körperpartien dürfen auch nicht mit Schnee abgerieben werden!
  • Öffnen Sie entstandene Blasen nicht!
  • Erwärmen Sie die erfrorene Stelle nicht mit heissem Wasser oder heissen Bädern, denn eine plötzliche Erwärmung verstärkt den Gewebsschaden.
  • Erfrorene Körperpartien sind gefühllos, sodass der Betroffene nicht spürt, wenn es ihm zu heiss wird. Erwärmen Sie daher die Erfrierung nie mit direkter Hitze (Ofen, Feuer, Heizlampe)! Hier besteht die Gefahr einer Verbrennung.
  • Steif gefrorene Körperteile sollten nicht passiv bewegt werden (etwa durch den Ersthelfer). Mit erfrorenen Füssen bzw. Zehen sollte der Betroffene auch nicht gehen. Sonst drohen weitere Gewebeschäden.
  • Geben Sie einem Menschen mit Erfrierungen niemals Alkohol zu trinken! Dieser weitet die Blutgefässe. Der Betroffene verliert dann noch mehr Körperwärme.
  • Der Betroffene sollte keinesfalls rauchen! Nikotin verengt die Blutgefässe. Erfrorene Körperpartien werden dann noch schlechter durchblutet.

Behandlung einer Erfrierung zweiten oder dritten Grades

Erfrierungen mit Blasenbildung (ab Grad II) sollten nach der Ersten Hilfe möglichst rasch ärztlich begutachtet werden. Gleiches gilt für Erfrierungen, die auch nach dem Erwärmen gefühllos bleiben.

Stellt der Arzt zusätzlich eine Unterkühlung (innere Körpertemperatur unter 36 Grad) fest, behandelt er diesen potenziell lebensgefährlichen Zustand zuerst. Mehr zur Therapie einer Unterkühlung lesen Sie im Beitrag Unterkühlung.

Anschliessend behandelt der Arzt die lokale Erfrierung:

Aufwärmen: Zunächst wärmt er die erfrorene Hautstelle langsam auf. Das geschieht durch warme Umschläge oder ein körperwarmes (maximal 35 Grad) Bad.

Medikamente: Um die innere Erwärmung zu fördern, verabreicht der Arzt eine angewärmte Infusion über die Vene. Diese kann auch Schmerzmittel enthalten. Gleichzeitig werden die Blutgefässe mit speziellen Medikamenten (sogenannten Vasodilatatoren) erweitert und damit die Durchblutung gefördert. Manchmal ist es notwendig, Blutverdünner zu verabreichen, um die Gefahr von Blutgerinnseln zu reduzieren. Da das erfrorene Gewebe nicht mehr oder nur schlecht durchblutet ist, ist es sehr infektionsanfällig. Der Arzt verordnet daher in der Regel zusätzlich ein Antibiotikum.

Behandlung der Blasen: Blasen sticht der Arzt unter sterilen Bedingungen auf und bedeckt die Wunde anschliessend mit einem Wundverband.

Entfernung des abgestorbenen Gewebes: Ist das erfrorene Gewebe abgestorben (Nekrose), entfernt der Arzt die betroffene Hautstelle. Bis erkennbar ist, wo die Grenze zwischen gesundem und abgestorbenem Gewebe (Demarkationslinie) liegt, können einige Tage bis mehrere Wochen vergehen. Daher ist es möglich, dass der Patient einige Tage auf die Operation warten muss. Ist der betroffene Bereich sehr gross, ist unter Umständen eine Amputation notwendig.

Wie kann man Erfrierungen vorbeugen?

Mit diesen Tipps beugen Sie Erfrierungen vor:

Funktionswäsche: Tragen Sie bei Kälte direkt am Körper Funktions- oder Thermowäsche. Sie leitet Feuchtigkeit vom Körper an die nächste Schicht weiter und hält ihn warm und trocken.

Zwiebellook: Kleiden Sie sich den Temperaturen entsprechend, am besten im „Zwiebellook“. Tragen Sie mehrere dünne Schichten statt wenige dicke übereinander. Die Luft zwischen den einzelnen Schichten dient als Wärmeisolator und verhindert, dass die Körperwärme entweicht.

Trockene Kleidung: Ist Ihre Kleidung doch einmal feucht geworden, wechseln Sie diese sofort!

Schuhe: Achten Sie darauf, dass Ihre Winterschuhe ausreichend weit und gut gefüttert sind.

Mütze, Handschuhe: Tragen Sie bei Frost und eisigem Wind stets Mütze und Handschuhe! Tragen Sie in den Bergen winddichte Masken!

Hautschutz: Schützen Sie Ihre Haut im Winter durch spezielle Kälteschutzcremes! Wichtig: Cremes mit hohem Wasseranteil können Erfrierungen begünstigen. Verwenden Sie stattdessen Produkte mit hohem Fettanteil wie beispielsweise Vaseline! Denken Sie daran, auch die Ohren einzucremen!

Bewegung: Bleiben Sie bei eisigen Aussentemperaturen stets in Bewegung!

Ausreichend trinken: Trinken Sie ausreichend. Bevorzugen Sie warme Getränke, um den Körper von innen zu wärmen. Verzichten Sie auf Alkohol!

Vorerkrankungen: Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wenn bei Ihnen Durchblutungsstörungen der Finger und Zehen (wie etwa beim Raynaud-Syndrom) bestehen!

Vorsicht: Seien Sie beim Hantieren mit extremer Kälte (Trockeneis, flüssiger Stickstoff) vorsichtig. Schlagen Sie Kühlakkus immer in ein Handtuch ein, bevor Sie diese auf die Haut legen. So vermeiden Sie schädliche Kälteverbrennungen.

Ursachen und Risikofaktoren

Ursachen

Die Ursache für Erfrierungen ist Kälteeinwirkung. Damit der Körper bei Kälte nicht unterkühlt, versucht er, die innere Körpertemperatur (Kerntemperatur von etwa 37 Grad) im Gleichgewicht zu halten. Das ist notwendig, um lebenswichtige Organe weiterhin mit Blut zu versorgen.

Um eine Unterkühlung zu verhindern, reduziert er die Wärmeabgabe über die Extremitäten (Arme und Beine) und exponierte Körperstellen (Nase, Wangen, Ohren), indem sich die Blutgefässe an diesen Stellen verengen. Die Gefässverengung hält zwar die Wärme im Körper, führt aber dazu, dass das Gewebe ausserhalb des Körperkerns unzureichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Wird nicht rechtzeitig gegengesteuert, kann die betroffene Stelle absterben.

Risikofaktoren

Erfrierungen passieren oft beim Wintersport und Bergsteigen. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder sowie Erwachsene im hohen Alter, da ihre Haut relativ dünn ist. Vom Erfrierungstod betroffen sind häufig Menschen, die nach Stürzen in der Kälte nicht mehr aufstehen können. Alkoholkonsum tut sein Übriges: Da Alkohol die Gefässe erweitert, kann die Körperwärme umso schneller entweichen.

Weitere Risikofaktoren, die Erfrierungen begünstigen oder verschlimmern können, sind:

  • Wind
  • Hohe Luftfeuchtigkeit
  • Zu dünne, leichte oder abschnürende Kleidung
  • Feuchte oder nasse Kleidung
  • Körperliche Überanstrengung
  • Blutverlust
  • Rauchen
  • Diabetes mellitus
  • Durchblutungsstörungen
  • Unterernährung

Untersuchung und Diagnose

Eine Erfrierung ist in der Regel einfach zu diagnostizieren: Der Arzt stellt die Diagnose anhand der typischen Symptome und der Schilderung, wie es zum Kälteschaden kam. Um eine Unterkühlung auszuschliessen, misst der Arzt zusätzlich die innere Körpertemperatur. Das Ausmass der Erfrierung dritten Grades lässt sich unter Umständen erst nach Tagen feststellen, da es einige Zeit dauert, bis Gewebe abstirbt.

Gehen Sie zum Arzt, wenn die Erfrierung stark schmerzt oder sich Blasen bilden!

Krankheitsverlauf und Prognose

Der Verlauf hängt von der Intensität und dem Ausmass der Erfrierung ab. Grundsätzlich gilt: Je früher die Erfrierung behandelt wird, desto besser ist die Prognose.

Erfrierungen ersten und zweiten Grades haben, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden, eine gute Prognose. Sie heilen in der Regel ohne Spätfolgen ab. In manchen Fällen bleiben die betroffenen Stellen auch noch nach Jahren kälteempfindlich. Es können Hautverfärbungen (Hautpigmentierungen) zurückbleiben.

Ab Erfrierungen Grad drei bilden sich Narben. Ist das Gewebe durch die Kälteeinwirkung bereits abgestorben, muss der betroffene Körperteil amputiert werden.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autoren:
Astrid Leitner
Mag.  Astrid Leitner

Astrid Leitner studierte in Wien Tiermedizin. Nach zehn Jahren in der veterinärmedizinischen Praxis und der Geburt ihrer Tochter wechselte sie – mehr zufällig – zum Medizinjournalismus. Schnell war klar: Das Interesse an medizinischen Themen und die Liebe zum Schreiben ergeben für sie die perfekte Kombination. Astrid Leitner lebt mit Tochter, Hund und Katze in Wien und Oberösterreich.

Andreas Fromm
Andreas Fromm

Andreas Fromm ist Fachautor für Notfallmedizin und lehrt seit 2018 als Dozent an der Berufsfachschule für Notfallsanitäter und -sanitäterinnen der Feuerwehr Hamburg.

ICD-Codes:
T35
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
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