Tröpfcheninfektion

Viele Krankheiten werden durch eine Tröpfcheninfektion verursacht. (Maartje van Caspel / iStockphoto)

Bei einer Tröpfcheninfektion handelt es sich um die Übertragung von Krankheitserregern durch winzige Sekrettröpfchen über die Luft.

Zu einer Tröpfcheninfektion kommt es, wenn durch Niesen, Husten oder direkten Kontakt mit den Schleimhäuten, wie z.B. beim Küssen, keimhaltige Sekrete des Atmungstrakts einer Person in die oberen Atemwege einer Kontaktperson gelangen und sich dort vermehren.

+++ Mehr zum Thema: Atemwegserkrankungen +++

Wie werden Erreger bei einer Tröpfcheninfektion übertragen?

Zu einer Tröpfcheninfektion kommt es, wenn beispielsweise beim Niesen, Husten oder auch beim Sprechen kleine, infektiöse Tröpfchen aus dem Atemweg an die Luft gelangen und anschließend von einer anderen Person eingeatmet oder direkt über die Schleimhäute - meist der oberen Atemwege - aufgenommen werden (z.B. durch einen Kuss).

Je nach Größe der jeweiligen Sekrettröpfchen können Krankheitserreger über eine Distanz von einem Meter (Durchmesser des Tröpfchens > 5 µm) bis zu drei Metern (Durchmesser des Tröpfchens < 5 µm [Mikrometer]) übertragen werden. Je kleiner das Tröpfchen ist, desto länger kann es in der Luft schweben und sich auch über größere Distanzen verbreiten.

Vor allem geschlossene Räumlichkeiten, in denen sich viele Menschen aufhalten, wie beispielsweise Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Kinos oder öffentliche Verkehrsmittel (z.B. U-Bahnen oder Busse), bieten einen idealen Boden für eine Tröpfcheninfektion.

Welche Erkrankungen können durch eine Tröpfcheninfektion entstehen?

Am häufigsten werden Grippeviren und Erkältungskrankheiten (z.B. grippaler Infekt, Rhinitis etc.) mittels Tröpfcheninfektion übertragen. Da die Übertragung von Krankheitserregern zunächst oft unbemerkt bleibt, kann man bereits vor Ausbruch der Erkrankung zum potenziellen Krankheitsüberträger werden.

So können Grippeviren (Influenza) beispielsweise einen Tag vor dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome bis durchschnittlich sieben Tage danach ausgeschieden und durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Von Kindern und immungeschwächten Personen können Viren sogar bis zu 21 Tage nach der Infektion verbreitet werden. In der Regel haben dabei die Tröpfchen einen Durchmesser von ≥ 5µm, was einen Übertragungsweg von höchstens einem Meter zwischen der Überträgerperson und der Kontaktperson voraussetzt. Auch andere bakterielle und virale Erkrankungen können durch infektiöse Sekrettröpfchen übertragen werden, u.a.:

Epidemien und Pandemien – also die örtlich und zeitlich begrenzte sowie die globale Verbreitung von Krankheitserregern - werden in den meisten Fällen durch Krankheitserreger ausgelöst, die durch eine Tröpfcheninfektion übertragen wurden.

Wie kann man einer Tröpfcheninfektion vorbeugen?

Die beste Prävention gegen eine Tröpfcheninfektion ist, auf ausreichend Hygiene, wie etwa regelmäßiges Händewaschen, zu achten. Ein starkes Immunsystem kann außerdem helfen, Krankheitserreger vorzeitig abzuwehren. In Zeiten regionaler Grippewellen ist es empfehlenswert, größere Menschenmengen in geschlossenen Räumen, wie etwa in Krankenhäusern, in der U-Bahn oder in Kinos, zu meiden und ausreichend Abstand zu bereits erkrankten Personen einzuhalten.

+++ Mehr zum Thema: Richtig Händewaschen +++

Erkrankte selbst können ihr Umfeld dadurch schützen, indem sie andere Kontaktpersonen nicht direkt anniesen oder anhusten. Bei Schnupfen empfiehlt es sich, Einmaltaschentücher zu verwenden und diese nach Gebrauch ehest möglich zu entsorgen. Es gibt zudem Hinweise, dass entsprechende Schutzmasken helfen können, das Infektionsrisiko für bestimmte Erkrankungen, wie z.B. SARS, zu minimieren. Ob das Tragen eines Mundschutzes und anderer Schutzbekleidung auch bei anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Influenza, sinnvoll ist, konnten bisherige Studien nicht zeigen. Gegen bestimmte Erkrankungen, wie etwa Windpocken oder Masern, gibt es außerdem Schutzimpfungen, die eine Infektion mit dem Krankheitserreger wirksam verhindern.

+++ Mehr zum Thema: Infektionskrankheiten +++

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:

Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dr. med. Florian Thalhammer
Redaktionelle Bearbeitung:
Silke Brenner

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Kappstein: Nosokomiale Infektionen: Prävention – Labordiagnostik – Antimikrobielle Therapie. Thieme Verlag 2009

Suttorp et al.: Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln. Thieme Verlag, Stuttgart 2003

Suerbaum et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer Verlag, Berlin-Heidelberg 2012
Bauernfeind & Shah: Lexikon der Mikrobiologie und der Infektiologie. Schattauer Verlag, Stuttgart 1990

Weitere Artikel zum Thema

Bei sogenannten wasserbürtigen Krankheiten handelt es sich um Erkrankungen, die über das Wasser übertragen werden.

Infektionskrankheiten können lokal an einer bestimmten Körperstelle auftreten oder sich über den gesamten Körper erstrecken.

zur Startseite