Matomo pixel

Fußpilz (Tinea pedis)

Pilze Fuß
Unbehandelt kann sich Fußpilz auch auf die Nägel ausbreiten. (AlexRaths / iStockphoto)

Fußpilz ist eine durch verschiedene Pilzarten ausgelöste entzündliche Erkrankung der Haut, die meist in den Zehenzwischenräumen auftritt, aber auch den gesamten Fuß inklusive der Nägel betreffen kann.

Kurzfassung:

  • Fußpilz ist in den Industriestaaten eine weitverbreitete Infektionskrankheit.
  • Anhand ihres charakteristischen Aussehens unterscheidet man drei Arten von Fußpilz.
  • Zur Diagnose reicht oft das äußere Erscheinungsbild. Bei Unklarheiten kann eine mikroskopische Abklärung bzw. das Anlegen einer Pilzkultur erfolgen.
  • Je nachdem, wie groß das befallene Areal ist, entscheidet sich der Arzt für eine Lokaltherapie oder eine Therapie in Tablettenform.
  • Betroffene sollten während und nach der Behandlung bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten, um eine verlängerte oder erneute Infektion zu vermeiden.

 


Was ist Fußpilz?

Der Fußpilz (Tinea pedis) gehört zu den Pilzerkrankungen (Mykosen) und zählt in industrialisierten Staaten zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Haut. Er wird durch verschiedene Pilze aus der Gruppe der Dermatophyten (Fadenpilze) verursacht. Zu den gängigen Erregern gehören:

  • Epidermophyton floccosum
  • Trichophyton rubrum
  • Trichophyton interdigitale
  • Trichophyton mentagrophytes
  • Microsporum canis

Unbehandelt kann sich der Fußpilz ausbreiten und bei längerer Bestandsdauer auch die Nägel oder den gesamten Fuß betreffen. Fußpilz tritt gehäuft in den Sommermonaten auf. Da er von selbst nicht abheilt, ist eine Behandlung notwendig. Laut epidemiologischen Untersuchungen leiden in Europa rund 20% der Erwachsenen an einem unbehandelten Fuß- und/oder Nagelpilz.

+++ Mehr zum Thema: Hautpilz +++

Welche Arten von Fußpilz gibt es?

Generell unterscheidet man 3 Arten von Fußpilz:

  • Interdigitaler Typ

Die häufigste Form ist der interdigitale Typ, welcher auch als Zehenzwischenraum-Mykose bezeichnet wird. Wie der Name schon andeutet, tritt der interdigitale Typ zwischen den Zehen auf, am häufigsten zwischen der 3. und 4. sowie der 4. und 5. Zehe. Ist der Hohlfuß betroffen, so sind Bläschenbildung, Rötung der Haut und Schuppenbildung auffällige Merkmale.

  • Hyperkeratotischer Typ

Beim hyperkeratotischen Typ ist vor allem die Ferse oder die gesamte Fußsohle betroffen. Es kommt zu vermehrter Hornhautbildung und trockener Schuppung der Haut.

  • Dyshidrotischer Typ

Beim dyshidrotischen Typ stehen entzündliche Veränderungen im Vordergrund, welche oftmals gemeinsam mit aufbrechenden Bläschen auftreten.

+++ Mehr zum Thema: Nagelpilz +++

Wie wird Fußpilz übertragen?

Prinzipiell wird der Fußpilz von Mensch zu Mensch übertragen, sowohl über erregerhaltige Hautschuppen auf Fußböden oder Badematten als auch über Strümpfe und Schuhe. Die Sporen der Pilze sind besonders widerstandsfähig und können monatelang auf unbelebten Oberflächen überleben. Treffen sie auf ein geeignetes Hautareal, befallen sie über Eintrittspforten (z.B. Hautrisse, offene Stellen) die keratinhaltige Hornhaut. Keratin (Hornstoff) dient den Pilzen dabei als Nahrungsquelle.

Die Übertragung und Ansteckung wird durch eine Reihe von Faktoren begünstigt:

  • Barfüßigkeit
  • Feuchtigkeit und Wärme (durch z.B. wasserdampfundurchlässige Schuhe)
  • Diabetes
  • Durchblutungsstörungen
  • erworbene Fußfehlstellung
  • erbliche Anlage
  • Immunsuppression
  • Besuch von öffentlichen Badeanstalten, Schwimmbädern, Duschen oder Saunen
  • chronische Druckeinwirkung auf die Füße (etwa durch enge Schuhe oder Leistungssport)

Insbesondere Feuchtigkeit und Wärme schaffen besonders gute Voraussetzungen für die Pilze, um sich zu vermehren und in die aufgeweichte Haut einzudringen. Kleinere Verletzungen begünstigen dies zusätzlich.

Welche Personen haben ein besonders hohes Risiko für Fußpilz?

Besonders betroffen sind Personen, die sich häufig in Feuchträumen (z.B. Saunaanlagen, Hallenbädern und öffentlichen Duschen) aufhalten, sowie Menschen, die auch in den Sommermonaten Schuhe sowie Socken aus nicht-atmungsaktiven Materialen tragen (müssen).

Eine Personengruppe, die besonders häufig von Fußpilz betroffen ist, sind Sportler, vor allem Fußballspieler, Schwimmer und Jogger ("Athlete’s foot“). Durch kleine Verletzungen, bedingt durch die Reibung der Zehen, das feuchte Mikroklima in den Schuhen sowie das gemeinsame Benutzen von Duschen, kommt es bei diesen Personen überdurchschnittlich häufig zum Auftreten von Fußpilz.

Symptome bei Fußpilz

Typisch für Fußpilz sind einzelne oder mehrere scharf begrenzte, schuppende und gerötete Stellen, innerhalb derer sich auch Pusteln (mit Eiter gefüllte Bläschen) – als Zeichen einer Zweitinfektion mit Bakterien – befinden können.

Beschwerden bei Fußpilz sind unter anderem:

  • Juckreiz
  • Rötung
  • Schuppenbildung
  • weißlich aufgequollene Haut
  • Brennen

+++ Mehr zum Thema: Kleien-Pilz-Flechte +++

Wie wird Fußpilz diagnostiziert?

Treten die beschriebenen Symptome auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wegweisend für die Diagnosestellung ist das äußere Erscheinungsbild. Bei einer Verdachtsdiagnose oder Unklarheit muss die Pilzinfektion mithilfe einer mikroskopischen Untersuchung von Hautschüppchen gesichert werden. Der Arzt schabt dafür etwas Haut von der betroffenen Stelle und gibt flüssiges Kaliumhydroxid (KOH) hinzu. KOH löst die Hautzellen auf und macht den Pilz unter dem Mikroskop gut sichtbar. Manchmal ist zusätzlich das Anlegen einer sogenannten Pilzkultur zur Diagnosesicherung notwendig.

Wie wird Fußpilz behandelt?

Fußpilz wird, wenn möglich, lokal mit pilzwirksamen Medikamenten (Antimykotika) behandelt. Es gibt eine Reihe von Salben und Cremen, die diese Stoffe enthalten. Bei der Behandlung ist zu beachten, dass sie noch zwei bis drei Wochen nach Abklingen der Symptome weitergeführt werden muss, um Rückfalle und chronische Pilzerkrankungen zu vermeiden. Trotz Besserung der Hautveränderungen und Abklingen des Juckreizes können sich in den Zehenzwischenräumen noch Pilzsporen befinden, die sich durch die Wirkung des Medikaments zwar nicht mehr vermehren, aber noch lebensfähig sind.

Zum Einsatz kommen:

  • Azole (u.a. Clotrimazol, Bifonazol, Miconazol)
  • Allylamine (u.a. Terbinafin, Naftifin, Tolnaftat)
  • Morpholine (Amorolfin)
  • Desinfektionsmittel (Povidon-Iod)

Bei hartnäckigen Krankheitsbildern und wenn schon zu Beginn der Behandlung mehrere Zehen und/oder Nägel betroffen sind, kann eine ein- bis zweiwöchige Behandlung mit Tabletten notwendig sein, bei Befall der Großzehennägel auch länger.

+++ Mehr zum Thema: Antimykotika +++

Zusatzhinweise bei Fußpilz:

  • nur eigene Handtücher und Schuhe benutzen
  • Handtücher und Socken täglich wechseln
  • in Schwimmbädern, Saunen und Umkleiden Badeschuhe tragen
  • auf Reisen im Hotelzimmer Hausschuhe tragen
  • Füße und Zehennägel regelmäßig pflegen (waschen, schneiden, Zehenzwischenräume abtrocknen bzw. vorsichtig föhnen)
  • Baumwollsocken sind besser als synthetische Socken
  • Socken grundsätzlich bei mindestens 60 Grad waschen oder Hygienespüler verwenden
  • luftdurchlässiges Schuhwerk verwenden
  • Schuhe gut auslüften lassen
  • Schuhdesinfektionsspray verwenden

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:
,
Medizinisches Review:
Prim. Dr. Daniel Blagojevic
Redaktionelle Bearbeitung:
,

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Lennecke K, Hagel K: Selbstmedikation – Leitlinien zur pharmazeutischen Beratung. Deutscher Apotheker Verlag, 6. Aufl., Stuttgart 2016

Al Hasan M, Fitzgerald SM, Saoudian M, Krishnaswamy G. Dermatology for the practicing allergist: tinea pedis and its complications. Clin Mol Allergy 2004; 2(1):5

Geisslinger G, Menzel S, Gudermann T, Hinz B, Ruth P: Mutschler Arzneimittelwirkungen – Pharmakologie, klinische Pharmakologie, Toxikologie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 11. Aufl., Stuttgart 2020
 

Weitere Artikel zum Thema

Der Hautpilz gehört zu den Infektionskrankheiten. Das heißt, die Krankheitserreger werden durch Ansteckung übertragen.

Der Nagelpilz ist eine chronische, langsam die Nagelplatte zerstörende Infektion der Zehennägel und/oder Fingernägel durch Pilze.

Nagelpilz
Newsletter-Anmeldung
×
Newsletter Anmeldung Hintergrund