Junge Frau zieht freudig ihre FFP2 Maske aus

Kürzer krank mit Omikron

Von , Medizinredakteurin
Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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Mit Omikron Infizierte erholen sich schneller als Menschen, die sich mit der Delta-Variante von Sars-CoV-2 angesteckt hatten. Das gilt insbesondere für Geboosterte.

Über die britische ZOE-COVID-App protokollieren teilweise mehr als eine Million Menschen am Tag Symptome aus einem Katalog von 32 Beschwerden und stellen die Daten der Forschung zur Verfügung. Dabei machen die Teilnehmenden auch Angaben zu Alter, Gesundheitszustand, Impfstatus bezüglich Covid-19 und positiven Coronatests.

Forschende um den Epidemiologen Tim Spector vom King’s College London haben nun einige dieser Daten erneut ausgewertet. Sie konzentrierten sich dabei auf Männer und Frauen, die nach eigenen Angaben mindestens zweimal gegen Corona geimpft, positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden waren.

Verglichen wurden Angaben aus zwei verschiedenen Zeitperioden: Daten von Teilnehmenden, die sich während der Delta-Welle zwischen 1. Juni 2021 und 27. November 2021 infiziert hatten und jenen, die sich während der ersten Phase der Omikron-Welle zwischen dem 20. Dezember 2021 und dem 17. Januar 2022 angesteckt hatten. Aus jeder Gruppe wählten die Forschenden jeweils rund 5000 Patienten aus, die bezüglich Impfstatus, Alter und Geschlecht vergleichbar waren.

Omikron: Weniger Krankenhauseinweisungen, schnellere Genesung

Der Datenvergleich ergab Unterschiede bezüglich Krankheitsdauer, Krankheitsschwere und gemeldeter Symptome:

Weniger Krankenhauseinweisungen: Während der Delta-Welle gaben 2,6 Prozent der Infizierten an, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Während der Omikron-Welle waren es nur noch 1,9 Prozent.

Schnellere Genesung: Im Vergleich zur Deltawelle verkürzte sich die Krankheitsdauer in der Omikron-Welle von 8,89 auf 6,87 Tage – also um zwei Tage.

Effekt bei Geboosterten besonders gross

Geboosterte profitieren stärker: Besonders deutlich war der Omikron-Effekt bei geboosterten Patienten: Unter Teilnehmern, die nur die Grundimmunisierung erhalten hatten, sank die Zahl der Symptomtage in der Omikron-Welle im Schnitt von 9,57 auf 8,30 – also um 1,33 Tage. Geboosterte Patienten berichteten in der Deltawelle im Schnitt an 7,71 Tagen von Symptomen, in der Omikron-Welle aber nur noch an 4,40 Tagen. Omikron-Infizierte waren also im Schnitt 3,3 Tage eher symptomfrei.

Symptomverschiebung: Weniger Geruchsverlust, mehr Halsschmerzen

Eine weitere Beobachtung: Auch die Häufigkeit der verschiedenen Covid-19-Symptome hat sich mit Omikron verändert. So berichteten in der Omikron-Welle nur noch 16,7 Prozent der Patienten von einem Verlust des Geruchssinns, während der Delta-Welle tat dies mehr als die Hälfte (52,7 Prozent).

Auch Symptome wie Konzentrationsstörungen, Fieber und Kopfschmerzen traten bei Omikron-Infizierten seltener auf. Verbreiteter hingegen waren Halsschmerzen und Heiserkeit.

Diese Beobachtungen passen dazu, dass sich Omikron-Infektionen vorwiegend in den oberen Atemwegen abspielen und seltener auch den übrigen Körper in Mitleidenschaft ziehen.

Einschränkend muss man darauf hinweisen, dass die Umfrage nicht repräsentativ ist: Zwar waren die Teilnehmenden zwischen 16 und 99 Jahre alt. Ihr Altersdurchschnitt lag indes bei 40 Jahren und war damit vergleichsweise niedrig. Schwere Verläufe waren somit grundsätzlich seltener als im Bevölkerungsdurchschnitt.

Zudem basieren die Daten auf Selbstauskünften der Teilnehmer, was ihre Aussagekraft einschränkt.

Autoren- & Quelleninformationen

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Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Quellen:
  • Cristina Menni et al.: Symptom prevalence, duration, and risk of hospital admission in individuals infected with SARS-CoV-2 during periods of omicron and delta variant dominance: a prospective observational study from the ZOE COVID Study, The Lancet, 07. April 2022, DOI: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(22)00327-0
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