Ältere, erschöpfte Dame

Herzschwäche: Ausreichend trinken senkt das Risiko

Von , Medizinredakteurin
Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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Wer nicht ausreichend trinkt, läuft womöglich eher Gefahr, später eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zu entwickeln. Darauf weist eine Langzeituntersuchung hin, die eine nicht optimale Flüssigkeitsversorgung von Menschen mittleren Alters mit späteren Herzproblemen in Verbindung bringt.

"Ähnlich wie die Reduzierung des Salzkonsums sind auch ausreichender Wasserkonsum und Flüssigkeitszufuhr Möglichkeiten, unser Herz zu unterstützen und das langfristige Risiko für Herzerkrankungen zu verringern", sagte Natalia Dmitrieva von den National Institutes of Health in Maryland.

Vorangegangene Untersuchungen hatten bereits auf einen Zusammenhang zwischen Dehydratation (Austrocknung) und einer sogenannten Herzfibrose hingewiesen, einer Verdickung und Verhärtung der Herzmuskulatur.

Höhere Natriumwerte, höheres Herzschwächerisiko

Die Forscherin und ihr Team hatten daraufhin Daten von rund 12.000 Teilnehmenden ausgewertet, deren gesundheitliche Entwicklung über einen Zeitraum von durchschnittlich etwa 25 Jahren begleitet worden war – auch über wiederholte Blutuntersuchungen.

Keiner von ihnen litt zu Beginn der Studie an Diabetes, Fettleibigkeit oder Herzversagen. 1.366 von ihnen (11,56 Prozent) entwickelten innerhalb des Beobachtungszeitraums eine Herzinsuffizienz.

Um mögliche Zusammenhänge mit der Flüssigkeitsaufnahme zu ermitteln, bewertete das Team den Flüssigkeitsstatus der Teilnehmer anhand verschiedener klinischer Messwerte. Die Untersuchung des Natriumspiegels im Blut erwies sich dabei als besonders aussagekräftig. Er steigt an, wenn der Flüssigkeitsgehalt des Körpers sinkt. Als Normbereich gelten Werte zwischen 135 und 146 mmol/L.

Zwar lag der Messwert bei allen Teilnehmenden innerhalb dieser Spanne. Jeder Anstieg des Serumnatriums um 1 mmol/L liess das Risiko für eine Herzschwäche dennoch um 5 Prozent steigen. So war das Risiko einer Herzinsuffizienz für Teilnehmende, deren Spiegel in mittleren Jahren höher als 143 mmol/L lag, um 39 Prozent erhöht.

Im Alter steigt das Risiko für Wenigtrinker besonders

Bei einer Untergruppe von 5.000 Teilnehmern im Alter zwischen 70 und 90 Jahren war der Zusammenhang sogar noch deutlicher: Im Vergleich zu Gleichaltrigen, die in mittleren Jahren niedrigere Natriumwerte hatten, war die Gefahr einer Herzschwäche für sie sogar um 54 Prozent höher.

"Serum-Natrium und Flüssigkeitsaufnahme können bei klinischen Untersuchungen leicht beurteilt werden“, erklärt Dmitrieva. Darüber liessen sich Patienten identifizieren, die langfristig von einem verbesserten Flüssigkeitshaushalt profitieren würden.

Flüssigkeit beeinflusst Herz-Kreislauf-Funktion

Der Flüssigkeitsanteil im Blut beeinflusst die Herz-Kreislauffunktion auf verschiedene Weisen. Dazu gehören die Effizienz, mit der das Herz Blut in den Kreislauf pumpt, ebenso wie die Funktion der Blutgefässe und der Blutdruck.

Allerdings nähmen viele Menschen deutlich weniger Flüssigkeit zu sich, als sie benötigen, schreiben die Forschenden. Die Empfehlungen liegen bei 1,6 bis 2,1 Litern für Frauen sowie 2 bis 3 Litern für Männer am Tag – abhängig von der Veranlagung und dem Körpergewicht. Wer beim Sport oder aufgrund von Hitze schwitzt, benötigt entsprechend mehr Flüssigkeit.

4 Millionen Betroffene

In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Herzstiftung rund vier Millionen Menschen an Herzschwäche. Typische Symptome sind Erschöpfung und Luftnot. Die Erkrankung stellt sich schleichend ein und bleibt oft lange unentdeckt. Je früher sie erkannt wird, desto wirkungsvoller lässt sich der Verlauf bremsen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Quellen:
  • Natalia I. Dmitrieva et al.: Middle age serum sodium levels in the upper part of normal range and risk of heart failure. European Heart Journal, 2022 DOI: 10.1093/eurheartj/ehac138
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