Titer-Bestimmung (Immunitätsbestimmung, Impftiter)

Titerbestimmung
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Die Bestimmung des Titers (Impftiter, Schutztiter) gibt Auskunft darüber, ob Antikörper gegen bestimmte Krankheitserreger vorhanden sind. Damit kann also überprüft werden, ob noch ein aktiver Impfschutz vorhanden ist.

ACHTUNG: Bis auf ganz wenige Ausnahmen (z.B. Hepatitis B) gibt es keine wissenschaftlich überprüften Empfehlungen darüber, bei wem ein Impfschutz wie lange anhält. Auch wenn manche Labors Werte angeben, handelt es sich dabei lediglich um Durchschnittswerte, die individuell schwanken können. In jedem Fall empfiehlt es sich, die von Experten empfohlenen Impfintervalle einzuhalten (Impfplan des Sozialministeriums).

Durch einen Antikörpertest (ELISA) wird die Konzentration der Antikörper im Blut gemessen und üblicherweise in IE/l (Internationale Einheiten pro Liter) oder IU/l (International Units) bzw. U/l angegeben. Die alternative Angabe "Titer 1:X" bezieht sich auf die früher übliche Messmethode über eine Verdünnungsreihe.

Eine Titer-Bestimmung kostet etwa 15–35 Euro, spezielle Titer auch deutlich mehr. Da die meisten Impfungen billiger oder ungefähr gleich teuer sind, ist es in den meisten Fällen sinnvoller, die Impfung einfach aufzufrischen.

Wenn Sie gegen eine Erkrankung geimpft sind und mit diesen speziellen Krankheitserregern in Kontakt kommen – etwa, weil jemand in Ihrer Familie erkrankt ist –, kann aber auch das dazu führen, dass Ihr Titer ansteigt.

Wann wird der Titer bestimmt?

Durch eine Titer-Bestimmung kann überprüft werden,

  • ob Sie nach einer Impfung ausreichend geschützt sind oder
  • ob eine Infektion stattgefunden hat.

Nach einer vollständigen Hepatitis-B-Impfung sollte immer eine Titer-Überprüfung durchgeführt werden, da rund 10% der Geimpften auch nach der 3. Teilimpfung nicht genügend Antikörper bilden. So wissen Sie einerseits, ob Sie gegen das Hepatitis-B-Virus immun sind, und andererseits, wann Sie zur nächsten Titer-Kontrolle bzw. Auffrischungsimpfung gehen sollten (bei einem Titer von = 100 IE/l nach 10 Jahren).

ACHTUNG: Die Referenzwerte für die Titer-Bestimmung können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Bitte fragen Sie in Ihrem Labor oder bei Ihrem Arzt nach!

In der Schwangerschaft sind vor allem die Röteln- und Toxoplasmose-Titer von Bedeutung. Mit diesen Untersuchungen wird überprüft, ob die Schwangere gegen eine Röteln- und Toxoplasmose-Infektion immun ist. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie als Kind die Windpocken (Feuchtblattern, Schafblattern) hatten, lohnt es sich auch, vor einer geplanten Schwangerschaft den Windpocken-Titer bestimmen zu lassen.

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+++ Mehr zum Thema: Röteln in der Schwangerschaft +++

In welchen Fällen ist der Impftiter zu niedrig?

Falls Ihr Impftiter zu niedrig ist, Sie also zu wenige Antikörper gegen einen bestimmten Krankheitserreger im Blut haben, kann dies verschiedene Ursachen haben:

  • Sie sprechen auf die Impfung nicht an.
  • Die letzte Auffrischungsimpfung ist schon zu lange her.

In diesem Fall kann Ihnen Ihr Arzt darüber Auskunft geben, ob eine einmalige Auffrischungsimpfung ausreichend ist.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dr. Ursula Köller (2014), Univ. Prof. Dr. Georg Endler (2019)
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc, Mag. Julia Wild

Stand der medizinischen Information:
Impfungen