Hepatitis-Impfung

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und , Medizinjournalistin
und , Medizinredakteurin und Biologin
Dr. med. Mira Seidel

Dr. med. Mira Seidel ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Die Hepatitis-Impfung (Hepatitis-Schutzimpfung) schützt vor bestimmten Formen einer virusbedingten Leberentzündung (Virus-Hepatitis). Sie befähigt das eigene Immunsystem, auf eine Infektion mit den betreffenden Erregern wirksam zu reagieren. Eine Hepatitis-Impfung ist nur gegen Hepatitis A und B möglich. Gegen Hepatitis C und andere Formen der Virushepatitis steht kein Impfstoff zur Verfügung. Erfahren Sie hier mehr über die Hepatitis-Impfung.

hepatitis

Was ist die Hepatitis-Impfung?

Es gibt verschiedene Formen einer Virus-Hepatitis: Hepatitis A, B, C, D und E. Derzeit steht nur eine Impfung gegen Hepatitis A und B zur Verfügung. Dabei gibt es Einzelimpfungen (Hepatitis-A-Impfung, Hepatitis-B-Impfung) sowie eine kombinierte Hepatitis-A- und -B-Impfung (Hepatitis-A-B-Kombinationsimpfstoff). Ärzte verabreichen den Kombinationsimpfstoff typischerweise vor Reisen in Risikogebiete. Zudem erfolgt die Hepatitis-B-Impfung auch im Rahmen der Sechsfach-Impfung zusammen mit den Impfstoffen gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Kinderlähmung (Polio), Keuchhusten (Pertussis) und Haemophilus influenzae Typ b (Hib).

In der Schweiz besteht keine Impfpflicht für Hepatitis-Impfungen. Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) empfiehlt die Hepatitis-Impfung aber in einigen Fällen.

Je nach Wirkprinzip unterscheiden Experten die aktive und passive Hepatitis-Impfung:

Aktive Hepatitis-Impfung

Bei der aktiven Hepatitis-Impfung werden dem Körper Bestandteile von Hepatitis-A- oder Hepatitis-B-Viren gespritzt, üblicherweise in den Oberarmmuskel. Das regt das Immunsystem an, spezifische Antikörper gegen den jeweiligen Erreger zu bilden. Kommt es später zu einer "echten" Infektion mit den betreffenden Viren, fangen die Antikörper diese ab. So lässt sich ein Krankheitsausbruch verhindern.

Die Impfstoffe, die bei aktiven Hepatitis-Impfungen verwendet werden, sind sogenannte Totimpfstoffe. Der Hepatitis-A-Impfstoff enthält für gewöhnlich abgetötete Viren. Er ist deshalb ein Ganzpartikelimpfstoff. Die Hepatitis-B-Impfung hingegen enthält üblicherweise Virus-Bestandteile (HBs-Antigen). Mediziner sprechen hier von einem Spaltimpfstoff.

Nach Verabreichung der aktiven Hepatitis-Impfung dauert es einige Zeit, bis das Immunsystem die spezifischen Antikörper gebildet hat. Der Impfschutz ist also nicht sofort gegeben. Dafür bleibt er dann jahrelang bestehen.

Passive Hepatitis-Impfung

Die passive Hepatitis-Impfung besteht aus bereits fertigen Antikörpern gegen das betreffende Hepatitis-Virus. Sie werden in der Regel aus dem Blut infizierter Patienten gewonnen und hochgereinigt zu einem passiven Hepatitis-Impfstoff verarbeitet.

Die passive Hepatitis-Impfung verleiht einen sofortigen Impfschutz. Dieser hält aber nur einige Wochen an – solange, bis der Körper die verabreichten (fremden) Antikörper abgebaut hat. Damit eignet sich die passive Hepatitis-Impfung zum Beispiel für Menschen, die kürzlich Kontakt mit Erkrankten hatten und sich möglicherweise angesteckt haben (postexpositionelle Prophylaxe).

Dabei wird ihnen gleichzeitig die erste Impfdosis der aktiven Hepatitis-Impfung (ein Einzelimpfstoff, da in Kombinationsimpfstoffen zu wenig der benötigten Hepatitis-Antigene sind) verabreicht. Bis diese ihre Wirkung entfaltet, ist der Impfling dank der passiven Immunisierung im Regelfall vor einer Erkrankung weitgehend geschützt.

Vor einer Reise in Länder mit erhöhtem Hepatitis-Vorkommen geben Ärzte die passive Hepatitis-Impfung nur in Ausnahmefällen. Aufgrund der längeren Inkubationszeit entfaltet die aktive Impfung ihre Wirkung meist vor einer Erkrankung durch die Infektion.

Hepatitis-Impfung: Kosten

In vielen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Hepatitis-Impfung. Die Hepatitis-B-Impfung gilt als Basisimpfung für alle Kinder und Jugendlichen. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung bezahlt die Impfung bei allen Indikationen (siehe unten), ohne Altersbegrenzung. Ausgenommen davon sind die Impfung für Reisende und der Kombinationsimpfstoff (Hepatitis A und B).

Die Kosten einer Hepatitis-A-Impfung übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung ebenso für Menschen mit erhöhtem Risiko (siehe unten). Reisende und Personen, die durch ihren Beruf ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, sind davon ausgeschlossen. Bei Letzteren übernimmt in der Regel der Arbeitgeber die Kosten für die Impfung.

Für Reisen in Risiko-Länder übernehmen viele Krankenkassen die Kosten einer Hepatitis-Impfung. Kontaktieren Sie am besten Ihre Krankenkasse, um sich im Detail über die Übernahme von Impfkosten zu informieren.

Hepatitis-A-Impfung

Die Hepatitis-A-Impfung wird intramuskulär verabreicht, also in einen Muskel gespritzt. Meist wählt der Arzt dafür den Oberarmmuskel.

Hepatitis-A-Impfung: Wer sollte sich impfen lassen?

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) empfiehlt die Hepatitis-A-Impfung ab dem Alter von einem Jahr als Indikationsimpfung für bestimmte Risikogruppen. Dazu gehören unter anderem:

  • Personen mit einer chronischen Lebererkrankung
  • Menschen, die in Regionen reisen, in denen Hepatitis A gehäuft vorkommt (wie Mittelmeerraum, Osteuropa, viele tropische Regionen).
  • Kinder aus Ländern, in denen Hepatitis A gehäuft vorkommt, in der Schweiz leben und vorübergehend in ihr Herkunftsland zurückkehren.
  • Menschen, die sich Drogen spritzen.
  • Männer mit sexuellem Kontakt zu Männern

Eine berufliche Indikation für die Hepatitis-A-Impfung haben:

  • Personen, die berufsbedingt Kontakt zu Drogensüchtigen haben.
  • Mitarbeiter, die Kontakt zu Menschen aus Ländern mit hohen Infektionszahlen haben (z.B. in Asylheimen).
  • Labormitarbeiter, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.
  • Menschen, die beruflich in Kontakt mit Abwasser kommen (wie Kanalisationsarbeiter, Klärwerksarbeiter).

Hepatitis-A-Impfung: Wie oft muss man impfen?

Für die Grundimmunisierung mit der aktiven Hepatitis-A-Impfung sind zwei Injektionen erforderlich: Nach der ersten Impfung verabreichen Ärzte im Abstand von sechs Monaten die zweite Impfdosis.

Bei der kombinierten Hepatitis-A-und-B-Impfung sind drei Impfdosen notwendig, wenn die geimpfte Person älter als 16 Jahre ist (siehe unten)!

Hepatitis-A-Impfung: Auffrischung

Mit der Hepatitis-A-Grundimmunisierung wird ein Langzeitschutz erzielt. Er hält bei Erwachsenen mindestens 12 Jahre an, möglicherweise sogar 20 bis 30 Jahre. Experten gehen jedenfalls davon aus, dass bei Menschen mit gesundem Immunsystem keine Hepatitis-A-Auffrischung nach abgeschlossener Grundimmunisierung notwendig ist.

Nur in bestimmten Fällen wie etwa bei immungeschwächten Personen raten Experten eventuell zu einer Titerkontrolle mittels Blutuntersuchung – also eine Messung der spezifischen Antikörper, gebildet als Reaktion auf die Hepatitis-Impfung. Eine Auffrischung kann dann notwendig sein, wenn der Antikörperspiegel zu niedrig ist. Gleiches gilt, wenn man vor Jahren eine Hepatitis-Erkrankung durchgemacht hat.

Passive Hepatitis-A-Impfung

Gegen Hepatitis A-Viren kann auch passiv geimpft werden. Die dabei verabreichten fertigen Antikörper bieten für etwa drei Monate Schutz vor einer Hepatitis-A-Infektion.

Während dieser Zeit sollten keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen (wie die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln = MMR-Impfung) durchgeführt werden. Ihre Wirksamkeit kann nämlich durch die verabreichten Hepatitis-Antikörper abgeschwächt werden.

Hepatitis-B-Impfung

Der aktive Hepatitis-B-Impfstoff war der weltweit erste rekombinant hergestellte Impfstoff. "Rekombinant hergestellt" bedeutet, dass die darin enthaltenen Bestandteile von Hepatitis-B-Viren (HBV) künstlich mit Hilfe von gentechnisch veränderten Organismen produziert werden.

Der Impfstoff gegen Hepatitis-B wird wie der Hepatitis-A-Impfstoff in den Muskel gespritzt (intramuskulär, i.m.), für gewöhnlich in den Oberarmmuskel. Dann ist diese Hepatitis-Impfung laut Studien am wirksamsten.

Hepatitis-B-Impfung: Wer sollte sich impfen lassen?

Die EKIF empfiehlt diese Hepatitis-Impfung als Basisimpfung für Kinder und Jugendliche. Eine Hepatitis-B-Erkrankung ist in diesen Altersgruppen zwar selten, birgt aber ein hohes Risiko, chronisch zu werden: Eine akute Hepatitis B wird bei Erwachsenen nur in ungefähr zehn Prozent der Fälle chronisch, bei Säuglingen und Kleinkindern aber in etwa 90 Prozent der Fälle.

Im Erwachsenenalter empfiehlt die EKIF die Impfung gegen Hepatitis-B als Indikationsimpfung für bestimmte Risikogruppen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Neugeborene von Müttern, die mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind.
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. durch Immunsystem-unterdrückende Medikamente, HIV-Infektion)
  • Dialysepatienten
  • Menschen mit Gerinnungstörungen (z.B. Hämophilie)
  • Menschen, die sich Drogen spritzen.
  • Personen, die häufig ihre Sexualpartner wechseln (hetero- oder homosexuell).
  • Personen, die wegen einer sexuell übertragbaren Krankheit einen Arzt aufsuchen.
  • Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten haben (z.B. in der Familie oder in Wohngemeinschaften).
  • Männer mit sexuellem Kontakt zu Männern
  • Geistig beeinträchtigte Menschen in Heimen
  • Berufsbedingte Hepatitis-B-Impfung: Menschen, die in ihrem Beruf einem erhöhten Ansteckungsrisiko für Hepatitis B ausgesetzt sind (wie medizinisches Personal, Angestellte in Laboratorien, Polizisten, Sozialarbeiter, Betreuungspersonal in Heimen etc.).
  • Hepatitis-B-Reiseimpfung: Reisende, die sich längere Zeit in Ländern mit hoher Hepatitis-B-Viren-Durchseuchung aufhalten oder engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben.

Wer bereits eine Hepatitis-B-Infektion durchgemacht hat, kann sich nach derzeitigem Wissensstand nicht nochmal mit Hepatitis-B-Viren infizieren. Eine Hepatitis-Impfung gegen diesen Virustyp ist dann nicht nötig.

Hepatitis-B-Impfung: Wie oft muss man impfen?

Den Hepatitis-B-Impfstoff erhalten Säuglinge und Kleinkinder im Rahmen der Sechsfach-Impfung zusammen mit den Impfstoffen gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Kinderlähmung (Polio), Keuchhusten (Pertussis) und Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Für die Grundimmunisierung sind nach aktuellen Empfehlungen grundsätzlich drei Impftermine vorgesehen. Nach dem sogenannten 2+1-Impfschema bekommen Säuglinge die Impfspritzen im zweiten, vierten und zwölften Lebensmonat.

Die Hepatitis-B-Impfung ist auch als Einzelimpfstoff oder Zweifachimpfstoff (in Kombination mit Hepatitis A) erhältlich. Beim Einzelimpfstoff sind grundsätzlich ebenfalls drei Dosen (innerhalb eines halben Jahres) nötig. Die Kombinationsimpfung (Hepatitis A und B) erfordert nur zwei Dosen, wenn die erste Impfung vor dem 16. Geburtstag erfolgt.

Bei einem beschleunigten Impfschema (3+1-Impfschema) verabreichen Ärzte vier Impfdosen (2, 3, 4, 12 Monate). Dies ist beispielsweise ratsam, wenn Eltern ihre Kinder schon früh in eine Betreuungseinrichtung geben wollen. Auch vor der 32. Schwangerschaftswoche geborenen Kindern empfehlen Experten die Impfung mit vier Dosen.

Wurde die Grundimmunisierung im Säuglingsalter versäumt, sollte diese Hepatitis-Impfung spätestens bis zum 16 Lebensjahr nachgeholt werden. Die Impfung erfolgt dann in der Regel mit einem Einzelimpfstoff, der je nach Impfschema zu unterschiedlichen Zeitpunkten innerhalb eines halben Jahres verabreicht wird. Die Impfung ist grundsätzlich jedoch in jedem Lebensalter möglich.

Hepatitis-B-Impfung: Auffrischung

Eine Hepatitis B-Auffrischung ist laut Impfplan nicht generell nötig, wenn im Kindesalter eine vollständige Grundimmunisierung durchgeführt wurde. Man geht davon aus, dass der Schutz dieser Hepatitis-Impfung mindestens zehn bis 15 Jahre, eventuell sogar lebenslang anhält.

Auch nach einer Hepatitis-B-Impfung im Erwachsenenalter sind in der Regel keine Auffrischimpfungen notwendig. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (wie Dialysepatienten) kann es aber sinnvoll sein, den Spiegel der Hepatitis-B-Antikörper im Blut regelmässig zu kontrollieren (Titerkontrolle). Falls die Antikörperzahl unter 100 IE/L (Internationale Einheiten pro Liter) absinkt, ist eine Auffrischimpfung ratsam.

Bei Menschen mit hohem Ansteckungsrisiko (wie bestimmten Berufsgruppen im Gesundheitswesen), die als Kind eine vollständige Grundimmunisierung erhalten haben, wird der Impfschutz ebenfalls kontrolliert und gegebenenfalls aufgefrischt.

Hepatitis-B-Impfung: Schutz von Neugeborenen

Frauen, die mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) infiziert sind, können während einer Schwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen den Erreger auf das Kind übertragen. Deshalb erhalten die Babys solcher Mütter innerhalb von zwölf Stunden nach der Geburt die erste Dosis der aktiven Hepatitis-Impfung und eine passive Hepatitis-Impfung gegen HBV (Simultanimpfung). Später folgen dann die weiteren Impfdosen der aktiven Impfung (nach einem und dann frühestens nach fünf Monaten erneut).

Auch bei Müttern mit unbekannten Hepatitis-B-Impfstatus erhält das Neugeborene diese Simultanimpfung. Eine Infektion beim Kind wird dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert.

Hepatitis A- und B-Impfung in Kombination

Hepatitis-A-Impfung und Hepatitis-B-Impfung können als kombinierter Impfstoff verabreicht werden. Für den Kombinationsimpfstoff sind je nach Alter zwei oder drei Injektionen vorgesehen: Bei Kindern im Alter von einem bis 15 Jahren erfolgt die Impfung mit zwei Dosen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten.

Ab 16 Jahren sind drei Impfdosen notwendig. Die ersten beiden erfolgen im Abstand von vier Wochen. Die dritte Impfung geben Ärzte etwa sechs Monate später. Die kombinierte Hepatitis A & B-Impfung ist für Kinder ab einem Jahr erhältlich.

Der Kombinationsimpfstoff Hepatitis A & B eignet sich nicht für Menschen, die sich bei einem Kontakt mit Hepatitis-A/B-Patienten möglicherweise angesteckt haben und sich nun mittels Impfung schützen wollen.

Für diese postexpositionelle Prophylaxe verwenden Ärzte immer einen Einzel-Hepatitis-Impfstoff (plus eine passive Hepatitis-Impfung). Der Grund: Kombinationsimpfstoffe enthalten weniger Hepatitis-A-Antigen (bei Hepatitis-B bleibt die Konzentration gleich).

Noch keine Hepatitis-C-Impfung

Hepatitis C kann (wie Hepatitis B) chronisch verlaufen und zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Weil sich das Hepatitis-C-Virus sehr schnell verändern kann, ist es der Wissenschaft bisher noch nicht gelungen, einen Impfstoff dagegen auf den Markt zu bringen. Auch gegen andere Formen einer Virushepatitis gibt es bislang keine Impfung. Die in China verfügbare Hepatitis-E-Impfung ist in Europa nicht zugelassen.

Hepatitis-Impfung: Nebenwirkungen

Alle Medikamente können unerwünschte Effekte haben, auch Impfungen wie die Hepatitis-Impfung. Nebenwirkungen bestehen in diesem Fall meist aus harmlosen und vorübergehenden Reaktionen im Bereich der Impfstelle wie:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Schmerzen
  • Verhärtung der Einstichstelle
  • Schwellungen der benachbarten Lymphknoten

Des Weiteren können nach einer Hepatitis-Impfung Nebenwirkungen auftreten, die den ganzen Körper betreffen:

  • Abgeschlagenheit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Allergische Reaktionen

Im Detail sind folgende Nebenwirkungen durch die Hepatitis-A-Impfung und Hepatitis-B-Impfung möglich:

Hepatitis-A-Impfung: Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen der Hepatitis A-Impfung gehören in etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle eine Rötung und schmerzhafte Schwellung um die Einstichstelle herum. Zudem kann das Allgemeinbefinden kurze Zeit beeinträchtigt sein. Manchmal treten beim Impfling auch Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf und Gliederschmerzen auf. Allergische Reaktionen sind selten.

Hepatitis-B-Impfung: Nebenwirkungen        

Leichte Impfreaktionen wie Rötung, Schwellung, Schmerzen um die Impfstelle sowie geschwollene Lymphknoten zeigen sich auch bei einer Hepatitis-B-Impfung. Nebenwirkungen anderer Art wie leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Müdigkeit treten selten auf. In Einzelfällen kommen allergische Reaktionen vor.

Hepatitis-Impfung & Multiple Sklerose

Die Hernán-Studie sorgte 1990 für besondere Aufmerksamkeit: Die Hepatitis-B-Impfung sei möglicher Auslöser für Multiple Sklerose (MS). Die Annahme wurde später in weiteren Studien untersucht, konnte jedoch bis jetzt wissenschaftlich nicht belegt werden.

Die Hepatitis-B-Impfung kann nach derzeitiger Expertenmeinung auch keine Krankheitsschübe bei bestehender MS-Erkrankung auslösen.

Hepatitis-Impfung: Schwangerschaft & Stillzeit

Beide Hepatitis-Impfungen können in der Schwangerschaft gegeben werden, wenn ein erhöhtes Ansteckungsrisiko gegeben ist. Das kann etwa der Fall sein, wenn die Schwangere beruflich in Kontakt mit den Erregern von Hepatitis A oder B kommen kann (etwa als Labormitarbeiterin).

In der Stillzeit ist eine Hepatitis-Impfung prinzipiell ebenfalls möglich. Vorsichtshalber gilt auch hier: Die Impfung sollte nur durchgeführt werden, wenn es wirklich notwendig ist.

Hepatitis-Impfung: Kontraindikationen

Die Hepatitis-Impfstoffe verabreichen Ärzte nicht, wenn ein akuter, fieberhafter Infekt vorliegt. Auch bekannte schwere allergische Reaktionen gegen den Impfstoff und/oder seine weiteren Inhaltsstoffe sind Kontraindikationen für eine Hepatitis-Impfung.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Melanie Iris Zimmermann
Autoren:
Dr. med. Mira Seidel
Dr. med.  Mira Seidel

Dr. med. Mira Seidel ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.

Sabine Schrör
Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Martina Feichter
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
K73B19B18K75B16B17B15
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Aktualisierung der S3-Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virusinfektion (Stand: 2011)
  • Bieber, C. et al.: Duale Reihe Innere Medizin, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2018
  • Bundesamt für Gesundheit (BAG): Schweizerischer Impfplan 2021, unter: www.bag.admin.ch (Abrufdatum: 02.11.2021)
  • Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Impfplan Österreich 2021, unter: www.sozialministerium.at (Abrufdatum: 02.11.2021)
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Globale Gesundheit e.V. unter: www.dtg.org (Abrufdatum: 02.07.2020)
  • Deutsche Leberhilfe e.V.: Hepatitis A - C, unter www.leberhilfe.org (Abrufdatum: 07.04.2020)
  • Deutsche Leberstiftung: "Hepatitis A-Virus (HAV)/Hepatitis A", unter www.deutsche-leberstiftung.de (Abrufdatum: 07.04.2020)
  • Deutsche Leberstiftung: "Hepatitis B Virus (HBV) / Hepatitis B", unter www.deutsche-leberstiftung.de (Abrufdatum: 07.04.2020)
  • Deutsche Leberstiftung: "Hepatitis C-Virus (HCV) - Hepatitis C", unter www.deutsche-leberstiftung.de (Abrufdatum: 07.04.2020)
  • Die Informationplattform für Impffragen (Infovac): Hepatitis A; Hepatitis B, unter: www.infovac.ch (Abrufdatum: 02.11.2021)
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: Schutzimpfungs-Richtlinie, Stand März 2020, unter: www.g-ba.de (Abrufdatum: 02.07.2020)
  • Herold, G.: Innere Medizin, Gerd Herold, 2018
  • Renz-Polster, H. & Krautzig, S.: Basislehrbuch Innere Medizin, Elsevier Verlag, 5. Auflage, 2017
  • Robert Koch Institut, RKI: "Schutzimpfung gegen Hepatitis A", unter www.rki.de (Abrufdatum: 02.07.2020)
  • Robert Koch-Institut, RKI: "Schutzimpfung gegen Hepatitis B - Häufig gestellte Fragen und Antworten", unter www.rki.de (Abrufdatum: 02.07.2020)
  • Robert Koch Institut, RKI: "Schutzimpfung gegen Hepatitis B", unter www.rki.de (Abrufdatum: 02.07.2020)
  • Robert Koch-Instituts: Epidemiologisches Bulletin 26/2020, erschienen am 25. Juni 2020, unter: www.rki.de (Abrufdatum: 02.07.2020)
  • Schaenzler, N. & Strasser-Vogel, B.: 300 Fragen zum Impfen, Gräfe und Unzer, 2008
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