Japanische Enzephalitis - Impfung

Von , Medizinredakteurin und Biologin
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

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Die Impfung gegen Japanische Enzephalitis schützt vor einer Infektion mit Viren, die eine teils gefährlich verlaufende Gehirnentzündung auslösen können. Die Erkrankung ist vor allem in Asien verbreitet und wird von bestimmten Mücken übertragen. Wie die Japanische Enzephalitis-Impfung funktioniert, wann sie empfohlen wird und welche Nebenwirkungen sie haben kann, erfahren Sie hier!

Spritze mit Impfstoff

Das passiert bei der Japanische-Enzephalitis-Impfung

Der Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis ist ein sogenannter Totimpfstoff: Er enthält inaktivierte Erreger vom Japanische Enzephalitis-Stamm SA14-14-2. Er ist seit 2010 in der Schweiz zugelassen.

Die inaktivierten Viren können nicht krank machen, aber dennoch den Körper anregen, spezifische Antikörper zu produzieren. Kommt es später zu einer "echten" Infektion mit Japanische Enzephalitis-Viren, ist der Körper gewappnet – er kann schnell und gezielt den Erreger bekämpfen.

Wann ist die Impfung sinnvoll?

Die Japanische Enzephalitis ist die häufigste virale Gehirnentzündung im asiatischen Raum. Sie wird durch Stechmücken meist in der Nähe von Landwirtschaftsbetrieben übertragen. Es gibt bislang keine spezifische Therapie gegen die oft tödlich verlaufende Erkrankung. Etwa ein Drittel der Überlebenden behalten neurologische Folgeschäden (Lähmungen, Wahnvorstellungen).

Das Risiko einer Infektion und Erkrankung scheint für Touristen aber sehr gering. So zählten die Behörden zwischen 1973 und 2008 unter Fernreisenden 55 schwere Fälle der Japanischen Enzephalitis. Die meisten hielten sich über einen Monat in einem Risikogebiet auf.

Experten empfehlen die Japanische Enzephalitis-Impfung daher hauptsächlich in folgenden Fällen:

  • Bei Reisen von mindestens einem Monat mit nächtlichen Aktivitäten im Freien in ländlichen Endemiegebieten (im Dreieck Pakistan/Indien, China/Japan und Papua-Neuguinea) wie beispielsweise auf Bauernhöfen in Gebieten mit Wasserlandwirtschaft und Schweinehaltung und vor allem in der Hauptübertragungszeit (also in der Regenzeit und danach)

Zudem sollte grundsätzlich jeder, der eine Reise in ein Endemiegebiet plant, vorher mit einem Arzt über die Möglichkeit einer Japanischen Enzephalitis-Impfung sprechen.

Darüber hinaus ist die Japanische Enzephalitis-Impfung für Laborpersonal empfohlen, das beruflich Kontakt mit dem Erreger hat.

So wird die Japanische Enzephalitis-Impfung verabreicht

Derzeit ist in der Schweiz zur Vorbeugung von Japanischer Enzephalitis ein Impfstoff verfügbar. Offiziell ist der Impfstoff erst für Personen ab dem Alter von 18 Jahren zugelassen. Er kann jedoch auch nach Risiko-Nutzen-Abwägung bereits bei Kindern ab 36 Monaten verabreicht werden. Dabei erhalten Kinder von zwölf bis 35 Monaten nur die Hälfte der üblichen Impfdosis.

Unabhängig vom Alter sind für die Grundimmunisierung zwei Impfdosen notwendig:

  • Beim "normalen" (konventionellen) Impfschema werden diese beiden Impfspritzen im Abstand von 28 Tagen verabreicht.
  • Beim Schnellimpfschema wird die zweite Impfdosis bereits sieben Tage nach der ersten gegeben. Wie Nachbeobachtungen über 12 Monate zeigten, produziert der Körper dabei ebenso viele Antikörper gegen das Japanische Enzephalitis-Virus wie beim normalen Impfschema. Das Schnellimpfschema ist aber nur für Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren möglich.

Egal, ob normales oder schnelles Impfschema: Die zweite Impfdosis sollte mindestens zehn Tage vor Einreise ins Endemiegebiet verabreicht werden. Der Körper braucht für die Antikörperproduktion nämlich etwas Zeit.

Wie lange hält die Wirkung der Impfung an?

Wie lange die Wirkung der Japanischen Enzephalitis-Impfung andauert, weiss man nicht genau. Experten empfehlen aber eine Auffrischimpfung innerhalb von 12 bis 24 Monaten nach der zweiten Impfdosis der Grundimmunisierung, wenn weiterhin oder erneut die Möglichkeit einer Ansteckung besteht. Die Dauer des anschliessenden Impfschutzes beträgt laut Experten etwa zehn Jahre, wobei Daten darüber hinaus nicht vorliegen. Am besten fragen Sie Ihren Arzt, ob und wann in Ihrem Fall eine Auffrischungimpfung sinnvoll ist.

Japanische Enzephalitis-Impfung: Treten Nebenwirkungen auf?

Bei Erwachsenen sind die häufigsten Nebenwirkungen der Japanischen Enzephalitis-Impfung Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit sowie Schmerzen und Druckempfindlichkeit an der Injektionsstelle. Diese kann sich auch röten, jucken und leicht anschwellen.

Kinder reagieren auf die Impfung am häufigsten mit Fieber, Durchfall, Grippe-artigen Beschwerden, Reizbarkeit sowie Schmerzen, Rötung und Druckempfindlichkeit an der Injektionsstelle.

Weitere Empfehlungen für die Japanische Enzephalitis-Impfung

Von der Japanische Enzephalitis-Impfung wird abgeraten, wenn jemand eine bekannte Allergie gegen einen der Bestandteile oder gegen die herstellungsbedingten Verunreinigungen des Impfstoffes (wie Protaminsulfat, Formaldehyd) besitzt.

Wer auf die erste Impfdosis überempfindlich oder allergisch reagiert, sollte die zweite Dosis nicht mehr erhalten.

Wenn Sie eine akute, ernsthafte Infektion mit Fieber haben, sollte die Impfung gegen Japanische Enzephalitis verschoben werden.

Zur Anwendung der Japanischen Enzephalitis-Impfung bei schwangeren und stillenden Frauen liegen keine ausreichenden Daten vor. Eine Impfung während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte deshalb vermieden werden.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Vor grösseren Reisen wie etwa nach Asien lassen Sie sich am besten von einem Reisemediziner beraten. Er kann Sie über das Risiko einer Japanischen Enzephalitis-Erkrankung (und anderen Gesundheitsgefahren) an Ihrem Reiseziel aufklären und Ihnen gegebenenfalls sinnvolle Impfungen wie die Japanische Enzephalitis-Impfung verabreichen.

Ausserdem informiert er Sie über weitere Schutzmassnahmen, die Sie Ihrer Gesundheit zuliebe während Ihrer Reise beherzigen sollten. Im Fall der Japanischen Enzephalitis gehören dazu vor allem Massnahmen zur Vorbeugung von Mückenstichen - die viralen Erreger der Erkrankung werden nämlich durch bestimmte Mücken übertragen.

Japanische Enzephalitis-Impfung: Was kostet die Impfung?

Als Reiseimpfung übernimmt die obligatorische Krankenversicherung die Kosten für die Impfung nicht. Fragen Sie am besten im Vorfeld jedoch bei Ihrer Krankenversicherung nach.

Manchmal wird die Japanische Enzephalitis-Impfung aus beruflichen Gründen verabreicht, etwa weil jemand aufgrund seines Jobs nach Asien reisen muss oder in einem medizinischen Labor arbeitet, wo mit Japanische-Enzephalitis-Viren hantiert wird. In solchen Fällen trägt normalerweise der Arbeitgeber die Kosten der Japanischen Enzephalitis-Impfung.

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autor:
Martina Feichter
Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

ICD-Codes:
A83G04
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
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