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Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK, Falsche Maul- und Klauenseuche)

HFMK Anzeichen Ausschlag Hände, Füße Gesicht
Die charakteristischen Bläschen bilden sich an Händen, Füßen und im Mund. (GTeam / Fotolia.com)

Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt es sich um eine hoch ansteckende virale Infektionskrankheit, die durch Viren aus der Familie der Picornaviridae verursacht wird.

Kurzfassung:

  •  Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine meist harmlose, aber hoch ansteckende Viruserkrankung.
  • Sie betrifft vorwiegend Kinder unter 10 Jahren, kann aber auch bei Erwachsenen auftreten.
  • Kennzeichnend sind Bläschen an Händen, Füßen und/oder im Mund.
  • Der Ausschlag heilt in der Regel nach etwa 10–14 Tagen folgenlos ab.
  • Bei kleineren Kindern ist darauf zu achten, dass sie trotz der schmerzhaften Bläschen im Mund ausreichend Flüssigkeit und Nahrung zu sich nehmen.

Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine harmlose, aber hoch ansteckende Viruserkrankung, an der vorwiegend Kinder bis zum 10. Lebensjahr erkranken. Bei Erwachsenen wird die Erkrankung wesentlich seltener diagnostiziert. Verursacher sind Viren aus der Familie der Picornaviridae (Coxsackie A16 und Enterovirus 71). Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit tritt ganzjährig, jedoch gehäuft im Spätsommer und Herbst auf.

Kurz nach Ausbruch der Erkrankung treten typische Hautveränderungen an Händen, Füßen oder im Mund auf, was zur charakteristischen Namensgebung geführt hat. Es kann aber ebenso das Gesäß betroffen sein. Die Inkubationszeit beträgt meist nur wenige Tage und nach erfolgtem Ausbruch heilt der Ausschlag durchschnittlich nach 10–14 Tagen wieder ab.

Wie wird die Hand- Fuß- Mund- Krankheit übertragen?

Die Übertragung der Erreger erfolgt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Sprechen. Außerdem ist eine Ansteckung über Schmierinfektion durch Speichel, Stuhl oder Bläschenflüssigkeit möglich. In seltenen Fällen kann eine Übertragung über kontaminierte Gegenstände stattfinden, weshalb empfohlen wird, sämtliche Oberflächen regelmäßig zu reinigen und zu desinfizieren.

+++ Mehr zum Thema: Infektionswege +++

Wie lange können die Viren übertragen werden?

Solange die Bläschen oder der Ausschlag sichtbar sind, werden aus diesen Hautstellen Viren abgesondert, die ansteckend sind. Auch nach dem Abklingen der Symptome werden die Viren noch wochenlang über den Stuhl ausgeschieden. Es ist daher vor allem nach jedem Toilettengang eine gründliche Waschung mit Seife und Wasser anzuraten.

Welche Symptome  treten auf?

Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann ein Ausschlag in Gesicht, auf den Händen und Fußsohlen auftreten.

Zu Beginn der Krankheit treten meist folgende allgemeine Symptome auf: 

Ein bis zwei Tage danach entwickeln sich in der Regel schmerzhafte Bläschen an der Mundschleimhaut. Nach weiteren ein bis zwei Tagen bildet sich ein Ausschlag an Händen und Füßen. Dieser besteht meist aus vielen kleinen, roten Flecken in unterschiedlicher Form und Größe. Mit der Zeit können Bläschen oder offene Stellen entstehen. Die Hautausschläge jucken in der Regel nicht, sind zum Teil aber schmerzhaft.

Nach etwa 10–14 Tagen heilt der Ausschlag ohne Krustenbildung ab. Häufig verläuft die Infektion symptomlos und daher unbemerkt. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sind die Symptome in der Regel schwächer ausgeprägt.

+++ Mehr zum Thema: Windpocken +++

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Nach einem ausführlichen Gespräch überprüft der Arzt bei einer körperlichen Untersuchung, ob sich im Mundraum Bläschen und an Händen und Füßen ein Ausschlag gebildet hat. Handelt es sich um die Hand-Fuß-Mund-Krankheit, sind in der Regel aufgrund des typischen Krankheitsbildes keine weiteren Untersuchungen notwendig. Die Erreger können im Zweifelsfall auch labordiagnostisch nachgewiesen werden.

Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit behandelt?

Eine ursächliche antivirale Therapie gibt es nicht, es werden nur die Symptome behandelt. Gegen die schmerzenden Bläschen im Mund helfen schmerzlindernde, entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Tinkturen, Spülungen oder Mundgele. Bei Fieber und Schmerzen kommen schmerzstillende Medikamente wie Paracetamol und Ibuprofen zum Einsatz.

Weitere wichtige Maßnahmen sind:

  • auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
  • etwas Kaltes trinken
  • etwas Kaltes lutschen (Eis)
  • Essen gut zerkleinern
  • scharfe Gewürze meiden
  • Mundhygiene nicht vernachlässigen
  • Kühles Joghurt wird oft als angenehm empfunden

Prognose

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit heilt normalerweise ohne weitere Komplikationen von selbst aus. Erkrankte Kinder sollten wegen der großen Ansteckungsgefahr erst wieder in Schule oder Kindergarten geschickt werden, wenn sie keine Symptome mehr zeigen.

Welche Komplikationen können auftreten?

In Einzelfällen kann es zu Komplikationen wie Entzündungen der Lunge, des Gehirns sowie des Herzmuskels kommen. Insgesamt sind Komplikationen bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit aber sehr selten.

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Autoren:
,
Medizinisches Review:
Prim. MedR. Ass.-Prof. DDr. Peter Voitl, MBA
Redaktionelle Bearbeitung:
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Stand der medizinischen Information:
Quellen

Esposito S, Principi N. Hand, foot and mouth disease: current knowledge on clinical manifestations, epidemiology, aetiology and prevention. Eur J Clin Microbiol Infect Dis 2018; 37(3):391-98 (letzter Zugriff am 06.11.2020)

Frydenberg A, Starr M. Hand, foot and mouth disease. Aust Fam Physician 2003; 32(8):594-95 (letzter Zugriff am 06.11.2020)

Robert Koch Institut. Ratgeber für Ärzte:  Hand-Mund-Fuß-Krankheit unter https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HFMK.html Letzter Zugriff: Juli 2016
Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Hand-Fuß-Mund-Krankheit unter https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/kinderkrankheiten-hand-fuss-mund-krankheit.html Letzter Zugriff: Juli 2016

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