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Nach der Zahnspange: Was ist ein Retainer?

Retainer
Retainer sind von außen nicht sichtbar und kaum spürbar. (alex-mit / iStockphoto)

Die Retentionsphase beschreibt den Zeitraum nach einem kieferorthopädischen Eingriff, wenn der korrigierte Kiefer und die neue Zahnstellung mittels dafür geeigneter Gerätschaften in ihrer Position fixiert werden.

Kurzfassung:

  • Die Phase nach dem Entfernen einer Zahnspange bezeichnet man als Retentionsphase.
  • In der Retentionsphase kommen sogenannte Retainer zum Einsatz, um den Erfolg der kieferorthopädischen Korrektur zu stabilisieren.
  • Es wird zwischen fixen und herausnehmbaren Retainern unterschieden.
  • Die Tragezeit eines fixen Retainers ist individuell, liegt in der Regel aber zwischen drei und fünf Jahren.
  • Die Nachtschiene ist eine mögliche Alternative zum fixen Retainer.

 


Was passiert nach der Zahnspange?

Zahnspangen bzw. kieferorthopädische Behandlungen haben zum Ziel, Zahn- und Kieferfehlstellungen zu korrigieren. Damit das erzielte Ergebnis auch nach Beendigung des Tragens einer Zahnspange erhalten bleibt, wird in der sogenannten Retentionsphase ein Retainer (Stabilisator) angebracht. Dieser sorgt dafür, dass sich die Zähne an die neue Position gewöhnen können. Außerdem beugt er Rückfällen in die ursprüngliche Fehlstellung vor.

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Arten von Retainern:

  • fixe Retainer
  • herausnehmbare Retainer ("Nachtschiene“)

+++ Mehr zum Thema: Zahnspangen +++

Fixe Retainer

Am Ende der Tragezeit einer Zahnspange wird empfohlen, im Ober- und im Unterkiefer einen fixen Retainer zu tragen, um das Ergebnis zu stabilisieren. Dabei handelt es sich um einen dünnen Draht, der standardmäßig am Ober- und Unterkiefer im Frontzahnbereich an der Innenseite von Eckzahn zu Eckzahn befestigt wird, sodass man ihn nicht sieht und auch kaum spürt.

Der Draht wird exakt an die Zähne angepasst und an jedem einzelnen Zahn befestigt. Da es sich bei einem fixen Retainer um eine Maßanfertigung handelt, werden 3-D-Scans oder konventionelle Abdrücke vom Ober- und vom Unterkiefer angefertigt. Anschließend werden 3-D-Modelle aus Kunststoff oder Gips hergestellt, anhand derer die präzise Anfertigung der Retainer-Drähte erfolgt. Danach werden die Retainer mit einer Silikonübertragungsschiene vom Gipsmodell in den Mund übertragen und mit einem speziellen, lichthärtenden Kleber fixiert.

Üblicherweise gewöhnt sich der Patient innerhalb weniger Stunden an den fixen Retainer. Es wird empfohlen, den Retainer drei bis fünf Jahre zu belassen, um das erreichte Ergebnis zu stabilisieren. So haben die Zähne Zeit, sich wieder im Kieferknochen zu festigen. Da aber die Zähne mit und ohne kieferorthopädische Behandlung die Tendenz haben, ein Leben lang zu wandern, ist es von Vorteil, den Retainer so lange wie möglich im Mund zu belassen. Die Entscheidung, ob ein Patient den Retainer auch nach der empfohlenen Zeit belässt, trifft aber jeder für sich selbst.

In der Regel funktionieren fixe Retainer fehlerfrei. In seltenen Fällen oder bei besonders langer Tragedauer kann es zu folgenden Situationen kommen:

  • Trennung der Zahn-Adhäsiv-Grenzfläche (Kontaktfläche zwischen Kleber und Zahn)
  • Trennung der Draht-Adhäsiv-Grenzfläche (Kontaktfläche zwischen Kleber und Draht)
  • Bruch des Retainer-Drahtes
  • unerwünschte Bewegung des Zahnes durch den Draht bei nicht eingehaltenen (jährlichen) Kontrollterminen

+++ Mehr zum Thema: Herausnehmbare Zahnspangen +++

Kombination von fixem Retainer und Nachtschiene

Zusätzlich zu den fixen Retainern wird eine transparente Nachtschiene sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer empfohlen. Diese Schienen werden mithilfe eines 3-D-Scans individuell angefertigt und berücksichtigen den fixen Retainer.

Die Schienen trägt man nur in der Nacht, wobei die Tragezeit sukzessive verringert wird, indem man diese das erste Jahr jede Nacht, danach nur mehr jede zweite Nacht trägt. Die Schienen fixieren den Seitenzahnbereich, da der fixe Retainer nur den Frontzahnbereich stützt.

Ein zusätzlicher Vorteil der Nachtschiene ist, dass Verschiebungen der Zähne verhindert werden, falls sich der fixe Retainer an einer Stelle löst und ein sofortiger Reparaturtermin beim Kieferorthopäden nicht möglich ist.

+++ Mehr zum Thema: Brackets +++

Die Nachtschiene als Alternative zum fixen Retainer

Sollte ein Patient mit dem fixen Retainer nicht gut zurechtkommen, gibt es als Alternative die Möglichkeit, ausschließlich Schienen anfertigen zu lassen. Diese müssen sehr konsequent jede Nacht getragen werden und es empfiehlt sich, die Schienen im ersten Jahr auch ein paar Stunden am Tag zu tragen, um Verschiebungen vorzubeugen.

+++ Mehr zum Thema: Bleaching – strahlend weiße Zähne +++

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Autoren:

Medizinisches Review:
Univ.-Prof. DDr. med. Erwin Jonke
Redaktionelle Bearbeitung:
,

Aktualisiert am:
Quellen

Kartal Y, Kaya B. Fixed orthodontic retainers: a review. Turk J Orthod 2019; 32(2):110-114

KFO online: Das Info-System für Kieferorthopädie und Orthodontie; www.kfo-online.de (letzter Zugriff am 02.11.20)

A survey of general dentists regarding orthodontic retention procedures. Habegger M et al., Eur J Orthod. 2017 Feb;39(1):69-75.

Clinical experience with direct-bonded orthodontic retainers. Zachrisson BU. Am J Orthod. 1977 Apr;71(4):440-8.

Effectiveness of lingual retainers bonded to the canines in preventing mandibular incisor relapse. Renkema AM et al., Am J Orthod Dentofacial Orthop. 2008 Aug;134(2):179e1-8.

The bonded lingual retainer and multiple spacing of anterior teeth. Zachrisson BU. Swed Dent J Suppl. 1982;15:247-55.

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