Frau liegt schlaflos im Bett

Gefährliches Doppel: Schlaflosigkeit und Schlafapnoe

Von , Medizinredakteurin
Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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Schlaflosigkeit und nächtliche Atemaussetzer (obstruktive Schlafapnoe) sind verbreitete Schlafstörungen. Jede für sich ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Gemeinsam sind sie aber besonders riskant: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt erheblich. Vor allem aber steigt die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes.

Australische Forscher vom Adelaide Institute for Sleep Health an der Flinders University haben einen grossen Datensatz von über 5200 US-Bürgern auf die Risiken einer Kombination von Schlaflosigkeit und obstruktiver Schlafapnoe (COMIS) untersucht.

Teilnehmer mit Schlaflosigkeit (Insomnie) litten dabei mindestens 16-mal im Monat unter Ein- oder Durchschlafstörungen oder erwachten am Morgen sehr früh. Personen mit obstruktiver Schlafapnoe erlebten mindestens 15 Atemaussetzer pro Nacht.

Fast 50 Prozent höhere Sterberate

Die Teilnehmer waren zu Beginn der Studie etwa 60 Jahre alt, etwa die Hälfte waren Frauen. Im anschliessenden Beobachtungszeitraum von rund 15 Jahren starben 1210 der Teilnehmer.

Im Vergleich zu Männern und Frauen, die weder an Schlaflosigkeit noch an Schlafapnoe litten, hatten Personen mit beiden Beschwerden

  • ein doppelt so hohes Risiko für Bluthochdruck,
  • ein 70 Prozent höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • und ein 47 Prozent höheres Risiko, im Studienzeitraum zu sterben.

Gezielt nach der zweiten Schlafstörung fahnden

"Es ist wichtig, dass jemand, der von einer der beiden Störungen betroffen ist, sich auch auf die andere Störung hin untersuchen lässt“, sagt Studienleiter Bastien Lechat. Eine gute Möglichkeit bieten dazu Schlaflabore.

Gegebenenfalls sollten beide Formen von Schlafstörungen parallel behandelt werden. Zudem sollte die Forschung untersuchen, ob die Kombination beider Erkrankungen eigene Behandlungsansätze erfordere.

Schlafstörungen fördern viele Gesundheitsprobleme

Wer nicht ausreichend schläft, trägt ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Unter anderem steigen Blutdruck und Herzfrequenz. Auch die Blutspiegel von Stresshormonen wie Kortisol erhöhen sich. Gleichzeitig nimmt die Fähigkeit der Körperzellen ab, Zucker aus dem Blut aufnehmen: Das erhöht das Diabetesrisiko. Und auch die Infektanfälligkeit nimmt bei Schlafmangel zu.

Das gilt nicht nur für Menschen, die unter Schlaflosigkeit leiden, sondern auch für Personen mit einer obstruktiven Schlafapnoe. Der Sauerstoffmangel durch die Atemaussetzer weckt sie jede Nacht bis zu 300-mal auf (normal sind etwa 10 bis 30 Wachmomente). Da diese aber nur einige Sekunden dauern, vergisst der Schläfer sie. Menschen mit Schlafapnoe ist somit gar nicht bewusst, dass ihr Schlaf gestört und damit weniger erholsam ist.

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Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für NetDoktor ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Quellen:
  • Bastien Lechat et al.: Co-morbid insomnia and obstructive sleep apnoea is associated with all-cause mortality, European Respiratory Journal Dezember 2021. DOI: 10.1183/13993003.01958-2021.
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