Besenreiser entfernen

Von 
Dr. med. Julia Schwarz

Dr. med. Julia Schwarz ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion.

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Sie möchten sich Besenreiser entfernen lassen? Das geht mittels Lasertherapie, Blitzlampe oder Verödung. Bezahlen müssen Sie den kosmetischen Eingriff selbst – die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Daher versuchen manche Menschen, selbst etwas gegen die blauen Äderchen zu tun. Welche Hausmittel es gibt, wie der Arzt Besenreiser entfernt und wie hoch die Kosten sind, lesen Sie hier!

Besenreiser lassen sich entfernen

Wie können Besenreiser entfernt werden?

Besenreiser sind eine milde Form von Krampfadern. Sie entstehen, wenn das Blut in den Venen versackt. Die Blutgefässe schimmern dann rot-bläulich durch die Haut hindurch. Besenreiser sind in der Regel ungefährlich und verursachen keine Beschwerden. Wenn sich Betroffene aber an der Optik stören, gibt es verschiedene Methoden, um auf professionellem Weg bei einem Gefässchirurgen (Phlebologe) die Besenreiser entfernen zu lassen.

Besenreiser entfernen beim Arzt

Die Besenreiser-Behandlung durch den Facharzt setzt eine genaue diagnostische Abklärung voraus: Der Arzt wird die Beinvenen für gewöhnlich mittels Ultraschalls untersuchen, um den Schweregrad der Besenreiser einzuschätzen und den Zustand der tieferliegenden Venen zu begutachten.

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen Ärzte Besenreiser entfernen. Alle lassen sich normalerweise ohne Betäubung und ambulant durchführen. Der Patient geht also am gleichen Tag wieder nach Hause. Allerdings ist es mit einem einmaligen Arztbesuch in der Regel nicht getan – normalerweise erfordert eine Besenreiser-Behandlung für einen optimalen Erfolg mehrere Sitzungen, die jeweils etwa zwischen zehn und 30 Minuten dauern.

Besenreiser lasern

Manchmal benutzt der Arzt ein Lasergerät, um die Besenreiser zu entfernen. Damit „schiesst“ er gebündelte Lichtenergie (monochromatisches Laserlicht) ganz gezielt auf die feinen, erweiterten Venen. Der Blutfarbstoff Hämoglobin nimmt die energiereiche Laserstrahlung auf und wandelt sie in Wärme um. Dadurch erhitzt sich das Blut in dem behandelten Gefäss stark. Die Gefässwände werden geschädigt, verkleben und verschliessen das Gefäss auf Dauer.

Das Entfernen der Besenreiser mittels Laser eignet sich bei besonders dünnen Gefässen und hinterlässt für gewöhnlich keine Narben. Manchmal zeigen sich nach der Behandlung Pigmentveränderungen der Haut im behandelten Gebiet, die aber oft von allein wieder verschwinden. Das vorübergehende Tragen von Kompressionsstrümpfe beschleunigt den Heilungsprozess.

Besenreiser entfernen mit der Blitzlampe

Eine Blitzlampe entfernt ebenfalls Besenreiser. Sie gibt einfarbige Lichtimpulse („intensed pulsed light“, IPL) an die Haut ab, welche die Farbpigmente des Bluts in den Besenreisern genau wie beim Lasern absorbieren. Das erhitzt und zerstört die Gefässe.

Diese Methode eignet sich vor allem, wenn die Besenreiser ein grösseres Hautareal betreffen. Sie erfolgt – ebenso wie die Besenreiser-Behandlung mittels Laser – in mehreren Sitzungen und lässt die lästigen Äderchen nahezu komplett verschwinden.

Besenreiser veröden

Durch das Injizieren eines verödenden Wirkstoffes in die betroffenen Gefässe lassen sich die Besenreiser veröden. Mediziner bezeichnen dieses "Wegspritzen" der Besenreiser als Sklerosierung. Dabei sticht der Arzt die kleinen erweiterten Gefässe mit einer sehr feinen Nadel an und injiziert einen verödenden Wirkstoff, zum Beispiel Polidocanol. Dieser breitet sich in den betroffenen Gefässen aus und verklebt sie. Dadurch veröden die Besenreiser, sterben ab und werden vom Körper abgebaut.

Das injizierte Verödungsmittel verursacht manchmal ein leichtes Brennen, weil es die Gefässinnenwände gezielt reizt, um sie vernarben zu lassen. Kurz nach der Behandlung sind die frisch verklebten Gefässe noch als blaue Flecken sichtbar. Wie nach dem Besenreiser-Lasern, tragen die Betroffenen nach dem Eingriff für ein paar Tage Kompressionsstrümpfe.

Das endgültige Ergebnis lässt sich erst nach einigen Wochen beurteilen, wenn der Körper die zerstörten Gefässe abgebaut hat. Nach der Behandlung ist es wichtig, die Beine möglichst viel zu bewegen. Ratsam ist es auch, auf Saunagänge sowie andere Wärmeanwendungen, die die Venen erweitern, vorerst zu verzichten.

Besenreiser entfernen: Kosten

Das Entfernen von Besenreisern gilt als kosmetischer Eingriff und wird deshalb nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die Kosten variieren je nach Art der Behandlung. Zudem gibt es teils erhebliche Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern.

Da normalerweise mehrere Sitzungen nötig sind, um die störenden Äderchen zu beseitigen, ist es möglich, dass sich die Gesamtkosten auf mehrere Hundert Schweizer Franken belaufen. Informieren Sie sich im Voraus über die zu erwartenden Kosten der Besenreiser-Behandlung und vergleichen Sie die Preise verschiedener Anbieter!

Kann man Besenreiser selber entfernen?

Viele Menschen scheuen den Weg zum Arzt und fragen sich, was sie selbst gegen Besenreiser tun können. Wenn die Besenreiser das Aussehen beeinträchtigen, besteht zum einen die Möglichkeit, sie mit Make-up abzudecken oder – bei Besenreisern an den Beinen – sie mit blickdichten Strumpfhosen zu kaschieren.

Darüber hinaus gibt es einige Massnahmen, mit denen Sie die Durchblutung der Haut verbessern und dazu beitragen, neuen Besenreisern vorzubeugen. Dazu zählen:

  • Regelmässiger Sport wie Radfahren, Laufen oder Schwimmen
  • Massagen und Wechselduschen
  • Gesunde Ernährung

Mehr zu diesen Massnahmen lesen Sie unter Besenreiser.

Diese Lebensstilmassnahmen beseitigen zwar eine bestehende Veranlagung für Besenreiser nicht. Dennoch ist es in vielen Fällen möglich, damit gute Erfolge für das Hautbild erzielen. So müssen Sie vielleicht erst gar nicht zum Arzt, um sich die Besenreiser entfernen zu lassen.

Welche Hausmittel können helfen?

Einige Menschen probieren Hausmittel gegen Besenreiser aus. Sie wenden zum Beispiel Umschläge mit Kartoffeln oder Tomaten an. Auch pflanzliche Mittel wie Apfelessig, Arnika, Knoblauch oder Latschenkiefernöl fördern in gewissem Masse die Durchblutung. Manche Patienten setzen sie ein, um den Blutabfluss aus den Besenreisern anzukurbeln.

In der Apotheke und in Drogerien gibt es zudem verschiedene Salben, Cremes oder Kapseln mit Pflanzenwirkstoffen, wie Weinlaub-Extrakt, denen ein venenschützender Effekt zugeschrieben wird. Auch Rosskastanien-Extrakt ist ein beliebtes Anti-Besenreiser-Mittel. Der in ihm enthaltene Wirkstoff Aescin stabilisiert bei vielen Patienten die Venenwände und verhindert, dass Flüssigkeit aus dem Gewebe ausströmt.

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, sich nicht besser oder sogar schlimmer werden, ist es notwendig, einen Arzt aufzusuchen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vorlage:
Dr. med. Katharina Larisch
Autor:
Dr. med.  Julia Schwarz

Dr. med. Julia Schwarz ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion.

ICD-Codes:
I86I83
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.
Quellen:
  • Blättler, W. et al.: Unangenehme Gefühle in den Beinen. Phlebologie 2014; 43 (1): 32–35
  • Dermatologikum Hamburg: Besenreiser, unter: www.dermatologikum.de (Abruf 18.08.2020)
  • Deutsche Gesellschaft für Phlebologie: Besenreiser, unter: www.phlebology.de (Abruf 22.12.2021)
  • Ethianum Klinik Heidelberg: Wenn Blicke unter die Haut gehen: Rote Äderchen lassen sich leicht entfernen, unter: ethianum-klinik-heidelberg.de (Abruf 18.08.2020)
  • Fiebig, A. et al.: Heritability of chronic venous disease. Human genetics 2010; 127 (6): 669–674
  • Greten, H. et al.: Innere Medizin – ein Lehrbuch. Thieme Verlag. 13. Auflage 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2022
  • Jauch, K.W. et al.: Chirurgie Basisweiterbildung. Springer Verlag, 2. Auflage 2013
  • Pharmazeutische Zeitung: Beine in Bestform; unter: www.pharmazeutische-zeitung.de (Abruf 18.08.2020)
  • Wollina, U. et al.: Ulcus cruris. Der Internist 2013; 54 (11): 1323–1329
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