Knieorthese

Von , Ärztin
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Valeria Dahm

Valeria Dahm ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte an der Technischen Universität München Medizin. Besonders wichtig ist ihr, dem neugierigen Leser Einblick in das spannende Themengebiet der Medizin zu geben und gleichzeitig inhaltlichen Anspruch zu wahren.

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Die Knieorthese dient dem Schutz, der Stabilisierung und der Entlastung des Kniegelenks. Sie wird nach Verletzungen von Bändern und Muskeln und nach Operationen eingesetzt. Zu den Knieorthesen zählen sowohl die Kniebandage als auch die Knieschiene, die je nach Einsatzzweck das Gelenk entlastet, fixiert oder unbeweglich macht (Immobilisierung). Lesen Sie alles Wichtige über die Knieorthese, wie sie funktioniert und welche Risiken sie birgt.

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Was ist eine Knieorthese?

Eine Knieorthese ist eine medizinische Orthese mit vielen Einsatzmöglichkeiten. Sie kann aus elastischen Materialien, formfesten Schaumstoffen, starren Kunststoffteilen und längenverstellbaren Metallstäben bestehen.

Einzelne Komponenten der Knieorthese werden auf die Körpergrösse des Patienten und den Einsatz abgestimmt und können bei Bedarf verbunden werden. Je grösser die Konstruktion, desto wichtiger ist eine stabile Fixierung durch Klettverschlüsse oder spezielle Klips. Eine weiche Polsterung sorgt für Tragekomfort.

Wann verwendet man eine Knieorthese?

Die grosse Produktpalette unterschiedlicher Knieorthesen macht deutlich, dass es eine Vielzahl an Verwendungszwecken (Indikationen) für dieses orthopädische Hilfsmittel gibt.

Elastische Kniebandagen erlauben die grösste Beweglichkeit und werden meist bei geringer Instabilität des Gelenks oder bei Entzündungen angewendet. Sie wirken hauptsächlich durch Druck und Wärme. Zur Therapie von Knieschmerzen werden oft Polster (Pelotte) eingearbeitet, die auf die Patellarsehne drücken – sogenannte Patellarsehnenbandagen.

Bei grösseren Instabilitäten kommt die Knieschiene zum Einsatz. Sie grenzt durch zusätzliche Bauteile wie Stabilisierungsstäbe aus Kunststoff die Beugung und Streckung des Knies und die Drehbewegung des Oberschenkels gegen den Unterschenkel ein oder fixiert das Gelenk vollständig. Typische Einsatzgebiete dieser Knieorthese sind Verletzungen von Bändern und Muskeln und die Versorgung des Knies nach Operationen.

Sport und andere Aktivitäten mit grossen Beschleunigungskräften oder unnatürlichen Bewegungen belasten das Kniegelenk. Schützend kann dann eine spezielle Sportorthese wirken. 

Was macht man bei einer Knieorthese?

Die meisten Knieorthesen werden nicht individuell für den einzelnen Patienten hergestellt, sondern konfektionell angefertigt. Sie können entweder wie ein Strumpf über das Knie gezogen werden oder man legt feste, miteinander verbundene Bauteile und Schienen durch Klettverschlüsse und Gurte sicher am Kniegelenk an. Ihr Arzt zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Knieorthese richtig handhaben.

Welche Risiken birgt eine Knieorthese?

Der durch die Orthese ausgeübte Druck kann die darunterliegende Haut und tieferes Gewebe verletzen. Eine erhöhte Gefahr, dass sich Blutgerinnsel (Thrombosegefahr) und Wassereinlagerungen (Ödeme) bilden, ergibt sich bei Ruhigstellung des Gelenks durch die Orthese. Das Knie und die umgebenden Bereiche sollten daher regelmässig vom Arzt untersucht werden.

Was muss ich bei einer Knieorthese beachten?

Damit die Knieorthese korrekt sitzt und nicht verrutscht, ist die Wahl der richtigen Grösse entscheidend. Die Kniekehle darf nicht eingeschnürt werden.

Ihr Arzt wird Sie darüber informieren, wann und wie lange Sie die Knieorthese tragen müssen. Sollten Sie Schmerzen spüren, Ihr Bein stark anschwellen, sich kalt anfühlen oder blau oder weiss werden, suchen Sie bitte umgehend Ihren Arzt auf.

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Valeria Dahm
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Valeria Dahm ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte an der Technischen Universität München Medizin. Besonders wichtig ist ihr, dem neugierigen Leser Einblick in das spannende Themengebiet der Medizin zu geben und gleichzeitig inhaltlichen Anspruch zu wahren.

Quellen:
  • Balletshofer, B. et al.: Tübinger Curricula: Herz und Gefäße, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage 2006
  • Baumgartner, R.; Greitemann, B.: Grundkurs Technische Orthopädie, Georg Thieme-Verlag, 4. Auflage 2018
  • Hochmann, D.: Prüf- und Bewertungsmethoden für Knieorthesen, Walter-de-Gruyter-Verlag, 1. Auflage 2012
  • Imhoff, A. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage 2021
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