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Fettiges Haar

Haare fett
Dass häufiges Waschen die Talgproduktion anregt, ist ein Mythos. (Konstantin Aksenov / iStockphoto)

Sind die Talgdrüsen an der Kopfhaut überaktiv, dann ist fettiges Haar die Folge. Was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Eines vorweg: Fettiges Haar wird durch häufiges Waschen nicht noch fettiger. Für die Behauptung, übermäßige Haarpflege würde die Talgdrüsen anregen und so erst recht zur Produktion von noch mehr Fett anregen, gibt es keinerlei medizinischen Beweis. Das Gegenteil ist der Fall: Wer es mit dem Haarewaschen übertreibt, dem drohen trockene Kopfhaut und trockene Haare. 

Man kann also seine Haare waschen, so oft man möchte – vorausgesetzt, man verwendet ein mildes Shampoo. 

+++ Mehr zum Thema Haare: Trockenes und strapaziertes Haar +++

Wie kommt es zu fettigen Haaren?

Die Ursache für fettige Haare liegt nicht in den Haaren selbst, sondern in einer Überproduktion der Talgdrüsen in der Kopfhaut. Diese sondern Talg ab und sind dafür zuständig, dass sowohl Kopfhaut, als auch Haare geschmeidig bleiben. Wird zu viel Talg produziert, wirken die Haare fettig und strähnig. Zudem können fette Haare schnell einen unangenehmen Eigengeruch entwickeln. 

Ursachen können sein:

  • falsche Ernährung
  • Hormonschwankungen
  • genetische Veranlagung
  • Verwendung falscher Haarpflegeprodukte
  • Häufiges Tragen von Kopfbedeckungen 
  • anhaltender Stress

+++ Mehr zum Thema: Fettige Haut: Talgdrüsen und Funktion +++

Sebborhoe – Überproduktion von Talg

Seborrhoe bezeichnet die Überproduktion von Hautfetten durch die Talgdrüsen. Sie finden sich über den Körper verteilt in der Haut – mit Ausnahme von Fußsohlen und Handflächen. Ihre Anzahl variiert von Person zu Person. 

Die größten Talgdrüsen befinden sich in der Kopfhaut. Talg (Sebum) besteht größtenteils aus Fettsäuren, weitere Bestandteile sind Triglyceride, Wachse, Cholesterin und Proteine. Er hat relativ feste Konsistenz, ist weiß-gelblich gefärbt und seine Aufgabe besteht darin, die Haut vor dem Austrocknen zu schützen. 

+++ Mehr zum Thema Haare: Trockene Schuppen auf der Kopfhaut +++

Sebborhoe, also die Überproduktion von Talg, kann erblich oder hormonell bedingt sein. Ungünstige Ernährung, Stress und Umwelteinflüsse können den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Eine verstärkte Talgproduktion kann bei Frauen auch nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille oder nach der Entbindung auftreten.

Auch Schweißdrüsen spielen eine Rolle

Bei der Verbreitung des Talgs der so genannten Spreitung – spielen auch die Schweißdrüsen eine Rolle. Je höher die Schweißproduktion, desto flüssiger wird der Talg und desto schneller erfolgt der Transport über die jeweilige Hautpartie. Die Haare als Zopf oder einfach zusammengebunden zu tragen, verstärkt ebenfalls die Ausbreitung des Fettes.

+++ Mehr zum Thema: Hyperhidrose +++

Talgproduktion variiert im Verlauf des Lebens

Über das Leben gesehen verläuft die Talgproduktion im Kindesalter zunächst sehr langsam steigert sich in der Pubertät massiv und sinkt im Alter wieder. Bei Senioren kann es sogar zur Sebostase kommen die verminderte Talgherstellung führt zu trockener Haut, die spannt.

Fettiges Haar, fettige Schuppen 

Fettige Haare gehen oftmals einher mit fettigen Kopfschuppen. Die wiederum bilden einen idealen Nährboden für Bakterien und Pilze, insbesondere Pitryosporum (Hefe). In der Folge juckt die Kopfhaut.

Was tun gegen fettiges Haar?

Gründliche Reinigung

Grundsätzlich gilt: Waschen Sie Ihre Haare so oft, wie es nötig ist. Die Kopfhaut sollte während des Waschvorgangs gut massiert werden, um den Talg bestmöglich zu entfernen. Bei starker Neigung zu fettigen Haaren können die Produkte auch antibakterielle und antimykotische Wirkstoffe enthalten. In manchen Spezialprodukten finden sich Teere, Salicylate oder Schwefel, diese Mittel sollten jedoch nicht dauerhaft eingesetzt werden.

Pflanzenextrakte

Wer es lieber natürlich mag, greift am besten auf Pflanzenextrakte zurück:

  • Blasentang reguliert die Talgdrüsenfunktion
  • Kamille hemmt Entzündungen
  • Klettenwurzel hat fungizide Wirkung
  • Lemonöl ist antiseptisch
  • Rosmarin vermindert die Talgproduktion
  • Schachtelhalm/Zinnkraut hilft gegen fettiges Haar

Empfohlen ist auch, das Haar offen zu tragen, in Form gebracht mit etwas Volumenschaum. So lässt sich die Ausbreitung des Talgs eindämmen.

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Quellen

Ellsässer S: Schuppen; sprödes, trockenes Haar; strapaziertes, gefärbtes, dauergewelltes Haar. Aus Ellsässer S (2008): Körperpflege und Kosmetik, 2. Auflage, Springer Verlag, Seiten237 - 247

Achenbach RK: "Der große TRIAS-Ratgeber - Haut, Haare, Nägel"; Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1997, 2001

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