Wie stellt der Arzt die Diagnose Diabetes? (Zuckerkrankheit, Diabetes Mellitus)

Geräte zur Messung des Blutzuckers<br />
Geräte zur Messung des Blutzuckers
(PhotoSGH )

Als Diagnosekriterium für Diabetes dient die Messung des Nüchternblutzuckers (Glukosekonzentration im Blut auf leeren Magen). Auch ein Glukose-Belastungstest wird zu Diagnosezwecken verwendet.

Der normale Nüchtern-Blutzuckergehalt bewegt sich im venösen Serum zwischen 70 -100 mg/dl Blut (3,9 - 5,5 mmol/l). Ist der Nüchtern-Blutzucker bei den Messungen an mindestens zwei verschiedenen Tagen höher als 126 mg/dl, leiden Sie sehr wahrscheinlich an Diabetes. Dazwischen liegt der Übergangsbereich, genannt: "Gestörter Fastenzucker".

Bei der Bestimmung des Blutzuckers sollten Sie nüchtern sein: Das bedeutet, dass Sie acht bzw. besser noch zwölf Stunden vor der Blutabnahme nichts essen sollten. Die Nahrungsaufnahme vor der Untersuchung verfälscht das Ergebnis. Nur das Trinken von Wasser ist erlaubt. Haben Sie doch etwas gegessen, so teilen Sie dies Ihrem Arzt jedenfalls mit. In unklaren Fällen wird ein Glukose-Belastungstest durchgeführt, bei dem eine genau festgelegte Zuckermenge (75g) getrunken werden muss. Vor dieser Zufuhr und in bestimmten Zeitintervallen danach wird der Zuckergehalt im Blut bestimmt. Wird zwei Stunden nach der Einnahme ein Wert über 140-200 mg/dl gemessen, spricht man von gestörter Glukosetoleranz. Bei Werten über 200 mg/dl spricht man von Diabetes mellitus.

Zur Erkennung und Kontrolle des Diabetes wird der HbA1c-Wert, der so genannte Langzeitblutzucker bestimmt. Ist der HbA1c-Wert bei zweimaliger Messung 6,5 % oder höher, so liegt Diabetes vor. Mithilfe dieses Wertes sieht der Arzt, wie gut der Diabetes in den letzten zwei bis drei Monaten eingestellt war. Das kurzfristige Fasten vor dieser Kontrolle hilft hier nicht.

Auch durch eine Harnzuckeruntersuchung kann Diabetes entdeckt werden, wobei diese nicht durch eine genaue Blutuntersuchung ersetzt werden kann.

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Autoren:
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Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dr. Thomas Stulnig
Redaktionelle Bearbeitung:
Tanja Unterberger (2016)

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Arastéh K: Innere Medizin. Duale Reihe. 3. Auflage. 2013
 
 

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