Matomo pixel

MRT Abdomen (Abdominal MRT)

MRT Abdomen
MRT (Bildnachweis:nattrass / iStockphoto)

Bei einer Magnetresonanztomografie (MRT) des Abdomens wird der Bereich zwischen Brustkorb und Becken dargestellt. Im Bauchraum gelegene Organe wie Leber, Gallenwege und Bauchspeicheldrüse können dadurch sehr gut beurteilt werden.

Die Kernspin- oder Magnetresonanztomografie (MRT) gehört zu den bildgebenden Verfahren. Diese diagnostische Technik arbeitet mit starken Magnetfeldern und Radiowellen, um die inneren Organe und Gewebe darzustellen. Im Rahmen einer MRT lässt sich ein Körperabschnitt in visuelle Längs- oder Querschichten zerlegen. Es werden zahlreiche Einzelbilder aufgenommen, die im Anschluss an die Untersuchung begutachtet werden. Die Magnetresonanztomografie ist eine strahlenfreie Untersuchung, der Patient ist also keiner Strahlenbelastung ausgesetzt.

+++ Mehr zum Thema: Was ist eine Magnetresonanztomografie? +++

Wie funktioniert die MRT?

Im starken Magnetfeld, das wir normalerweise nicht spüren, verhalten sich die positiv geladenen Kerne der Wasserstoffatome im Körper wie kleine Magneten, die sich parallel in Längsrichtung ausrichten. Zusätzlich zu diesem Magnetfeld gibt das MRT-Gerät während der Untersuchung noch Radiowellen ab, wodurch sich die parallele Ausrichtung dieser Wasserstoffatome im Magnetfeld verändert. Werden die Radiowellen wieder abgeschaltet, kehren die Wasserstoffatome in ihre Ausgangsposition zurück – dies wird Relaxation genannt. Dabei geben sie die zuvor aufgenommene Energie in Form schwacher Radiowellen wieder ab, die gemessen und dann vom Computer zu Bildern zusammengesetzt wird. Die Relaxation hängt von der jeweiligen Molekülumgebung ab und ist somit von Gewebe zu Gewebe unterschiedlich. Darin liegt der Grund für die hohe Empfindlichkeit der MRT für die Darstellung von Weichteilen und insbesondere für die Unterscheidung von gesundem und krankem Gewebe.

Was wird bei einer MRT des Abdomens untersucht?

Bei einer Abdominal-MRT handelt es sich um eine Kernspinuntersuchung des Abdomens, also des Bereiches zwischen Brustkorb und Becken. Im Bauchraum gelegene Organe wie Leber, Gallenwege oder Bauchspeicheldrüse können mithilfe der MRT sehr gut beurteilt werden. Um die Aussagekraft der Untersuchung zu steigern, kann die Gabe von Kontrastmittel notwendig sein.

Wann wird eine MRT im Bauchraum durchgeführt?

Es gibt verschiedene Indikationen, bei denen die Durchführung einer MRT von Leber, Gallenwegen oder Bauchspeicheldrüse (Pankreas) angezeigt ist. In der Regel handelt es sich um eine gezielte Fragestellung bezüglich bestimmter Organe. Verschiedenste organische Krankheitsbilder wie Entzündungen, Tumoren oder unklarer Schmerz, aber auch Gallen- und Nierensteine lassen sich mit dieser Untersuchung gut beurteilen. Auch Veränderungen an Blutgefäßen im Bauchraum können gut dargestellt werden.

Eine Abdominal-MRT wird häufig als ergänzendes diagnostisches Verfahren eingesetzt, wenn Computertomografie (CT) oder Ultraschall (Sonografie) ein unzureichendes Ergebnis liefern. Durch die hochauflösende und differenzierte Bildgebung einer MRT-Untersuchung kann in vielen Fällen sogar zwischen gut- und bösartigen Veränderungen unterschieden werden. Eine Gewebeprobeentnahme (Biopsie) ist in so einem Fall nicht mehr notwendig.

Die Abdominal-MRT spielt auch bei der Planung von operativen Eingriffen an Leber, Gallenwegen, Bauchspeicheldrüse oder Nieren eine wichtige Rolle.

Was muss im Vorfeld beachtet werden?

Wichtig ist, dass von ärztlicher Seite genau abgewogen wird, ob die Untersuchung angebracht und notwendig ist. Weiters ist die genaue Information des Radiologen durch den zuweisenden Arzt von Bedeutung. Eine MRT-Untersuchung wird je nach klinischer Fragestellung für den jeweiligen Patienten "maßgeschneidert", um so das beste Ergebnis zu erzielen. Dies setzt aber voraus, dass schon vor der Untersuchung möglichst viel Information zur Verfügung steht (Vorbefunde, Vorbilder).

In Abhängigkeit von der Fragestellung sind unterschiedliche Vorbereitungsmaßnahmen notwendig. Beispielsweise muss der Patient bei einer Untersuchung der Gallenwege nüchtern sein. Außerdem kann es notwendig sein, dass aktuelle Blutbefunde mitgebracht werden, die Auskunft über die Nierenfunktion geben (Kreatininwert und glomeruläre Filtrationsrate). Das ist bei einer möglichen Kontrastmittelgabe wichtig. Welche Vorgaben eingehalten werden müssen, wird bei der Terminvergabe mitgeteilt.

Wenn der Patient unter Platzangst (Klaustrophobie) leidet, ist in den meisten Fällen vor der Untersuchung die Gabe eines Beruhigungsmittels in Tropfenform möglich. Das Autofahren im Anschluss an die Untersuchung ist in diesem Fall allerdings tabu.

Wie läuft die MRT des Abdomens ab?

Vor der Untersuchung müssen alle metallischen Gegenstände wie Schmuck, Piercings, Brille, Zahnspangen und herausnehmbarer Zahnersatz, Hörgeräte und Haarspangen abgelegt werden. Gegen die während der Untersuchung auftretenden lauten Klopfgeräusche bekommt der Patient Kopfhörer. Die Geräusche entstehen durch Magnetspulen, die elektromagnetische Impulse erzeugen.

Die Untersuchung selbst erfolgt in einer Art Röhre, die sowohl am Kopf- als auch am Fußende offen ist. Es besteht ununterbrochen Sichtkontakt mit dem medizinischen Personal; mithilfe einer Klingel kann sofort Hilfe gerufen werden. Besonders wichtig ist, dass der Patient während der Untersuchung ruhig liegt.

In der Regel dauert eine Abdominal-MRT 20–30 Minuten.

Gibt es mögliche Komplikationen?

Hinsichtlich der Durchführung einer MRT gibt es nicht nur Indikationen, sondern auch Kontraindikationen (Gegenanzeigen). Dies sind Umstände, unter denen eine Magnetresonanztomografie nicht durchgeführt werden darf. Zu den Kontraindikationen für eine MRT zählt etwa, wenn eines der folgenden Implantate im Körper getragen wird:

Die meisten in der Medizin verwendeten Implantate sind mittlerweile MRT-geeignet. Trotzdem sollte der Arzt vor der Untersuchung darüber informiert werden.

Die MRT ist bei sachgemäßer Durchführung völlig schmerzfrei, schädliche Auswirkungen sind derzeit nicht bekannt. Allerdings kann es bei unsachgemäßer Lagerung (z.B. überkreuzte Arme oder Beine bzw. Haut-zu-Haut-Kontakt) in seltenen Fällen zu oberflächlichen Hitzebildungen kommen. Bei Auftreten eines starken Hitzegefühls sollte daher sofort das medizinische Personal verständigt werden.

Die zur Anwendung kommenden Kontrastmittel sind sehr sicher, bei Patienten mit vorgeschädigter Niere können allerdings vereinzelt Probleme auftreten. Ist im Rahmen der Untersuchung eine Kontrastmittelverabreichung geplant, sollten daher zuvor die oben erwähnten Nierenwerte im Labor untersucht werden.

Welche alternativen Untersuchungen gibt es?

Alternative Untersuchungsverfahren sind Ultraschall, Computertomografie und die Positronen-Emissions-Tomografie (PET, PET/CT), die jeweils ihre Stärken und Schwächen haben. Falls eine der oben genannten Situationen vorliegt und die Durchführung einer MRT zwar angezeigt, aber absolut unmöglich ist, muss gemeinsam überlegt werden, welches der Alternativverfahren zum Einsatz kommen kann.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch


Autoren:
,
Medizinisches Review:
Prim. Univ. Prof. Dr. Bernhard Schwaighofer
Redaktionelle Bearbeitung:

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Olaf Dössel: Bildgebende Verfahren in der Medizin. Springer, Berlin 2000.

Dominik Weishaupt, Victor D. Köchli, Borut Marincek: Wie funktioniert MRI? Eine Einführung in die Physik und die Funktionsweise der Magnetresonanzbildgebung. Springer, Berlin 2006.

Maximillian Reiser, Fritz-Peter Kuhn, Jürgen Debus: Radiologie. Thieme-Verlag, Stuttgart 2006.
Fritz SchickMRT-Sequenzen. In: Der Radiologe. Band 9. Springer, 2006

Benedikt Michael Schaarschmidt, Harald H. Quick, Ken Herrmann, Lale Umutlu: PET/MR: aktuelle Einsatzmöglichkeiten in der onkologischen Diagnostik. Radiologie up2date 2018; 18 (3): 203-218
 

Weitere Artikel zum Thema

Bei MRT handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, mit dem sich Organe und Gewebe sehr detailliert darstellen lassen.

mehr...
Newsletter-Anmeldung
×
Newsletter Anmeldung Hintergrund