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Fieber messen

Messung Körpertemperatur
Liegt die gemessene Temperatur über 38,5 Grad Celsius, spricht man von Fieber. (FotoDuets / iStockphoto)

Besteht der Verdacht auf Fieber, sollte umgehend die Körpertemperatur gemessen werden. Dafür gibt es unterschiedliche Messmethoden und Körperstellen.

Kurzfassung:

  • Fieber kann mittels Fieberthermometer an verschiedenen Stellen des Körpers gemessen werden.
  • Man unterscheidet Glas-, Digital- sowie Stirn- und Schläfenthermometer.
  • Liegt die gemessene Temperatur über 38,5 Grad Celsius, spricht man von Fieber.
  • Bei sehr hoher Temperatur oder länger andauernden leichten Temperaturerhöhungen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine Infektion auszuschließen.

 


Wie kann das Fieber gemessen werden?

Fiebermessen können Sie mit folgenden Methoden:

  • Messung im After (rektal)
  • Messung im Mund (sublingual)
  • Messung unter der Achsel (axillär)
  • Messung im Ohr (aurikulär)
  • Messung an der Stirn oder Schläfe

Hierfür wird ein dafür geeignetes Fieberthermometer an der entsprechenden Stelle platziert und für einige Zeit dort belassen. Digitale Modelle geben in der Regel einen Signalton ab, sobald sich die Temperatur nicht mehr ändert. Analogmodelle sollten für mindestens ein bis zwei Minuten an Ort und Stelle belassen werden, um Temperaturschwankungen sicher auszuschließen.

+++ Mehr zum Thema: Fieber +++

Ab wann spricht man von Fieber?

Die Körpertemperatur wird normalerweise innerhalb enger Grenzen gehalten und liegt beim gesunden Menschen zwischen 36,3 und 37,4 Grad Celsius. Im Allgemeinen spricht man ab einer Temperatur von 38,5 Grad Celsius von Fieber.

Tab. 1: Temperaturen und deren Interpretation

Temperatur

Interpretation

37,5–38,5 °C

erhöhte Temperatur

38,5–39,5 °C

leichtes Fieber

über 39,5 °C

hohes Fieber

+++ Mehr zum Thema: Fieber bei Kindern +++

Arten der Fiebermessung

Rektale Temperaturmessung

Am zuverlässigsten misst ein Thermometer die Temperatur im Darmausgang, da sie dort am ehesten der Körperkerntemperatur entspricht. Vor allem bei Kindern unter 3 Jahren bietet sich diese Methode an. Dafür können sowohl Glasthermometer als auch digitale Thermometer verwendet werden. Das Kind kann während der Messung auf dem Rücken oder in Seitenlage mit abgewinkelten Beinen liegen. Das Thermometer etwa 1–2 cm einführen. Um Verletzungen zu vermeiden, kann die Spitze des Thermometers leicht eingefettet werden (z.B. mit Vaseline).

Orale Temperaturmessung

Auch bei der Temperaturmessung im Mund kommen Glas- oder Digitalthermometer zum Einsatz. Bei kleineren Kindern besteht allerdings die Gefahr, dass sie auf das Thermometer beißen und sich dadurch verletzen können – hier ist also Vorsicht geboten. Zehn Minuten vor der Messung sollte nichts Warmes oder Kaltes gegessen oder getrunken werden, da sonst das Ergebnis verfälscht werden kann.

Die Thermometerspitze wird unter die Zunge gelegt. Während der Messung sollte durch die Nase geatmet werden, die Lippen müssen dabei fest geschlossen sein. Die Messergebnisse liegen etwa 0,5 Grad unter den im After gemessenen Werten, weshalb 0,5 Grad zum angezeigten Ergebnis hinzuaddiert werden müssen, um auf die tatsächliche Temperatur zu kommen.

Axilläre Temperaturmessung

Messungen unter der Achsel sind meist ungenauer als jene im After oder im Mund, sie können um bis zu 1 Grad niedriger sein. Das Thermometer sollte gut in die Achselhöhle gelegt werden und der Oberarm dabei eng am Körper anliegen. Ein direkter Kontakt der Haut mit der Thermometerspitze ist wichtig für eine korrekte Messung. Zum Schluss das Hinzurechnen von 0,5 Grad nicht vergessen.

Temperaturmessung im Ohr

Am Ohr bzw. am Trommelfell lässt sich die Körpertemperatur über einen Infrarotsensor gut feststellen. Hierzu benötigt man ein spezielles Ohrthermometer. Dazu zieht man das Ohr ein wenig nach hinten oben und hält dann das Infrarotthermometer vorsichtig in den Gehörgang. Die Messung mit einem Ohrthermometer dauert nur wenige Sekunden und ist deshalb angenehmer als andere Messmethoden.

Wichtig ist, die Vorgaben des Herstellers genau zu beachten, da die Werte bei einer nicht korrekten Messmethode stark schwanken können. Es sollte nicht an einem Ohr gemessen werden, das gerade auf einem warmen Polster gelegen hat oder der Kälte ausgesetzt war. In diesen Fällen sollte man etwa eine Viertelstunde bis zur Messung warten.

Temperaturmessungen an der Stirn oder Schläfe

Neuere Messmethoden mittels Stirn- oder Schläfenthermometer sind sehr angenehm. Beim Auflegen des Thermometers an die Stirn oder Schläfe wird innerhalb weniger Sekunden mittels Infrarotsensor die Temperatur gemessen. Da es zu dieser Messmethode aber widersprüchliche Erfahrungswerte gibt, eignet sie sich eher nicht für die genaue Temperaturkontrolle bei Kindern.

Wie soll Fieber gemessen werden?

Alle vorgestellten Messmethoden eignen sich für eine akkurate Fiebermessung. Wichtig ist, dass zwischen den einzelnen Methoden nicht hin- und hergewechselt wird. Hat man sich zu Beginn einer Fieberperiode für eine Messmethode entschieden, sollte man diese im weiteren Verlauf auch beibehalten. Damit lassen sich die gemessenen Werte besser miteinander vergleichen und erlauben eine aussagekräftigere Interpretation.

Sollte man aufgrund eines unerwarteten Defektes oder Bruches eines Thermometers dazu gezwungen sein, die Messmethode zu ändern, ist das jedoch kein Problem. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich die Werte und die gewählte Messmethode notieren.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Ist die Körpertemperatur für länger als 24 Stunden höher als 39,5 °C oder länger als 7 Tage leicht erhöht (38,5–39,5 °C), sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dasselbe gilt, wenn die eigentliche Ursache selbst nicht festgestellt werden kann. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte man schon bei mehr als 38,5 °C zum Arzt gehen, um eine mögliche Infektion sicher auszuschließen.

+++ Mehr zum Thema: Wann zum Kinderarzt bei Fieber? +++

Welche Fragen stellt der Arzt?

Eine ausführliche Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) beinhaltet unter anderem Fragen zu folgenden Punkten:

  • familiär gehäufte Erkrankungen
  • Reisen
  • Insektenstiche
  • Verletzungen
  • Impfungen
  • Hautausschläge

+++ Mehr zum Thema: Behandlung von Fieber +++

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Autoren:
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Medizinisches Review:
Dr. Harald Waxenegger
Redaktionelle Bearbeitung:
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Stand der medizinischen Information:
Quellen

Gortner L, Meyer S, Sitzmann FC: Pädiatrie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2012, 4. Auflage; Kap. 19.2 (letzter Zugriff am 01.10.2020)

Neubeck M: Evidenzbasierte Selbstmedikation 2019/2020. Deutscher Apothekerverlag, Stuttgart, 4. Aufl., 2018 (letzter Zugriff am 01.10.2020)

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.: Fieber; https://www.kinderaerzte-im-netz.de (letzter Zugriff am 01.10.2020)

Bald M, Biberthaler P, Blattmann C: Kurzlehrbuch Pädiatrie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2012; Kap. 7.1.2 (letzter Zugriff am 01.10.2020)

Kerbl R, Kurz R, Roos R, Wessel L: Checkliste Pädiatrie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2011, 4. Auflage; Kap.11.1

Medizinisches Wissensnetzwerk evidence.de der Universität Witten/Herdecke (Stand 6.10.2010)

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.; www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand 6.10.2010)

Koletzko B (Hrsg.): Kinder und Jugendmedizin. 13., vollständig aktualisierte Auflage, Springer Verlag 2007

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