Fußbäder

Von , Biologin und Medizinredakteurin
und , Medizinjournalistin
Kathrin Rothfischer

Kathrin Rothfischer studierte - nach einem Ausflug in die Germanistik - in Regensburg Mikrobiologie und Genetik. Komplizierte Sachverhalte leicht verständlich darzustellen, war schon damals ihre Leidenschaft. Deshalb machte sie nach dem Diplom diese Passion zum Beruf: Nach verschiedenen Stationen im medizinischen Fachverlag und in der Publikumspresse fand sie bei NetDoktor schließlich ihre journalistische Heimat.

Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

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Fussbäder tun nicht nur an kalten Wintertagen gut. Auch bei Erkältung, Fusspilz und Durchblutungsstörungen oder zur Entgiftung des Körpers eignet sich ein Fussbad als Hausmittel. Je nach gewünschter Wirkung können Sie Ihr Fussbad mit verschiedensten Zusätzen anreichern, etwa mit getrockneten Kräuter, Ölen oder Salz. Auch über die Wassertemperatur lässt sich die Wirkung beeinflussen. Lesen Sie hier alles Wichtige über Fussbäder.

Fußbad; Füße;

Was sind Fussbäder?

Fussbäder gehören zu den Anwendungen der Hydrotherapie (Wassertherapie). Ihre wohltuende Wirkung ist seit Jahrhunderten bekannt. Sebastian Kneipp integrierte die Wasseranwendungen in seine Kneipp-Therapie.

Bewährt haben sich warme, kalte und ansteigende Fussbäder sowie Wechsel-Fussbäder. Neben der Wassertemperatur kann auch der verwendete Zusatz bei Fussbädern variieren. Temperatur und Zusatz beeinflussen die Wirkung der Anwendung - diese kann etwa entspannend bis anregend, wärmend oder kühlend, antibakteriell, hautpflegend und vieles mehr sein.

Fussbäder: Wirkung

Wie und wogegen ein Fussbad wirkt, hängt im Wesentlichen davon ab, welche Zusätze man verwendet und ob man warmes oder kaltes Wasser benutzt. Wichtig für die Wirkung ist ausserdem, ob man die Füsse bei gleichbleibender Temperatur badet oder sie einem ansteigenden Fussbad oder einem Wechsel-Fussbad aussetzt.

Fussbäder mit Zusätzen

Setzt man dem Fussbadwasser bestimmte Wirkstoffe zu, gelangen diese über die Poren der Haut in den Körper und entfalten dort ihre spezifische Wirkung.

Je nachdem, welche Stoffe Sie dem Wasser zugeben, erzielen Sie damit unterschiedliche Wirkungen. Beliebte Zusätze sind zum Beispiel:

  • Rosmarin: Als Zusatz in einem Fussbad entfaltet er eine anregende, durchblutungsfördernde Wirkung. Besonders morgens nach dem Aufstehen bietet sich ein Rosmarin-Fussbad an, um den Kreislauf anzukurbeln und die letzte Müdigkeit zu vertreiben.
  • Kamille: Ein Fussbad mit Kamille kann antibakteriell, entzündungshemmend und krampflösend wirken und die Wundheilung beschleunigen.
  • Eichenrinde: Ein Eichenrinde-Fussbad hat sich bei Nagelpilz bewährt. Regelmässig angewendet sollen Eichenrinde-Fussbäder antibakteriell und entzündungshemmend wirken und das Nagelpilz-Wachstum bremsen.
  • Magnesium: Normalerweise wird der lebenswichtige Mineralstoff bevorzugt über die Nahrung (oder Nahrungsergänzungsmittel) aufgenommen. Doch nicht jeder Organismus kann das so zugeführte Magnesium nutzen. Besonders für Menschen mit Magenfunktionsstörungen bietet sich daher ein Magnesium-Fussbad an. Dabei diffundiert der Mineralstoff durch die Haut in den Körper, wo er unmittelbar verwertet werden kann.
  • Natron: Die Naturheilkunde betrachtete einen Überschuss an Säure im Körper als schlecht für Gesundheit und Wohlbefinden. Natron gilt als bewährter Säure-Neutralisator: Ein basisches Fussbad mit Natron-Zusatz soll den Körper von säurehaltigen Schlacken und Schadstoffen befreien und so den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen. Ob ein basisches Fussbad tatsächlich eine gesundheitsfördernde Wirkung hat, ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt.
  • Senfmehl: Ein Senfmehl-Fussbad gehört zu den naturheilkundlichen Reiztherapien. Das liegt an den ätherischen Senfölen, die dabei freigesetzt werden und über die Haut bis in die Atemwege und in den Kopf eindringen. Dem Senfmehl-Fussbad wird eine stoffwechsel- und durchblutungsfördernde und somit entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben.
  • Essig oder Apfelessig: Ein Fussbad mit Essig / Apfelessig kann gegen Schweissfüsse helfen. Der Essig bzw. Apfelessig tötet die Bakterien ab, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich sind.
  • Salz: Manchmal reicht als Fussbad-Zusatz schon ein wenig Salz (Meersalz oder einfaches Haushaltssalz). Das ergibt dann eine antiseptische und entzündungshemmende Wirkung. Ausserdem ist ein Fussbad mit Salz sehr kostengünstig.
  • Lavendelöl: Lange Spaziergänge, enge Schuhe, trockene Heizungsluft - die Füsse müssen viel ertragen und sind pflegetechnisch oft das Stiefkind. Ein warmes Fussbad mit Lavendelöl beruhigt, entspannt die gestresste Haut und hält sie geschmeidig.

Warme und kalte Fussbäder

Ein warmes Fussbad kann beruhigen, entspannen und den Schlaf fördern. Das warme Wasser regt den Körper dazu an, die Gefässe weit zu stellen. Das senkt den Blutdruck.

Kalte Fussbäder wirken genau umgekehrt: Sie regen den Kreislauf an, stellen die Gefässe eng und können so blutdrucksteigernd wirken.

Ansteigende und Wechsel-Fussbäder

Ansteigende Fussbäder wirken ähnlich wie ein warmes Fussbad. Die Wassertemperatur wird hier langsam gesteigert.

Bei Wechselbädern werden die Füsse abwechselnd in warmes und kaltes Wasser getaucht. Das kurbelt die Durchblutung und den Kreislauf an.

Entgiftende Fussbäder (Detox-Fussbad, Elektrolyse-Fussbad)

Detox (deutsch: Entgiftung) hat sich zu einem Trend in der Naturheilkunde entwickelt. Es gibt mittlerweile ein grosses Angebot an Detox-Produkten sowie spezielle Ernährungs- und Hausmittel-Empfehlungen zur Entgiftung des Körpers. Dazu gehören auch Detox-Fussbäder. Das sind Fussbäder, denen zuvor eine spezielle Salzlösung zugegeben wurde und die in eigens dafür entwickelten Geräten durchgeführt werden. In den Geräten werden mithilfe von Strom Moleküle im Salzwasser in geladene Teilchen (Ionen) aufgespalten (Elektrolyse). Ein Teil der Ionen gelangt über die Haut in den Körper. Dort sollen sie Schadstoffe neutralisieren und ihren Abtransport unterstützen. Wissenschaftlich belegt ist diese Theorie allerdings nicht.

Wann macht man Fussbäder?

Fussbäder haben sich zum Beispiel bei folgenden Beschwerden bewährt:

  • Fussbad bei Schweissfüssen: Schweissfüsse sind unangenehm. Ein Fussbad kann die Schweissbildung mindern. Empfehlenswert ist zum Beispiel ein warmes Fussbad mit Eichenrinde und Efeu.
  • Fussbad gegen geschwollene Beine: Langes Stehen, Sommerhitze und Schwangerschaft können Beine und Füsse stark anschwellen lassen. Betroffen sind vor allem Frauen, denn ihr Bindegewebe ist schwächer und reagiert zum Beispiel empfindlicher auf Hitze. Hier kann Wassertreten helfen, eine Variante des kalten Fussbads. Auch ein warmes Salzfussbad bringt Linderung bei geschollenen Beinen und Füssen.
  • Fussbad bei Erkältungen: Gegen eine beginnende Erkältung werden ansteigende Fussbäder empfohlen. Sie können dem Wasser dabei einen Fichtennadel-Extrakt zusetzen.
  • Fussbad gegen Hühneraugen: Die beruhigende, desinfizierende und entzündungshemmende Kamille kann in Form eines warmen Kamille-Fussbads gegen Hühneraugen helfen.
  • Fussbad gegen Nagelbettentzündungen: Bei einer Nagelbettentzündung bietet sich ein Salz-Fussbad an, das antibakteriell und entzündungshemmend wirkt.
  • Fussbad bei Kopfschmerzen und Migräne: Wechsel-Fussbäder fördern die Durchblutung. Sie helfen vor allem bei Spannungskopfschmerzen und Migräne. Auch ein Senfmehl-Fussbad kann Kopfschmerzen und Migräne lindern.
  • Fussbad bei Schlafstörungen: Ein warmes Fussbad am Abend kann bei Schlafproblemen helfen.
  • Fussbad bei trägem Darm: Bei Verstopfung können Sie es mit einem Senfmehl-Fussbad versuchen. Wer Sie unter chronischer Darmträgheit leiden, können laut Naturheilkunde warme Fussbäder Abhilfe schaffen.
  • Fussbad bei entzündeten Nasennebenhöhlen: Bei Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann ein warmes Senfmehl-Fussbad gut tun.
  • Fussbad bei Harnwegsinfekten: Bei Infekten der ableitenden Harnwege (wie Blasenentzündung) kann ein ansteigendes Fussbad hilfreich sein.
  • Fussbad bei Unterleibsbeschwerden: Ein ansteigendes Fussbad wird etwa bei Menstruationsbeschwerden und chronischer Eileiter- und Eierstockentzündung (Adnexitis) empfohlen. Bei Männern kann ein solches Fussbad bei chronischer Entzündung der Prostata (Prostatitis) hilfreich sein.
  • Fussbad gegen Fusspilz: Fusspilz ist oft ein lästiges Mitbringsel aus dem Schwimmbad. Hat es Sie erwischt, kann ein Essig- oder Apfelessig-Fussbad die Heilung unterstützen.
  • Fussbad gegen Hornhaut: Wer lästige Hornhaut an den Fusssohlen auf sanfte Weise entfernen möchte, ist mit einem warmen Fussbad gut beraten. Das warme Wasser, eventuell angereichert mit ein wenig Lavendelöl, weicht die Hornhaut auf. So lässt sie sich anschliessend zum Beispiel mit einem Bimsstein leicht entfernen.

Wer zu kalten Füssen neigt, kann sich ebenfalls mit einem warmen Fussbad behelfen.

Wie macht man ein Fussbad?

Mit oder ohne Zusatz? Warm oder kalt? Je nach Beschwerdebild können Sie sich ein geeignetes Fussbad selbst machen.

Warme und kalte Fussbäder

Bei einem warmen Fussbad sollte die Wassertemperatur zwischen 36 und 40 Grad Celsius liegen. Die Badedauer beträgt etwa zehn Minuten. Je nach Zusatz können Sie warme Fussbäder ein bis -dreimal täglich anwenden.

Die Wassertemperatur beim kalten Fussbad sollte zwischen 8 und 18 Grad Celsius liegen. Die Badedauer ist deutlich kürzer, sie beträgt zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten.

Ansteigende Fussbäder

Für ein ansteigendes Fussbad füllen Sie eine Schüssel oder Fussbadewanne mit warmem Wasser (etwa 35 Grad Celsius). Stellen Sie die Füsse hinein und giessen Sie innerhalb von circa 20 Minuten so viel heisses Wasser dazu, dass die Temperatur auf etwa 40 bis 45 Grad Celsius ansteigt. Bleiben Sie mit Ihren Füssen noch etwa fünf Minuten im heissen Wasser.

Wechselfussbäder

Für ein Wechselbad benötigen Sie zwei grosse Eimer. Das Wasser sollte bis eine Handbreit unter die Kniescheibe reichen. Füllen Sie in den einen Eimer warmes Wasser (ungefähr 38 Grad), in den anderen kaltes Wasser (etwa 18 Grad). Halten Sie beide Beine etwa fünf bis zehn Minuten in das warme Wasser und dann für fünf bis zehn Sekunden in das kalte. Wiederholen Sie den Vorgang dreimal. Wichtig: Immer mit einem kalten Fussbad enden!

Wassertreten

Wassertreten ist eine Variante des kalten Fussbades. Sie brauchen kaltes Wasser von circa 8 bis 18 Grad Celsius und ausreichend Platz. Am besten geeignet ist daher ein grosser Eimer, eine Wanne oder die Badewanne mit einer rutschfesten Unterlage. Das Wasser sollte bis knapp unter die Kniescheibe reichen. Heben Sie jedes Bein abwechselnd so hoch, so dass die Fusssohle aus dem Wasser auftaucht (Storchengang).

Im Schnitt sollte das Wassertreten 20 Sekunden bis zwei Minuten lang dauern, am besten „treten“ Sie täglich ein- bis zweimal. Als Faustregel gilt: Je kälter das Wasser, desto kürzer die Anwendung.

Fussbäder mit Zusätzen

  • Rosmarin-Fussbad: Kochen Sie zwei Esslöffel getrockneten Rosmarin in einem Liter Wasser auf und lassen Sie die Mischung zehn Minuten ziehen. Danach durch ein Sieb abschütten, und den Rosmarin-Sud in eine Schüssel oder Fussbadewanne mit warmem Wasser geben. Baden Sie Ihre Füsse etwa 15 Minuten darin.
  • Kamille-Fussbad: Hierfür benötigen Sie getrocknete Kamillenblüten, und zwar ca. 50 Gramm auf zehn Liter Wasser. Überschütten Sie die benötigte Mange Kamillenblüten mit kochendem Wasser und lassen Sie sie zehn Minuten lang ziehen. Danach abseihen, in das warme Fussbad-Wasser geben, und die Füsse zehn bis 15 Minuten darin baden.
  • Eichenrinde/Efeu-Fussbad: Mischen Sie Eichenrinde und Efeu zu gleichen Teilen und übergiessen Sie eine Handvoll davon mit einem Liter kochendem Wasser. Etwa 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Den Sud in eine Schüssel mit warmem Wasser (ca. 36 bis 40 Grad Celsius) geben, und die Füsse etwa zehn Minuten darin baden. Wiederholen Sie das Fussbad einmal täglich über mehrere Wochen. Statt Eichenrinde können Sie auch Salbeiblätter verwenden.
  • Magnesium-Fussbad: Geben Sie 25 Milliliter "Magnesiumöl" (30%-ige wässrige Lösung von Magnesiumsalz) aus der Apotheke mit rund zwei Litern warmen Wassers in eine Schüssel.
  • Natron-Fussbad: Etwa drei Teelöffel Natron aus der Apotheke in einer grossen Schüssel mit 37 Grad warmem Wasser auflösen. Den pH-Wert des Natron-Wassers mithilfe eines Teststreifens auf 8,0 bis maximal 8,5 einstellen (unter Zugabe von entweder weiterem Wasser oder Natron). Die Füsse mindestens eine halbe Stunde und maximal eine Stunde darin baden.
  • Senfmehl-Fussbad: Geben Sie etwa 10 bis 30 Gramm schwarzes Senfmehl (Apotheke, Reformhaus) in eine mit max. 38 Grad warmem Wasser gefüllte Fussbadewanne. Gut verrühren. Dann die Füsse ins Wasser tauchen (das Wasser sollte bis unter die Knie reichen). Sobald sich Hautbrennen einstellt (nach ca. zwei bis zehn Minuten), die Füsse noch etwa fünf bis zehn Minuten im Wasser lassen. Anschliessend mit warmem Wasser abspülen, abtrocknen, mit Öl einreiben und 30 bis 60 Minuten im Bett nachruhen.
  • Essig- oder Apfelessig-Fussbad: Geben Sie eine Tasse Apfelessig/Essig und eine halbe Tasse Salz in eine Schüssel warmes Wasser. Baden Sie Ihre Füsse zweimal täglich für jeweils zehn Minuten darin.
  • Salz-Fussbad: Eine halbe Tasse (Meer-)Salz in einer grossen Schüssel mit 37 Grad-warmem Wasser auflösen. Die Füsse etwa zehn Minuten lang darin baden.
  • Lavendelöl-Fussbad: Fünf Tropfen Lavendelöl in eine Schüssel mit warmem Wasser geben. Baden Sie Ihre Füsse für etwa fünf Minuten darin. Danach gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen. Eine anschliessende Bürstenmassage löst lose Hautschuppen. Dann die Füsse eincremen.

Detox-Fussbäder

Einige Physiotherapeuten und Heilpraktiker bieten Detox-Fussbäder an. Sie können sich aber auch selbst ein entsprechendes Gerät kaufen. Für das Fussbad benötigen Sie warmes Wasser und Salz. Halten Sie sich bei der Zubereitung und der Anwendung an die Angaben des jeweiligen Herstellers. Die Badedauer liegt normalerweise bei etwa 30 Minuten.

Nach dem Fussbad

Nach dem Fussbad sollte man normalerweise das Wasser nur von den Füssen abstreifen und sofort in warme Socken schlüpfen. Nach einem entspannenden Fussbad sollten Sie rund 30 Minuten nachruhen. Nach einem anregenden Fussbad dagegen sollten Sie noch einige Minuten herumlaufen, um die stimulierende Wirkung des Fussbads zu unterstützen.

Im Anschluss an ein pflegendes Fussbad (z.B. mit Lavendel) sollten Sie die Füsse gut abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Danach können Sie die Füsse mit einer feuchtigkeitsspendenden Fusslotion einreiben und warme Socken anziehen.

Welche Risiken bergen Fussbäder?

Bei offenen Wunden sollten Fussbäder nur mit Vorsicht angewendet werden. Insbesondere Bäder mit reizenden Zusatzstoffen wie Salz oder Senfmehl sind dann weniger geeignet.

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Bluthochdruck, Herzschwäche) sollten Sie vor der Anwendung unbedingt mit Ihrem Arzt abklären, ob Fussbäder für Sie geeignet sind. Auch bei akuter Übelkeit, Schwindel, Thrombosegefährdung oder grosser innerer Unruhe sollten Sie zunächst auf Fussbäder verzichten und zuerst mit einem Arzt sprechen.

Gegenanzeigen für bestimmte Fussbäder

Warme Fussbäder sollten Sie nicht anwenden bei:

  • Venenentzündungen
  • peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK, Raucherbein oder Schaufensterkrankheit)
  • Erkrankungen der peripheren Nerven (Polyneuropathien)
  • erhöhtem Thrombose-Risiko

Auf ansteigende Fussbäder sollten Sie verzichten bei:

  • chronischer Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz)
  • erhöhtem Thrombose-Risiko
  • Krampfadern (Varizen)
  • diabetischem Fusssyndrom
  • peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK, Raucherbein oder Schaufensterkrankheit)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)

Wechselfussbäder sind kontraindiziert bei:

  • peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK, Raucherbein oder Schaufensterkrankheit)
  • ausgeprägten Krampfadern (Varizen)
  • erhöhtem Thrombose-Risiko
  • Neigung zu Verkrampfungen der Gefässe (Gefässspasmen)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)

Elektrolyse-Fussbäder dürfen beispielsweise in folgenden Fällen nicht angewendet werden:

  • bei elektronischen Implantaten wie einem Herzschrittmacher
  • nach Organtransplantationen
  • in der Schwangerschaft
  • bei Epilepsie
  • bei akuten Virusinfektionen

Was muss ich bei einem Fussbad beachten?

Wichtig ist, dass Sie sich an die empfohlenen Wassertemperaturen halten: Bei warmen Fussbädern um die 37 Grad, bei kalten Fussbädern 8 bis 18 Grad und bei ansteigenden Fussbädern maximal 45 Grad Endtemperatur - sofern Ihr Arzt nicht eine andere Temperatur empfiehlt.

Wenn Sie Zusätze verwenden möchten, sollten Sie vorher testen, ob Sie möglicherweise allergisch darauf reagieren. Tupfen Sie dazu ein wenig der jeweiligen Substanz (z.B. Lavendelöl) auf die Armbeuge und lassen Sie sie einige Minuten lang einwirken. Entwickeln sich an der Stelle Hautirritationen wie Rötungen oder Pusteln, sollten Sie den Zusatz für Ihr Fussbad nicht verwenden.

Ein Senfmehl-Fussbad sollten Sie nur einmal am Tag durchführen, am besten vormittags. Wenn Sie es als Kur machen möchten (z.B. bei Migräne), dann wird das Fussbad zwei- bis dreimal pro Woche über mehrere Wochen empfohlen.

Wenn das Hautbrennen, das sich bei einem Senfmehl-Fussbad einstellt, zu stark wird, dann die Anwendung abbrechen. Das Gleiche gilt, wenn die Haut sich zu stark rötet oder schmerzt.

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Autoren- & Quelleninformationen

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Wissenschaftliche Standards:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Autoren:
Kathrin Rothfischer
Kathrin Rothfischer

Kathrin Rothfischer studierte - nach einem Ausflug in die Germanistik - in Regensburg Mikrobiologie und Genetik. Komplizierte Sachverhalte leicht verständlich darzustellen, war schon damals ihre Leidenschaft. Deshalb machte sie nach dem Diplom diese Passion zum Beruf: Nach verschiedenen Stationen im medizinischen Fachverlag und in der Publikumspresse fand sie bei NetDoktor schließlich ihre journalistische Heimat.

Sabine Schrör
Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Quellen:
  • Ambulantes Schmerzzentrum: "Magnesium transdermal", unter: www.ambulantes-schmerzzentrum.de Abruf: 19.01.2020)
  • Bachmann, S. & Längler, A.: Hausmittel in der modernen Medizin,Elsevier/Urban & Fischer Verlag, 2005
  • Bühring, U. et al.: Heilpflanzen in der Kinderheilkunde, Haug Verlag, 2012
  • Feichtinger, T. & Niedan-Feichtinger, S.: Schüßler Salze - Entschlacken, gesund abnehmen, schlank bleiben, TRIAS, 2011
  • Hendel, B.: Das Magnesium-Buch, VAK, 2016
  • Kneipp, S.: Meine Wasserkur / So sollt ihr leben: Die weltberühmten Ratgeber in einem Band. Haug Sachbuch 2018
  • Kraft, K. & Stange, R.: Lehrbuch Naturheilverfahren, Hippokrates Verlag, 2010
  • Kraske, E.-M.: Säure-Basen-Balance für Körper und Seele, Gräfe und Unzer Verlag, 2013
  • Likar, R. et al.: Schmerztherapie in der Pflege, Springer Verlag, 2009
  • Marbach, E.: Heilkräuter Hausapotheke: Die wichtigsten Heilpflanzen für die Anwendung zu Hause. Eva Verlag 2010
  • Nesterenko, S.: Entgiften von A-Z, Rainer Bloch Verlag, 2010
  • pqse - Das Altenpflegemagazin im Internet: "Das Standard-Fußbad", unter: https://pqsg.de (Abruf: 19.01.2020)
  • Stiftung Warentest: Fußpflege: Du hast die Füße schön, Ausgabe 8/2008
  • Storl, W.-D.: Kräuterkunde, Aurum Verlag, 2012
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