Vor- und Nachsorge bei einer Lidkorrektur (Blepharoplastik, Lidstraffung)

(Andrey Popov / iStockphoto)

Wenn die Spannkraft der Lidhaut nachlässt, entstehen Hautüberschüsse an den Ober- und Unterlidern. Lidkorrekturen können dem Gesicht wieder einen frischeren und jüngeren Ausdruck verleihen. Der Effekt hält mehrere Jahre an.

Was vor der Operation zu beachten ist

Ist aus medizinischen Gründen die Einnahme blutgerinnungshemmender oder blutverdünnender Medikamente erforderlich, so müssen diese rund zwei  Wochen vor dem operativen Eingriff  abgesetzt und durch Heparinspritzen ersetzt werden. Diese müssen über den Operationstag hinaus verabreicht werden. Zahlreiche „harmlose“ Grippe- und Schmerzmittel führen ebenfalls zu einer Blutverdünnung, da sie Acetylsalicylsäure oder Acetylsalicylat enthalten.

Schilddrüsenhormontabletten, blutdrucksenkende Medikamente oder Herzmittel dürfen mit einem Schluck Wasser auch am Operationstag eingenommen werden.

Was nach der Operation zu beachten ist

  • Schwellungen

Nach der Operation wird entweder für kurze Zeit ein Druckverband angelegt oder es werden Kühlkompressen auf die Augen gelegt, so dass Schwellung und Bluterguss reduziert werden. Um die Schwellung rascher abklingen zu lassen, empfiehlt sich nach der Operation das Schlafen in leichter Oberkörperhochlage.

In jedem Fall können nach dem Eingriff vorübergehend Blutergüsse, Schwellungen oder ein Spannungsgefühl auftreten. In den meisten Fällen klingen diese bereits nach wenigen Tagen ab, selten dauern sie auch über mehrere Wochen an. Kühlpackungen oder kalte Umschläge sowie Lymphdrainagen können den Rückgang der Schwellung beschleunigen.

  • Nahtentfernung

Die Nähte werden je nach Nahttechnik zwischen dem vierten und dem sechsten Tag nach der Operation entfernt.

  • Gefühlsstörungen

Nach Eingriffen ist es normal, dass für eine gewisse Zeit eine Gefühlsminderung im Operationsgebiet vorhanden ist, diese normalisiert sich meist nach einigen Wochen bis Monaten, selten können lokalisierte Gefühlsstörungen zurückbleiben.

  • Medikamenteneinnahme

Auch nach der Operation sollten folgende Medikamente für zwei Wochen nicht eingenommen werden: gerinnungshemmende oder blutverdünnende Medikamente sowie Grippe- und Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten.

  • Allgemeine Maßnahmen

Jede Art von Hitze wie heiße Bäder, Sauna oder Infrarotkabine sollte in den ersten vier bis acht Wochen vermieden werden. Eine UV-Bestrahlung der Haut (Sonne, Solarium) ist erst nach Verschwinden sämtlicher Blutergüsse erlaubt. Narben dürfen erst der UV-Strahlung ausgesetzt werden, wenn sie nicht mehr gerötet sind, da es sonst zu einer Pigmentierung der Narben kommt.

Narben können durch Sonnenbrille, Camouflage oder Sonnencremen mit hohem Lichtschutzfaktor (Sun Blocker) vor Sonne geschützt werden. Bei Überempfindlichkeit gegenüber grellem Licht und Zugluft empfiehlt sich das Tragen einer dunklen Sonnenbrille. Leichte körperliche Betätigung kann bereits nach zwei Wochen erfolgen, anstrengende körperliche Betätigungen und Sport sind für vier bis sechs Wochen zu vermeiden.

  • Endgültiges Ergebnis

Das endgültige Ergebnis kann nach rund zwei bis drei Monaten beurteilt werden. Der Effekt hält erfahrungsgemäß mehrere Jahre lang an.

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Autoren:
Prim. Dr. Johann Umschaden, Univ.-Doz. Dr. Helmut Hoflehner
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Astrid Leitner

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Schwarzl-Klinik, Patienteninformation von Prim. Dr. Johann Umschaden und Univ.-Doz. Dr. Helmut Hoflehner, 2016
 
 

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