Fettabsaugung - Vor- und Nachsorge (Liposuction)

Die Fettabsaugung gehört hierzulande zu den häufigsten ästhetisch-chirurgischen Eingriffen.
Die Fettabsaugung gehört hierzulande zu den häufigsten ästhetisch-chirurgischen Eingriffen. (Piotr Marcinski / Shutterstock)

Die Fettabsaugung zählt zu den am häufigsten durchgeführten plastisch – ästhetischen Operationen. Sie wird angewendet, um störende und unproportionale Fettablagerungen zu entfernen.

Was vor der Operation zu beachten ist

Falls aus medizinischen Gründen die Einnahme blutgerinnungshemmender oder blutverdünnender Medikamente erforderlich ist, müssen diese rund zwei Wochen vor dem operativen Eingriff abgesetzt und durch Heparinspritzen ersetzt werden. Diese Heparinspritzen müssen über den Operationstag hinaus verabreicht werden.

Zahlreiche „harmlose“ Grippe- und Schmerzmittel führen ebenfalls zu einer Blutverdünnung. Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten, müssen mindestens zwei Wochen vor einer Operation abgesetzt werden, da eine einzige Tablette die Blutstillung sehr negativ beeinflussen kann.

Schilddrüsenhormontabletten, blutdrucksenkende Medikamente oder Herzmittel dürfen mit einem Schluck Wasser auch am Operationstag eingenommen werden.

Was nach der Operation zu beachten ist

  • Kompressionskleidung

Um die Entstehung von Blutergüssen und Seromen (Ansammlungen von Wundsekret) zu verhindern, empfiehlt sich das Tragen von Kompressionskleidung (Kompressionshose, elastisches Mieder) für vier bis sechs Wochen.

  • Thromboseprophylaxe

Abhängig von der Ausgangssituation, den Vorerkrankungen sowie dem Umfang der Operation wird eine Thromboseprophylaxe über fünf bis zehn Tage empfohlen. Je nach Nahttechnik wird das Nahtmaterial zwischen dem siebten und dem zehnten Tag der Operation entfernt.

  • Schwellungen

In jedem Fall können nach dem Eingriff vorübergehend Blutergüsse, Schwellungen oder ein Spannungsgefühl auftreten. In den meisten Fällen klingen dieser Veränderungen bereits nach wenigen Tagen ab, selten dauern sich auch über mehrere Monate an. Lymphdrainagen können zu einer rascheren Abschwellung beitragen.

  • Gefühlsstörungen

Nach Eingriffen ist es normal, dass für eine gewisse Zeit eine Gefühlsminderung eingriffsspezifisch vorhanden ist, diese normalisiert sich meist nach einigen Monaten, selten können lokalisierte Gefühlsstörungen zurückbleiben.

  • Medikamenteneinnahme

Auch nach der Operation sollten folgende Medikamente für zwei Wochen nicht eingenommen werden: gerinnungshemmende oder blutverdünnende Medikamente sowie Grippe- und Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten.

  • UV-Bestrahlung der Haut

Eine UV-Bestrahlung der Haut (Sonne, Solarium) ist erst nach Verschwinden sämtlicher Blutergüsse erlaubt. Narben dürfen erst der UV-Strahlung ausgesetzt werden, wenn sie nicht mehr gerötet sind, da es sonst zu einer Pigmentierung der Narben kommt. Sie können durch Gewand, Camouflage oder Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (Sun Blocker) vor der Sonne geschützt werden.

  • Kontrollen

Nach der Operation finden regelmäßige Kontrollen durch den Operateur statt. Die Intervalle hängen vom Heilungsverlauf ab. Sollten nach der Operation extreme Blutergüsse, starke Schmerzen oder starke Schwellungen der Beine auftreten, sollte  der Patient sofort einen Kontrolltermin vereinbaren.

  • Endgültiges Ergebnis

Das endgültige Ergebnis der Fettabsaugung kann nach zwei bis drei Monaten beurteilt werden. 

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Autoren:
Prim. Dr. Johann Umschaden, Univ.-Doz. Dr. Helmut Hoflehner
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Astrid Leitner

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Schwarzl-Klinik, Patienteninformation von Prim. Dr. Johann Umschaden und Univ.-Doz. Dr. Helmut Hoflehner, 2016
 

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