Wachstumshormonmangel Therapie

Wachstumshormon in Spritze
Wachstumshormon wird einmal täglich in das Unterhautfettgewebe injiziert. (ayo888 / iStockphoto)

In allen Fällen mit nicht behebbarer Ursache wird der Wachstumshormonmangel behandelt, indem das fehlende Hormon ersetzt wird. Dazu wird biotechnologisch hergestelltes, menschliches Wachstumshormon verwendet.

Da das Wachstumshormon ein Eiweiß ist und vom Magensaft abgebaut wird, ist eine Einnahme in Tablettenform nicht möglich. Das Wachstumshormon muss daher einmal täglich ins Unterhautfettgewebe gespritzt werden, ähnlich wie das Insulin bei Diabetes. Nach Beginn der Therapie setzt ein Aufholwachstum ein; meist ist der Kurvenverlauf nach sechs bis zwölf Monaten eindeutig.

Die Behandlung des Wachstumshormonmangels gehört in die Hände eines erfahrenen Kinderendokrinologen (Hormonspezialisten). Dieser kontrolliert kontinuierlich Größe und Gewicht des Kindes und erfasst sehr seltene mögliche Nebenwirkungen (z.B. Gelenkbeschwerden, allergische Reaktionen an der Einstichstelle, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen oder Übelkeit). Bei richtiger Dosierung sind solche Nebenwirkungen allerdings selten.

Ein Wachstumshormonmangel kann allein oder in Kombination mit anderen Hormonausfällen der Hypophyse vorliegen. Diesbezüglich werden im Rahmen der Kontrolluntersuchungen ebenfalls Labortests durchgeführt. Der Parameter IGF-1 normalisiert sich nach einigen Monaten Therapie und dient auch zur Verlaufskontrolle der richtig gewählten Dosierung.

+++ Mehr zum Thema: Wachstumshormonmangel +++

Wann soll mit der Therapie begonnen werden?

Um Kindern mit einem Wachstumshormonmangel eine normale Größe im Erwachsenenalter zu ermöglichen, ist es notwendig, eine frühe Diagnose und Behandlung anzustreben. Der Therapiebeginn erfolgt zum Zeitpunkt der Diagnose und die Behandlung wird bis zum Abschluss des Wachstumsalters fortgesetzt. Bei Patienten mit schwerem Wachstumshormonmangel kann es mitunter nötig sein, die Therapie in niedrigerer Dosierung auch im Erwachsenenalter fortzuführen. Hier wird nach Abschluss des Wachstums und nach Pausieren der Therapie eine neuerliche Testung durchgeführt.

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Autoren:

Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Astrid Leitner

Stand der medizinischen Information:

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