Behandlung eines Vitamin D-Mangels

Häufig reicht die Zufuhr von Vitamin über die Nahrung zur Behandlung eines Vitamin D-Mangels nicht aus.
Häufig reicht die Zufuhr von Vitamin über die Nahrung zur Behandlung eines Vitamin D-Mangels nicht aus. (margouillatphotos / iStockphoto)

Liegt ein Vitamin D-Mangel vor, kann die Eigenproduktion des Vitamins durch regelmäßige Sonnenbestrahlung angekurbelt werden. Zusätzlich wird Vitamin D meist in Form von Tropfen verabreicht.

Kurzfassung:

  •  Die Behandlung eines Vitamin D-Mangels erfolgt durch Sonnenbestrahlung sowie vermehrte Aufnahme von Vitamin-d-haltigen Lebensmitteln.
  • In machen Fällen ist die Einnahme von Vitamin D in Form von Tropfen oder Tabletten notwendig. 
  • Solariumbesuche stellen keine Alternative dar. 
  • Säuglinge erhalten im ersten Lebensjahr routinemäßig Vitamin D.

Grundsätzlich kann jeder Einzelne durch regelmäßige und maßvolle Sonnenbestrahlung seine Vitamin-D-Versorgung verbessern. Daneben ist es wichtig, auf eine Vitamin-D-reiche Ernährung zu achten.

Bei ungenügender oder fehlender Eigenproduktion reicht die Zufuhr von Vitamin D über die Nahrung jedoch nicht aus, die Vitamin-D-Speicher wieder aufzufüllen. Die Differenz muss entweder über zusätzliche Eigenproduktion (UV-B-Strahlung) und/oder die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten gedeckt werden. Solariumbesuche stellen keine Alternative dar, da die meisten Bestrahlungslampen vorrangig UV-A-Strahlen enthalten und daher nicht zur Bildung von Vitamin D beitragen.

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Prophylaxe

Muttermilch enthält nur geringe Mengen an Vitamin D. Um einem Vitamin D-Mangel vorzubeugen, erhalten sowohl gestillte als auch nicht gestillte Säuglinge ab dem 7. Lebenstag täglich 400–500 internationale Einheiten (IE) Vitamin D3. Die Empfehlung gilt für das erste Lebensjahr und die Wintermonate des zweiten Lebensjahres. Der tägliche Bedarf kann in Form von Tabletten oder Tropfen gedeckt werden.

Überdosierung

Eine Überdosierung durch Sonnenbestrahlung oder den Verzehr von Vitamin-D-haltigen Lebensmitteln ist unwahrscheinlich. Möglich ist sie jedoch durch eine exzessive Einnahme von Vitamin-D-Präparaten. Bei einer Überdosierung entstehen im Körper erhöhte Kalziumspiegel, die zu Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Herzrhythmusstörungen führen können. Als Langzeitfolgen können Nierensteine oder eine Verkalkung der Niere auftreten.

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Autoren:

Medizinisches Review:
Dr. Ludwig Kaspar
Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Stand der medizinischen Information:
Quellen

 S1-Leitlinie „Vitamin-D-Mangel-Rachitis“ (2016); 
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/174-007l_S1_Vitamin-D-Mangel_Rachitis_2016-04.pdf (letzter Zugriff am 05.03.2018) 

Journal für Mineralstoffwechsel (2014): Therapie mit Vitamin D: Gibt es Grenzen?; http://www.kup.at/kup/pdf/12326.pdf
(letzter Zugriff am 05.03.2018) 

Pharmazeutische Zeitung online (2012): Vitamin D – das Hormon der Streithähne; https://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=40818 (letzter Zugriff am 05.03.2018) 

European Food Safety Authority (2016): Vitamin D: EFSA legt Referenzwerte für Aufnahme fest; https://www.efsa.europa.eu/de/press/news/161028 (letzter Zugriff am 05.03.2018) 

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