Behandlung einer Uveitis

Uveitis Behandlung
Personen, bei denen die Uveitis als Begleiterkrankung einer anderen Erkrankung auftritt, haben ein höheres Risiko für wiederkehrende Entzündungen im Auge. (galitskaya / iStockphoto)

Wie eine Uveitis therapiert wird, hängt davon ab, welcher Bereich des Auges betroffen ist, welche Ursache der Erkrankung zugrunde liegt und wie stark die Entzündung ist.

Grundsätzlich gilt: Je früher eine Uveitis behandelt wird, desto eher lassen sich dauerhafte Schädigungen des Auges verhindern. Liegt eine andere Grunderkrankung vor, muss auch diese therapiert werden.

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Therapieziele

  • Kontrolle der Entzündung
  • Bewahrung des Sehvermögens
  • Vermeidung von Komplikationen

Medikamente bei infektiöser Uveitis

  • Bakterielle Infektion: Antibiotika
  • Virale Infektion: Virostatika
  • Pilzinfektion: Antimykotika

Medikamente bei nicht-infektiöser Uveitis

  • Kortisonpräparate: entzündungshemmend
  • Pupillenerweiternde Augentropfen: Sie verhindern Verklebungen von Regenbogenhaut und Linse.
  • Immunsuppressiva: Sie lindern die Entzündungsreaktion durch Unterdrückung des Immunsystems; werden in Form von Tabletten verabreicht, wirken aber erst nach einigen Wochen oder Monaten.
  • Biologika: Diese greifen gezielt in die fehlgesteuerte Reaktion des Immunsystems ein und unterbrechen so den Entzündungsprozess.

Welche Medikamente kommen wann zum Einsatz?

  1. Therapie der vorderen Uveitis:
  • kortisonhaltige und pupillenerweiternde Augentropfen

2. Therapie der mittleren/hinteren Uveitis oder Panuveitis:

  • kortisonhaltige und pupillenerweiternde Augentropfen, zusätzlich Gabe von Kortisontabletten oder -injektionen; bei Bedarf Immunsuppressiva oder Biologika.

Mögliche Komplikationen

Personen, bei denen die Uveitis als Begleiterkrankung einer anderen Erkrankung auftritt, haben ein höheres Risiko für wiederkehrende Entzündungen im Auge. Bleibt eine Uveitis lange Zeit bestehen oder treten die Beschwerden wiederholt auf, sind folgende Komplikationen möglich:

  • Grauer Star (Katarakt, Eintrübung der Linse)
  • Grüner Star (Glaukom, zu hoher Augeninnendruck)
  • Hornhautdegeneration (Trübung der Hornhaut)
  • Makulaödem (Ansammlung von Flüssigkeit im Bereich der Stelle des schärfsten Sehens an der Netzhaut)
  • Netzhautablösung
  • Verklebungen zwischen Regenbogenhaut und Linse (Synechie)

Um Komplikationen zu vermeiden, ist es daher besonders wichtig, die verschriebene Therapie gewissenhaft einzuhalten und die Augen regelmäßig vom behandelnden Arzt kontrollieren zu lassen.

Eine wichtige Grundregel in der Betreuung von Uveitis-Patienten ist, dass, wenn ein „erfahrener“ Patient kommt und Beschwerden beschreibt, eine Behandlung gestartet wird, selbst wenn der Arzt noch nichts erkennen kann. Subjektive Beschwerden treten oft schon auf, bevor objektiv eine Entzündung nachgewiesen werden kann!

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Autoren:

Medizinisches Review:
Priv. Doz. Dr. Christopher Kiss
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Stand der medizinischen Information:
Quellen

Universitätsklinikum Tübingen: Uveitis, Stand 2016; https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/Presse_Aktuell/Einrichtungen+A+bis+Z/Kliniken/Augenheilkunde/Augenklinik/%C3%9Cber+uns/Ambulanzen+und+Spezial_Sprechstunden/Uveitis_Sprechstunde/Uveitis.html (letzter Zugriff am 11.6.2019)

Augenklinik Sulzbach: Was ist eine Uveitis? https://www.augenklinik-sulzbach.de/behandlungsspektrum/uveitis/was-ist-eine-uveitis (letzter Zugriff am 11.6.2019)

Universitätsklinikum Frankfurt: Uveitis – Entzündung der Gefäßhaut; http://www.uni-augenklinik-frankfurt.de/patienten/auge_und_erkrankungen/krankheitsbilder/uveitis/ (letzter Zugriff am 11.6.2019)

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