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Aufbau der Darmflora nach Antibiotika-Behandlung

(185919750 / iStockphoto)

Bakteriell bedingte Erkrankungen erfordern meist eine antibiotische Therapie. Doch wie jedes andere Medikament kann auch ein Antibiotikum Nebenwirkungen haben: Wird der antibiotische Wirkstoff oral aufgenommen, kann es zu vorübergehenden Verdauungsstörungen wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen.

Spricht man von der Darmflora, ist damit die Gesamtheit aller im Darm befindlichen nützlichen Mikroorganismen gemeint. Diese Kleinstlebewesen sind unentbehrlich für die Verdauung, aber auch für die Abwehr von Krankheitserregern (Immunsystem). Jeder Mensch besitzt eine individuelle Zusammensetzung der Darmflora: Sie besteht aus rund 2.000 verschiedenen Arten von Darmbakterien. Insgesamt bringen es die Billionen Bakterien auf ein Gewicht von bis zu zwei Kilogramm.

Gerät dieser Mikrokosmos infolge von Infektionen, falscher Ernährung oder durch Medikamente – insbesondere Antibiotika – aus dem Gleichgewicht, können Verdauungsstörungen die Folge sein.

+++ Mehr zum Thema: Durchfall +++

Was bewirkt das Antibiotikum im Darm?

Ist eine antibiotische Behandlung notwendig, wird versucht, möglichst gezielt gegen die krankheitsverursachenden Bakterien vorzugehen. Bei oraler Einnahme des Antibiotikums (Tabletten, Sirup, Saft) gelangt der Wirkstoff zunächst in den Magen-Darm-Trakt und kann dort unter Umständen zu Störungen der Darmflora führen.

Dazu kommt es, wenn das jeweilige Antibiotikum nicht nur den krankmachenden Erreger bekämpft, sondern auch die Anzahl der nützlichen Darmbakterien reduziert. Damit fällt der schützende Effekt der Bakterien weg, andere Keime können sich vermehren und im Darm Schaden anrichten, indem sie krankmachende Stoffwechselprodukte produzieren. Die Folge ist eine gestörte Verdauung mit Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen.

+++ Mehr zum Thema: Blähungen +++

Beschwerden verschwinden von selbst

In der Regel verschwinden die Symptome wieder, sobald bzw. kurz nachdem das Antibiotikum zu Ende genommen wurde von selbst. Treten Verdauungsstörungen im Zuge der Antibiotikaeinnahme auf, ist es besonders wichtig, das Medikament nicht in Eigenregie abzusetzen, sondern stattdessen den behandelnden Arzt aufzusuchen.

+++ Mehr zum Thema: Richtige Einnahme von Antibiotika +++

Auch die in Mitleidenschaft gezogene Darmflora regeneriert sich in der Regel nach einiger Zeit wieder von selbst. Bis die natürliche Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm wiederhergestellt ist, kann der Verdauungstrakt jedoch auch unterstützt werden.

Wie kann man die Darmflora stärken?

  • Probiotische Lebensmittel

Als “probiotisch“ werden Lebensmittel bezeichnet, die einen hohen Anteil an lebenden Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien oder bestimmte Hefearten enthalten. Dies ist insbesondere bei fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir, Buttermilch und Sauerkraut der Fall. Diese können beim Wiederaufbau der Darmflora helfen.

  • Probiotika

Ähnliches gilt für Probiotika, also spezielle Produkte aus der Apotheke mit hohem Anteil an milchsäureproduzierenden Bakterien (Bifidobakterien). Auch diese Produkte können helfen, die Darmflora zu optimieren.

+++ Mehr zum Thema: Das Darm-Mikrobiom +++

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Quellen

Internisten im Netz, Wie sich die Darmflora nach Antibiotika-Einnahme erholt, Stand 12/2018; https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/wie-sich-die-darmflora-nach-antibiotika-einnahme-erholt.html (letzter Zugriff am 13.05.2020)

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